Auto Silverstone auf den Kopf gestellt - Wie löste Mercedes das Reifenproblem?

18:07  17 august  2020
18:07  17 august  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

„Wir hätten es anders gemacht als Ferrari“ - Mercedes-Fahrerwahl erst im Sommer

  „Wir hätten es anders gemacht als Ferrari“ - Mercedes-Fahrerwahl erst im Sommer Mercedes-Teamchef Toto Wolff will erst ein paar Rennen abwarten, bevor die Fahrerwahl für das kommende Jahr getroffen wird. Eine frühzeitige Entscheidung, wie sie Ferrari und McLaren getroffen haben, sieht der Österreicher kritisch.Nach dem Erdbeben auf dem Fahrermarkt, das durch die Trennung von Ferrari und Sebastian Vettel Mitte Mai ausgelöst wurde, warten nun alle auf die Entscheidung von Mercedes. Beim Silberpfeil-Team gibt es noch gar keine fixen Verträge für die kommende Saison. Und das wird wohl auch noch eine Weile so bleiben, wie Teamchef Toto Wolff in einer Video-Konferenz mit der deutschen Presse verriet.

Das Reifenproblem in Silverstone sei allerdings nicht so einfach zu lösen , glaubt der Mercedes -Techniker. Denn: "Das Auto des Vorjahres litt nicht Was Mercedes entgegenkommt, sind die großen Datenmengen, die das Team an den beiden Silverstone -Wochenende sammeln konnte.

Mercedes begibt sich nach der Niederlage in Silverstone auf Spurensuche des Reifenproblems Das seien dann in weiterer Folge "Quellen für zukünftige Entwicklungen" gewesen. Das Reifenproblem in Silverstone sei allerdings nicht so einfach zu lösen , glaubt der Mercedes -Techniker.

Weder Vorder- noch Hinterreifen machen am Mercedes mit der Startnummer 44 Probleme. © xpb Weder Vorder- noch Hinterreifen machen am Mercedes mit der Startnummer 44 Probleme.

Eigentlich standen die Vorzeichen für eine weitere Mercedes-Pleite gut. Die katalanische Sonne heizte den Belag auf 50 Grad auf. Barcelona ist auch eine Strecke, die den Reifen viel abverlangt. Max Verstappen sprengte das Mercedes-Duo gleich beim Start. Elf Runden lang hielt sich der Holländer im Zweisekunden-Fenster von Lewis Hamilton. Doch dann machte der Weltmeister ernst. Fünf schnelle Runden in Folge, und schon war der Mercedes mit der Startnummer 44 auf 4,4 Sekunden am Horizont entschwunden. Da wusste Verstappen bereits, dass er das Rennen verloren hatte.

Andy Cowell verlässt Mercedes - Neue Führung im Motorenwerk

  Andy Cowell verlässt Mercedes - Neue Führung im Motorenwerk Mercedes muss eine neue Führungsstruktur im Motorenwerk in Brixworth einsetzen. Andy Cowell, der Chef der Antriebsabteilung, wird das Unternehmen im kommenden Jahr verlassen.Die Verantwortlichkeiten im Motorenwerk in Brixworth sollen ab dem 1. Juli auf mehrere Schultern verteilt werden. Die neue Führungsmannschaft besteht aus Hywel Thomas, der als Managing Director direkt für den F1 Antriebsstrang verantwortlich ist, Adam Allsopp, dem Project One Powertrain Director sowie Operations Director Richard Stevens und Finance & IT Director Ronald Ballhaus.

Nur zwei Wochen später stellte sich das Bild auf den Kopf . Mercedes versuchte das gesamte Training über sein Reifenproblem zu lösen . Vettel glaubt deshalb, dass man im Rennen mit den Mercedes rechnen muss: „Die haben immer noch ein sauschnelles Auto.

Auf gegenständlicher Ebene bedeutet " auf den Kopf stellen " zunächst, einen Gegenstand umzudrehen und mit der bisherigen Oberseite nach unten umgangssprachlich; Sich buchstäblich auf den Kopf zu stellen ist eine ziemlich anstrengende und schwierige gymnastische Übung.

Hamilton hatte mit seinem Verfolger nur gespielt. "Lewis hätte zu diesem Zeitpunkt zwei Sekunden pro Runde schneller fahren können", bestätigte Teamchef Toto Wolff. Und Red Bull-Zerberus Helmut Marko bilanzierte ernüchtert: "Wir waren langsamer und hatten einen höheren Reifenverschleiß." Wie konnte das sein, nur eine Woche nach dem Reifendrama von Mercedes in Silverstone? Warum kehrten sich die Verhältnisse plötzlich ins Gegenteil? Hat Red Bull in Silverstone etwa alles richtig und Mercedes alles falsch gemacht?

Vier Faktoren pro Mercedes

Natürlich hat man in Brackley die Niederlage nicht auf sich sitzen lassen. Es wurde viel analysiert, gerechnet und simuliert, um aus Barcelona kein zweites Silverstone werden zu lassen. "Am Ende haben wir gar nicht so viel geändert", traf Hamilton den Nagel auf den Kopf. "Und ich habe das gleiche Reifenmanagement betrieben wie immer. Es gab höchstens Anpassungen im Detail." Der größte Unterschied lag in den Rahmenbedingungen. Die im Vergleich zu den Silverstone-Rennen größere Hitze spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle.

„Wir sind ab 2022 profitabel“ - Interview mit Mercedes-Teamchef Toto Wolff

  „Wir sind ab 2022 profitabel“ - Interview mit Mercedes-Teamchef Toto Wolff Mercedes-Teamchef Toto Wolff nimmt im Gespräch mit auto motor und sport Stellung zur aktuellen Überlegenheit der Silberpfeile, den Auswirkungen des Sparkurses, den Herausforderungen des Budgetdeckels und dem Streit um Racing Point.Wolff: Ich weiß nicht, wo die anderen ihre Schwachstellen sehen oder ihre Stärken. Ich kann nur uns beurteilen. Wir sind letztes Jahr auf der Motorenseite durch Ferrari so herausgefordert worden, dass wir neue Wege gegangen sind, um Leistung zu finden. Sehr stark war da auch die Kooperation zwischen Brixworth und Brackley. Die beiden Abteilungen haben wirklich an einem Strang gezogen und Aero gegen Power klar gewichtet.

Die neuen Mercedes -Felgen werden kontrovers diskutiert. Und obwohl die FIA sie als legal einstuft, fuhr das Team zuletzt nicht damit. Ein Team, das dieses Reifenproblem nicht hat, das hat von diesen gelochten Felgen, die die Reifen besser kühlen, erstmal überhaupt nichts", erklärt Nimmervoll.

Anmerkung: Die Redewendung hat nichts zu tun mit der vor- oder nachgestellten Redewendung und wenn du Dich auf den Kopf stellst ; diese drückt aus, dass der Sprecher etwas, was der Angesprochene gesagt oder getan hat, niemals akzeptieren wird.

Vier Faktoren haben Mercedes in die Karten gespielt. Erstens das Streckenlayout. In Barcelona gibt es drei Kurven, wo über lange Radien hohe Kräfte in den kurvenäußeren Reifen eingeleitet werden. In Silverstone waren es zwölf. Zweitens der Streckenbelag: Der Asphalt in Silverstone ist laut Mercedes-Teamchef Toto Wolff glatt wie ein Spiegel, der in Barcelona rau wie ein Reibeisen. Drittens die Reifen: Pirelli lieferte die drei härtesten Mischungen in seinem Portfolio und reduzierte mit 23 und 20,5 PSI die Luftdrücke wieder auf ein normales Maß. Beim zweiten Silverstone-Rennen rollten die Autos bei Drücken bis 27 PSI auf Ballonreifen. Und viertens verlangt der Circuit de Catalunya nach mehr Abtrieb als Silverstone.

Mercedes trifft Vorkehrungen

Damit war schon mal eine Gefahr gebannt. Die Reifen warfen keine Blasen. Das Hauptproblem war klar abgesteckt. Hoher Verschleiß. Damit drohte Mercedes in der Theorie eher das Problem des ersten Silverstone-Rennens. Doch wegen der Streckencharakteristik weniger stark. Es waren viel weniger Kurven da, die dem Reifen den Gummi von der Lauffläche ziehen. Außerdem stand ein Einstopp-Rennen für keinen zur Debatte, und es gab auch kein frühes Safety Car, dass die Teams zu einem Stopp getrieben hätte. Nur drei Fahrer versuchten es, und die saßen in viel langsameren Autos wie der Mercedes.

„Pace über Nacht weg“ - Enttäuschung bei Racing Point

  „Pace über Nacht weg“ - Enttäuschung bei Racing Point Racing Point galt in Silverstone als einer der heißesten Kandidaten für das Podium. Doch im Qualifying sprangen nur die Startplätze sechs und 13 heraus. Nun machen sich die Ingenieure auf die Suche nach der fehlenden Pace."Wir haben uns das Streckenlayout angeschaut und gedacht, da sollte für uns viel möglich sein. Doch dann sind wir heute mehre Zehntel von der Rundenzeiten entfernt geblieben, die wir uns eigentlich ausgerechnet hatten", erklärte Technikchef Andy Green enttäuscht. "Über Nacht haben wir irgendwie Pace verloren. Dafür suchen wir gerade eine Erklärung.

Kühle Luft und klarer Kopf dank Ventilator & Co. Stellen Sie Ihre Einparkkünste auf die Probe. „Dann schauen wir schön aus der Wäsche“ Mit Hochdruck sucht Mercedes den Ausweg aus dem Gummi-Teufelskreis. Mit mehr Reifendruck fürs zweite Rennen konnte das Problem gelöst werden.

Silverstone – Die Formel-1-WM ist keine Soloshow von Mercedes mehr. Red-Bull-Pilot Max Verstappen durchbrach am Sonntag mit einem Triumph beim Jubiläums-Grand-Prix in Silverstone die Dominanz der schwarz lackierten Silberpfeile. Der Niederländer setzte sich vor WM-Leader Lewis

Der Titelverteidiger hatte aber auch Vorkehrungen getroffen, die es weder zu einem Silverstone 1-Szenario oder einem Silverstone 2-Drama kommen ließen. Schon am Freitag wurde viel Arbeit investiert, die Autos perfekt auszubalancieren. Da hatte man aus den beiden England-Episoden gelernt. Im ersten Silverstone-Rennen musste der Vorderreifen zu stark leiden, im zweiten der Hinterreifen. Außerdem setzte Mercedes auf maximalen Abtrieb. Man konnte sicher sein, in die erste Startreihe zu fahren. Da war der Topspeed egal. Für Hamilton zumindest. Valtteri Bottas hätte ihn gebrauchen können, doch der Finne kam Max Verstappen nie richtig nahe, um einen Angriff zu starten. Außerdem war Hamilton in einer viel komfortableren Lage, das Tempo im ersten Stint zu bestimmen. Verstappen hatte nicht seinen Speed.

Dass Mercedes am Ende 24 Sekunden vor Red Bull ins Ziel kam und trotzdem die Reifen besser schonte, ist kein Widerspruch, sondern logisch. Auf dem rauen Asphalt bestimmte der Rutschfaktor den Verschleiß, nicht die Kräfte auf den Reifen durch hohen Anpressdruck. Die Red Bull waren mit weniger Abtrieb unterwegs und rutschten mehr. Das kostete Reifengummi. Diese Erfahrung hatte man übrigens schon in Budapest gemacht. Es zeigte sich aber auch wieder, wie wichtig die Führungsposition ist. Bottas war nach dem schlechten Start gezwungen dann Gas zu geben, wenn es der Reifen gar nicht gebrauchen konnte. Dafür bezahlte er. Hamilton wäre es im umgekehrten Fall genauso gegangen.

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Mercedes könnte "dumm" aussehen: Droht Reifenproblem auch in Spanien? Mercedes begibt sich nach der Niederlage in Silverstone auf Spurensuche des Reifenproblems - In Spanien werden ebenso heiße Temperaturen erwartet ».

So müssen wir auch jetzt an das Reifenproblem rangehen. Bis jetzt ist Gott sei Dank niemand verletzt worden. Die Welt: An diesem Wochenende gastiert die Formel 1 auf dem Nürburgring. Die Betreibergesellschaft ist pleite, eigentlich kann man sich teure Grand-Prix-Wochenenden hierzulande


Galerie: Mercedes erstmals unter Druck - Formcheck GP 70 Jahre F1 (auto motor und sport)

Abstand zu Mercedes schrumpft - Red Bull mit Steigerung in Spa .
Red Bull konnte den Rückstand auf Mercedes im Spa-Qualifying in Grenzen halten. Die Piloten erklärten anschließend, wie man das Auto über das Wochenende weiterentwickeln konnte und was im Rennen drin ist.Man muss den Rückstand ins Verhältnis zur Streckenlänge setzen. Und da die Ardennen-Achterbahn in Spa-Francorchamps mit 7,004 Kilometer der längste Kurs im Kalender ist, ließ sich einfach ausrechnen, dass Red Bull pro Kilometer dieses Jahr im Qualifying noch nie so wenig Zeit verlor wie beim GP Belgien.

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