Gesundheit Alzheimer: Neues Medikament bremst geistigen Abbau

00:30  01 dezember  2022
00:30  01 dezember  2022 Quelle:   saechsische.de

Erdbeeren gegen Alzheimer: Wie die leckeren Früchte das Gehirn fit halten

  Erdbeeren gegen Alzheimer: Wie die leckeren Früchte das Gehirn fit halten Erdbeeren sind nicht nur lecker und gesund, sondern können scheinbar auch vor Alzheimer schützen. Der Ursache dafür sind Wissenschaftler:innen nun auf der Spur.Die im Journal of Alzheimer's Disease veröffentlichte Studie fand heraus, dass Erwachsene über 65 Jahre weniger Tau-Proteine in ihrem Gehirn hatten, wenn sie regelmäßig Erdbeeren aßen. Höhere Konzentrationen von Tau-Proteinen werden mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung gebracht.

Alzheimer zeichnet sich durch einen langsamen Abbau der geistigen Fähigkeiten aus. Heilbar ist die Demenz-Erkrankung nicht. Kann ein Antikörper zumindest den Verlauf bremsen?

Ein neuartiges Antikörper-Medikament verlangsamt einer Studie zufolge das Fortschreiten von Alzheimer. © dpa-Zentralbild © dpa-Zentralbild Ein neuartiges Antikörper-Medikament verlangsamt einer Studie zufolge das Fortschreiten von Alzheimer. © dpa-Zentralbild

New Haven. Ein neuartiges Antikörper-Medikament verlangsamt einer Studie zufolge das Fortschreiten von Alzheimer. Das berichtet ein internationales Wissenschaftler-Team nach der Untersuchung von knapp 1.800 Patienten im frühen Stadium der Demenz-Erkrankung im "New England Journal of Medicine". Der Antikörper Lecanemab könne Alzheimer nicht heilen oder aufhalten, aber den geistigen Abbau relevant verlangsamen, urteilt der deutsche Alzheimer-Forscher Frank Jessen vom Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), der nicht an der Studie beteiligt war. Er spricht von einem "historischen Meilenstein in der Alzheimer-Forschung".

Studie: Alzheimer-Medikament verlangsamt geistigen Abbau

  Studie: Alzheimer-Medikament verlangsamt geistigen Abbau Alzheimer geht mit einem fortschreitenden Abbau der geistigen Fähigkeiten einher. Heilbar ist die Krankheit nicht. Eine Studie macht nun Hoffnung, dass sich künftig zumindest das Tempo des Verfalls reduzieren lassen könnte.«Wenn sich das bestätigt, wäre das eine gute Nachricht», sagt Linda Thienpont, Leiterin der Abteilung Wissenschaft bei der Alzheimer Forschung Initiative, der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Es wäre das erste Mal, dass ein Wirkstoff, der in die Mechanismen der Alzheimer-Krankheit eingreift, tatsächlich einen positiven Effekt auf die Kognition der Betroffenen habe.

Die Sicherheit der Behandlung müsse in längeren Studien weiter untersucht werden, schreiben die Forscher. Sie berichten von Nebenwirkungen wie Hirnschwellungen und Mikroblutungen im Gehirn. Todesfälle seien als Folge der Behandlung nicht aufgetreten. Vor wenigen Tagen erschien allerdings im Fachmagazin "Science" ein Beitrag über einen Todesfall im Zusammenhang mit der Therapie, insgesamt sei es der zweite. Dies müsse man sehr genau beobachten, sagte Jessen. Er könne sich vorstellen, dass es bei einer Zulassung Beschränkungen für bestimmte Patientengruppen gebe, etwa für Menschen mit erhöhter Blutungsneigung.

In den USA wird Lecanemab bereits in einem beschleunigten Zulassungsverfahren geprüft. Auch in Japan und Europa ist ein Antrag auf Marktzulassung bis Ende März 2023 geplant.

neues Alzheimer-Medikament scheint tatsächlich zu funktionieren, bis zu einem gewissen Grad

 neues Alzheimer-Medikament scheint tatsächlich zu funktionieren, bis zu einem gewissen Grad © bereitgestellt von Futurism Pharmazeutische Entwickler Biogen und Eisai wollen ein neues Alzheimer-Arzneimittel Lecanemab für die Zulassung von FDA schnell verfolgen. ließ im vergangenen Jahr das Pharmaunternehmen Biogen ein Medikament namens Aduhelm frei.

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1,8 Millionen Deutsche haben Demenz

Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz, nach Angaben der Deutschen Alzheimer Gesellschaft leben in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit Demenz, die meisten von ihnen haben Alzheimer. Es kommt dabei zu einem Absterben von Nervenzellen im Gehirn, was zu Vergesslichkeit, Verwirrtheit, Sprachstörungen oder Orientierungslosigkeit führt. Die Krankheit schreitet langsam fort, so dass der Alltag für die Betroffenen zunehmend schwerer zu bewältigen wird. Charakteristisch für die Erkrankung sind Ablagerungen von Eiweißen im Gehirn Jahre bevor erste Symptome auftreten.

Lecanemab wird von dem US-Unternehmen Biogen zusammen mit dem japanischen Pharmaunternehmen Eisai entwickelt. Der Antikörper Lecanemab fängt im Gehirn der Patienten das Eiweiß Amyloid-beta (Abeta) ein, das sich dort in Form sogenannter Plaques ablagert. Diese Plaques sind ein maßgebliches Kennzeichen von Alzheimer und gelten als Mitursache der Erkrankung. In die Studie wurden 1.795 Menschen im Frühstadium von Alzheimer eingeschlossen - eine Hälfte bekam in zweiwöchentlichem Abstand den Antikörper, die andere ein unwirksames Scheinmedikament. Die Studie wurde an 235 Zentren in Nordamerika, Europa und Asien durchgeführt.

Neues Alzheimer-Medikament überzeugt trotz Nebenwirkungen

  Neues Alzheimer-Medikament überzeugt trotz Nebenwirkungen Neues Alzheimer-Medikament überzeugt trotz Nebenwirkungen © T - Online Ein neues Alzheimer-Medikament verlangsamt den kognitiven Verfall im Frühstadium der Krankheit. Doch seine Nebenwirkungen sorgen für viele Diskussionen. Im September hatten der US-Biotechkonzerns Biogen und sein japanischer Partner Eisai Hoffnungen zu einem neuen Alzheimer-Medikament geweckt. Nun haben die Unternehmen die vollständigen Daten der mit Spannung erwarteten Studie veröffentlicht.

Die Forschenden prüften in regelmäßigen Abständen den Verlauf der Erkrankung und testeten etwa die Gedächtnisleistung, das Orientierungsvermögen und die Problemlösekompetenz der Patienten. Bei den Patienten, die den Antikörper bekommen hatten, verlangsamte sich der Abbau der geistigen Fähigkeiten um durchschnittlich 27 Prozent: Sie schnitten also bei den Tests nach 18 Monaten besser ab als die Probanden der Kontrollgruppe. Allerdings war auch bei den mit Lecanemab behandelten Menschen die Krankheit vorangeschritten.

"Die Ergebnisse stimmen vorsichtig optimistisch"

"Diese Effektstärke liegt im Rahmen dessen, was man in der Alzheimer-Forschung zuvor für ein ausreichend wirksames Medikament festgelegt hatte", sagt Jessen. Mit dieser Studie sei erstmals überzeugend gezeigt worden, dass sich mit einer Behandlung, die an einer der Ursachen der Erkrankung ansetzt, eine Verzögerung des klinischen Fortschreitens erreichen lasse.

"Die Ergebnisse stimmen vorsichtig optimistisch", sagt auch Linda Thienpont, Leiterin Wissenschaft bei der Alzheimer Forschung Initiative. "Lecanemab greift in die Mechanismen der Alzheimer-Krankheit ein und reduziert nicht nur die schädlichen Amyloid-Ablagerungen, sondern verzögert auch den Krankheitsverlauf. Das ist das ausschlaggebende Kriterium für die Patientinnen und Patienten - und das hat bisher noch kein Wirkstoff geschafft." Die Verbesserung der Kognition sei allerdings nur sehr moderat. Es sei fraglich, wie stark dieser Effekt für Betroffene spürbar sei und tatsächlich im Alltag einen Unterschied mache. Menschen mit fortgeschrittenem Krankheitsverlauf würden zudem von der Antikörper-Behandlung nicht profitieren.

'bedeutsam und historisch': Neues Alzheimer -Arzneimittel verlangsamt den Gedächtnisverlust

 'bedeutsam und historisch': Neues Alzheimer -Arzneimittel verlangsamt den Gedächtnisverlust © Associated Press Ärzte haben eine "neue Ära der Medizin" gefeiert, nachdem eine Studie zum ersten Mal gezeigt hat, dass ein Medikament die schwächenden Symptome von Alzheimer verlangsamen kann. Ergebnisse aus der klinischen Studie zeigten auch, dass das Medikament Lecanemab Klumpen eines Proteins namens Amyloid löste - als eine wichtige Ursache für die häufigste Form von -Demenz aus dem Gehirn der Patienten ist.

Thienpont betont - auch mit Blick auf die beiden berichteten Todesfälle -, dass genau abgewogen werden müsse, ob Nutzen und Risiken in einem vertretbaren Verhältnis stehen. "Im Falle einer Zulassung des Medikaments wird eine engmaschige ärztliche Kontrolle bei der Behandlung nötig sein. Es muss außerdem genauer eingegrenzt werden, welche Patientinnen und Patienten für eine Behandlung in Frage kommen."

Es sei zudem wichtig, auch andere Forschungsansätze zu verfolgen, die sich mit weiteren Merkmalen der Erkrankung beschäftigen, etwa Ablagerungen des Tau-Proteins oder entzündliche Prozesse, so Thienpont. "Denn wir werden die Alzheimer-Krankheit vermutlich nicht mit einem Wirkstoff heilen können, sondern es werden Kombinationstherapien gebraucht, die individuell an unterschiedlichen Krankheitsmechanismen ansetzen." (dpa)

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Je früher Alzheimer diagnostiziert wird, desto besser können Therapien helfen. Nun haben Forschende einen Bluttest gegen Alzheimer entwickelt. Seattle – Alzheimer ist eine tückische und bisher unheilbare Krankheit. Sie bahnt sich lange im Voraus an – eine Studie hat gezeigt, dass man erste Alzheimer-Anzeichen bis zu neun Jahre vor der Diagnose erkennen kann. Das ist möglich, weil Alzheimer im Gehirn bereits Jahre oder gar Jahrzehnte vor den ersten typischen Symptomen beginnt, sich zu entwickeln.Das Protein Amyloid-Beta wird falsch gefaltet und verklumpt sich im Gehirn.

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