Auto USA: Uber-Fahrer haben in der Corona-Krise die Wahl zwischen Hunger oder Infektion

20:55  26 märz  2020
20:55  26 märz  2020 Quelle:   stern.de

Airbus produziert wieder in Frankreich und Spanien

  Airbus produziert wieder in Frankreich und Spanien Toulouse. Airbus hatte in der vergangenen Woche wegen der Coronavirus-Pandemie seine Produktion in den beiden Ländern für vier Tage ausgesetzt. Nun nimmt das Unternehmen die Produktion teilweise wieder auf. © Mohssen Assanimoghaddam Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus nimmt die wegen der Coronavirus-Krise unterbrochene Produktion in Frankreich und Spanien vom Montag an teilweise wieder auf. Das teilte Airbus in Toulouse mit. Die Airbus-Standorte in anderen Ländern, vor allem in Deutschland, Großbritannien, Kanada, den USA und China, waren von der Aussetzung der Produkktion nicht betroffen gewesen.

Die Fahrer protestieren schon seit Langem gegen die Rechtlosigkeit ihrer Stellung. © Picture Alliance/Eric Risberg Die Fahrer protestieren schon seit Langem gegen die Rechtlosigkeit ihrer Stellung.

In den USA zeigt die Corona-Pandemie das soziale Elend der Gig-Ökonomie. Unter dem Deckmantel der Selbstständigkeit ist ein Elendsproletariat entstanden, das keinerlei Hilfe zu erwarten hat.

In den letzten Jahren wurde das sympathische Wort teilen – Sharen – von allen möglichen Geschäftsideen gekapert, bei denen gar nichts geteilt wurde. Mietwagen ohne feste Station sind eine Innovation, aber natürlich teilen BMW und Mercedes ihre Autos nicht. Auch bei Airbnb wird eine Wohnung oder ein Zimmer nicht geteilt, sondern an Feriengäste untervermietet. Dabei geht es häufig nicht nur um ein hübsches Etikett, sondern auch darum, alle lästigen Vorschriften außer Kraft zu setzen.

Jacques Villeneuve: Corona-Pause gerade für junge Fahrer eine Herausforderung

  Jacques Villeneuve: Corona-Pause gerade für junge Fahrer eine Herausforderung Die Formel 1 ist bis mindestens Juni 2020 lahmgelegt - Die Fahrer haben jetzt viel Zeit, über ihre Karriere nachzudenken - Ein Problem, glaubt Jacques Villeneuve , der die lange Pause bis zum möglichen Saisonstart im Sommer als echte Herausforderung für junge Fahrer ansieht.Doch was könnte schon passieren? Die Fahrer haben ihre Cockpits sicher und können sich auf die Saison 2020 vorbereiten. Laut Villeneuve ist es die Zeit alleine, die dazu führen könnte, dass junge Fahrer über sich und ihre Zukunft nachdenken.

Rechtloses Sub-Proletariat

Am deutlichsten tritt die hässliche Seite der Gig-Ökonomie beim Taxiersatz Uber hervor. Die Firma selbst sieht sich als Vermittler. So wie Ebay, nur eben für Transportdienstleistungen. Irgendeine soziale Verantwortung für das Heer der Fahrer übernimmt die Firma nicht. Das sieht man in Zeiten der Corona-Krise besonders deutlich. Die USA werden vermutlich zum nächsten Zentrum der Pandemie werden. In San Francisco wurde das öffentliche Leben auf ein Minimum heruntergefahren. Die Uber-Fahrer sind davon nicht betroffen, denn Transporte gelten als lebensnotwendig. Wenn sich jemand fahren lässt.

Die Jura-Professorin Veena Dubal von der University of California klagt die Firma im "Guardian" an, nur die Ärmsten und Schutzlosesten auszubeuten. Tatsächlich zieht die Gig-Ökonomie gering qualifizierte Migranten an, weil sie hier sofort als scheinbar selbstständige Unternehmer arbeiten können. Dubal erzählt den Fall des Fahrers Ahmed. Er hat vier Kinder im Alter von 11, acht, fünf und drei Jahren. Er lebt mit ihnen, seiner Frau und seinen älteren Eltern in San Francisco. Um sie alle zu ernähren, fährt er über 60 Stunden in der Woche.

Corona-Krise: Wie Prinz William den Betroffenen helfen will

  Corona-Krise: Wie Prinz William den Betroffenen helfen will In einer Botschaft an seine Landsleute erklärt Prinz William, wie den Hilfsbedürftigen während der Corona-Krise geholfen werden soll. Prinz William (37) hat sich mit einer eindringlichen Video-Botschaft zur Corona-Krise an seine Landsleute gewendet. Via Instagram teilt er mit: "Wann immer und wo immer das Unglück zuschlägt, haben die Menschen im Vereinigten Königreich die einzigartige Fähigkeit, an einem Strang zu ziehen", so der Royal in dem Video. "Die Art und Weise, wie lokale Gemeinschaften die Betroffenen unterstützen, zeigt das Beste unserer Werte und unserer menschlichen Natur.

Die hässliche Seite der Internet-Milliardäre

Würde er nun zu Hause bleiben, hätte er kein Einkommen. Seine Rücklagen belaufen sich auf 57 Cent. Also muss er weiterhin fahren. Irgendeine Unterstützung, und sei es auch nur in Form von Desinfektionsmitteln, kann er nicht erwarten. Arbeitnehmer wie er werden als unabhängige Auftragnehmer eingestuft, also müssen die Arbeitgeber weder für Schutzmaßnahmen, Mindestlohns und Arbeitslosenversicherung aufkommen. Und das gibt es nicht nur in den USA, in Deutschland gibt es diese Form von Schein-Unternehmen, etwa bei den Sub-Unternehmern der Lieferdienste oder – ganz neu – bei den Juicern der Scooter-Firmen.

Auch sie stehen vollkommen schutzlos da. Ausbeuterisch waren diese Vertragsverhältnisse auch schon vor der jetzigen Krise, doch die Pandemie wirke als ein Multiplikator, der für diese gefährdeten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Absturz ins Elend bedeutet, argumentiert Dubal.

Marko bestätigt "Corona-Camp": Red Bull wollte Fahrer absichtlich infizieren

  Marko bestätigt Das ist kein Witz: Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko würde Max Verstappen & Co. am liebsten absichtlich mit dem Coronavirus infizieren Helmut Marko ist im Formel-1-Paddock bekannt als krisenfester Pragmatiker - ein Ruf, dem er während der Coronavirus-Pandemie einmal mehr gerecht wird. Bereits vor einigen Tagen machte das Gerücht die Runde, er habe seinen Fahrern empfohlen, sich absichtlich mit dem SARS-CoV-2-Virus anzustecken, damit sie rasch Corona-immun werden. Eine Idee, die er nun ausdrücklich bestätigt.

Kein Geld zum Tanken

Für den Fahrer Ahmed wird die Situation kritisch. Er muss fahren und den Schutz seiner Gesundheit ignorieren. Ein Mindestlohn steht ihm nicht zu, also verdient er noch weniger als zuvor. Ahmed weiß nicht, wie er die Miete oder das Essen zahlen soll. Selbst zum Tanken wird es bald nicht reichen.

Das ist die soziale Kehrseite der Milliarden, die im Silicon Valley verdient werden. "Die Gig-Firmen haben Arbeiter zur Schaffung von Reichtum und Profit eingesetzt, aber sie haben sich geweigert, sie als Menschen zu behandeln, die einen grundlegenden Schutz benötigen."

Quelle: Guardian

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