Auto Crutchlow über Honda-Fahrerwahl: "War sinnvoller, Alex Marquez zu nehmen"

17:00  20 november  2019
17:00  20 november  2019 Quelle:   motorsport-total.com

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Cal Crutchlow neidet Alex Marquez den Honda-Werklsplatz nicht - im Gegenteil © LAT Cal Crutchlow neidet Alex Marquez den Honda-Werklsplatz nicht - im Gegenteil

Bei der Suche nach einem Ersatz für Jorge Lorenzo entschied sich Honda für den amtierenden Moto2-Champion Alex Marquez. Mit der MotoGP betritt der 23-jährige Spanier - abgesehen von einigen Testkilometern in der Vergangenheit - komplettes Neuland.

Dabei hätte die Wahl auch auf deutlich erfahrene Piloten wie etwa Johann Zarco oder auch Cal Crutchlow fallen können. Letzterer betont allerdings: "Soweit ich weiß und betroffen bin, befand sich Zarco nie auf der Liste. Er war ein Ersatzfahrer für Taka (Nakagami; Anm. d. R.) und hat aus meiner Sicht gute Arbeit geleistet."

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"Er ist Weltmeister und gut gefahren", sagt Crutchlow weiter, doch mit dem Titelgewinn in der Moto2 durch Alex Marquez in Malaysia hätten sich die Dinge geändert. "Und dann trat Jorge zurück. Das Einfachste war, entweder mich oder Alex dorthin zu holen. Aber ich denke, es war sinnvoller, Alex zu nehmen, in Bezug auf HRC und mein Team."

Enttäuscht sei Crutchlow deshalb nicht. "Ich glaube, Teamkollege von Marc Marquez zu sein, ist für jeden schwierig", sagt der Brite. "Ich denke, ich hätte gute Arbeit geleistet, auch wenn ich dorthin gegangen wäre, aber ich habe nie darum gebeten."

Zarco hatte zuvor betont, dass Crutchlow den Platz im Honda-Werksteam mehr verdient hätte als er selbst. Doch der LCR-Stammpilot relativiert: "Wir befinden uns in völlig unterschiedlichen Situationen. Johann ist ein großartiger Fahrer, hat Weltmeisterschaften gewonnen. Aber er hat auch dieses Jahr aufgehört", sagt Crutchlow.

Alberto Puig: Die anderen Honda-Fahrer im Vergleich zu Marquez zu langsam

  Alberto Puig: Die anderen Honda-Fahrer im Vergleich zu Marquez zu langsam Teamchef Puig findet, dass es ein Problem ist, dass die restlichen Honda-Fahrer mit dem gleichen Bike nicht vorne dabei sind - Cal Crutchlow reagiert gelassenJorge Lorenzo ist auch verletzungsbedingt nicht konkurrenzfähig. Und Takaaki Nakagami, der mit der Honda vom Vorjahr fährt, ist ebenfalls nicht im Spitzenfeld zu finden. Ohne Marquez sieht die Erfolgsbilanz von Honda durchwachsen aus. "Das Problem sind die anderen Fahrer, die mit dem gleichen Motorrad nicht vorne sind", sagt Teamchef Alberto Puig gegenüber 'DAZN Spanien'. "Nur einer gewinnt damit.

"Definitiv ist das eine mutige Entscheidung, aber ich sehe es als Aufgeben. Damit will ich nicht gegen Johann schießen. Wie gesagt, er ist ein großartiger Fahrer und ich denke, er hat sich selbst stolz gemacht, die Honda so zu fahren wie in den letzten beiden Rennen."

Während Zarco nun die Wahl zwischen Avtinia-Ducati und einer Moto2-Rückkehr hat, geht Crutchlow in sein sechstes Jahr mit LCR. "Ich bin mit meinem Team zufrieden. Ich denke, Lucio (Cecchinello) macht einen fantastischen Job und ich habe alles, was ich brauche, um in meinem Team gewinnen zu können", erklärt der 34-Jährige.

Mit Rookie Alex im Werksteam und Nakagami auf dem Vorjahresbike werden Crutchlow und Marquez für die Saison 2020 den Mammutanteil der Testarbeit leisten müssen. Doch für den Briten ändert sich dadurch nichts: "Ich denke, meine Rolle war sowieso wichtig."

Das führt er unter anderem auch auf die schwierige Saison von Lorenzo bei Honda zurück. "Ich dachte mir schon, es würde schwierig für Jorge, sofort schnell zu sein, also war meine Rolle in diesem Jahr bereits wichtig. Ich war immer noch die zweitbeste Honda und ich glaube, dass es auch im nächsten Jahr so sein wird."

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Mit der Ankunft von Jorge Lorenzo bei Honda verlor LCR-Pilot Cal Crutchlow drei seiner Ingenieure, die er nun nicht zurückbekommt - Der Brite ist deshalb sauerDoch darauf hofft er offenbar vergebens. "Sie haben mir vergangenes Jahr meine Jungs weggenommen und es war enttäuschend. Sie geben sie mir nicht zurück, obwohl ich denke, dass es bei Alex (Marquez; Anm. d. R.) keinen allzu großen Unterschied machen wird. Es würde einen großen Unterschied für mich machen, aber nicht wirklich für ihn.

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