Reisen Mehr Menschen 2021 in den bayerischen Alpen verunglückt

16:31  05 januar  2022
16:31  05 januar  2022 Quelle:   msn.com

Diese Skigebiete überwinden viele Höhenmeter

  Diese Skigebiete überwinden viele Höhenmeter Strahlende Sonne, griffiger Schnee, Panorama-Aussicht: Eine Abfahrt vom Gletscher bis ins Tal ist ein Traum. In diesen Skigebieten in den Alpen finden Wintersportler eine besonders große Höhendifferenz.Der Deutsche Skiverband (DSV) hat in seinem Magazin «Ski & Berge» (Ausgabe 1-21/22) die Gebiete mit der größten Höhendifferenz im deutschsprachigen Raum zusammengetragen.

Volle Parkplätze, Stop-and-go auf den Straßen, Müll und andere Hinterlassenschaften in Wiesen und Wäldern - der Ansturm auf die bayerischen Alpen hat in der Pandemie neue Rekorde erreicht. Das bekommen auch die Rettungskräfte zu spüren.

Die Zahl der Berg-Unfälle in den bayerischen Alpen stieg 2021 auf einen Höchststand. © Matthias Balk/dpa Die Zahl der Berg-Unfälle in den bayerischen Alpen stieg 2021 auf einen Höchststand.

Die Zahl der Unfälle stieg 2021 nach Daten der Bergwacht Bayern auf einen Höchststand. Im Sommer mussten die Bergretter 3650 Mal ausrücken, rund 250 mehr als im Vorjahr und 800 mehr als noch 2017 (knapp 2840 Einsätze).

Sehr hoher Nutzungsdruck auch im Sommer 2021

«Die Vielzahl der Menschen im Gebirge ist wohl der wesentliche Grund für die Steigerung der Einsätze», sagt Bergwachtsprecher Roland Ampenberger. «Der Zuspruch zur Aktivität im Freien auf dem Hintergrund der Infektionsgefahr, die eingeschränkten Möglichkeiten für andere Sportarten und die Reiseerschwernisse führten auch in diesem Sommer zu einem sehr hohen Nutzungsdruck.»

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Auch Thomas Bucher vom Deutschen Alpenverein (DAV) spricht von einem «sehr großen Druck auf die bayerischen Alpen». «Die Leute fahren nicht weit weg, sie bleiben lieber daheim.» Teils waren Grenzen geschlossen, teils gab es Reisebeschränkungen oder komplizierte Regelungen. So kumulierten sich offenbar nicht nur Ausflügler und Wohnmobile in Oberbayern, sondern auch Unfälle.

Obwohl Bergsport im Trend liegt und deshalb die Unfälle seit Jahren stetig zunehmen, zeigte der Blick nach Österreich und Tirol im Sommer leicht gesunkene Zahlen. Von Anfang Mai bis Anfang Oktober seien in Österreichs Bergen gut 3860 Menschen in Unfälle verwickelt gewesen, 200 weniger als im Vorjahr, schreibt das österreichische Kuratorium für alpine Sicherheit. Das könne unterschiedliche Gründe haben, hieß es allerdings; etwa auch das Wetter.

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Zahl der Bergtoten in Oberbayern gestiegen

Doch die Zahl der Bergtoten ist markant: Während sie in Österreich und Tirol im Gesamtjahr 2021 sank, stieg sie in Oberbayern rapide. Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd zählte von Berchtesgaden bis zur Zugspitze 50 Todesfälle - im Vorjahr waren es 34.

Der Berchtesgadener Polizeibergführer Jörg Fegg kennt den Ansturm auf seine Heimat seit Jahren - doch 2021 hat selbst ihn überrascht. «Mit der Aufhebung des Lockdown hat es mit den Skitouren angefangen. Wir sind überrannt worden in dem kleinen Talkessel, weil man nicht nach Österreich durfte. Das hat sich im Sommer fortgesetzt.» Es gab Megastaus. «In den Restaurants alles voll, die Parkplätze voll», oft mit Campern. Bis zu 200 hätten teils am Königsseeparkplatz gestanden.

Allein in den Berchtesgadener Bergen gab es 18 tödliche Unfälle, sonst seien es 10 oder 12, sagt der Polizeibergführer. «18 Tote nur bei uns - für uns war es ein Wahnsinn.» Vier Menschen starben am Watzmann (2713 Meter).

Bayern: Kliniken senden dramatischen Corona-Hilferuf

  Bayern: Kliniken senden dramatischen Corona-Hilferuf Bayerische Krankenhausgesellschaft: Überlastung der Intensivstationen steht unmittelbar bevor. Die Lage sei „so dramatisch wie noch nie in der Pandemie“.„Die Infektionszahlen müssen runter, um die planbaren Behandlungen, die wir jetzt verschieben, durchführen zu können“, forderte der Krankenhaus-Vertreter. „Wir brauchen deutliche Kontaktvermeidung“, forderte Engehausen. „Ob man das Lockdown oder anders nennt, ist für uns Kliniken zweitrangig.

Unvernunft und mangelnde Erfahrung

«Groß und mächtig, schicksalsträchtig», besang Wolfgang Ambros den berühmten Berg. Doch mehr als das Schicksal dürfte - neben der hohen Zahl von teils mehreren hundert Bergsteigern am Tag - mangelnde Erfahrung Unfälle mitbegründen. «Die alpine Basisausbildung fehlt oft», sagt Fegg.

Einen tödlichen Absturz gab es am Watzmann, weil sich Kletterer gleich zu Beginn verstiegen hatten. Sie hatten sich aufs GPS verlassen. Das macht in der Vertikale aber wenig Sinn. Oft regiere Unvernunft, sagt Fegg. «Wir sehen oft haarsträubende Dinge.» Etwa Eltern mit dem Nachwuchs in der Kraxe auf schwierigen Klettersteigen.

Die meisten Unfälle geschehen beim Wandern, gefolgt vom Moutainbiken. Das E-Bike hat auch weniger trainierten Sportlern zuvor unerreichbare Regionen erschlossen. Nach Stürzen und Stolpern zählen Herz-Kreislauf-Probleme zu den häufigsten Ursachen für Todesfälle.

Polizeibergführer kommen bei tödlichen Unfällen zum Einsatz oder wenn Fahrlässigkeit im Spiel gewesen sein könnte. Bei gutem Bergwetter häufen sich die Einsätze. Im September suchten die Beamten nach einer Berlinerin, die zu einer Hüttentour im Steinernen Meer aufbrach und nie auf einer Hütte ankam, als der nächste Notruf einging: In steilem Gelände am Watzmann hatte ein Bergsteiger einen Toten entdeckt.

So führen Sie Kinder ans Skifahren heran

  So führen Sie Kinder ans Skifahren heran Manche Naturtalente scheinen gerade erst zu laufen und stehen schon auf den Brettern. Mit dem Skifahren können Kinder ziemlich früh beginnen. Diese Tipps sind dabei wichtig.«Je früher, desto besser», sagt Thomas Braun vom Deutschen Skiverband (DSV). Der Grund sei die höhere Lernfähigkeit. Viele Kinder stehen schon mit drei oder vier Jahren das erste Mal auf Skiern. Motorisch und physisch sind sie dann so weit. Das allein reicht aber nicht.

Wie sich Tage später herausstellte, handelte es sich um einen jungen Argentinier auf Rucksack-Tour durch Europa. «Ich vermute, dass er bei nicht idealem Wetter oben war und in die falsche Richtung abgestiegen ist», sagt Fegg. Wahrscheinlich habe er sich im Nebel gedreht «und dann nicht mehr gewusst, wo er herkam».

Manche Fälle beschäftigen die Polizeibergführer über Jahre. Am Grünstein im Watzmannstock wurde 2019 ein Toter entdeckt, dessen Identität bis heute ungeklärt ist. «Wir haben keine Papiere, keine Abgängigkeitsmeldung.» Bis heute nicht gefunden ist die Berlinerin.

Ausblick auf das Jahr 2022

2022 könnte unfallträchtig werden: Anders als im Vorjahr laufen die Skilifte. Todesfälle sind auf der Piste selten, Unfälle aber häufig. Der ausgefallene Skiwinter hatte in Oberbayern und im Allgäu aufs ganze Jahr gesehen für insgesamt niedrigere Unfallzahlen gesorgt.

«An Bergunfällen zählen wir bisher 50, nach 96 im Vorjahr», berichtet Holger Stabik, Sprecher des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West in Kempten. «Besonders auffällig ist der Rückgang bei der Zahl der Pisten- und Rodelunfälle.» 44 derartige Unfälle nahmen die Beamten noch 2020 auf. Im Jahr 2021 stand die Zahl trotz schneereicher Wintermonate bis weit ins Frühjahr kurz vor Weihnachten bei Null.

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Wochenendausflüge nach Warnemünde oder Rügen, Urlaubsreisen in die Alpen – die Bahn schafft neue Möglichkeiten. Ein Experte sagt, was sich ändert.„Den Fokus sehe ich auf neuen, zusätzlichen touristischen Verbindungen an die Ostsee und nach Österreich“, sagt Grahnert. So setzt die Bahn vom 2. April an jeweils am Sonnabend weitere Züge nach Rostock und Warnemünde aufs Gleis. Wer früh am Strand sein will, kann schon um 5.35 Uhr mit dem Intercity Express (ICE) vom Berliner Hauptbahnhof in knapp zweieinhalb Stunden an den Ostseestrand reisen.

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