Auto Elektroroller-Hersteller bündeln Kräfte: „Scrooser“ wird von Konkurrenten übernommen

19:10  11 dezember  2019
19:10  11 dezember  2019 Quelle:   tagesspiegel.de

Selbstbalancierender Elektroroller - Liger Mobility

  Selbstbalancierender Elektroroller - Liger Mobility Das Elektroroller Startup Liger Mobility aus Indien hat eine Technik entwickelt, die Zweiräder automatisch ausbalanciert. © Liger Mobility Branchengrößen wie Honda und Yamaha haben schon Konzepte gezeigt, die mit Autostabilisation ausgerüstet waren. Jetzt tritt auch das indische Startup Liger Mobility mit einer Technologie an, die Zweiräder von selbst stabilisiert. Verbaut haben die Inder die Technik ein einen ihrer Elektroroller.Das gyroskopische System hält den Roller stets senkrecht, mit und ohne Fahrer. Seitliche Impulse gleicht das System aus, so dass der Roller nicht umfällt.

Der Markt für Elektroroller ist umkämpft und die Konkurrenz aus Asien stark. Ein Berliner Hersteller wird nun von einem Konkurrenten aus Bonn übernommen.

Die E-Scooter sollen die Verkehrswende antreiben. Ihre Ökobilanz überzeugt bislang jedoch nicht. © Foto: dpa Die E-Scooter sollen die Verkehrswende antreiben. Ihre Ökobilanz überzeugt bislang jedoch nicht.

Nach dem Aus des E-Roller-Sharing-Anbieters Coup bündeln zwei E-Rollerhersteller ihre Kräfte: Die E-bility GmbH, an der unter anderem Ex-Tesla-Manager und Northvolt-CEO Peter Carlsson beteiligt ist, übernimmt den Berliner E-Roller-Hersteller Scrooser. Das geben beide Unternehmen am Donnerstag bekannt.

Mit der Übernahme will das 2010 in Remagen bei Bonn gegründete e-bility, das vor allem für sein E-Mofa-Modell der Marke Kumpan Electric bekannt ist, seine Präsenz in der Hauptstark stärken. Scrooser biete die Möglichkeit, „die Produktpalette auszubauen und so neue Zielgruppen zu erreichen“, kommentiert E-bility-CEO Patrik Tykesson die Übernahme. Bei dem „Scrooser“ handelt es sich um einen bis zu 25 km/h schnellen elektrischen Tretroller mit überdimensionierten Reifen. Die Marke soll erhalten bleiben.

Autohersteller bringt 2020 einen Elektroroller - Seat eScooter

  Autohersteller bringt 2020 einen Elektroroller - Seat eScooter Autohersteller Seat hat angekündigt, im kommenden Jahr einen Elektroroller auf den Markt zu bringen, der momentan unter der Bezeichnung eScooter bekannt ist. © Seat. Bislang hat der spanische Hersteller, der zu VW gehört, lediglich ein Bild des Hecks des neuen Fahrzeuges gezeigt. Auf dem Bild sind futuristisch angehauchte Leuchtelemente und zwei Haltegriffe für den Sozius sowie ein Teil der Sitzbank zu sehen. Ansonsten ist bekannt, dass der neue Roller von Seat elektrisch angetrieben werden wird. Leistungsdaten gibt es zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht.

Das Geld für die Übernahme stammt aus der jüngsten Finanzierungsrunde. Insgesamt hat E-bility einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag eingesammelt. Ein Teil des Geldes haben die Scrooser-Gesellschafter Johannes Haas und dessen Cousin Jörg Haas beigesteuert, neben den bestehenden Gesellschaftern beteiligten sich auch neue Investoren. Um wen es sich dabei handelt, wollten die Unternehmen auf Nachfrage nicht sagen.

Elektrische Motorroller und Mopeds sind nach wie vor ein Nischenmarkt. Rund 15 000 Kumpane und Scrooser wurden bisher weltweit verkauft. E-bility steht zusammen mit dem Berliner Start-up Unu, Govecs aus München und Emco aus Lingen für eine neue Gruppe junger Unternehmen, die E-Roller „Made in Germany“ etablieren wollen. Sie legen Wert darauf, dass ein Großteil der Wertschöpfung in Deutschland oder im europäischen Ausland stattfindet.

Filiale im Herzen Bremens - Niu eröffnet ersten Store in Deutschland

  Filiale im Herzen Bremens - Niu eröffnet ersten Store in Deutschland Elektroroller-Hersteller Niu hat seine erste Filiale in Deutschland eröffnet. Der Store befindet sich am Bahnhofsplatz in Bremen. © Niu. Der chinesische Elektroroller-Hersteller Niu mausert sich in Deutschland langsam aber sicher zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten auf dem Markt, wie der Blick auf die Neuzulassungsstatistiken in diesem Jahr beweist. Zwar bleibt bei den Rollern Piaggio das Maß aller Dinge, dahinter folgt aber bereits Niu. Bis Ende September konnten die Chinesen hierzulande 833 Neuzulassungen verbuchen.

Sharing-Markt ist hart umkämpft

Die Konkurrenz kommt vor allem aus Asien. Der chinesische Hersteller Niu verkauft seine E-Roller auch in Deutschland, der Sharingdienst Coup setzte auf die Fahrzeuge von Gogoro aus Taiwan. In Europa konkurrieren die Unternehmen unter anderem mit dem italienischen Großkonzern Piaggio aus Italien, der im vergangenen Jahr einen bizarren Design-Streit anzettelte. Die Italiener beschwerten sich, dass der Kumpan Electric der bekannten Vespa zu ähnlich sei.

Von der Lücke, die die Bosch-Tochter Coup hinterlassen hat, will E-bility profitieren - und das Sharing-Geschäft weiter ausbauen. Die Fahrzeuge sollen künftig samt Flottenmanagement-Software an Stadtwerke, Energieversorger und Unternehmen gegen eine monatliche Lizenzgebühr vermietet werden. Derzeit fahren Kumpan-Roller in Oberhausen, wo die dortigen Stadtwerke den Dienst unter dem Namen „evo Sharing“ anbieten.

Seat präsentiert Elektroroller und E-Kickscooter .
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