Auto Perez auf Mittelfeld-Pole - Setup-Großumbau bei Racing Point

23:40  24 oktober  2020
23:40  24 oktober  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Keine Token für McLaren - Token-Regelung in der Kritik

  Keine Token für McLaren - Token-Regelung in der Kritik Die Token-Regelung bei der Homologation von Entwicklungsteilen sorgt für Ärger. McLaren kann wegen des Motorwechsels 2021 gar keine Token mehr nehmen. Kundenteams können sich dagegen zwei sparen.Insgesamt wird das Auto in 77 Bereiche eingeteilt, von denen 40 der Homologation unterliegen. Standardkomponenten wie die seitliche Crashstruktur oder die Aerodynamik sind von dieser Regelung ausgenommen.

Der Fight um den dritten Platz im Konstrukteurspokal spitzt sich immer weiter zu. Racing Point, McLaren und Renault reisten nur durch sechs Punkte getrennt an die Algarve. Im Qualifying von Portimao wurde es im Dreikampf der Anwärter auf die Bronze-Medaille wieder einmal ganz eng.

Sergio Perez - Racing Point - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020 © Wilhelm Sergio Perez - Racing Point - Formel 1 - GP Portugal - Portimao - 24. Oktober 2020

Durch den stark aufgeigenden Charles Leclerc blieben die Plätze in den ersten beiden Startreihen außer Reichweite. Doch was die Positionen dahinter anging, lieferten sich die Protagonisten wieder einmal ein Hauen und Stechen. Weil in Portimao vor allem Grip und Anpressdruck gefragt sind, setzte sich am Ende Racing Point durch. Sergio Perez fuhr im dritten Quali-Abschnitt fast drei Zehntel schneller als das McLaren-Duo.

„Pace über Nacht weg“ - Enttäuschung bei Racing Point

  „Pace über Nacht weg“ - Enttäuschung bei Racing Point Racing Point galt in Silverstone als einer der heißesten Kandidaten für das Podium. Doch im Qualifying sprangen nur die Startplätze sechs und 13 heraus. Nun machen sich die Ingenieure auf die Suche nach der fehlenden Pace."Wir haben uns das Streckenlayout angeschaut und gedacht, da sollte für uns viel möglich sein. Doch dann sind wir heute mehre Zehntel von der Rundenzeiten entfernt geblieben, die wir uns eigentlich ausgerechnet hatten", erklärte Technikchef Andy Green enttäuscht. "Über Nacht haben wir irgendwie Pace verloren. Dafür suchen wir gerade eine Erklärung.

Dabei hatte es in den ersten Freien Trainings noch gar nicht danach ausgesehen, als wäre der Mexikaner ein Anwärter auf die obere Hälfte der Top Ten. "Am Freitag waren wir noch auf der Suche nach dem optimalen Setup. Wir haben das Auto heute einmal auf links gedreht und das Paket deutlich verbessern können. Der fünfte Platz war das absolute Maximum für uns", strahlte Perez anschließend.

Damit steht der Routinier auch noch auf der sauberen Seite der Startaufstellung. "Wenn wir gut durch die erste Runde kommen, sollten wir fette Punkte einfahren", so der optimistische Blick auf den Sonntag. Teamkollege Lance Stroll kam nicht so gut zurecht. Von Rang zwölf muss der Kanadier Schadensbegrenzung betreiben: "Nach der Pause am Nürburgring hat mir etwas die Fahrpraxis gefehlt", lautete die Ausrede des Youngsters.

Fünf Teams drohen mit Berufung - Racing Point-Urteil mit Widersprüchen

  Fünf Teams drohen mit Berufung - Racing Point-Urteil mit Widersprüchen Die Reaktionen zum Racing Point-Urteil sind gemischt. Zur Genugtuung, dass der Designprozess der Bremsbelüftungen für illegal erklärt wurde, gesellte sich Unverständnis über das Urteil. Warum darf Racing Point ein Detail weiterverwenden, das es auf illegalem Weg konstruiert hat? Und ist die Strafe gerecht?Den Rebellen geht es um zwei Dinge. Das Strafmaß und eine künftige Regelung, wie man Nachbauten eines kompletten Autos verbieten kann. Renault, Ferrari und McLaren sind mit dem Urteil selbst zufrieden. Sie stören sich nur an den Sanktionen, die ihrer Meinung nach zu niedrig ausgefallen sind. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto fasst das Unbehagen in einen Satz: "Man muss zwei Dinge auseinanderhalten.

McLaren will doppelt punkten

McLaren steht zwar nicht so weit vorne, brachte aber als einziges Mittelfeldteam beide Autos in die Top Ten. Entsprechend zufrieden zeigte sich Teamchef Andreas Seidl. "Das ist eine gute Ausgangssituation für ordentliche Punkte. Leider kam der Wind am Ende des Qualifyings von der falschen Seite. Da haben wir im letzten Sektor etwas an Zeit verloren. Die Balance hat dann nicht mehr gepasst. Das ist ein bekanntes Problem unseres Autos", erklärte der Bayer.

Auch für den Sonntag erwartet Seidl wieder schwierige Bedingungen: "Ich glaube, es ist Regen vorhergesagt. Das ist dann wieder eine neue Herausforderung. Nach der Durststrecke in den letzten Rennen wird es vor allem wichtig, mal wieder mit beiden Autos zu punkten. Der Kampf um Platz drei wird meiner Meinung nach über die Konstanz entschieden. Wir müssen schauen, dass wir gut durch die erste Runde kommen."

„Keine 8 oder 9 Mercedes-Kopien“ - FIA will Kopien verhindern

  „Keine 8 oder 9 Mercedes-Kopien“ - FIA will Kopien verhindern Die Sportkommissare wollten es mit dem Urteil in der Causa Racing Point allen Recht machen. Tatsächlich aber ist es kein Kompromissurteil. Weil es zu viele Widersprüche gibt. Racing Point behauptet, nichts falsch gemacht zu haben. Renault und Ferrari sind die Sanktionen zu gering. Und die Fans sind verwirrt.Der Beklagte wehrt sich gegen die Einschätzung der Sportkommissare, dass die Entwicklung der hinteren Bremsbelüftungen am Racing Point RP20 mit unerlaubter Hilfestellung von Mercedes erfolgt ist. Die Kläger finden das Urteil mit 15 Punkten Abzug und 400.000 Euro Strafe zu milde.

In der schlechtesten Ausgangslage der drei Verfolgerteams beginnt Renault das Rennen in Portugal. Für Esteban Ocon war schon in der zweiten K.O.-Runde Schluss. Daniel Ricciardo schaffte zwar den Einzug ins Q3, musste aber wegen eines Bandenkontakts mit dem Heckflügel im Q2 beim Finale zuschauen: "Uns ging leider die Zeit aus. Wir hätten nur eine Minute mehr gebraucht. Dann hätten wir noch einen Versuch wagen können", klagte der Australier.

Renault fehlt Anpressdruck

Aber auch mit einem Run im Q3 wäre wohl nicht viel mehr drin gewesen als der zehnte Platz – noch hinter Alpha-Tauri-Speerspitze Pierre Gasly. Renault kommt mit dem rutschigen Asphalt in Portimao nicht so gut zurecht wie bei den letzten Rennen. "Weil die Strecke so wenig Grip hat, ist hier maximaler Abtrieb gefragt. Wir haben uns in diesem Bereich verbessert. Aber es ist immer noch nicht unsere Stärke. Wir können einfach nicht den Grip generieren wie unsere Gegner", analysiert Ricciardo die Situation.

Im Rennen will der Mann aus Perth nun eine Aufholjagd starten. Trotz weniger Überholmöglichkeiten verspricht Ricciardo Action: "Wir müssen einfach versuchen, morgen noch irgendetwas zu retten. Ich hoffe, dass ich zur Unterhaltung der Fans beitragen kann."

Perez rast auf Mittelfeld-Pole - Renault unter Wert geschlagen .
Lange hinterließ Daniel Ricciardo im Mittelfeld-Kampf von Sotschi den stärksten Eindruck. Doch am Start des Rennens parkt überraschend der Racing Point von Sergio Perez in der zweiten Reihe. Im Renault-Lager hatte man eine Erklärung dafür parat.Die ersten Runden des Qualifyings schienen den guten Eindruck zu bestätigen. Im chaotischen Q2 konnte Daniel Ricciardo sogar die Zeitenliste anführen, weil die beiden Mercedes und der Verstappen-Red-Bull mit den Medium-Reifen pokerten. "Das war wirklich ein schönes Gefühl, mal wieder eine Quali-Session anzuführen", grinste der Australier.

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