Auto Neue Gegner, andere Strategien - Probleme für Ferrari und Racing Point

02:50  23 august  2020
02:50  23 august  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Ferrari-Demofahrt: Leclerc mit SF1000 auf öffentlichen Straßen in Maranello

  Ferrari-Demofahrt: Leclerc mit SF1000 auf öffentlichen Straßen in Maranello Formel-1-Star Charles Leclerc hat bei einer besonderem Demofahrt in Maranello den aktuellen Ferrari SF1000 auf öffentlichen Straßen bewegt "Normalerweise bin ich kein Frühaufsteher, aber heute morgen hatte ich einen guten Grund dazu", sagt Charles Leclerc. Der Formel-1-Fahrer bewegte seinen aktuellen SF1000 in der Ferrari-Heimatstadt Maranello. "Vielleicht habe ich ein paar Leute aufgeweckt, aber es war einfach großartig, mit dem SF1000 durch diese Straßen zu fahren", meint er.Und Ferrari hatte sich eine besondere Route ausgedacht: Ausgangspunkt war das Ferrari-Werksgelände.

Für Racing Point eine ganz neue Erfahrung. In den letzten Jahren kam das Team aus Silverstone immer Weil die Ähnlichkeit zum 2019er Mercedes so groß ist, wittern die Gegner einen Daten- und Racing Point ist von einem Extrem ins andere gegangen. Vorher hatten sie eines der am

Eigentlich wollte Ferrari mit einer große Ausbaustufe anreisen. Der neue Frontflügel und ein modifizierter Ferrari wird in den Kampf ganz vorne sicher nicht eingreifen können. Es wäre schon ein Erfolg Doch McLaren, Racing Point und Renault sind harte Konkurrenten. Budapest wird ein guter

  Neue Gegner, andere Strategien - Probleme für Ferrari und Racing Point © F1/FIA

Ferrari fühlt sich zu Unrecht kritisiert. Beim GP Spanien sorgte der Dialog zwischen Sebastian Vettel und seinem Renningenieur Ricardo Adami für Verwunderung. Einmal sollte Vettel Gas geben, dann wieder auf seine Reifen aufpassen, damit sie bis zur Zielflagge halten. Das alles spielte sich innerhalb von nur fünf Runden ab. Tatsächlich hat Ferrari unter dem Strich alles richtig gemacht. Der Weg dorthin wirkte aus Sicht der TV-Zuschauer allerdings reichlich unkoordiniert. Teamchef Mattia Binotto wehrte sich: "Wir sprechen offen am Funk, da sieht man manchmal unglücklich aus. Doch über die Kommunikation kamen wir zur besten Strategie."

Konstrukteurs- oder Copy-WM? - McLaren begrüßt Renault-Protest

  Konstrukteurs- oder Copy-WM? - McLaren begrüßt Renault-Protest Mercedes gewinnt die Rennen, Racing Point bestimmt die Schlagzeilen. McLaren ist zwar kein Freund von Protesten, erachtet den Renault-Einspruch gegen den RP20 aber als wichtig. Weil es um die grundsätzliche Ausrichtung der Formel 1 geht. Wohin geht die Formel 1?Ferrari praktiziert es mit Haas, Red Bull mit Alpha Tauri: Doch nie waren die Ähnlichkeiten zwischen A- und B-Auto so frappierend wie zwischen dem Mercedes W10 von 2019 und dem Racing Point RP20 von 2020. Darf man so weit gehen oder wurden hier Grenzen im Reglement übertreten? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Sportkommissare.

Ferrari dagegen ist in der Wirklichkeit angekommen. Unser Formcheck nach dem Saisonstart. 7/22 Red Bull versuchte, Mercedes mit Protesten und alternativen Strategien aus der Reserve zu locken. Racing Point könnte eine harte Nuss werden. Im Renntrim liegen McLaren, Ferrari und Racing

Die Kundenteams haben andere Probleme . Die neue Reifenkonstruktion hat eine eckigere Form. Der letzte Plan ist, dass am 6. und 7. Oktober noch zwei Testtage in Barcelona eingeschoben werden, an denen Mercedes, Ferrari und Red Bull die neue Konstruktion für 2020 ausprobieren.

Das Herantasten an die beste Strategie vor einem Millionenpublikum hat einen Grund. Ferrari lernt gerade, dass Rennen im Verfolgerfeld anders ablaufen als an der Spitze. Das gleiche passiert Racing Point, nur andersherum. Der englische Rennstall fuhr traditionell im hinteren Teil des Mittelfeldes. Jetzt aber kommen mit den beiden Ferrari und dem zweiten Red Bull neue Gegner dazu, und es geht nicht mehr nur um die Plätze 5 bis 10. Insgeheim schielt Racing Point auch auf den dritten Podiumsplatz, sollte einer aus dem Spitzentrio in Schwierigkeiten kommen. Teamchef Otmar Szafnauer erklärt: "Dort, wo wir jetzt fahren, gelten andere Gesetze als dort, wo wir bisher gefahren sind."

Racing Point verschenkt Plätze

Gerade in den ersten Rennen verschenkte Racing Point den ein oder anderen Platz. Sergio Perez verzichtete beim Saisonauftakt in der zweiten Safety Car-Phase auf einen zweiten Reifenwechsel, nur um eine Position gegen Alexander Albon zu gewinnen. Der Mexikaner wurde nach dem Re-Start von seinen Gegnern schnell wieder aufgeschnupft. Sie hatten die besseren Reifen. Beim zweiten Grand Prix in Spielberg ließ Racing Point ein Duell seiner beiden Fahrer zu, was Lando Norris zum Aufschließen und zum Überholen einlud. Der McLaren hatte auch noch die frischeren Reifen, weil er später an die Boxen gegangen war als seine Gegner.

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  Urteil ist Auslegungssache - Das Problem des Renault-Protests Der Protest von Renault gegen Racing Point könnte zum Streit der Ansichten ausarten. Weil die Bremsbelüftungen 2019 noch nicht zu den Teilen zählten, die man zwingend selbst konstruieren musste. Wir haben mit dem FIA-Technikchef gesprochen. Die Grube hat sich die FIA selbst gegraben. Natürlich ohne zu wissen, dass sie einmal in diese hineinfallen könnte. Im letzten Jahr zählten die Bremsbelüftungen noch nicht zu jenen Komponenten, die ein Team zwingend selbst ohne Hilfe eines Mitbewerbers konstruieren muss. Seit 2020 sind sie Teil der sogenannten "Listed Parts".

Renault und Racing Point machten es umgekehrt. Und Ferrari brach die Longruns früher ab, um in den letzten Trainingsminuten Mercedes noch vom Thron zu stoßen. Obwohl sich Charles Leclerc verbessern konnte, reichte es nicht. Es war einfach zu viel Verkehr auf der Strecke.

Racing Point hat sich nicht einfach nur an die Spitze des Mittelfelds gesetzt. Die Pink Panther konnten die Top-Teams Ferrari und Red Bull im Qualifying Die starken Leistungen stellen die Teamführung vor ganz neue Probleme . Rennstall-Boss Otmar Szafnauer muss zusehen, dass seine Schützlinge

Beim GP Ungarn ließ Racing Point einen Undercut von Valtteri Bottas gegen Lance Stroll zu. Vielleicht ging man am Kommandostand des Mercedes-Kunden davon aus, dass man Bottas sowieso nicht halten kann. Im ersten Silverstone-Rennen überlegten die Strategen von Racing Point eine ganze Runde lang, ob es sinnvoll sei, Lance Stroll während des Safety Cars zum Reifenwechsel an die Boxen zu holen. Man entschied sich mit einer Runde Verspätung dafür. Was einen Platz an Norris kostete.

Für den Großteil der Fahrer war der "Gratis-Stopp" die richtige Entscheidung. Doch in diesem Fall wäre pokern vielleicht besser gewesen. Stroll hätte endlich freie Bahn gehabt, wenn er auf der Strecke geblieben wäre. Er hätte dann befreit Tempo machen und seine direkten Gegner mit dem späteren Boxenstopp überholen können.

Mehr Gegner für Ferrari als früher

Ferrari-Chefstratege Iñaki Rueda macht Wochenende für Wochenende eine neue Erfahrung. Bis zum letzten Jahr musste er ausschließlich die zwei Mercedes und Max Verstappen im Auge behalten. Jetzt kann er die drei Autos vergessen. Dafür sind ein Red Bull, zwei Racing Point, zwei McLaren, zwei Renault und zwei Alpha Tauri mit im Spiel. "Die Strategie ist komplizierter geworden", gibt der Spanier zu. "In den letzten Jahren bestand unsere Aufgabe darin, vor dem ersten Stopp eine ausreichend große Lücke aufzufahren. Dann waren wir unter uns mit sehr ähnlichen Rechenmodellen und wenigen Parametern. Jetzt kämpfen wir in einer Gruppe von Fahrern und Teams, die sehr eng zusammenliegen. Das zwingt uns, die Taktik oft Runde für Runde anzupassen."

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  Keine Token für McLaren - Token-Regelung in der Kritik Die Token-Regelung bei der Homologation von Entwicklungsteilen sorgt für Ärger. McLaren kann wegen des Motorwechsels 2021 gar keine Token mehr nehmen. Kundenteams können sich dagegen zwei sparen.Insgesamt wird das Auto in 77 Bereiche eingeteilt, von denen 40 der Homologation unterliegen. Standardkomponenten wie die seitliche Crashstruktur oder die Aerodynamik sind von dieser Regelung ausgenommen.

Racing - Point -Technikchef sicher: Ferrari und Haas verstoßen gegen die Regeln. Racing Point selbst habe damit "keine Probleme ", denn Szafnauer erklärt: "Wir designen sowieso selbst und stellen unsere eigenen Teile WRC - Rallye Monte-Carlo 2021: Neue Route mit Nachtprüfung am Samstag.

Ferrari geht als Favorit in den Bahrain GP: Leclerc und Vettel starten aus Reihe eins. Mercedes ist aber Geheimfavorit. Und auch Verstappen ist im Rennen. Ferrari und Mercedes haben jeweils zwei Autos vorne - somit könnten beide Teams ihre Strategien splitten. Der erste Stint wird dabei entscheidend

In diesem Feld aus elf Autos ist viel Dynamik im Spiel. Unterschiedliche Anzahl von Boxenstopps, unterschiedliche Reifenwahl, unterschiedliches Boxenstopp-Timing. Während die Ferrari-Ingenieure im letzten Jahr zwei Schachpartien parallel spielten, sind es jetzt fünf. Die Gegner sind dieses Multi-Tasking aus der Vergangenheit gewohnt. Ferrari muss es erst lernen. Rueda: "Verkehr war in der Vergangenheit kaum ein Faktor in unseren Strategieprogrammen. Jetzt ist er entscheidend."

Bestes Beispiel Barcelona. Ein zweiter Boxenstopp von Sebastian Vettel wäre fatal gewesen. Er wäre an das Ende eines Pulks aus sieben Autos gefallen und wäre wahrscheinlich punktelos geblieben. Durchhalten bis zum bitteren Ende war die einzige Option. Eine Strategie, die erst während des Rennens geboren wurde und Ferrari in Runde 47 noch nicht für möglich hielt, in Runde 51 aber schon. "Deshalb gibt es bei uns auch mehr Kommunikation am Funk als früher", entschuldigt sich Rueda.

Zwei Ferrari-Fehler

Bis jetzt muss sich der Ferrari-Kommandostand nur zwei Fehler ankreiden lassen. Charles Leclerc bekam beim GP Ungarn beim ersten Boxenstopp den Soft-Reifen mit auf die Reise. Es war schon am Freitag klar, dass diese Gummimischung als Rennreifen nichts taugte. Leclerc bezahlte dafür, weil er viel zu früh seinen zweiten Stopp einlegen musste und dann eine umso längere Restdistanz vor der Brust hatte. Vettel verweigerte sich diesem Reifentyp. Ferrari hörte auf ihn. So sprang am Ende noch ein sechster Platz heraus.

Bremsbelüftungen auf dem Tisch - Wende im Racing-Point-Streit

  Bremsbelüftungen auf dem Tisch - Wende im Racing-Point-Streit Das Urteil im Streit um die Bremsbelüftungen zwischen Racing Point und Renault wird diese Woche erwartet. Wie inzwischen bekannt wurde, hatte Racing Point die Bremshutzen des 2019er Mercedes als Vorlage im Haus. Und die FIA wusste davon.Vorbild war der Mercedes W10 aus dem Vorjahr. Das war nicht die einzige Ähnlichkeit zwischen dem aktuellen Racing Point und dem alten Mercedes. Das ganze Auto sieht aus wie eine pink lackierte Kopie des 2019er-Weltmeisterautos.

Otmar Szafnauer erklärt, dass Racing Point schon immer gut im Kopieren anderer Ideen war, und Aber durch CFD- und Windkanalsimulationen immer neuer Designs und Redesigns kamen wir da Haas und Ferrari praktizieren selbst eine enge technische Kooperation, und Alfa Romeo hängt bei

Red Bull gegen Mercedes, Mercedes gegen Ferrari , Ferrari gegen alle. Was wäre die Formel 1 ohne das Rennen 0,929 Sekunden auf den Racing Point , der nichts weiteres ist als ein modifizierter Die Aerodynamiker lieferten neue Teile, die sich auf Anhieb bewährten. Der McLaren ist auf eine Runde

Im zweiten Silverstone-Rennen holte man Vettel zu früh an die Box. Davor war Vettel konstante Rundenzeiten gefahren. Kein Zeichen von kritischer Abnutzung. "Ich hätte noch zehn Runden weiterfahren können. Dann wäre ich auch nicht in den Verkehr gefallen. Wir haben exakt das gemacht, was wir vermeiden wollten", beschwerte sich der Deutsche hinterher.

Hier hätte er vielleicht auch selbst etwas bestimmter auftreten müssen, um die Ingenieure davon zu überzeugen, dass es besser gewesen wäre, zu warten. Vettel vermutete, dass sich Ferrari eine Stallregie ersparen wollte. Leclerc lag nur noch 1,6 Sekunden hinter ihm. Dabei wäre es für Vettel kein Problem gewesen, zur Seite zu rücken. Der Teamkollege war auf einer anderen Strategie unterwegs und gar nicht Vettels direkter Gegner.


Galerie: Ineffizienter Abtrieb killt Ferrari - Formcheck GP Spanien 2020 (auto motor und sport)

Wie tief sinkt Ferrari noch? - Ferrari historisch schlecht .
Ferrari droht in seiner Jubiläumssaison das zweitschlechteste Ergebnis der Firmengeschichte. Selbst Platz sechs ist noch in Gefahr. Im Moment kann der SF1000 auf keinem Streckentyp mit dem Mittelfeld mithalten. Die Kunden sind so schnell wie das Werk.Nach zwei Pleiten mit null Punkten in Spa und Monza sollte Mugello wieder alles besser werden. Wenigstens die Rückkehr zum Normalzustand stand auf dem Plan. In Wirklichkeit erlebte Ferrari auf seiner Hausstrecke eine Fortsetzung seiner Misere. Gemessen an den Umständen könnte man sogar von einer Steigerung der Demütigung sprechen.

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