Auto Nur ein Missverständnis - Keine Strafe nach Verstappen-Crash

21:25  23 oktober  2020
21:25  23 oktober  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

„Nicht im Sinne der Regel“ - Haas-Ärger über Budapest-Strafe

  „Nicht im Sinne der Regel“ - Haas-Ärger über Budapest-Strafe Die nachträglichen 10-Sekunden-Strafen in Budapest stießen bei den Haas-Piloten auf wenig Verständnis. Romain Grosjean und Kevin Magnussen forderten die FIA nun auf, die Regeln noch einmal zu überdenken.Erst nach der Landung wurde Magnussen schließlich darüber informiert, dass er um eine Position nach hinten auf Rang zehn versetzt wurde, wodurch sich auch seine Punkteausbeute halbierte. Die Aufforderung zum Wechsel auf Slicks habe einen klaren Verstoß gegen die Funkregeln in der Formationsrunde dargestellt.

Es war die spektakulärste Szene des Trainingsfreitags in Portimao. Nach dem Pirelli-Reifentest und der feurigen Havarie von Pierre Gasly versuchten die Teams in der letzten halben Stunde verzweifelt, die verlorene Trainingszeit wieder reinzufahren. Viele Piloten hatten noch nicht einmal ihre Quali-Simulationen abgespult.

Dann stand plötzlich Stroll im Kies. Der Kanadier wurde von Max Verstappen abgeschossen. © Motorsport Images Dann stand plötzlich Stroll im Kies. Der Kanadier wurde von Max Verstappen abgeschossen.

Als sich Max Verstappen auf die schnelle Runde mit weichen Reifen begab, merkte der Holländer direkt, dass die Gummis noch nicht auf die richtige Temperatur gebracht waren. Der glatte Asphalt erforderte zwei Aufwärmrunden, um die Slicks ins Arbeitsfenster zu bekommen. Verstappen brach seine Attacke deshalb vorzeitig ab.

Schuss könnte nach hinten losgehen - Mercedes bei Motor am meisten betroffen?

  Schuss könnte nach hinten losgehen - Mercedes bei Motor am meisten betroffen? Die FIA will den Qualifikationsmodus verbieten und 2021 noch einmal den Abtrieb zum Schutz der Pirelli-Reifen reduzieren. Beide Maßnahmen kommen überraschend und lassen den Schluss zu, dass die WM spannend gemacht werden soll. Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen.Beide Maßnahmen kommen aus heiterem Himmel. Die Beschränkung auf eine Motoreinstellung für Qualifikation und Rennen wird damit begründet, dass es immer schwieriger werde zu überprüfen, ob die Antriebseinheiten regelkonform betrieben werden. Der Fall Ferrari war der FIA eine Warnung. Die FIA kam erst hinter die Tricksereien, als ein Mitbewerber Informationen über den mutmaßlichen Betrug lieferte.

Kurz vor dem zweiten Anlauf ließ der Red-Bull-Pilot in der Zielkurve schließlich noch absichtlich Lance Stroll vorbei, um auf der folgenden Geraden vom Windschatten zu profitieren. Leider rechnete Verstappen nicht damit, dass Stroll zwei schnelle Runden in Folge drehen wollte und gar nicht daran dachte, nach dem Zielstrich vom Gas zu gehen.

Misslungener Überholversuch

Der rosa Renner raste mit geöffnetem DRS die Gerade entlang und bog auf der Rennlinie in die erste Kurve ein. Verstappen versuchte vergeblich auf der Innenseite gleichzuziehen um ein Ausbremsmanöver zu starten. Weil keiner von beiden nachgab, kam es zum Kontakt. Der Red Bull traf den Racing Point mit dem linken Vorderrad am rechten Hinterteil und bugsierte den Gegner damit ins Kies.

Silverstone auf den Kopf gestellt - Wie löste Mercedes das Reifenproblem?

  Silverstone auf den Kopf gestellt - Wie löste Mercedes das Reifenproblem? Mercedes siegte beim GP Spanien als hätte es die Rennen von Silverstone nie gegeben. Nicht Mercedes verschliss seine Reifen, sondern Red Bull. Das verrät, dass es nur zum Teil an den Lehren lag, die Mercedes nach Silverstone gezogen hat.Hamilton hatte mit seinem Verfolger nur gespielt. "Lewis hätte zu diesem Zeitpunkt zwei Sekunden pro Runde schneller fahren können", bestätigte Teamchef Toto Wolff. Und Red Bull-Zerberus Helmut Marko bilanzierte ernüchtert: "Wir waren langsamer und hatten einen höheren Reifenverschleiß.

Während der Verstappen-Renner den Kontakt fast unbeschadet wegsteckte, musste Strolls Dienstwagen mit dem Bergekran aus dem Sandkasten freigebuddelt werden. Wieder ging eine gute Vierstelstunde Trainingszeit verloren, bis die Strecke endlich freigegeben werden konnte.

Einen Vorteil erschwindelt - Fragen zur Hamilton-Strafe

  Einen Vorteil erschwindelt - Fragen zur Hamilton-Strafe Die Strafe für Lewis Hamiltons Startübungen an verbotener Stelle vor dem GP Russland erregt immer noch die Gemüter. War sie gerecht? Warum im Rennen und nicht danach? Was hat Hamilton falsch gemacht? Wir liefern die Antworten.Nein, der Vorfall, der nach dem zehnten Saisonrennen die Gemüter bewegte, war die Strafe für Lewis Hamilton. Der Weltmeister musste bei seinem Boxenstopp zwei Mal fünf Sekunden am Stück absitzen, weil er vor dem Rennen auf dem Weg in die Startaufstellung zwei Mal Probestarts an einem Ort durchgeführt hatte, der dafür nicht vorgesehen war.

Beide Kontrahenten trafen sich nach der Session bei der Rennleitung wieder. Zuvor hatten sich ihre Teamchefs schon ein kleines Verbalduell geliefert. "Lance hatte die Nase klar vorne. Er konnte Max gar nicht sehen. Max hatte dagegen alles im Blick und hätte den Unfall locker verhindern können", schüttelte Otmar Szafnauer den Kopf.

FIA folgt Red-Bull-Argumentation

Red-Bull-Kollege Christian Horner hatte wenig überraschend eine andere Sichtweise. "Max dachte, dass Lance seine Runde beenden will. Er hatte innen die bessere Linie. Und dann hat Lance einfach eingelenkt. Ich denke, dass man beiden eine Teilschuld geben kann."

Am Ende schlossen sich die FIA-Kommissare der Red-Bull-Sichtweise an. Sie sprachen keine Strafe aus, weil ihrer Meinung nach kein Fahrer die Hauptschuld an der Kollision trug. Dieses Urteil kam offenbar auch zustande, weil Stroll seinen Gegner bei der Anhörung nicht groß beschuldigte.

In der offiziellen Begründung heißt es: "Die Fahrer stimmten darin überein, dass der ganze Zwischenfall nur das Ergebnis eines Missverständnisses zwischen beiden war. Im Nachhinein hätten beide dazu beitragen können, die Kollision zu vermeiden."

Kein Start in Abu Dhabi - Grosjean fliegt in die Schweiz .
Die Formel 1-Karriere von Romain Grosjean ging mit seinem Unfall von Bahrain zu Ende. Der 34-jährige Franzose fliegt zurück in die Schweiz, um seine verbrannten Hände behandeln zu lassen. Damit wird Pietro Fittipaldi den Haas auch im Saisonfinale in Abu Dhabi fahren.Deshalb teilte er seinem Team am Freitag mit, dass er noch am Wochenende zurück in die Schweiz fliegen wird, um dort die Verbrennungen optimal behandeln zu lassen. "Mit großer Traurigkeit musste ich feststellen, dass ich nicht das letzte Rennen in Abu Dhabi fahren kann. Wir haben alles versucht, die Verletzungen an der Hand rechtzeitig auszuheilen, aber das Risiko eines Renneinsatzes ist einfach zu groß.

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