Auto: Type 130 mit über 1.000 PS - Lotus baut ein Elektro-Hypercar - PressFrom - Deutschland

AutoType 130 mit über 1.000 PS - Lotus baut ein Elektro-Hypercar

10:40  16 april  2019
10:40  16 april  2019 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

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Type 130 mit über 1.000 PS - Lotus baut ein Elektro-Hypercar © Christian Schulte

Bislang gab es nur Gerüchte, jetzt ist es offiziell. Lotus baut ein Hypercar. Eines, das über 1.000 PS stark ist, aussieht wie eine Mischung aus Aston Martin Valkyrie, RB 003, Ferrari 488 und Ford GT, den Stil des Kampfjets F16 ins Design mischt, trotzdem eigenständig daherkommt, die Moderne verkörpert und gleichzeitig die Tradition nicht vergisst.

Das Hypercar, intern Type 130 genannt, ist das erste echte neue Auto von Lotus seit 2008 und das erste große Projekt der Engländer, seit der heranwachsende chinesische Auto-Riese Geely sich den kleinen Sportwagenbauer mit der großen Tradition einverleibt hat. Lotus soll das Sportwagen-Aushängeschild von Geely werden. Dafür gibt es eine milliardenschwere Finanzspritze, die den gebeutelten und angestaubten Hersteller wieder aufblühen lassen soll. Man kann sagen: Type 130, sponsored by Geely.

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Zurück auf die Landkarte

Lotus soll raus aus dem Schatten, zurück in die Köpfe der Sportwagen-Enthusiasten und Autoliebhaber. Das will die neue Führung mit einem Hypercar bewirken. Lotus und Geely: Da hatte die Welt erst einmal mit einem SUV gerechnet. Eine Bauform, die so gar nicht zum Markenimage passt, aber irgendwann kommen wird, um die Absatzzahlen anzukurbeln.

Die Strategie, die Lotus verfolgt, ist es erst einmal, ein Ausrufezeichen zu setzen. Mit einem Knall will man sich in den Köpfen der Sportwagen-Fans und Autoliebhaber festsetzen. Lotus soll wieder auf ihre Landkarte. Das geht nur sehr schwer mit einem SUV. Dafür aber umso besser mit einem Hypercar. Dem ersten eines englischen Herstellers. Und weil Geely nun mal den Elektroantrieb pusht, baut Lotus ein vollelektrisches Hypercar mit Allradantrieb.

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Superlative prägen sich ein im Gegensatz zu Kompromissen. „Mit diesem Hypercar zeigen wir und Geely, wie ernst es uns ist. Wir wollen keine leeren Versprechungen abgeben, sondern Lotus-typische Sportwagen bauen. Mit diesem Hypercar zeigen wir, dass wir wieder ganz oben mitmischen wollen bei der Technologie“, sagt Lotus-Sportwagen-CEO Phil Popham.

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Hypercar als Tonmodell

Ein Hypercar wird die Stückzahlen nicht in astronomische Höhen treiben. Dafür ist es zu teuer. Lotus nennt keinen Preis. Doch es kursieren bereits Zahlen, die die Engländer nicht dementieren. Das Hypercar, das Ende des Jahres vorgestellt wird, soll um die zwei Millionen Pfund kosten. Deshalb wird Lotus die Stückzahl nicht begrenzen, im Gegensatz zu anderen Herstellern und ihren Hypercars, wie Valkyrie, AMG One, 918 Spyder, P1 oder LaFerrari. „Der Preis wird die Stückzahl eingrenzen“, sagen sie bei Lotus.

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Sollte es wider Erwarten doch einen größeren Andrang geben, werden sie bei Lotus vermutlich die Bestellbücher schließen. Das Werk in Hethel, wo das Hypercar neben Elise, Exige und Evora produziert wird, ist zu altbacken und zu klein, um große Stückzahlen zu produzieren.

Bislang hat Lotus sein Hypercar nur verkündet. Es gibt keine Fotos, sondern nur ein Teaserbild. Und das zeigt nur die Ansätze eines Hypercars. Außer ein paar gelben Linien ist wenig zu erkennen. Deshalb haben wir eine Retusche in Auftrag gegeben (siehe Artikelbild). Die ersten Prototypen sollen noch im April auf Testfahrt gehen. Nur wenige außerhalb von Hethel kennen das Projekt. Nur wenige haben das Hypercar gesehen. Im Lotus-Designstudio steht ein 1:1-Tonmodell mit einem Plastikfilm darauf, der aussieht wie eine silberne Lackierung. Lotus hat es uns kurz vor der Ankündigung gezeigt. „Es kommt der Serien-Version ziemlich nah. 90 Prozent ­werden wir in die Serie überführen.“

Schokoladenseite des Type 130? Das Heck!

Lotus mixt bei seinem Hypercar weiche Linien mit Kanten an den Radhäusern und Sicken, zum Beispiel an den Flanken. Das über 1.000 PS starke Auto ist fast zwei Meter breit, in etwa viereinhalb Meter lang, hat kräftige Schultern, eine Kampfjet-artige Kuppel, und folgt den typischen Proportionen eines Hypercars. Flach, nach vorn gezogenes Cockpit, kurze Überhänge. Was vor uns als Tonmodell steht, wird in Carbon gebaut. Das Bodywork des Type 130, das wird auf den ersten Blick klar, dient in allererster Linie der Aerodynamik. Die Luft soll über den Fahrzeugkörper strömen, am Unterboden entlang, und durch die Karosserie durch. „Der Abtrieb ist enorm“, sagt Lotus, ohne Zahlen zu nennen. Müssen wir erst einmal glauben, weil wir es nicht überprüfen können.

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Gehen wir von vorn nach hinten durch. Da fallen direkt die schmalen Leuchten auf, die denen des Ferrari 488 ähneln. Sie erhellen die Dunkelheit mit Laserlicht. Daneben dringt die Luft in dreiecksförmige Öffnungen ein, die hinter den Radhäusern austritt. Unter der Frontpartie sitzt ein großer Kühler. Nach der Kühlluft schnappt ein breites Maul, das von zwei Stelzen eingegrenzt wird. Links und rechts daneben gibt es weitere Öffnungen für die Durchströmung des Fahrzeugs. Im Erdgeschoss verbaut Lotus einen mehrteiligen Splitter, der Anpressdruck erzeugen soll.

Dreieckförmige Einsparungen prägen die Flanke. Es gibt keine Rückspiegel, sondern ausfahrbare Kameras. Auffälligstes Merkmal in der Seitenansicht sind aber die großen Luftkanäle, die ein bisschen was von Ford GT haben, zwischen hinteren Kotflügeln mit scharfer Kante und dem Ausläufer der Dachkanzel. Die Luft, die hier eintritt, strömt im Heck aus.

Wo wir bei der Schokoladenseite des Type 130 wären. Um die Austrittsöffnung verlegen die Lotus-Designer eine Lichterkette als Rückleuchten. Das sieht genauso spektakulär aus, wie der übermächtige Diffusor mit zentralem, zweigeteiltem Schacht und aktiver Aerodynamik. „Ohne Mittelmotor und angeschlossenes Getriebe können wir den Diffusor früher ansteigen lassen“, sagen die Designer.

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Lotus spricht von einem DRS-System am Unterboden. Bei hohen Geschwindigkeiten soll sich das zentrale Stück nach hinten klappen, um den Luftwiderstand zu senken. Abtrieb spenden, soll ein ausfahrbarer Heckspoiler.

Hypercar kein Schnellschuss

Die beiden Insassen sitzen knapp hinter der Vorderachse. Die Batterie-Pakete installiert Lotus so tief wie möglich zwischen Cockpit und Hinterachse. „Das Auto liegt so tief, dass wir in den Unterboden nicht noch flächendeckend Zellen packen können.“ Die Abdeckung gestalteten die Designer so, als ob darunter ein Verbrenner schlummert. Doch statt einem Motor sieht man Starkstromkabel. Beide Achsen werden angetrieben. Von wie vielen E-Maschinen? Darüber schweigt Lotus. Zwei, drei oder vier? Entwicklungspartner ist übrigens Williams Advanced Technologies, das in der Formel E Erfahrung zu Elektroantrieben und Batterien gesammelt hat. „Wir werden mit Williams noch an einer Vielzahl von Projekten arbeiten.“

Der Innenraum suggeriert Leichtbau. Das Armaturenbrett, das vier Lüftungsdüsen trägt, ist dünn und auf der Beifahrerseite ausgeschnitten. Heißt: Man sieht die Beine. Die Carbon-Schalensitze sparen Gewicht. Für den Komfort will sie Lotus aber ordentlich polstern. Der Fahrer greift in ein oben und unten abgeflachtes Lenkrad. Darauf entdecken wir einen Schalter für verschiedene Fahrmodi: Eco, City, Tour, Sport und Track. Die Mittelkonsole ist handybreit und verläuft ungefähr im 60-Grad-Winkel zum Armaturenträger. Darauf platziert Lotus rautenförmige Schalter für Klima, Infotainment, Parkbremse. D, N, R: nichts Handschalter.

Leichtbau, Effizienz, Aerodynamik, Rennsport-Erbe, Kurvengeschwindigkeit, Prestige: Das soll das Hypercar vermitteln. Es soll Trends setzen, British und ehrlich sein. Die Formsprache folgt dem Wunsch nach Anpressdruck, und nicht in erster Linie nach Schönheit. Sieht aber trotzdem gut aus. Teile des Designs will Lotus auf zukünftige Modelle übertragen. „Wir wollten mit etwas Extremen starten, und dann weitermachen.“ Die ersten Hypercars sollen 2020 in Kundenhand gehen.

Das Hypercar verdeutlicht: Lotus und vor allem Eigentümer Geely meinen es ernst. Es ist ein erster Schritt, dem noch viele weitere folgen sollen, um aus einem Dauer-Sorgenkind, das über Jahre am Abgrund lebte, einen profitablen Sportwagenhersteller zu machen. Schon einmal wollte Lotus etwas Extremes, etwas Verrücktes bauen, ein Hypercar für die 1980er, erzählen sie. Das Experiment wurde eingestellt. Dieses Mal aber, dieses Mal baut es Lotus tatsächlich. Und man überstürzt es nicht. Man erzählt, Lotus hätte den Type 130 schon 2018 vorstellen können. Doch Neu-Chef Phil Popham habe nach seinem Amtsantritt im Oktober auf die Bremse gedrückt. Nach dem Motto: Wir machen keinen Schnellschuss. Weil dieser Treffer sitzen muss. Damit die Welt nicht nur weiß, für was Lotus von früher einmal stand, sondern immer noch steht.

Showcar: Digitaler T1-Elektro-Bulli - Volkswagen Type 20 Concept (2020).
Diese Bulli-Studie kann elektro und digital: Neben E-Motor bietet das Showcar beispielsweise eine biometrische Fahrer-Identifikation und ein holografisches Infotainmentsystem. © Volkswagen USA Volkswagen USA hat ein neues Showcar aufgebaut. Das Type 20 genannte Auto basiert auf einem 1962er Typ 2-Bulli mit elf Fenstern. Gleich mal vorweg: Der VW Type 20 Concept ist ein Kalifornier – Wie viele Welt-Konzerne hat auch Volkswagen einen Ableger im Silicon Valley, um dort am Puls der Digitalzeit zukunftsweisende Dinge zu entwickeln.

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