Gesundheit "Gehirn-Studie": Ein einziges Molekül entscheidet, ob wir Erinnerungen als positiv oder negativ speichern

08:50  19 september  2022
08:50  19 september  2022 Quelle:   gq-magazin.de

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 Sie könnten bald die Vorteile von Bewegung aus einer Pille bekommen - hier ist alles, was wir bisher wissen. Sie wären nicht menschlich, wenn es nicht die ungerade Gelegenheit gäbe, bei der -Übung sich wie eine Belastung anfühlen kann. Was wäre, wenn wir Ihnen sagen würden, dass Sie eines Tages die Vorteile der Bewegung in Form einer Pille bekommen könnten? Forscher am Baylor's College of Medicine und die Stanfords School of Medicine haben gerade den ersten großen Schritt dazu gemacht, diese Realität zu werden.

In einer "Gehirn-Studie" haben Forscher des kalifornischen "Salk Institute for Biological Studies" haben ein Molekül ausfindig gemacht, das für die Verknüpfung von guten oder schlechten Gefühlen mit einer Erinnerung verantwortlich ist. Ihre Entdeckung, die im Wissenschaftsmagazin "Nature" veröffentlicht wurde, ebnet den Weg für ein besseres Verständnis der Frage, warum manche Menschen negative Gefühle und Ängste nicht ablegen können, wie es bei Depressionen oder posttraumatischen Belastungsstörungen der Fall ist. (Lesen Sie auch: Darum sind "Burn-out"-Rückfälle so häufig – und das hilft dann wirklich)

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"Gehirn-Studie": Emotionale Valenz kann durch psychische Erkrankungen gestört sein

"Die Fähigkeit, wichtige Erfahrungen emotional als positiv oder negativ zu bewerten und sich an diese Assoziationen zu erinnern, ist eine der großen Errungenschaften und Wunder der Evolution", so Hao Li, ehemaliger Postdoktorand am kalifornischen "Salk Institute for Biological Studies" in der "Gehirn-Studie". Doch wenn diese Fähigkeit durch psychische Störungen wie Depressionen, Angstzustände und posttraumatischen Stress beeinträchtigt ist, kann es dazu führen, dass sich die betroffenen Menschen in ungesundem Maße auf Erinnerungen an negative Erfahrungen verlassen und sich krankhaft daran klammern.

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Die Studie mit dem Titel "Neurotensin orchestrates valence assignment in the amygdala" enthüllt nun, wie die Einstufung von positiven und negativen Erinnerungen (emotionale Valenz) mit dem Gedächtnis zusammenhängt. Das verbessert in großem Maße die Effizienz von Therapien zur Behandlung psychiatrischer Erkrankungen, bei denen die emotionale Valenz gestört ist, vor allem im Bereich der Medikation. (Auch interessant: 10 Selbsthilfebücher, die Ihnen helfen können, die beste Version Ihrer selbst zu werden)

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Neurotensin entscheidet, ob etwas als gut oder schlecht abgespeichert wird

Wie Hao Li und seine Kollegin, die Professorin für Neurowissenschaften, Kay Tye in ihrer Studie beschrieben, ist der Neurotransmitter Neurotensin, der unter anderem im Zentralnervensystem wirkt, maßgeblich dafür verantwortlich, die Entscheidung zu treffen, ob ein Geruch, ein Geschmack oder ein Geräusch als gut oder schlecht eingestuft und dann auch so gesichert wird. "Mit dem Wissen, wo und wie genau die Erinnerungen im Gehirn abgespeichert werden, wird es Therapeuten in Zukunft viel besser möglich sein, eine zielgerichtete Medikation bei psychischen Störungen einzusetzen", so Tye in "Psychology Today".

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Doch zum jetzigen Zeitpunkt fehlen noch zu viele Informationen zu den jeweiligen Valenzzuweisungen bei Angst, Sucht oder Depression, um die Erkenntnisse bereits an Patienten zu testen, erklärte Hao Li weiter. Denn abgesehen von Neurotensin gibt es noch viele andere Neuropeptide im Gehirn, die potenzielle Angriffspunkte für medikamentöse Interventionen sein könnten. Trotzdem helfen die Erkenntnisse dabei, das Verständnis von Erinnerungsfunktionen im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen zu erweitern.

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