Auto Fünf Teams drohen mit Berufung - Racing Point-Urteil mit Widersprüchen

14:06  08 august  2020
14:06  08 august  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Mercedes mit auf der Anklagebank - Renault klagt gegen Racing Point

  Mercedes mit auf der Anklagebank - Renault klagt gegen Racing Point Renault hat gegen die Mercedes-Kopie protestiert. Das war zu erwarten. Trotzdem ergeben sich Fragen. Warum gerade jetzt? Warum ausgerechnet die Bremsbelüftungen? Und wie kann Mercedes da mithineingezogen werden?So konsequent hat bis jetzt noch kein Team bei einem anderen abgekupfert. Wenn es denn beim Kopieren nach Augenschein geblieben ist. Dass Racing Point das Lager gewechselt hat, zeigte sich schon letztes Jahr beim GP Japan. Da reichten die Engländer einen Protest gegen die Bremskraftverteilung im Renault R.S.19 ein. Und Racing Point gewann den Prozess. Was Renault wichtige Punkte im Kampf um Platz 5 in der WM gekostet hat.

Racing Point hat im Copyright-Streit um die Bremsbelüftungen gewonnen und verloren. Die Bremsschächte sind legal und dürfen weiter verwendet werden. Der Designprozess verstößt jedoch gegen das Sportliche Reglement. Deshalb gibt es eine Geldstrafe und Punktabzug.

Das Team Racing Point wird abgestraft, weil es verbotenerweise Teile des Vorjahres-Mercedes kopiert hat. Konkret handelt es sich um die hinteren Bremsschächte, gegen die Konkurrent Renault erfolgreich Protest eingelegt hat. Racing Point hat 24 Stunden Zeit, um gegen das Urteil Berufung einzulegen.

  Fünf Teams drohen mit Berufung - Racing Point-Urteil mit Widersprüchen © xpb

Der Streit um die Mercedes-Kopie von Racing Point geht in die nächste Runde. Renault, Ferrari, McLaren, Williams und Racing Point haben vor Ablauf der Frist am 8. August um 9.30 Uhr englischer Zeit ihre Absicht angemeldet, gegen das Urteil der Sportkommissare in Berufung zu gehen. Sie haben nun 96 Stunden Zeit, diese Absicht zu bestätigen. Während Mercedes-Teamchef Toto Wolff rät, die Sache mit dem Urteil abzuschließen, um die WM nicht weiter zu beschädigen, ist das Kapitel für die meisten anderen Teams noch nicht beendet.

Klare Unterschiede zu Mercedes - Racing Point im Kopie-Streit siegessicher

  Klare Unterschiede zu Mercedes - Racing Point im Kopie-Streit siegessicher Racing Point-Teamchef Otmar Szafnauer und Renault-Technikchef Marcin Budkowski lieferten sich in Budapest einen ersten Schlagabtausch zu dem Protest, den Renault letzte Woche auf den Rivalen abgefeuert hat.Die Techniker des Weltverbandes werden die Beweisstücke nun sichten und bewerten und ihre Meinung dazu den Sportkommissaren zukommen lassen. In der Zwischenzeit hat Racing Point drei Wochen Zeit nachzuweisen, dass die beanstandeten Komponenten in Eigenleistung ohne Hilfe eines Mitbewerbers konstruiert worden sind.

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Deutliche Worte von Zak Brown

Den Rebellen geht es um zwei Dinge. Das Strafmaß und eine künftige Regelung, wie man Nachbauten eines kompletten Autos verbieten kann. Renault, Ferrari und McLaren sind mit dem Urteil selbst zufrieden. Sie stören sich nur an den Sanktionen, die ihrer Meinung nach zu niedrig ausgefallen sind. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto fasst das Unbehagen in einen Satz: "Man muss zwei Dinge auseinanderhalten. Das Urteil bestätigt, dass der Designprozess der Bremsbelüftungen einen klaren Bruch der Regeln darstellt. Die Frage ist, ob die Strafe für das Vergehen angemessen ist."

McLaren-Chef Zak Brown wird deutlicher: "Ich frage mich, wie Teile, die illegal erstellt wurden, weiter am Auto sein dürfen. Was in Österreich illegal war, muss es auch für den Rest der Saison sein. Alles andere würden die Fans nicht verstehen. Deshalb wirft das Urteil für uns mehr Fragen als Antworten auf."

Streit um Racing Point-Upgrades - Homologations-Schlupfloch für 2021

  Streit um Racing Point-Upgrades - Homologations-Schlupfloch für 2021 Racing Point kommt nicht zur Ruhe. Der Protest von Renault ist noch nicht vom Tisch, da laufen die anderen Teams schon wieder Sturm gegen die Mercedes-Kopie. Es geht um ein Schlupfloch bei der Homologation.Im Zuge der Sparmaßnahmen hatte die FIA insgesamt 40 Bereiche am Auto und der Boxenstopp-Ausrüstung auf die Homologationsliste gesetzt. Sie dürfen bis Ende 2021 nicht modifiziert werden. Nur die Aerodynamik ist davon nicht betroffen.

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Racing Point zählt auf dem Papier zu den kleinen Teams . Und man ist Kunde von Mercedes. Besitzer Lawrence Stroll wäre in der Lage, einen Budgetdeckel von 145 Millionen zu stemmen. Die Topteams hätten gegenüber Racing Point dann nur noch bei den Ausnahmen einen Vorsprung.

Renault-Kollege Cyril Abiteboul sieht es genauso: "Racing Point kann den Vorteil, den sie sich auf illegale Weise verschafft haben, den Rest der Saison nutzen. Das ist bedenklich, wenn man sich vor Augen führt, dass die Tests von Bremsbelüftungen rund 20 Prozent deiner ganzen Windkanalzeit auffressen. Wer sich das sparen kann, hat anderswo einen Vorteil."

Ein Fall voller Komplikationen

Die Sportkommissare haben in dem komplizierten Fall versucht, es allen Parteien Recht zu machen, dabei aber die Außenwirkung unterschätzt. Für die breite Masse ist ein Teil, das mit regelwidrigen Prozessen erstellt wurde, selbst regelwidrig. Das Urteil aber unterscheidet zwischen dem Teil und dem Prozess. Man könnte nun aber auch argumentieren, dass Racing Point die beanstandeten hinteren Bremsbelüftungen in der aktuellen Ausführung gar nicht am Auto hätte, hätten sie nicht Schützenhilfe von Mercedes bekommen. Andere werden ins Feld führen, dass dieses Problem nur entstand, weil die FIA zum Jahreswechsel 2019/2020 den Status der Luftschächte geändert hat. Von einer Komponente, die man einkaufen durfte zu einer, die man plötzlich selbst konstruieren musste.

Keine Token für McLaren - Token-Regelung in der Kritik

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Eine zusätzliche Komplikation dabei ist, dass die Sportkommissare zwischen vorderen und hinteren Bremsbelüftungen unterscheiden. Für beide Komponenten lagen 2019 bei Racing Point völlig legal dreidimensionale CAD-Modelle, Daten und Zeichnungen der entsprechenden Teile des Mercedes W10 aus dem Vorjahr auf dem Tisch. Trotzdem wird der Designprozess unterschiedlich bewertet. Weil die vorderen Bremsschächte am 2019er Racing Point eingesetzt wurden, sind sie Bestandteil des geistigen Eigentums von Racing Point, auch wenn das Original von Mercedes stammt. Die Unterlagen für die hinteren Bremsbelüftungen dagegen wanderten zunächst ungenutzt ins Archiv. Man konnte die Mercedes-Konstruktion nicht verwenden, weil das Fahrzeugkonzept des RP19 ein völlig anderes war.

Der Fehler von Racing Point liegt darin, die Informationen dennoch für das 2020er Auto verwendet zu haben, das nun dem gleichen Aerodynamikkonzept folgte wie der Mercedes. Und das im Wissen, dass man jetzt dieses Teil selbst entwickeln musste. Es dennoch auf der Basis der Mercedes-Bremsschächte getan zu haben, war ein klarer Regelverstoß. Der Zeitpunkt, wann das passiert ist, spielt keine Rolle. Auch kleine Änderungen am Grundkonzept nicht. Das Teil blieb auf dem Papier eine Konstruktion von Mercedes.

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Renault beklagt uneinheitliche Strafen

Das nun auch Racing Point eine Berufung ankündigt, liegt auf der Hand. Ales andere wäre ein Schuldeingeständnis. Im Gegensatz zu den anderen Teams wird der Beklagte versuchen, den angeblich illegalen Designprozess anzufechten, in der Hoffnung, dass Zivilrichter anders entscheiden als Sportkommissare. Die Kläger haben dagegen einen Etappensieg bereits erzielt. Für sie geht es nur um die Frage, ob 400.000 Euro Strafe und der Abzug von 15 Punkten den Wettbewerbsvorteil, den sich Racing Point durch Abkürzen des Entwicklungsprozesses erschlichen hat, angemessen abbilden. Und warum Racing Point weiter ein Teil einsetzen darf, das sie nicht selbst konstruiert haben, so wie es die Regeln verlangen.

Cyril Abiteboul verweist auf einen ähnlich gelagerten Fall mit einem ganz anderen Urteil. Renault wurde letztes Jahr nach dem GP Japan disqualifiziert, weil die automatische Bremsbalance-Verstellung eine unerlaubte Fahrhilfe darstellte. Das System musste für alle weiteren Rennen ausgebaut werden. Auch hier war die Technik selbst legal, der Betrieb aber nicht. Auch hier entsprach Renault dem Technischen Reglement, nicht aber dem Sportgesetz. "Wir wurden für ein ähnliches Vergehen härter bestraft. Das ist nicht schlüssig", beschwert sich Abiteboul.

„Keine 8 oder 9 Mercedes-Kopien“ - FIA will Kopien verhindern

  „Keine 8 oder 9 Mercedes-Kopien“ - FIA will Kopien verhindern Die Sportkommissare wollten es mit dem Urteil in der Causa Racing Point allen Recht machen. Tatsächlich aber ist es kein Kompromissurteil. Weil es zu viele Widersprüche gibt. Racing Point behauptet, nichts falsch gemacht zu haben. Renault und Ferrari sind die Sanktionen zu gering. Und die Fans sind verwirrt.Der Beklagte wehrt sich gegen die Einschätzung der Sportkommissare, dass die Entwicklung der hinteren Bremsbelüftungen am Racing Point RP20 mit unerlaubter Hilfestellung von Mercedes erfolgt ist. Die Kläger finden das Urteil mit 15 Punkten Abzug und 400.000 Euro Strafe zu milde.

Toto Wolff sieht dagegen gar keine Möglichkeit, Racing Point nach den gleichen Maßstäben zu bestrafen. Man könnte ihnen natürlich alle Punkte für die Rennen streichen, bei denen Renault protestiert hat. Doch wie will man den Rennstall dann zwingen, andere Bremsbelüftungen zu bauen? "Jede Neukonstruktion würde ein ähnliches Produkt ergeben. Das Wissen ist ja im Kopf." Und was passiert auf dem Weg dorthin? Muss Racing Point alle Rennen aussetzen, bis die Ingenieure neue hintere Bremsbelüftungen konstruiert haben? Viele Fragen, auf die auch keine der Protestparteien eine Antwort weiß.

Claire Williams wirft nicht ganz zu Unrecht ein, dass die Entscheidung in diesem Fall auch schwerwiegende finanzielle Auswirkungen hat. Die Teams bekommen je nach Platzierung in der Konstrukteurs-WM Geld. Wenn es Racing Point weiter erlaubt ist Teile einzusetzen, die nach Ansicht der Sportkommissare nicht regelkonform entstanden sind, kann das andere Teams Positionen in der Gesamtwertung und damit viel Geld kosten. Zak Brown stellt auch die Frage, warum nur das Team mit Punktabzug bestraft wird: "Auch die Fahrer hatten einen Vorteil, in einem Auto mit illegalen Komponenten gefahren zu sein."

Kopieren anhand von Fotos möglich?

Renault und McLaren geht es auch um eine generelle Regelung, was in Zukunft erlaubt ist und was nicht. Beide fürchten als Konstrukteure ohne Allianzen um ihre Zukunft. Sie wollen nicht gegen einen Mercedes und sieben Kopien im Feld antreten. "Wir müssen uns jetzt fragen, ob nicht auch noch andere Teile an diesem Auto auf illegalen Weg entwickelt worden sind. Nach unserer Meinung ist es unmöglich, komplexe Formen ausschließlich anhand von Fotos bis ins kleinste Detail nachzubauen. Wenn es so einfach wäre, wie die Gegenseite behauptet, wäre es schon viel früher passiert. Und jeder würde es tun", poltert Brown.

Schuss könnte nach hinten losgehen - Mercedes bei Motor am meisten betroffen?

  Schuss könnte nach hinten losgehen - Mercedes bei Motor am meisten betroffen? Die FIA will den Qualifikationsmodus verbieten und 2021 noch einmal den Abtrieb zum Schutz der Pirelli-Reifen reduzieren. Beide Maßnahmen kommen überraschend und lassen den Schluss zu, dass die WM spannend gemacht werden soll. Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen.Beide Maßnahmen kommen aus heiterem Himmel. Die Beschränkung auf eine Motoreinstellung für Qualifikation und Rennen wird damit begründet, dass es immer schwieriger werde zu überprüfen, ob die Antriebseinheiten regelkonform betrieben werden. Der Fall Ferrari war der FIA eine Warnung. Die FIA kam erst hinter die Tricksereien, als ein Mitbewerber Informationen über den mutmaßlichen Betrug lieferte.

Abiteboul räumt zumindest ein, dass Kopieren immer schon ein Kavaliersdelikt in der Formel 1 war und dass moderne technische Werkzeuge bei diesem Prozess heute helfen. "Deshalb ist es so wichtig, dass uns das Reglement klare Grenzen setzt. Wir sind nicht gegen Kundenteams, sondern gegen Kundenautos." Toto Wolff sieht wenig Möglichkeiten, das Kopieren einzuschränken. "Letztes Jahr hat ein Mitbewerber unser Auto in der Boxengassse mit einer 3D-Kamera eingescannt. Das kannst du nur verhindern, wenn du die Fotografen aussperrst." Es würde schon reichen, 3D-Kameras an der gesamten Rennstrecke zu verbieten. Das könnte die FIA praktisch über Nacht entscheiden.


Video: Vettel: «In gewisser Weise Entscheidung getroffen» (glomex)

Vorzeitiges Ende im Kopierstreit? - Renault zieht Berufungsantrag zurück .
Renault will nun doch nicht gegen die FIA-Entscheidung im Racing-Point-Kopierstreit in Berufung gehen. Damit bleiben nur noch Ferrari und Racing Point selbst, die das erste Urteil anfechten wollen. Ziehen auch sie zurück?Am Ende wurde ein salomonisches Urteil gefällt. Racing Point habe bei der Entwicklung seiner Bremshutzen eine unlautere Abkürzung genommen, entschieden die Kommissare. Die Strafe dafür fiel allerdings relativ mild aus: Dem Rennstall wurden 15 WM-Punkte abgezogen. Dazu kam noch eine Geldstrafe in Höhe von 400.000 Euro.

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