Gesundheit Berliner Forscher entdecken ideale Therapiemethode für schwere Corona-Fälle

14:50  14 april  2022
14:50  14 april  2022 Quelle:   berliner-zeitung.de

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Die Medikamente, die in den Kliniken bei Covid-19 eingesetzt werden, sollen den Krankheitsverlauf abmildern oder das Risiko eines tödlichen Verlaufs verringern. Bis zum siebten Tag nach dem Beginn der Symptome werden sogenannte monoklonale Antikörper eingesetzt. Diese fangen das Virus ab, heften sich an die Oberfläche des Spike-Proteins und verhindern so, dass es in die menschlichen Zellen eintritt. Patienten wiederum, die eine Atemunterstützung mit Sauerstoff brauchen, erhalten in der Regel das Medikament Dexamethason. Dieses bereits in den 1960er-Jahren auf den Markt gekommene Medikament dämpft bei Covid-19 die Entzündungsreaktion des Körpers zuverlässig, wie die Forscher mitteilen.

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  Berliner Forscher entdecken ideale Therapiemethode für schwere Corona-Fälle © Bereitgestellt von Berliner Zeitung

Bei schweren Fällen von Corona ist das Problem oft nicht das Virus selbst, sondern die überschießende Reaktion des Immunsystems bis hin zum sogenannten Zytokinsturm. Hier rufen die Immunzellen, die die Eindringlinge bekämpfen, zu viele Abwehrkämpfer herbei, die am Ende die Lunge regelrecht verstopfen. „Verschlossene Blutgefäße und instabile Gefäßwände können dann zu einem akuten Lungenversagen führen“, erklärt Emanuel Wyler, Erstautor der Studie. Er ist Wissenschaftler am Berlin Institute of Medical System Biology (BIMSB) des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC). Mit an der Studie beteiligt waren auch Wissenschaftler der Charité und der Freien Universität (FU) Berlin. Ihre Ergebnisse beschreiben sie im Fachjournal Molecular Therapy.

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Dexamethason sollte „nur sehr gezielt eingesetzt werden“, so die Berliner Forscher. Denn das Mittel habe verschiedene Nebenwirkungen. Dazu gehörten Pilzinfektionen. Bei der Suche nach neuen Wegen haben die Forscher nun in Experimenten Hinweise dafür gefunden, „dass eine Kombination aus Antikörper- und Dexamethason-Therapie besser wirkt als die einzelnen Therapien für sich genommen“, wie Emanuel Wyler mitteilt.

„Bei Covid-19 wird die Lunge stark geschädigt“, erklärt der Forscher bei Twitter. „Die Histopathologie, die Untersuchung von Lungenproben mit dem Mikroskop, ist zentral beim Verstehen dieser Krankheit.“ Doch nicht alle Lungenareale könnten anhand von Patientenproben untersucht werden. Also suchten die Forschungsteams im vergangenen Jahr nach einem geeigneten Modell. Dieses ist – wie bei vielen Forschungen in der Medizin – ein Tiermodell. Besonders gut eigneten sich Hamster, weil sie sich mit denselben Corona-Virusvarianten wie Menschen infizierten und ähnliche Krankheitssymptome entwickelten, heißt es in der Mitteilung zur Studie. Dabei erkrankten Goldhamster nur moderat, während Roborovski-Zwerghamster einen schweren Verlauf zeigten, der dem von Covid-19-Patienten auf Intensivstationen ähnele.

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Die sogenannten Hamstermodelle wurden von Tiermedizinern um Jakob Trimpert vom Institut für Virologie der FU Berlin entwickelt. Die Forscher testeten, wie die Medikamente bei den mit Corona infizierten Hamstern wirkten – und zwar einzeln und in Kombination. Veterinärpathologen untersuchten das infizierte Lungengewebe unter dem Mikroskop. Ebenso wurde getestet, wie sich die Menge an Viren im Laufe der Therapie ändert. Solche „detaillierten Analysen verschiedener Parameter einer Covid-19-Erkrankung“ seien nur im  Tiermodell möglich, erklärt Jakob Trimpert.

Die MDC-Forscher um Emanuel Wyler wiederum untersuchten die Lungengewebe mit der Methode der Einzelzellanalyse, um den Einfluss der Medikamente ganz genau erkennen zu können. Dabei wird das Erbgut einzelner Zellen mit modernster Technik sequenziert. Die Forscher beobachteten, dass die monoklonalen Antikörper „die Virusmenge effizient reduzieren konnten“, wie Wyler erklärt. Was allerdings nicht viel half, weil die starke Entzündungsreaktion bei schweren Verläufen das Lungengewebe schädigt.

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Hier habe das altbekannte Dexamethason für eine Überraschung gesorgt, so die Mitteilung. Es wirke sehr stark auf eine bestimmte Art von Immunzellen – und zwar die Neutrophilen, die zu den weißen Blutkörperchen gehören. „So verhindert das Medikament sehr effektiv eine Eskalation der Immunabwehr“, sagt Geraldine Nouailles, Autorin der Studie und wissenschaftliche Arbeitsgruppenleiterin an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Infektiologie und Pneumologie der Charité.

Die besten Behandlungsergebnisse erreichten die Forschenden, als sie die antivirale mit der antientzündlichen Therapie kombinierten. „Eine solche Kombinationstherapie sehen die medizinischen Leitlinien bislang nicht vor“, sagt Geraldine Nouailles. Hinzu komme, dass eine Antikörpertherapie bisher nur bis zum siebten Tag nach Symptombeginn bei Hochrisikopatienten verabreicht werden dürfe. Dexamethason dagegen werde in der Praxis erst verabreicht, wenn die Patienten sauerstoffpflichtig würden, also die Erkrankung bereits weit fortgeschritten sei. „In der Kombination hingegen eröffnen sich ganz neue Zeitfenster der Behandlung.“ Nun müsse in klinischen Studien überprüft werden, ob der Ansatz für die Behandlung von Patienten infrage komme.

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