Auto Keine Chance auf Red Bull-Aufstieg - Gasly bleibt bei Alpha Tauri

15:35  28 oktober  2020
15:35  28 oktober  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Warum immer nur ein Ferrari gut? - Setup-Experiment zahlt sich aus

  Warum immer nur ein Ferrari gut? - Setup-Experiment zahlt sich aus Der GP England erinnerte an den Saisonauftakt in Österreich. Ferrari feierte ein unerwartetes Podium mit Charles Leclerc. Sebastian Vettel wurde nur Zehnter. Zum dritten Mal war nur ein Auto konkurrenzfähig. Das Risiko-Setup zahlte sich für Leclerc aus. Wenig Abtrieb schonte paradoxerweise die Reifen.Der GP England war aus Sicht von Ferrari fast eine Kopie des Saisonauftakts in Österreich. Wir erinnern uns. Da kam Charles Leclerc als Zweiter und Sebastian Vettel als Zehnter ins Ziel. Auch da war ein Ferrari schnell, der andere langsam. Bevor der Verdacht aufkommt, dass Ferrari nur noch den Mann im Fokus hat, der dem Team treu bleibt, sei an den GP Ungarn erinnert.

Die Aussagen der Teamverantwortlichen in den letzten Wochen nahmen es vorweg. Jetzt hat es Alpha Tauri bestätigt. Pierre Gasly bleibt auch 2021 Stammfahrer beim Rennstall mit Stammsitz im italienischen Faenza. Damit sind auch die wilden Gerüchte vom Tisch, die Gasly mit Renault in Verbindung gebracht hatten. Manch einer schrieb ihn bereits in das Cockpit von Esteban Ocon.

  Keine Chance auf Red Bull-Aufstieg - Gasly bleibt bei Alpha Tauri © xpb

Gasly ist bei Red Bulls Schwesterteam in dieser Saison endgültig in die Rolle des Teamkapitäns geschlüpft. Der Franzose überzeugt mit starken Leistungen auf der Rennstrecke. In 12 Rennen hat Gasly 63 Punkte gesammelt. Damit hat er Alpha Tauri praktisch im Alleingang in die Position gebracht, gegen Ferrari um den sechsten Platz in der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft zu kämpfen. Teamkollege Daniil Kvyat steuerte nur 14 Zähler bei. Fünf Rennen vor Saisonende trennen Alpha Tauri 16 Punkte von Ferrari.

Darum hat Hamilton seinen Vertrag noch nicht verlängert

  Darum hat Hamilton seinen Vertrag noch nicht verlängert Real Madrid hat sich nach dem 1:2 bei Manchester City aus der Champions League verabschiedet. Trainer Zinedine Zidane sieht aber nicht nur Negatives.

Viel Lob für Gasly

Teamchef Franz Tost lobt seinen Schützling. "Ich bin erfreut, dass Pierre bei uns bleibt. Er ist schon länger Teil der Red Bull-Familie und wird es hoffentlich noch lange Jahre bleiben. Seit seiner Rückkehr im letzten Jahr zu uns hat er beständig sehr starke Leistungen abgeliefert. Der Beweis ist der Podestplatz in Sao Paulo und der Sieg in Monza. Pierre holt in jedem Rennen das Maximum aus seinem Auto und gibt den Ingenieuren wertvolles Feedback für die Fahrzeugentwicklung."

Schuss könnte nach hinten losgehen - Mercedes bei Motor am meisten betroffen?

  Schuss könnte nach hinten losgehen - Mercedes bei Motor am meisten betroffen? Die FIA will den Qualifikationsmodus verbieten und 2021 noch einmal den Abtrieb zum Schutz der Pirelli-Reifen reduzieren. Beide Maßnahmen kommen überraschend und lassen den Schluss zu, dass die WM spannend gemacht werden soll. Doch der Schuss könnte nach hinten losgehen.Beide Maßnahmen kommen aus heiterem Himmel. Die Beschränkung auf eine Motoreinstellung für Qualifikation und Rennen wird damit begründet, dass es immer schwieriger werde zu überprüfen, ob die Antriebseinheiten regelkonform betrieben werden. Der Fall Ferrari war der FIA eine Warnung. Die FIA kam erst hinter die Tricksereien, als ein Mitbewerber Informationen über den mutmaßlichen Betrug lieferte.

Der Pilot selbst gibt sich bodenständig und glücklich über die Bestätigung. "Die Saison verläuft sehr gut für uns. Wir sind auf dem Weg zum besten Ergebnis der Teamgeschichte. Wir haben eine sehr starke Beziehung. Wir machen aus jeder Möglichkeit das meiste. Ich werde weiter das Maximum geben und übernehme die Verantwortung, das Team weiter voranzubringen. Wir wollen in Zukunft noch größere Erfolge haben."

Für Gasly wird 2021 die dritte volle Saison im Rennstall aus Faenza. Der 24-Jährige begann dort seine Formel 1-Laufbahn 2017 ab dem GP Malaysia. 2019 beförderte ihn Red Bull ins A-Team, degradierte Gasly aber bereits nach einem halben Jahr. Der Franzose musste zurück zu Toro Rosso, das seit 2020 Alpha Tauri heißt.

Tsunoda als Teamkollege?

Gasly ließ sich nicht hängen. Im zweiten Halbjahr 2019 sammelte er für seinen alten, neuen Rennstall 32 Punkte. In diesem Jahr 63 in 12 Rennen – so viele wie in den 12 Grand Prix für Red Bull. Allerdings mit schlechterem Material, was die Leistungen deutlich aufwertet. Gasly zählt zu den stärksten Fahrern der Saison. Der 24-Jährige hat Teamkollege Kvyat klar im Griff. Im Qualifikations-Vergleich steht es 10:2.

Neue Gegner, andere Strategien - Probleme für Ferrari und Racing Point

  Neue Gegner, andere Strategien - Probleme für Ferrari und Racing Point Ferrari und Racing Point fahren in diesem Jahr in neuer Umgebung. Ferrari weiter hinten, Racing Point weiter vorne. Das hat auch Auswirkungen auf die Strategie. Und das ist der Grund, warum bei den beiden Teams nicht immer alles nach Plan verläuft.Das Herantasten an die beste Strategie vor einem Millionenpublikum hat einen Grund. Ferrari lernt gerade, dass Rennen im Verfolgerfeld anders ablaufen als an der Spitze. Das gleiche passiert Racing Point, nur andersherum. Der englische Rennstall fuhr traditionell im hinteren Teil des Mittelfeldes. Jetzt aber kommen mit den beiden Ferrari und dem zweiten Red Bull neue Gegner dazu, und es geht nicht mehr nur um die Plätze 5 bis 10.

Trotzdem reichten die Leistungen nicht, damit ihn Red Bull wenigstens in Betracht zieht, den schwächelnden Alexander Albon zu ersetzen, der 2019 mit Gasly die Cockpits getauscht hatte. Der Mann aus Rouen überzeugt zwar praktisch bei jedem Rennwochenende, gewann sogar das Chaos-Rennen von Monza, doch Red Bull schaut sich lieber außerhalb seines Fahrerkaders um. Wenn sich Albon nicht steigert, könnten Sergio Perez oder Nico Hülkenberg ins Topauto springen.

In der Szene stößt es auf Unverständnis, dass Red Bull Gasly außenvor lässt. Die vorzeitige Bekanntgabe der Zusammenarbeit mit Alpha Tauri ist ein weiterer Beweis dafür, dass der Franzose nie eine echte Chance auf das zweite Cockpit neben Max Verstappen hatte. Dazu kommen Aussagen wie die von Red Bull-Teamchef Christian Horner. "Alex Albon würde im Alpha Tauri die gleichen Leistungen bringen wie Pierre Gasly."

Entweder traut es Red Bull Gasly nicht zu, auch unter höchstem Druck beständig Topleistungen abzuliefern. Daran hätte auch dessen Weiterentwicklung seit der Rückkehr zu Alpha Tauri nichts geändert. Oder der Franzose ist bei Red Bull in der gemeinsamen Zeit in Ungnade gefallen. In diesem Zusammenhang ein Zitat von Franz Tost. "Pierre ist mental sehr stark." Wenn nicht nach einer Saison wie dieser, wann dann sollte Gasly jemals wieder ins A-Team aufrücken?

Eine Flucht war nicht möglich, weil Gasly einen bestehenden Vertrag hat. Teamkollege Kvyat hingegen läuft Gefahr, sein Cockpit Ende 2020 zu verlieren. Red Bull denkt laut darüber nach, den Japaner Yuki Tsunoda aus der Formel 2 zu Alpha Tauri hochzuziehen. Momentan belegt der Honda-Protege den dritten Platz in der Nachwuchsserie. Damit würde Tsunoda auch ausreichend Punkte sammeln, um die Superlizenz der Formel 1 zu erwerben.

Für den Fall, dass der Japaner in der Meisterschaft noch zurückrutschen sollte, baut Alpha Tauri bereits vor. Am 4. November wird er in Imola einen alten Toro Rosso testen, damit er 300 Kilometer sammelt, um für ein Freitagstraining zugelassen zu sein. Im Fall der Fälle könnte Tsunoda dort dann ein paar Punkte für die Superlizenz ergattern.

Ein harter Reifensatz weniger als Red Bull - Mercedes geschlossen in Reihe eins .
Obwohl Mercedes am Freitag mehr Zeit als andere in die Reifentests für 2021 investiert hat, stehen zwei Silberpfeile in der ersten Startreihe. Es gibt aber noch Fragezeichen zur Rennabstimmung. Max Verstappen hofft, dass Red Bull wenigstens besser für das Rennen vorbereitet ist.Hamilton hängte seine Verfolger im Q1 um 0,424 Sekunden ab, im Q2 um 0,439 Sekunden und im letzten Abschnitt der Qualifikation um 0,289 Sekunden. So klar dominierte der Weltmeister schon lange nicht mehr ein Wochenende. Zum einen lag es daran, dass die Ingenieure die Autos über Nacht perfekt für die Jagd nach der schnellsten Runde abgestimmt haben.

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