Gesundheit Corona-Regeln fallen: So bekommen Sie jetzt Ihr Immunsystem gegen Omikron und andere Erreger fit!

17:50  18 märz  2022
17:50  18 märz  2022 Quelle:   berliner-kurier.de

Impfstoff gegen Omikron: Die vierte Impfung

  Impfstoff gegen Omikron: Die vierte Impfung Längst arbeiten Impfstoffhersteller an neuen Impfstoffen, die speziell vor Omikron schützen sollen. Das geht rasend schnell – ist für die kommende Welle doch zu langsam. © Comezora/​Getty Images Kommt bald ein neuer Impfstoff? Jetzt boostern lassen: Vor allem ältere Menschen und diejenigen, bei denen die zweite Impfung bereits einige Monate zurückliegt, sollten sich so schnell wie möglich die dritte Impfung holen. Denn mit der Omikron-Variante droht Deutschland eine neue Welle von Infektionen, da sind sich Experten einig.

Zwei Jahre lang haben wir unter Pandemie-Bedingungen gelebt: Von Lockdown zu Lockdown, Einkaufen und Busfahren mit Maske, Millionen Menschen arbeiten weiterhin von zuhause aus, doch damit könnte es bald Schluss sein: Denn die Homeoffice-Pflicht fällt am 20. März. Allerdings können Arbeitnehmer und Arbeitgeber vereinbaren, dass weiterhin im Homeoffice gearbeitet wird. Viele wollen allerdings wieder zurück ins Büro, und das bedeutet bei steigenden Corona-Zahlen: Mehr Kontakte, mehr Risiko. Zwar sollen Basis-Schutzmaßnahmen weiter gelten, doch Kontakte werden sich zwangsläufig häufen, und damit das Risiko, sich nicht nur mit der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus anzustecken, sondern auch mit anderen Erregern, die sich sich in U-Bahnen, Büros und Restaurants tümmeln.

RKI: Omikron jetzt in allen Bundesländern nachgewiesen

  RKI: Omikron jetzt in allen Bundesländern nachgewiesen Die Delta-Variante dominiert zwar noch bundesweit bei den Corona-Infektionen. Doch die Omikron-Mutation ist mittlerweile in allen 16 Bundesländern angekommen – und breitet sich weiter aus. © INA FASSBENDER / AFP Omikron ist mittlerweile in allen Bundesländern angekommen. Auch wenn der überwiegende Anteil der Infektionen nach wie vor von der Delta-Variante des Coronavirus verursacht wird, ist die Zahl der nachgewiesenen Omikron-Fälle in den letzten Wochen deutlich angestiegen. Das berichtet das Robert Koch-Institut (RKI) in seinem Wochenbericht.

  Corona-Regeln fallen: So bekommen Sie jetzt Ihr Immunsystem gegen Omikron und andere Erreger fit! © Bereitgestellt von Berliner Kurier

Das Problem: Kontaktbeschränkungen und Maske haben uns zwar vor Infektionen bewahrt, aber damit auch das Immunsystem massiv unterfordert. Unter Experten gibt es kontroverse Ansichten darüber, ob man ein Immunsystem tatsächlich durch Infektionen trainiert, aber sicherlich kann man es unterstützen. Ist unser Immunsystem fit genug für den Wegfall der Corona-Regeln, müssen wir Sorge haben, dass unser Immunsystem aus dem Takt geraten ist? Baut es sich wie die Muskeln ab, wenn man es nicht regelmäßig fordert?

„Die kurze Antwort ist: Nein“, sagt Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie (DGfI). „Grundsätzlich funktioniert das Immunsystem nicht wie ein Muskel, der schwächer wird, wenn man ihn weniger benutzt.“

Gesundheitsminister Lauterbach warnt vor Omikron-Welle: »In sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften«

  Gesundheitsminister Lauterbach warnt vor Omikron-Welle: »In sehr, sehr in Sorge um die Ungeimpften« Omikron verbreitet sich rasend schnell – aber der Zug für Ungeimpfte sei nicht abgefahren, sagt Gesundheitsminister Lauterbach. Schon eine erste Impfung senke die Risiken einer Infektion deutlich. © Kay Nietfeld / dpa Das RKI meldet derzeit wieder einen langsamen Anstieg der Neuinfektionen, aber die Experten sind sich weitgehend einig, dass sich das Infektionsgeschehen dramatisch verändern kann, wenn sich die ansteckendere Omikron-Variante des Coronavirus durchsetzt. Derzeit verdoppelt sich Zahl der Infektionen mit der Mutante etwa alle vier Tage.

Dazu kommt: Trotz der Corona-Maßnahmen haben wir in den vergangenen zwei Jahren keinesfalls in einer sterilen Blase gelebt. „Zwar kommen viele Erreger über die Atemluft in den Körper, aber es gibt noch genügend andere, die wir über die Nahrung aufnehmen oder die Haut“, sagt Watzl. Trotz Maske im Gesicht und Desinfektionsmittel auf den Händen hat sich unser Immunsystem weiterhin fleißig mit Keimen auseinandergesetzt.

Allerdings ist es durch die Pandemie zu einem Rückstau von bestimmten Infektionen gekommen. Denn mit einigen Erregern, darunter Erkältungsviren, infizieren wir uns in unserem Leben immer wieder.

Das liegt daran, dass die Immunität nach einer Infektion nicht allzu lange hält. „Das heißt: Da bin ich alle paar Jahre wieder fällig. Und wenn ich mir dann diese Infektion nicht abhole und meine Immunität auffrische, dann bin ich immer noch fällig“, so Watzl. Der Immunologe geht davon aus, dass viele dieser Infektionen infolge der fallenden Corona-Regeln nachgeholt werden.

Verliert Corona durch Omikron an Schrecken?

  Verliert Corona durch Omikron an Schrecken? Wird die Pandemie dank Omikron „endemisch“? Wie hoch ist die Ansteckung, wie schwer der Verlauf? Experten geben Auskunft.Hoffnungsträger: Auch wenn erst wenige Studien zu Omikron vorliegen und die Lage in Deutschland nur bedingt mit der in anderen Ländern vergleichbar ist, mehren sich die Stimmen, die mittelfristig von etwas Entspannung durch Omikron ausgehen. Die Idee dahinter: Durch Omikron könnte – das ist aber bislang nur eine Hypothese – eine endemische Situation näher rücken. Die hohe Übertragbarkeit könnte dazu führen, dass die Bevölkerung als Ganzes vergleichsweise schnell eine höhere Immunität erreicht.

Es dürfte im Frühjahr also viele Schnupfnasen geben, die nichts mit Corona zu tun haben. Und das hat, so Watzl, auch nichts damit zu tun, dass das Immunsystem in den Zeiten der Pandemie und ihrer Schutzmaßnahmen weniger leistungsfähig geworden wäre.

Zwar mag einigen die Erkältung dann vielleicht heftiger vorkommen. Laut Watzl kann das aber daran liegen, dass viele von uns schlichtweg nicht mehr gewohnt sind, erkältet zu sein.

Auch bei Kindern wird es, so prognostiziert der Immunologe, zu nachgeholten Infektionen kommen, etwa mit dem RS-Virus. „Aber auch das hat aber nichts damit zu tun, dass das Immunsystem der Kinder durch die Pandemie geschwächt wurde, sondern es ist einfach die erste Infektion, die jetzt der doppelte Jahrgang durchläuft.“

Auch wenn das Immunsystem nicht mit einem Muskel vergleichbar ist: Man liest und hört dennoch immer wieder von Wegen, das Immunsystem und dessen Abwehrkräfte zu stärken. Ist das sinnvoll? „Prinzipiell wehre ich mich gegen die Einstellung, dass man sein Immunsystem stärken muss“, sagt Watzl. Denn die meisten Menschen werden mit einem gut funktionierenden Immunsystem geboren.

Coronavirus - die Woche: Ist Omikron Corona-Light? Der Corona-Wochenüberblick

  Coronavirus - die Woche: Ist Omikron Corona-Light? Der Corona-Wochenüberblick Wo ist die Omikron-Abwehr? Schulchaos Reloaded. Und aktuelle Entwicklungen aus der Forschung: unser Corona-Wochenüberblick. © Timo Lenzen/ DER SPIEGEL Liebe Leserin, liebe Leser,es ist schon bemerkenswert. Einerseits bestätigt sich, was Wissenschaftler schon vor Wochen prognostiziert haben: Die Omikron-Welle ist vielmehr eine Wand, das zeigen die Infektionszahlen aus den von der neuen Welle besonders betroffenen Ländern wie beispielsweise England oder den USA.

Erst mal müsse man also gar nichts extra tun. Aber: Damit das Immunsystem gut arbeiten kann, müssen bestimmte Anforderungen erfüllt sein. „Es braucht relativ viel Energie, es braucht einige Spurenelemente und Vitamine. Und wenn ich dem Immunsystem nicht das gebe, was es braucht, dann funktioniert es schlechter“, sagt Watzl.

Wer sich einseitig ernährt, zu wenig schläft und bewegt oder viel Stress hat, vermindert die Leistungsfähigkeit seines Immunsystems. „Dann ist das Beste, was man machen kann, diese Schwächung abzustellen - genug zu schlafen, gesund zu essen, Sport zu treiben“, sagt Watzl. Bei den meisten Menschen reicht das aus, um das Immunsystem fit zu halten.

Aber ab einem gewissen Punkt ist es laut Watzl gar nicht möglich, aus seinem Immunsystem noch mehr rauszuholen. Grenzenloses Optimieren geht also nicht.

Ein Beispiel dafür sind Vitamin-D-Tabletten. Tatsächlich können sie Studien zufolge Infektionen verhindern. Sie stärken also das Immunsystem. „Das funktioniert aber nur bei Menschen, die vorher einen Vitamin-D-Mangel hatten. Wenn ich keinen Mangel habe, dann bringt es überhaupt keinen zusätzlichen Benefit“, so Watzl.

Die Wunderpille, die das Immunsystem in seiner Gesamtheit boostert, gibt es also nicht. Allerdings gibt es mit Impfungen einen Weg, das Immunsystem gezielt zu trainieren, sodass es sich gegen spezifische Erreger wehren kann.

Wer nicht gerade von einer Immunschwäche betroffen ist, muss sich in diesen Tagen also nicht allzu viele Gedanken um den Zustand des Immunsystems machen. Eine gute Portion Vorsicht ist aber weiterhin nicht verkehrt.

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Omikron – Für viele sorgt die Virusvariante für einen Hoffnungsschimmer. Virologe Christian Drosten warnt nun davor, dass sich Omikron bald weiterentwickeln könnte.Virologe Christian Drosten jedenfalls ist da skeptischer und warnt in einem Interview: Es sei keinesfalls sicher, dass Omikron in diesem abgemilderten Zustand bleiben wird.

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