Auto Verkehrswende: An Jobverlusten ist nicht nur das E-Auto schuld

09:41  21 januar  2020
09:41  21 januar  2020 Quelle:   msn.com

Deutsche setzen weiter auf das eigene Auto

  Deutsche setzen weiter auf das eigene Auto Ungeachtet aller Diskussionen um eine Verkehrswende halten die Deutschen bislang am eigenen Auto fest. Darauf weist das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen in einer Studie hin. Alternative Angebote wie Carsharing würden kaum angenommen, dafür steige auch in den Großstädten der Autobestand immer weiter. Im laufenden Jahr kommen bei einem Bestand von 47,1 Millionen Autos demnach 567 Wagen auf 1000 Einwohner. Zehn Jahre zuvor waren 1000 Menschen in Deutschland noch mit 504 Autos klar gekommen.

Die Umstellung auf E - Autos werde Hunderttausende Arbeitsplätze kosten, hieß es zuletzt. Bis zu 410.000 Arbeitsplätze könnten demnach bis 2030 in der deutschen Autoindustrie aufgrund des E - Autos wegfallen. Das wäre fast jeder zweite Job bei Autoherstellern und Zulieferern.

Die norwegische Regierung hat die Anschaffung und den Betrieb von E - Autos massiv unterstützt. Geheimnis des Erfolges der Schweizerischen Bahnen ist nicht nur die hohe Pünktlichkeit, sondern auch eine sehr gute Abstimmung der Züge aufeinander und des Taktes von Zügen und Bussen.

Roboter schweißen in einer VW-Fabrik in Wolfsburg Autoteile zusammen. © Sean Gallup/​Getty Images Roboter schweißen in einer VW-Fabrik in Wolfsburg Autoteile zusammen.

Die Umstellung auf E-Autos werde Hunderttausende Arbeitsplätze kosten, hieß es zuletzt. Dabei hat der Großteil der drohenden Jobverluste in der Autobranche andere Gründe.

Wer sich ein Elektroauto kauft, ist ein Jobkiller. Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer das Medienecho über einen Bericht der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) verfolgte, einem Expertengremium der Bundesregierung. Bis zu 410.000 Arbeitsplätze könnten demnach bis 2030 in der deutschen Autoindustrie aufgrund des E-Autos wegfallen. Das wäre fast jeder zweite Job bei Autoherstellern und Zulieferern. Wer den Bericht und die Hintergründe jedoch genauer betrachtet, dem kommen Zweifel an diesem Horrorszenario.

Deutsche setzen weiter auf eigenes Auto

  Deutsche setzen weiter auf eigenes Auto Ungeachtet aller Diskussionen um eine Verkehrswende halten die Deutschen bislang am eigenen Auto fest. Darauf weist das CAR-Institut der Universität Duisburg-Essen in einer am Sonntag veröffentlichten Studie hin. © Foto: Jan Woitas/zb/dpa Pkws eines Carsharing-Anbieters stehen auf einem Parkplatz. Alternative Angebote wie Carsharing würden kaum angenommen, dafür steige auch in den Großstädten der Autobestand immer weiter. Im laufenden Jahr kommen bei einem Bestand von 47,1 Millionen Autos demnach 567 Wagen auf 1000 Einwohner. Zehn Jahre zuvor waren 1000 Menschen in Deutschland noch mit 504 Autos klar gekommen.

Im zweiten Teil können zwischen „sondern“ und „auch“ andere Wörter stehen, z. B. das Subjekt mit dem konjugierten Verb oder das konjugierte Verb allein. Beispiel: Selma ist nicht nur gut in Mathematik, sondern sie interessiert sich auch für Technik.

Arbeitsgruppe ÖPNV der BI Verkehrswende Marburg. Seit Jahren erstickt die Stadt Marburg im Autoverkehr. Ein besseres Angebot der Linienbusse in den Innen- und Außenstadtteilen würde Klimabedingungen in Marburg erheblich verbessern.

Die NPM verwendet längst bekanntes Zahlenmaterial. Die Zahl 410.000 Arbeitsplätze stammt aus einem Forschungsbericht des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Es ist ein Blick von oben auf die Auswirkungen der Elektromobilität in sämtlichen volkswirtschaftlichen Sektoren – nicht nur der Autoindustrie. Ein "unrealistischer Ansatz", hieß es gleich vom VDA, dem größten Interessenverband der deutschen Autohersteller. Dort bevorzugt man den Ansatz des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO).

Automatisierung ist der größere Faktor

Grundsätzlich ist es richtig, dass ein Elektroauto einfacher zu bauen ist, also weniger Arbeitskraft erfordert. Ein Verbrennungsmotor hat rund 1.400 Bauteile, ein Elektromotor kommt mit rund 200 aus. Das IAO hat deshalb ermittelt, wie viele Menschen an der Fertigung und dem Einbau von Antrieben beteiligt sind. In Deutschland kommt es auf rund 210.000 Menschen. Bis 2030 könnten 79.000 bis 88.000 davon ihre Arbeit verlieren – immerhin bis zu 42 Prozent. Allerdings geht der größere Teil darauf zurück, dass Unternehmen ihre Produktion immer weiter automatisieren. Nur 29.000 bis 43.000 dieser Stellen entfallen aufgrund des E-Motors.

E-Mobilität: Billig ein E-Auto fahren – Finanztest prüft die Subventionen

  E-Mobilität: Billig ein E-Auto fahren – Finanztest prüft die Subventionen Ein E-Auto kann inzwischen günstiger sein, als ein vergleichbarer Benziner. Der Grund sind die Subventionen beim Kauf von Staat und Herstellern. Eine Vielzahl kleiner Goodies kommen noch hinzu. Jeder vierte Haushalt in Deutschland plant, in den nächsten zehn Jahren ein E-Auto anzuschaffen. Ein wichtiger Grund ist die Sorge um die Umwelt, dazu kommt, dass auch bezahlbare Fahrzeuge heute eine ausreichende Reichweite versprechen. Um die Entscheidung zu erleichtern, hat die Zeitschrift "Finanztest" zusammengefasst, welche staatlichen Hilfen es gibt und worauf man beim Strom für das E-Auto achten sollte.

Die Verkehrswende läuft offenbar in die verkehrte Richtung. Eine weitere Zahl, die überrascht: Die Autoflotte in Deutschland wächst auf gut 43 Millionen. Überraschend: Vor allem in Städten ist das E - Auto noch lange nicht angekommen. Nur neun Prozent der Elektrofahrzeuge sind hier unterwegs

Die Verkehrswende setzt einen Strukturwandel in Gang, der den Alltag von Millionen Menschen verändert. Diesen Strukturwandel sollte das ökonomische Prinzip leiten. Die direkte Stromnutzung in batterieelektrischen Fahrzeugen für den Straßenverkehr ist nicht nur die energieeffizienteste Option

Auch Fechter sieht den drohenden Arbeitsplatzabbau, ist aber überzeugt, dass Unternehmen etliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter umschulen können. Schon heute könnten durch Fortschritte in der Automatisierungstechnik geschulte Facharbeiter auch ohne tiefgreifende Programmierkenntnisse den Arbeitsablauf von Robotern steuern, sagt Fechter.

"Rationalisierung durch Automatisierung gibt es in der Autoindustrie schon lange", sagt Axel Schmidt, oberster Berater für den Bereich Automobil bei Accenture. "Doch wurde der Stellenabbau bislang durch steigende Absatzzahlen kompensiert." Inzwischen ist der Zenit der Beschäftigung in der deutschen Automobilbranche überschritten. Der globale Autoabsatz stagniert erstmals. In Europa wurde laut VDA im vergangenen Jahr nur ein Prozent mehr Autos zugelassen als im Vorjahr, in Deutschland immerhin noch fünf Prozent.

Verkehrswende: "Das Auto hat einfach verdammt viele Vorteile"

  Verkehrswende: Wie kann man Menschen für nachhaltige Mobilität begeistern? Es braucht ungemütliche Veränderungen, die man aber positiv begleiten kann, sagt Beraterin Jessica Le Bris. © Daniel Roland/​AFP/​Getty Images Fahrradprotest während der Automesse IAA in Frankfurt Viele Menschen haben sich an den Komfort ihres Autos gewöhnt und wollen darauf nicht mehr verzichten. Wie kann man trotzdem erreichen, dass sie nachhaltiger mobil sind? Jessica Le Bris, Beraterin bei Green City Experience, sagt, es gehe vor allem darum, die Vorteile der Verkehrswende aufzuzeigen.

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Die zahlreichen Vorhaben der Bundesregierung unter Dauer-Kanzlerin Angela Merkel sind teuer – für den Steuerzahler. Watergate.tv berichtete. Nicht nur die Energiewende wird teuer. Auch die Rettung

Gleichzeitig wurden mit 3,56 Millionen so wenig Autos wie zuletzt vor 22 Jahren in Deutschland gefertigt. "Die Wertschöpfung fließt ins Ausland, vor allem nach Nordamerika und China", sagt Schmidt. BMW betreibt sein größtes Werk in Spartanburg in South Carolina. Das schützt vor Währungsschwankungen und auch Zöllen, mit denen die US-Regierung immer wieder droht. Für Daimler ist China ein größerer Absatzmarkt als Deutschland. Dort hat sich von 2015 bis 2019 Daimlers jährlicher Absatz fast verdoppelt. Um in China verkaufen zu dürfen, waren jedoch lange Zeit Werke als auch Kooperationen mit heimischen Produzenten Pflicht, sodass verstärkt Arbeitsplätze dort entstanden und nicht in Deutschland.

255.000 neue Jobs durch Ladeinfrastruktur

In einer ehrlichen Rechnung sollte außerdem nicht fehlen, dass E-Autos auch neue Jobs schaffen. 255.000 bis 2030, schätzt der Bundesverband E-Mobilität. Zum Beispiel müssen Ladesäulen gebaut, gewartet und überwacht werden. Hier seien Elektriker, Elektrotechniker, Monteure, IT- und Servicekräfte gefragt, sagt Verbandspräsident Kurt Sigl. Mit Blick auf das eigentliche Ziel der NPM habe der Zwischenbericht ihm die Stimme verschlagen, so Sigl. "Es geht doch darum, Chancen aufzuzeigen. Da kann ich die destruktiven Aussagen nicht nachvollziehen", sagt der Verbandschef.

Verkehrswende: An Jobverlusten ist nicht nur das E-Auto schuld

  Verkehrswende: An Jobverlusten ist nicht nur das E-Auto schuld Die Umstellung auf E-Autos werde Hunderttausende Arbeitsplätze kosten, hieß es zuletzt. Dabei hat der Großteil der drohenden Jobverluste in der Autobranche andere Gründe. Wer sich ein Elektroauto kauft, ist ein Jobkiller. Diesen Eindruck konnte gewinnen, wer das Medienecho über einen Bericht der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) verfolgte, einem Expertengremium der Bundesregierung. Bis zu 410.000 Arbeitsplätze könnten demnach bis 2030 in der deutschen Autoindustrie aufgrund des E-Autos wegfallen. Das wäre fast jeder zweite Job bei Autoherstellern und Zulieferern.

Auch Schmidt von Accenture sieht neue Jobs in der Autoindustrie entstehen, vor allem für Softwareentwickler. "Das Auto ist das ultimative mobile Gerät. Schon bald ist es das Smartphone auf Rädern", sagt er. Es gehe darum, wer den Kontakt zum Kunden habe, wer mit Services und Daten Geld verdient. Apple steht in den Startlöchern. Google bietet mit Android Automotive bereits ein komplettes Betriebssystem für Infotainmentsysteme im Fahrzeug. Neben Tesla kommen mit Byton und Nio, Rivian und Lucid Motors neue Anbieter auf den Automarkt. Kürzlich zeigte Sony auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas, wie sie sich ein Elektroauto vorstellen. Es ist ungewiss, ob der Unterhaltungselektronik-Konzern den Wagen jemals baut. Doch Auftragsfertiger werden Firmen wie Sony umgarnen, wenn Jobs aus der klassischen Autoindustrie ausbleiben. "Der Trend zum Elektroauto ist unumkehrbar", sagt Schmidt mit Blick auf die neuen, strengen CO2-Vorgaben der Europäischen Union. "Man kann sich dem Fortschritt nicht verweigern."

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