Auto Neue Architektur im Elektro-3er? - BMW Neue Klasse (2025)

19:35  20 oktober  2021
19:35  20 oktober  2021 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Gemacht für Kids, geeignet für Auto-Umsteiger - BMW Motorrad Concept CE 02

  Gemacht für Kids, geeignet für Auto-Umsteiger - BMW Motorrad Concept CE 02 Mit der Studie CE 02 zeigt BMW auf der IAA, wie man sich einen Elektroroller für die 125er-Klasse vorstellt. Im Fokus stehen Neueinsteiger, aber auch Autofahrer könnten mit dem B196-Schein umsteigen. © BMW BMW ist im Zweiradgeschäft erfolgreich unterwegs – allerdings bislang nur recht hochpreisig und auch hochklassig. Mit der Elektroroller-Studie CE 02 fasst BMW jetzt auch den Zweiradnachwuchs ins Auge. Angesiedelt in der 125er-Klasse, die bereits 16-Jährigen zugänglich ist, sollen die Kids an die Marke herangeführt und im Idealfall auch an die Marke gebunden werden.

BMWs neue Architektur trägt im Rückgriff auf die erfolgreichen Modelle 1500 und 1800 der 60er-Jahre den Namen "Neue Klasse". Aus ihr sollen vor allem Plattformen für E-Autos hervorgehen. Sie kann aber auch Verbrennungsmotoren aufnehmen. Los gehen soll es ab "Mitte des Jahrzehnts". Erstes Modell soll wohl eine Limousine im Format des 3ers mit dem wenig phantasievollen Arbeitstitel NK1 werden.

  Neue Architektur im Elektro-3er? - BMW Neue Klasse (2025) © BMW

Aktuell arbeitet BMW mit zwei Architekturen: Der Cluster Architecture (CLAR) für Heckantriebsplattformen mit Längsmotoren (Allradoption) und der UKL für Fronttriebler mit Quermotor und ebenfalls Allradoption (1er, 2er Active Tourer, X1, Mini). Elektromodelle entstehen auf den gleichen Plattformen (iX3, i4, kommender iX1 und i5 sowie i7). Das ermöglicht unabhängig vom Antriebsprinzip (einschließlich Plug-in-Hybrid) die weitgehend parallele Produktion auf den gleichen Bändern, erfordert aber einen hohen Entwicklungsaufwand, ohne dass sich alle Packaging-Vorteile des E-Antriebs voll nutzen lassen. Eine Ausnahme bildet der iX, der auf einer reinen Elektro-Plattform steht, die sich bei keiner anderen Baureihe so wiederfindet. Ideen bzw. Komponenten aus ihr sollen aber in eine Architektur einfließen. Deren Entwicklung hat BMW-Vorstandschef Oliver Zipse im Herbst 2020 für einen Serienstart ab 2025 angekündigt. Mit der Neuen Klasse will BMW sein Produktangebot neu ausrichten. Die neue Architektur soll sich durch drei Aspekte auszeichnen: Eine vollständig neu definierte IT- und Software-Architektur, eine neu entwickelte elektrische Antriebs- und Batteriegeneration sowie ein ganzes System von Nachhaltigkeit über den gesamten Lebenszyklus. Die Fahrzeug-Architektur soll "kompromisslos für elektrische Antriebe optimiert" sein und soll bei der Digitalisierung Maßstäbe setzen.

Schnelles Fahrrad ohne Pedale - BMW Motorrad Vision AMBY

  Schnelles Fahrrad ohne Pedale - BMW Motorrad Vision AMBY BMW Motorrad präsentiert auf der IAA Mobility in München die Vision AMBY – ein Elektrovehikel, irgendwo zwischen Fahrrad und Motorrad angesiedelt. © BMW Motorrad Elektromobilität auf zwei Rädern passt ideal in den urbanen Raum. Ein elektrisch angetriebenes Motorrad kann schon zu groß sein. Ein Fahrrad wäre nicht schlecht, erfordert vom Fahrer jedoch viel Einsatz. Hier kommt die BMW Vision AMBY ins Spiel.Fahrrad-Motorrad-ZwitterAMBY steht für "Adaptive Mobility" und soll die Einsatzbreite des Konzepts unterstreichen. Optisch wirkt die Studie wie ein Fahrrad ohne Pedale.

Neue Klasse wird elektrisch. Verbrenner-Option bleibt

Die "Neue Klasse" ist dann zwar vor allem auf den E-Antrieb hinentwickelt, soll E-Motoren auf Vorder- Hinterachse oder auf beiden tragen können. Ganz vom Verbrenner lassen will BMW aber auch dann noch nicht. Die Münchner wollen Märkte, in denen die Elektromobilität noch nicht flächendeckend Fuß fasst, weil beispielsweise die Infrastruktur noch nicht ausgebaut ist, weiter bedienen können. BMW-Chef Zipse betont, dass damit die Kunden weiterhin die Möglichkeit haben, den Antrieb zu bekommen, den sie wollen. Aber das bisherige Prinzip ist quasi umgedreht: Die neuen Modelle werden nicht mehr als Verbrenner mit Elektro-Option entwickelt, sondern als E-Autos mit Verbrenner-Option. Der dürfte im Vorderwagen Platz finden, aber ob und welche Achse er antreibt oder ob der Verbrenner nur mehr als Generator arbeitet, ist noch nicht bekannt. BMW-Entwicklungsvorstand Weber hat zudem bekräftigt, dass die Neue Klasse grundsätzlich auch für den Wasserstoffantrieb geeignet sein soll, den BMW nach wie vor als Option für größere Autos sieht (Interview mit Frank Weber).

Facelift kommt mit neuem Interieur - BMW 3er (2023)

  Facelift kommt mit neuem Interieur - BMW 3er (2023) BMW überarbeitet den 3er zur Mitte seines Produktlebens. Noch als Erlkönig leicht getarnt erproben die Bayern den Mittelklässler auf dem Nürburgring. © Stefan Baldauf Bereits 2018 wurde das aktuelle Modell – intern G20 genannt – auf dem Autosalon in Paris präsentiert und 2019 auf den deutschen Markt gebracht. Das Kombi-Modell folgte mit einigen Monaten Abstand Mitte 2019.Leichte Optik-Retuschen am 3erGegen Ende 2022 ist dann der BMW 3er als Faceliftmodell dran und rollt zu den Händlern.

Zipse geht davon aus, dass ab 2025 die Nachfrage nach vollelektrischen Fahrzeugen heftig ansteigt. Autos, die auf der bis dahin entwickelten Elektroauto-Architektur basieren, sollen dann im neuen BMW-Werk im ungarischen Debrecen vom Band laufen. Er geht allerdings davon aus, dass ab 2025 mehr BMW-Kunden ein Elektroauto kaufen als eins mit Verbrennungsmotor. 2030 könnte die Neue Klasse dann bereits für 50 Prozent des BMW-Absatzes stehen, bis dahin soll es in allen 15 Baureihen eine E-Auto-Angebot geben.

Erstes Modell: Ein 3er-Pendant

Einem Bericht von Autocar zufolge könnte die Neue Klasse aber doch mit dem Prinzip von BMW brechen, alle Antriebsformen in einer Baureihe anzubieten – zumindest vorübergehend. Demnach wäre das erste Modell auf Basis der neuen Architektur eine viertürige Limousine mit dem Arbeitstitel NK1 im Format des 3ers. Dessen Modellzyklus läuft aber regulär bis 2026. Auch wenn die NK1 erst 2026 auf den Markt kommt wäre es kaum denkbar, dass sie ausgerechnet BMWs traditionsreichen Bestseller ersetzt. Zumal das elektrische 3er-Pendant i4 erst im November 2021 auf den Markt rollt. Vielleicht läuft es darum wie bei Porsche mit dem elektrischen Macan auf Basis der Premium Plattform Electric (PPE), bei dem das Verbrennermodell auf der alten Plattform noch im Programm bleibt. Andererseits soll die Neue Klasse ja eben auch Verbrenner können und der i4 zeigt die Nachteile der Misch-Architektur recht deutlich: Er bietet vergleichsweise wenig Platz und ist bleischwer, worunter die Fahrleistungen leiden.

BMW M5 (E28) - US-Version - Auktion der Woche

  BMW M5 (E28) - US-Version - Auktion der Woche Mit CooleKarren.com ist eine neuartige Auktionsplattform am Start, die ein unvergessliches Erlebnis rund um den Erwerb ganz besonderer Automobile bietet – von Oldtimern über Youngtimer und Sportwagen bis hin zu wirklichen Raritäten. Wir zeigen das Highlight der Woche. © CooleKarren.com BMW M5 – damals wie heute das Sportlichste, was eine Limousine der 5er Reihe aus den Bayrischen Motorwerken werden kann. BMW M5 (E28) – damals wie heute das Sportlichste, was eine Limousine der 5er Reihe aus den Bayrischen Motorwerken werden kann.

Das könnte der NK1 besser machen. BMW Entwicklungsvorstand Frank Weber sagte zu Autocar: "Die Leute erwarten eine neue Ästhetik. Deshalb haben wir für unsere Elektromodelle eine neue Designrichtung entwickelt". Der Radstand wächst, die Überhänge schrumpfen, die A-Säule wandert nach vorn. So kann die NK1-Limousine die Entwicklung ihrer Plattform mit Fokus auf den E-Antrieb für bessere Platzverhältnisse nutzen. Gewicht reduzieren wird die vom iX inspirierte Karosseriebauweise aus Alu, hochfestem Stahl und Karbonelementen an Schwellern und B-Säulen-Füßen. Den Antrieb sollen weiterhin selbst entwickelte stromerregte Synchronmotoren der dann nach BMW-Zählung sechsten Generation übernehmen, für die Weber weitere Leistungs- und Effizienzsteigerungen verspricht.

Reichweitensteigerung kommt nicht nur von der Batterie

Feststoffbatterien sieht der BMW-Entwicklungschef erst am Ende des Jahrzehnts. Aber für die Klasse arbeite man bereits an einer neune Chemie, um die Energiedichte zu steigern. Zusammen mit Verbesserungen bei der Effizienz durch die neuen Motoren und ebenfalls neue Leistungselektronik kann sich Weber eine 20-prozentige Steigerung vorstellen. Ausgehend vom iX mit der größten Batterie könnten dann 750 Kilometer das Ziel sein. Um die entsprechend schnell mit bis zu 350 kW wieder nachladen zu können, wird BMW auf 800 Volt Spannungslage wechseln, wie sie jetzt schon Porsche Taycan, Audi E-Tron GT und Hyundai Ioniq bzw. Kia EV6 bieten.Neben Ideen aus dem iX sollen sich in Neue-Klasse-Modellen auch Konzepte aus dem IAA-Concept-Car BMW Vision Circular in Form von großen Anteilen an Recycling-Materialien wiederfinden – Frank Weber hat immer wieder darauf hingewiesen, dass Autos nicht allein davon nachhaltig werden, dass sie mit grünem Strom fahren, sondern dass auch die Produktion ein möglichst CO2-armer Kreislauf werden muss. Dass die Karossen dann gleich wie bei der Studie aus eloxiertem Alu statt aus aufwendig lackiertem Blech sein werden, scheint weniger wahrscheinlich. Aber die Zeiten in denen Sitze sorglos mit neuem Leder bezogen wurden, sind auch bei BMW vorbei. Den Stahl für die Neue Klasse will BMW aus Nordschweden beziehen wo ihn Start-Up H2 Green Steel unter Einsatz von grünem Wasserstoff mit 95 Prozent weniger CO2-Emissionen herstellen will als bislang üblich. Die Produktion der Batterien für BMW von Northvolt soll Strom vom selben Wasserkraftwerk beziehen wie H2 Green Steel.

Piëch GT: Elektro-Sportwagen lädt 400 Kilometer Reichweite in unter 5 Minuten

  Piëch GT: Elektro-Sportwagen lädt 400 Kilometer Reichweite in unter 5 Minuten Der Sohn des Porsche-Patriarchen hat dazu einen eigenen Schnelllader entwickelt. Für die maximale Ladeleistung braucht es allerdings einige Voraussetzungen. © t3n.de Den Elektro-Sportwagen Piëch GT soll man 2024 kaufen können. (Bild: Es ist ein Jahr ins Land gegangen, seitdem die Öffentlichkeit zum letzten Mal von dem Sportwagen-Projekt Anton Piëchs gehört hat. Seinerzeit hieß das erste Auto des Startups noch Mark Zero. Nun zeichnet sich ab, dass der Elektro-Sportwagen unter Piëch GT2 firmiert. Doch auch das soll nur ein Projektname sein.

E-Auto-Plattformen oder E-Modell in bestehenden Baureiehen?

Eine reine Elektroauto-Plattform hatte BMW vor dem iX schon 2013 mit dem i3 am Start. Sie war aber wegen ihrer Karbon-Bauweise nicht skalierbar und recht teuer, der i3 blieb ein Singulär, dessen Verkaufszahlen erst jetzt mit der Elektroauto-Kaufprämie Fahrt aufgenommen haben. 2013 hingegen war er seiner Zeit in gewisser Weise zu weit voraus, der weitgehend unveränderliche Bauraum für die Batterie verhinderte zudem lange eine praxistaugliche Reichweite. Selbst heute ist sie mit 300 Kilometern für ein Erstauto zu knapp. Der auch in der Entwicklung teure i3 und dessen überschaubarer Verkaufserfolg mag ein Grund dafür sein, warum BMW zuletzt die Elektrifizierung seines Angebots auf bestehenden Architekturen bzw. auf Basis solcher für gemischte Antriebe (UKL II, CLAR II) geplant hat.

VW hingegen hat als Hersteller von ungleich höheren Fahrzeugvolumina mit dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) schon ab 2015 die Entwicklung einer reinen Elektroauto-Architektur beschlossen. Auf ihr basieren die Elektromodelle der ID.Familie von VW, aber auch zahlreiche der Marken Audi, Skoda und Seat. Mercedes plant wie BMW allerdings für das Segment bis zur Größe der C-Klasse die Mercedes Modular Architecture (MMA), die Elektroautos hervorbringen soll, aber im Vorderwagen Verbrennungsmotoren tragen kann. Für die Segmente darüber (E-Klasse aufwärts, AMG und Vans) hat Daimler hingegen die Entwicklung rein elektrischer Plattformen ebenfalls bis 2025 angekündigt.

Doch kein Ford auf Rivian-Basis - Ford und Rivian beenden Kooperation .
Statt aufs Rivian-E-Skateboard setzt Ford in den USA komplett auf eigene Elektro-Plattformen – bleibt aber weiter mit 12 Prozent am Elektroauto-Start-up beteiligt. Rivian ist nach dem Börsenstart mittlerweile höher bewertet als Ford selbst. © Ford / Rivian ´ Ursprünglich sollten aus der Kooperation komplett neue Elektromodelle für die geplante E-Auto-Offensive von Ford hervorgehen. Die umfasste 2019 lediglich den Mustang Mach E sowie die Elektro-Version des Ford F-150 Pick-ups.

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