Gesundheit Bettenknappheit in Kliniken: Kinderschutzbund fordert rasches Notprogramm

23:20  03 dezember  2022
23:20  03 dezember  2022 Quelle:   msn.com

Nur Kliniken mit Erfahrung sollen noch operieren

  Nur Kliniken mit Erfahrung sollen noch operieren Krankenhäuser mit wenig OP-Routine können Eingriffe abgeben – im Sinne der Patientensicherheit, zeigt ein Barmer-Report. Auch Sachsen wäre betroffen.So haben mehrere Studien belegt, dass die Operationsqualität in Kliniken mit hohen Fallzahlen besser ist, weil Ärzte und Pflegepersonal mehr Routine und Erfahrung besitzen. Deshalb sollen Krankenhäuser, in denen bestimmte Operationen nur gelegentlich stattfinden, diese Eingriffe Kliniken mit höherer Expertise überlassen, fordert die Barmer in ihre m aktuellen Krankenhausreport, der am Donnerstag in Berlin vorgestellt wurde.

Verbandspräsident Hilgers spricht von einem „Gefühl völliger Ohnmacht“ und einer jahrzehntelangen Vernachlässigung. Schuld sei vor allem der Fachkräftemangel.

Ein Baby liegt auf einer Kinderstation im Krankenbett. © Foto: dpa/Marijan Murat Ein Baby liegt auf einer Kinderstation im Krankenbett.

Als Reaktion auf die akute Bettenknappheit in Kinderkliniken hat der Deutsche Kinderschutzbund ein „rasches finanzielles Notprogramm“ gefordert. Der Mangel in der Kindermedizin sei „sehr dramatisch“, sagte Verbandspräsident Heinz Hilgers dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Er sei „wirklich entsetzt, dass man es so weit hat kommen lassen“. Hilgers sprach von einem „Gefühl völliger Ohnmacht“ und einer „großen Krise“.

Corona-Pandemie: "Vor allem hoffe ich, dass Szenario drei nicht eintritt"

  Corona-Pandemie: Schon wieder ein Corona-Herbst. Ist die Pandemie nicht bald mal vorbei? Welche neuen Varianten drohen jetzt? Das sagen sieben Experten zu den drängendsten Corona-Fragen. © Jaromir Chalabala/​EyeEm/​Getty Images Wie geht es mit Corona weiter? Herbst und Winter könnten noch einmal schwierig werden. Aber es gibt auch Grund zur Hoffnung. Erstmals seit Juli steigen die Corona-Infektionszahlen in Deutschland wieder. Und neue Virusvarianten könnten bald das Geschehen dominieren.

Er führte die aktuelle Notlage auf eine „jahrzehntelange Vernachlässigung“ durch die Politik zurück. Aufgrund des akuten Fachkräftemangels könne diese Krise „kurzfristig nicht bewältigt werden“. Der Kinderschützer fordert deshalb ein „rasches finanzielles Notprogramm“ mit besseren Abrechnungsbedingungen für die Krankenhäuser.

„Die Kinderkliniken müssen sowohl auf den regulären Stationen als auch auf den Intensivstationen Betten vorhalten können, damit diese in solchen Notsituationen zur Verfügung stehen“, sagte Hilgers. „Nur dann ist das Problem auf Dauer lösbar.“

Hilgers kritisierte, dass der Verband seit Jahren vor einer solchen Überlastungssituation in den Kinderkliniken und Arztpraxen eindringlich gewarnt und Verbesserungen angemahnt habe – ohne Erfolg.

Viele Kinderstationen können derzeit keine oder kaum mehr Patienten aufnehmen. Die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (Divi) legte dazu am Donnerstag Zahlen vor: Auf den Kinderintensivstationen gebe es insgesamt nur noch 83 freie Betten – das seien 0,75 pro Klinik. Jede zweite Klinik habe berichtet, dass sie in den vergangenen 24 Stunden mindestens ein Kind nach Anfrage durch Rettungsdienst oder Notaufnahme nicht für die Kinderintensivmedizin habe annehmen können. (AFP)

Keine freien Betten in vielen Regionen - Intensivmediziner: So hohen Krankenstand noch nicht erlebt .
Grippe, RS-Virus, Corona und anderes: Viele Menschen sind derzeit krank. Das Gesundheitssystem ist vielerorts überlastet. Intensivmediziner hoffen nun auf die Weihnachtsfeiertage. © Kay Nietfeld/dpa Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN). Kay Nietfeld/dpa Aktuell kämpfen viele Menschen in Deutschland mit akuten Atemwegsinfektionen. Das RKI sprach zuletzt von einem historischen Höchststand. Dabei wird die Krankheitswelle vor allem von RS- und Influenzaviren angeführt.

usr: 1
Das ist interessant!