Gesundheit Impfmythen im Check: Sind Erbgutschäden eine Nebenwirkung der Corona-Impfung?

15:50  08 april  2022
15:50  08 april  2022 Quelle:   berliner-zeitung.de

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Die Impfquoten stocken seit Monaten: Nur wenige Menschen überlegen derzeit, sich doch noch impfen zu lassen. Zu groß ist die Sorge vor Langzeitfolgen, zu deutlich sind die Vorbehalte gegen die Corona-Impfung. Viele Mythen sind im Umlauf, die einem wirklich Angst machen können. Das Misstrauen bleibt, was zur Folge hat, dass noch immer nur rund 76 Prozent der Deutschen grundimmunisiert sind, keine 60 Prozent haben sich bisher boostern lassen. Aber was stimmt wirklich von all den Geschichten zu den Impfnebenwirkungen?

  Impfmythen im Check: Sind Erbgutschäden eine Nebenwirkung der Corona-Impfung? © Bereitgestellt von Berliner Zeitung

Sowohl das vom Bundesgesundheitsministerium betriebene Portal zusammengegencorona.de als auch beispielsweise der Helios-Konzern haben sich mit dem Thema Impfmythen beschäftigt; weitere Informationen zu den Vakzinen findet man beim Paul-Ehrlich-Institut (PEI), aber auch beim Robert-Koch-Institut (RKI).

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Die Berliner Zeitung macht einen Fakten-Check:

Sind sie, ja. Die Corona-Impfstoffe haben alle – und die gleichen – Zulassungsschritte durchlaufen wie andere bereits zugelassene Impfstoffe, etwa gegen Masern oder Tetanus. Allerdings wurden die einzelnen Stufen bis zur Zulassung nicht nacheinander, sondern parallel absolviert. Das ist zwar kein häufiges, aber ein durchaus zulässiges Prozedere, wenn Eile geboten ist. Kein einziger Schritt wurde ausgelassen, die wissenschaftlichen Standards wurden allesamt eingehalten und überprüft. Jede Arznei wird erst zugelassen, wenn Tests in einer bestimmten Anzahl und mittels fest definierter wissenschaftlicher Kriterien durchgeführt worden sind und in diesem Rahmen keine Bedenklichkeit festgestellt wurde.

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Übrigens: An den mRNA-Impfstoffen wurde schon seit Jahren von verschiedenen Wissenschaftlerteams geforscht. Die Vakzine gelten als sicher, weil sie in vielen Studien getestet worden sind.

Davon ist nicht auszugehen. Unsere Gene sind in Form der DNA gespeichert, die im Zellkern lagert. Vereinfacht ausgedrückt, ist die mRNA ein Bote zwischen den Zellen, der jedoch nicht in den Zellkern eindringt und deshalb mit der DNA gar nicht erst in Kontakt kommt. Die mRNA hat darüber hinaus nicht das Potenzial, die DNA zu verändern, was vor allem an den unterschiedlichen biochemischen Strukturen liegt. Beide – mRNA und DNA – sind von ihrem Aufbau und ihrer Zusammensetzung her nicht kompatibel, vergleichbar mit Öl und Wasser.

Auch eine Veränderung der mRNA zur DNA gilt als ausgeschlossen, weil dem menschlichen Körper die dafür nötigen Enzyme schlicht fehlen. Somit kann der Körper die Boten-RNA des Impfstoffs nicht in eigene DNA umwandeln; ihm fehlen die richtigen Werkzeuge dafür.

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Nein. Das ist ein Mythos, der besagt, dass die Antikörper der Impfstoff-mRNA sich auch gegen die Plazenta richten können. Zwar ist es so, dass die Proteine der Antikörper und der Plazenta eine marginale Ähnlichkeit haben, diese ist jedoch so gering, dass sie keine Rolle spielt. Darüber hinaus: Würde es stimmen, dass die Antikörper des Impfstoffs sich gegen die Plazenta richten, müsste das logischerweise auch auf die durch Corona selbst hervorgerufenen Antikörper zutreffen, in der Folge müssten also infizierte Frauen unfruchtbar werden. Das ist nicht der Fall und wurde mehrfach in internationalen Studien nachgewiesen.

Kurzum: Eine Impfung macht nicht unfruchtbar; und auch Schwangere und Stillende können, ja, sollten sich sogar gegen Corona impfen lassen. Ebenso empfiehlt die Stiko ausdrücklich auch Frauen, die ein Kind planen, sich impfen zu lassen.

Nein, das stimmt nicht, wie die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie schreibt: „Abgesehen von bekannten Allergien gegen Impfstoffkomponenten gibt es keine Kontraindikationen für die COVID-19-Impfung. Das gilt auch für Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und für Patienten unter immunsuppressiver/immunmodulierender Therapie. (…) Basierend auf den Daten der in Deutschland verfügbaren SARS-CoV-2-Impfstoffe gibt es derzeit keine krankheitsbedingte Präferenz für einen SARS-CoV-2-Impfstoff gegenüber einem anderen. Daher sollten Patienten mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen jeden verfügbaren Impfstoff erhalten.“

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Studien belegen auch für Menschen mit Rheuma eine gute Verträglichkeit der Corona-Vakzine sowie eine ausreichende Antikörperbildung, mithin einen guten Schutz.

Das Argument scheint logisch: Warum sollte man sich impfen lassen, wenn man sowieso Corona kriegt? Dann kann man sich die Impfung ja sparen, so die Meinung. Die einfache Antwort lautet: Weil man mit Impfschutz höchstwahrscheinlich einen milden Verlauf hat, nicht ins Krankenhaus muss, keine Beatmung braucht und nicht in Lebensgefahr schweben wird.

Viele Wissenschaftler haben für diesen Impfmythos verschiedene Vergleiche ersonnen. Einer der bekanntesten kommt aus dem Fußball: In nahezu 100 Prozent aller kassierten Tore stand ein Torwart im Tor. Würde man deshalb sagen, ein Torwart wäre überflüssig? Wohl kaum, denn dann gäbe es ja unzählige Tore mehr. Die Corona-Impfung ist sozusagen unser Torwart. Sie schützt uns nicht vor jeder Infektion, aber vor den meisten.

Grundsätzlich gilt: Impfnebenwirkungen treten in der Regel sehr zeitnah auf, meistens binnen maximal 48 Stunden nach der Impfung. Das gilt nicht nur für die Corona-Impfstoffe, sondern auch für alle anderen. Alles, was später als acht Wochen nach der Impfung auftritt, kann auch andere Ursachen haben, die medizinisch abgeklärt werden müssen. So kann plötzliches Erbrechen auch von einem Magen-Darm-Infekt kommen oder Migräne durch zu viel Stress ausgelöst werden.

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Alle Impfnebenwirkungen sind meldepflichtig und werden beim Paul-Ehrlich-Institut gesammelt und von unabhängigen Experten ausgewertet; die Zusammenhänge werden geprüft. Auch die europäische Arzneimittelbehörde (EMA) beobachtet fortlaufend. Zu den häufigsten Impfnebenwirkungen gehören Schmerzen an der Einstichstelle, Fieber, Unwohlsein – egal gegen was man sich impfen lässt, ob Röteln, Keuchhusten oder Corona.

Immer wieder wird von sehr heftigen Begleiterscheinungen der Corona-Impfung berichtet. Lähmungserscheinungen traten in den Zulassungsstudien von Biontech tatsächlich auf – allerdings gleichermaßen in der Gruppe, die den Wirkstoff tatsächlich erhalten hatte, wie auch bei jenen Personen, die ein wirkungsloses Placebo gespritzt bekommen hatten. Das heißt, dass der Impfstoff für die Lähmung nicht ursächlich gewesen sein dürfte.

Es gilt auch als ausgeschlossen, dass die Corona-Impfung Krebs verursacht. Schon bei ihrer Zulassung waren die Impfstoffe an einer so großen Zahl von Menschen getestet worden, dass es Anhaltspunkte dafür hätte geben müssen. Und jetzt, mehr als 15 Monate nach der Zulassung in Deutschland und mit mehr als 172 Millionen verabreichten Dosen hierzulande, wäre es aufgefallen, wenn es einen Zusammenhang zwischen der Impfung und einer Krebserkrankung gäbe. Darüber hinaus werden die Impfstoffe weiterhin durch Studien begleitet und weiter erforscht.

Generell sind Langzeitfolgen nicht sehr wahrscheinlich, weil die in den Impfstoffen enthaltene mRNA verstoffwechselt und ausgeschieden wird. Es ist nicht so, dass sie in den Körper eingebaut wird. Vielmehr erzeugt sie einen kurzfristigen Reiz, der das Immunsystem anregt, sich das richtige Werkzeug zu basteln für den Fall, dass die echten Erreger kommen. Eine Impfung setzt also den Impuls, damit der Körper seine Abwehr aufbaut und für den Ernstfall gerüstet ist. Im Körper ist dann also lediglich das nötige Werkzeug, die Antikörper, vorhanden. Unabhängig davon weiß die Forschung von anderen Impfstoffen sehr genau, wann und wie Langzeitfolgen zu erwarten sind. Und wie bereits oben beschrieben: An den mRNA-Wirkstoffen wird schon sehr lange geforscht, sodass auch hier valide Aussagen zu Langzeitfolgen vorliegen.

Dass Menschen nach einer Impfung sterben, kommt tatsächlich vor. Klären muss man dann, ob tatsächlich die Impfung ursächlich für den Tod war. Bislang gilt es als höchst unwahrscheinlich, an einer Corona-Impfung zu versterben, vor allem, wenn man sonst gesund ist. Gerade am Anfang sind vor allem sehr vulnerable Patienten vorrangig geimpft worden, deren Sterbewahrscheinlichkeit hoch war, von diesen sind auch Menschen im zeitlichen Zusammenhang zur Impfung gestorben. Ein medizinscher Zusammenhang konnte allerdings in keinem Fall gezeigt werden.

Fachliche Beratung: Privatdozentin Dr. Irit Nachtigall, Helios Klinikum Berlin-Buch, Regionalleiterin Infektiologie Region Ost

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