Auto Porsche rettet den Auspuffsound - Lautsprecher-Auspuff-Patent für E-Autos

19:16  25 november  2021
19:16  25 november  2021 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

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  Mit 1088 Elektro-PS auf der Rennstrecke - Porsche Mission R Obwohl der Mission R nur einmal existiert und zur Gattung der wetterscheuen Showcars zählt, lässt uns Porsche mit dem rund 800 kW starken Einzelstück auf eine Rennstrecke. Also: Anschnallen. © Porsche Hui, was sind das doch für Teufelskerle und Teufelsmädels (sagt man das so?) bei Porsche. Haben sie doch mal eben das noch unbesetzte Segment elektrisch angetriebener Rennwagen mit Panoramadach für sich entdeckt, wollen es schnellstmöglich besetzen und zeigen mit dem Mission R, wie das aussehen könnte. Ernsthaft? Hm, abgesehen von dem Teil mit dem Panoramadach eigentlich schon.

Klangamputierte Elektro-Renner? Das musst nicht sein. Ein neues Porsche-Patent zeigt, wie sich Elektroautos klanggewaltig aufrüsten ließen.

  Porsche rettet den Auspuffsound - Lautsprecher-Auspuff-Patent für E-Autos © Porsche / Patrick Lang

Gummiband-Beschleunigung hin, tiefer Schwerpunkt her – beim Thema Auspuffsound können moderne Elektroautos bei überzeugten Verbrenner-Fans so gar nicht punkten. Mercedes hat zwar für EQS und EQE aufwändige Soundwelten entwickelt, die je nach Geschwindigkeit und gewähltem Profil reichlich Futter für die Ohren bieten – außerhalb des Autos hat da allerdings niemand etwas davon. Für den Taycan gibt es zumindest optional den Electric Sport Sound, der bei höherem Tempo wenigstens ein simuliertes Motor-Grummeln an die Umwelt abgibt. Nett. Aber halt nicht mehr.

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  Einer von vier 959 Prototypen mit Straßenzulassung - Porsche 959 Prototyp F7 (1985) Was ist noch exklusiver, als einen von 300 Porsche 959 besitzen? Einen von drei, vier Prototypen mit Straßenzulassung. Zum Beispiel diesen hier: Nummer F7. Porsche hatte für die Erprobung des 959 zwölf Prototypen der F-Serie gebaut, die für unterschiedliche Tests vorgesehen waren. Am Ende ihrer Karriere wurden diese Prototypen meist verschrottet.Verkauft an Porsche-Importeur PolakNicht so der rubinrote Prototyp mit dem Kürzel F7: Den für Hitze- und Elektriktests vorgesehen 959 verkaufte Porsche an Vasek Polak.

Dass das nicht so bleiben muss, zeigt ein Patent von Porsche, das beim Europäischen Patentamt (EPO) hinterlegt wurde. Hinter der Patentschrift "Geräuschsimulator für ein Kraftfahrzeug” verbirgt sich eine ziemlich detailliert ausformulierte Bauteilbeschreibung eines Sound-Generators, mit dessen Hilfe sich so ein Elektroauto klanggewaltig aufrüsten ließe.

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Es geht um Emotionen

Nun ist es ja nicht so, dass alle modernen Elektroautos nicht schon jetzt künstliche Geräusche erzeugen könnten. Das so genannte AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) ist zum Schutz für Fußgänger nicht nur in Europa gesetzlich vorgeschrieben. Das nutze allerdings, lassen die Porsche-Entwickler per Patentbeschreibung wissen, "Lautsprecher, welche hinter der Stoßstange platziert sind. Diese Lautsprecher sind in ihrer Lautstärke und Klangqualität beschränkt. Emotionen werden dabei nicht erzeugt!”

Womit auch geklärt wäre, worum es Porsche bei der Idee geht: Emotionen. Und für die braucht es traditionellerweise neben einer Verbrennungskraftmaschine auch eine großzügig dimensionierte und fein ausbalancierte Auspuffanlage. Fällt der Verbrenner als Instrument weg, braucht die Auspuffanlage alternative "Musikquellen”. Im Fall des Porsche-Patents sind das fein regulierbare Lautsprecher. Mindestens einer, gerne auch mehrere. Viel wichtiger ist eh die Wahl der resonanzstarken Verpackung drumherum.

Titan mit Sound-Endrohren

Die könnte laut Porsche tatsächlich wie ein Auspuff-Endtopf aussehen, sollte idealerweise aus Titan bestehen und genau dort platziert werden, wo sowas schon immer hingehört: am Heck eines Autos. Und damit der Sound eben nicht nur im Innenraum ankommt, sondern auch die Umgebung verzaubert, leiten zwei Auslassöffnungen den Spaß ins Freie. Auspuffendrohre halt.

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BMW hat sich ein Türkonzept patentieren lassen, das auch Teile das Dachs öffnet. Laut Patentschrift ist das System für Elektroautos vorgesehen. © BMW/Knecht Elektroautos packen ihre Energiespeicher gerne in den Fahrzeugboden. Wo bei Verbrennern nur das Bodenblech bzw. ein Tunnel für Bauhöhe gesorgt haben, entstehen hier jetzt Sandwichböden, die mit steigender Batteriegröße an Dicke zunehmen. Dicke Fahrzeugböden sorgen allerdings auch für höher positionierte Sitze und Sitzreihen in den Autos – vornehmlich im Fond.

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