Auto „Racing Point klar schneller“ - McLaren kündigt weitere Upgrades an

16:06  01 oktober  2020
16:06  01 oktober  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Mercedes mit auf der Anklagebank - Renault klagt gegen Racing Point

  Mercedes mit auf der Anklagebank - Renault klagt gegen Racing Point Renault hat gegen die Mercedes-Kopie protestiert. Das war zu erwarten. Trotzdem ergeben sich Fragen. Warum gerade jetzt? Warum ausgerechnet die Bremsbelüftungen? Und wie kann Mercedes da mithineingezogen werden?So konsequent hat bis jetzt noch kein Team bei einem anderen abgekupfert. Wenn es denn beim Kopieren nach Augenschein geblieben ist. Dass Racing Point das Lager gewechselt hat, zeigte sich schon letztes Jahr beim GP Japan. Da reichten die Engländer einen Protest gegen die Bremskraftverteilung im Renault R.S.19 ein. Und Racing Point gewann den Prozess. Was Renault wichtige Punkte im Kampf um Platz 5 in der WM gekostet hat.

Racing - Point -Teamchef Otmar Szafnauer nutzt den Quali-Erfolg von Ungarn Wäre das Auto in den ersten Rennen nur halb so schnell gewesen, wäre die Kritik wohl auch nur halb so laut ausgefallen. Racing Point fährt in einer eigenen Liga hinter Mercedes, aber auch deutlich vor dem Rest der

Für Racing Point wird es 2021 keine Option sein, den 2020er-Mercedes zu kopieren - Technikchef Andrew Green glaubt trotzdem, dass man vom neuen Weil im Hinblick auf die Regeln für nächstes Jahr klar ist, dass wir nicht langsam starten und den Speed des Autos mit Upgrades in der Saison


Galerie: „Mercedes-Dominanz muss enden“ - Red Bull hofft auf weitere Fehler (auto motor und sport)


Während Mercedes an der Spitze des Feldes für klare Verhältnisse sorgt, ist der Kampf der Verfolger aktuell so spannend wie nie. Nach zehn Rennen haben sich mittlerweile drei klare Favoriten auf den dritten Platz im Konstrukteurspokal herauskristallisiert. McLaren, Racing Point und Renault kämpfen intensiv um die Verfolger-Krone.

Klare Unterschiede zu Mercedes - Racing Point im Kopie-Streit siegessicher

  Klare Unterschiede zu Mercedes - Racing Point im Kopie-Streit siegessicher Racing Point-Teamchef Otmar Szafnauer und Renault-Technikchef Marcin Budkowski lieferten sich in Budapest einen ersten Schlagabtausch zu dem Protest, den Renault letzte Woche auf den Rivalen abgefeuert hat.Die Techniker des Weltverbandes werden die Beweisstücke nun sichten und bewerten und ihre Meinung dazu den Sportkommissaren zukommen lassen. In der Zwischenzeit hat Racing Point drei Wochen Zeit nachzuweisen, dass die beanstandeten Komponenten in Eigenleistung ohne Hilfe eines Mitbewerbers konstruiert worden sind.

Racing Point brachte über die Saison mehr Upgrades als jemals zuvor in einem Jahr. Der Ingenieur ergänzt: „ Klar haben die Top-Teams im CFD und Windkanal die gleichen Beschränkungen. Aber sie haben sicher die besseren Rechenmodelle, weil sich mehr Ingenieure damit beschäftigen als bei uns.

McLaren verfolgt eine andere Strategie als Renault. Statt großer Upgrades entwickelt man den MCL34 in kleinen Portionen. Das Auto ist in mittelschnellen und schnellen Kurven bereits gut. Toro Rosso und Racing Point zockten, und landeten vor den Briten. „Sie haben sich für das Risiko entschieden.

Carlos Sainz hat bei den letzten beiden Rennen zusammen insgesamt nur fünf Runden zurückgelegt – und den Großteil davon hinter dem Safety-Car. © xpb Carlos Sainz hat bei den letzten beiden Rennen zusammen insgesamt nur fünf Runden zurückgelegt – und den Großteil davon hinter dem Safety-Car.

Alpha Tauri und Ferrari können das Tempo des Trios nicht mitgehen. Das zeigte sich auch in der Qualifikation von Sotschi. Bis auf Lance Stroll, der in Russland aus irgendwelchen Gründen kein gutes Wochenende erwischte, landeten die restlichen Autos von McLaren, Racing Point und Renault alle in direkter Folge auf den Startplätzen vier bis acht.

Doch im Rennen trennte sich die Spreu relativ schnell vom Weizen. Für McLaren war der Traum von guten Punkte praktisch schon nach der zweiten Kurve geplatzt. Carlos Sainz nahm den Notausgang einen Tick zu aggressiv und krachte mit dem linken Vorderrad in die Mauer. Bis auf leichte Prellungen am Fuß blieb der Spanier zum Glück unverletzt.

Streit um Racing Point-Upgrades - Homologations-Schlupfloch für 2021

  Streit um Racing Point-Upgrades - Homologations-Schlupfloch für 2021 Racing Point kommt nicht zur Ruhe. Der Protest von Renault ist noch nicht vom Tisch, da laufen die anderen Teams schon wieder Sturm gegen die Mercedes-Kopie. Es geht um ein Schlupfloch bei der Homologation.Im Zuge der Sparmaßnahmen hatte die FIA insgesamt 40 Bereiche am Auto und der Boxenstopp-Ausrüstung auf die Homologationsliste gesetzt. Sie dürfen bis Ende 2021 nicht modifiziert werden. Nur die Aerodynamik ist davon nicht betroffen.

McLaren -Teamchef Andreas Seidl hofft auf eine klare Entscheidung der FIA in der Causa Racing Point - Er wünscht sich weiterhin Eine Entscheidung wird erst für die Rennwochenenden in Silverstone erwartet, bis dahin spekuliert das Fahrerlager weiter . Seidl betont, dass er "überrascht"

Carlos Sainz: Racing Point zu schnell für McLaren . Genau diese Furcht sieht die Konkurrenz im Mittelfeld in Österreich nun klar bestätigt. Der Spanier hat im Duell mit Racing Point deshalb schon nach Tag eins praktisch aufgegeben. „Ich denke, sie sind viel zu weit weg, um mit ihnen zu kämpfen.

Norris ohne Chance auf Punkte

Auch das Schwesterauto wurde dabei in Mitleidenschaft gerissen. Lando Norris musste seinem Teamkollegen ausweichen und fiel auf den letzten Platz zurück. Weil es nichts mehr zu verlieren gab, holten die Strategen den Youngster direkt an die Box. "Wir konnten nur hoffen, dass irgendwas Verrücktes passiert. Das hat aber leider nicht funktioniert", bedauerte Teamchef Andreas Seidl.

Nico Rosberg war 2014 in Sotschi nach einem Boxenstopp in der ersten Runde ohne weitere Reifenwechsel bis auf Rang zwei gerast. Doch mit den weicheren Gummis, die Pirelli dieses Jahr im Gepäck hatte, gelang Norris ein ähnliches Kunststück nicht. Mit nachlassendem Grip fiel der Brite immer weiter zurück.

„Pace über Nacht weg“ - Enttäuschung bei Racing Point

  „Pace über Nacht weg“ - Enttäuschung bei Racing Point Racing Point galt in Silverstone als einer der heißesten Kandidaten für das Podium. Doch im Qualifying sprangen nur die Startplätze sechs und 13 heraus. Nun machen sich die Ingenieure auf die Suche nach der fehlenden Pace."Wir haben uns das Streckenlayout angeschaut und gedacht, da sollte für uns viel möglich sein. Doch dann sind wir heute mehre Zehntel von der Rundenzeiten entfernt geblieben, die wir uns eigentlich ausgerechnet hatten", erklärte Technikchef Andy Green enttäuscht. "Über Nacht haben wir irgendwie Pace verloren. Dafür suchen wir gerade eine Erklärung.

Bei Racing Point hatte man nach der Übernahme des Teams einen schwächeren Saisonstart Vor der Übernahme durch Stroll und seine Partner war nicht klar , wie und ob es für das damalige Trotzdem kündigt auch Perez an, in Barcelona wieder an der Spitze des Mittelfelds landen zu wollen.

Racing Point , damals noch unter dem Namen Force India, sei schon immer ein Meister darin gewesen, Ideen der Konkurrenz auf Basis von legalen Spionagefotos zu kopieren: "Wir waren die Ersten, die 2009 einen Doppeldiffusor am Auto hatten, als drei andere Teams mit dem Doppeldiffusor daherkamen.

Erst als Norris ganz aus den Punkten fiel, zog McLaren die Reißleine und holte das einzig verbliebene Auto zum zweiten Mal zum Service. Laut Seidl hätte aber auch ein früherer Stopp keinen Unterschied gemacht. "Wir hatten berechnet, dass wir damit höchstens auf Rang 11 gelandet wären. Der Red Bull von Alex Albon war einfach zu schnell. Deshalb sind wir draußen geblieben und haben gepokert."

Mittelfeld schiebt sich zusammen

Mit dem ersten Nuller des Jahres schrumpfte der Vorsprung von McLaren auf die Verfolger extrem zusammen. Racing Point ist dank des vierten Platzes von Sergio Perez nun nur noch zwei Punkte entfernt. Renault punktete mit beiden Autos und verkürzte den Abstand auf sieben Zähler.

Seidl fiel es schwer, nach dem Rennen positive Aspekte zu finden: "Nach dem Qualifying sah es noch nach guten Punkten aus. Wir waren wieder mittendrin im Kampf mit Renault und Racing Point. Da ist das Ergebnis am Ende natürlich sehr enttäuschend. Wir werden aber alle daraus lernen und es dann am Nürburgring noch einmal probieren."

Schon in Mugello hatte die Konkurrenz Boden auf McLaren gutgemacht. Seidl weiß, dass der Kampf um WM-Platz drei kein Selbstläufer wird: "Was das Potenzial des Autos angeht, ist der Racing Point klar das schnellste Auto im Mittelfeldkampf. Das war auch keine Überraschung, wenn man sieht, wie dieses Auto entstanden ist. Renault hat seit Spa auch einen guten Schritt nach vorne gemacht."

Fünf Teams drohen mit Berufung - Racing Point-Urteil mit Widersprüchen

  Fünf Teams drohen mit Berufung - Racing Point-Urteil mit Widersprüchen Die Reaktionen zum Racing Point-Urteil sind gemischt. Zur Genugtuung, dass der Designprozess der Bremsbelüftungen für illegal erklärt wurde, gesellte sich Unverständnis über das Urteil. Warum darf Racing Point ein Detail weiterverwenden, das es auf illegalem Weg konstruiert hat? Und ist die Strafe gerecht?Den Rebellen geht es um zwei Dinge. Das Strafmaß und eine künftige Regelung, wie man Nachbauten eines kompletten Autos verbieten kann. Renault, Ferrari und McLaren sind mit dem Urteil selbst zufrieden. Sie stören sich nur an den Sanktionen, die ihrer Meinung nach zu niedrig ausgefallen sind. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto fasst das Unbehagen in einen Satz: "Man muss zwei Dinge auseinanderhalten.

Racing Point hat sich beim RP20 sehr auffällig vom Mercedes W10 inspirieren lassen - Die Gegner haben damit kein Problem, solange man innerhalb der Auch Haas-Teamchef Günther Steiner hat kein Problem mit dem von Racing Point gewählten Ansatz. "Die Regeln sind ziemlich klar ", erinnert

Nun ist klar : Nach Ferrari wehren sich auch McLaren , Renault und Williams gegen die aus ihrer Sicht zu milde Strafe. Racing Point selbst will ebenso in Diese Frist ist nun abgelaufen und fünf Teams haben sich zu Wort gemeldet, auch die ursprünglichen Streitparteien Renault und Racing Point legen

"Wir konnten vor allem durch hervorragende Leistungen unserer Fahrer und guter Arbeit des Rennteams immer mit ihnen mithalten. Es liegt jetzt an uns, dass wir auch bei der Pace des Autos Fortschritte machen, damit wir bis zum Ende der Saison in diesem Dreikampf drin bleiben. Wir wissen, dass wir mit der Entwicklung nicht aufhören dürfen."

Weitere Teile des "Nasen-Pakets"

Seidl forderte seine Ingenieure auf, schnellstmöglich weitere Upgrades zu bringen, die das Auto schneller machen. Große Hoffnungen legt man vor allem auf die neue Nase, die aber nur der erste Teil eines größeren Pakets ist. In Sotschi war Norris mit dem neuen Vorderbau allerdings noch nicht spürbar schneller als Sainz, der zum Vergleich mti den alten Teile unterwegs war.

Trotzdem sei das Experiment die richtige Entscheidung gewesen: "Wir wollten so schnell wie möglich Erfahrung sammeln. Deshalb haben wir auch direkt die ersten Teile des Pakets getestet, sobald sie verfügbar waren", erklärt Seidl.

"Nach den Ergebnissen des Windkanals scheint die neue Nase der richtige Weg für die Zukunft zu sein. In dem neuen Konzept steckt mehr Potenzial drin, das uns hoffentlich ermöglicht, noch mehr Leistung aus dem Auto herauszuholen. Wir werden also jetzt nach und nach weitere Teile dieses Pakets an die Strecke bringen."

Nach Einschätzung des Passauers werden aber nicht nur die Upgrades das Mittelfeldrennen entscheiden. "Wir müssen immer wieder versuchen, mit dem Setup das kleine Arbeitsfenster des Autos zu treffen. Wenn uns das gelingt, gewinnen wir vielleicht ein Zehntel. Wenn man sich Fehler erlaubt, verliert man ein Zehntel. Das kann im engen Mittelfeld am Ende den Unterschied zwischen Platz sechs und Platz zwölf ausmachen. Von außen ist dieser Kampf sicher faszinierend. Uns bereitet das aber immer wieder ordentlich Kopfschmerzen."

Racing Point verliert keine Token - Klarstellung im Regelstreit .
Es gibt viele neue Regeln in der Formel 1. Da verliert man schnell einmal den Überblick. Wir haben uns mit FIA-Technikchef Nikolas Tombazis über die Beschränkung auf einen Motor-Modus, die Copyright-Maßnahmen und die umstrittene Token-Regelung für Racing Point unterhalten.Eine immer komplexere Technik zwingt die FIA dazu, Schlupflöcher zu schließen, Grauzonen zu verbannen, Trickser aufzuspüren und Beteiligten und Fans das Gefühl zu geben, dass alles fair und im Rahmen des Reglements abläuft.

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