Auto Red Bull setzt auf Topspeed - Motorproblem bricht Rhythmus

20:55  31 oktober  2020
20:55  31 oktober  2020 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Mercedes zu schnell für Reifen - Drei Faktoren für Mercedes-Niederlage

  Mercedes zu schnell für Reifen - Drei Faktoren für Mercedes-Niederlage Mercedes wird auch in diesem Jahr nicht alle Rennen gewinnen. Der Gegner aber sind nicht die anderen Autos, sondern besondere Umstände. Weiche Reifen, hohe Luftdrücke, heißes Wetter. Bei diesem Cocktail ist das schnellste Auto im Feld zu schnell für die Reifen.Es ist viel analysiert worden, warum Mercedes den fünften WM-Lauf verloren hat.

Wer bei Red Bull fährt, muss Druck aushalten können. Da gilt das Leistungsprinzip. Ausreden werden nicht akzeptiert. In der Qualifikation für das Formel 1-Comeback von Imola mussten Max Verstappen und Alexander Albon gut mit Druck umgehen können. Beide hätten zwischendrin hängenbleiben können. Verstappen, weil im Q2 ein Elektronikproblem Power kostete und an den Boxen behoben werden musste. Albon, weil ihm schnelle Runden wegen der Überschreitung der Streckenlimits gestrichen wurden und ein Rettungsversuch in einem Dreher in der Variante Alta resultierte.

  Red Bull setzt auf Topspeed - Motorproblem bricht Rhythmus © xpb

Beide Fahrer kamen trotz der Zitterpartie mit ihrem letzten Schuss weiter. Max Verstappen sogar mit den Medium-Reifen. Das zeigt, dass der Holländer eiserne Nerven hat. Er hatte nur einen Versuch und nur eine Runde zum Aufwärmen der Reifen. Er hatte vorher nicht mit den Medium-Gummis geübt. Trotzdem schüttelte er in letzter Minute die sechstschnellste Q2-Zeit aus dem Ärmel und startet im Rennen wie die Mercedes-Piloten auf Pirellis mittlerer Mischung. Das war strategisch wichtig. Auch Albon katapultierte sich noch ins Q3. Mit der viertschnellsten Zeit, allerdings auf Soft-Reifen. Ein zweiter Versuch auf den Medium-Gummis erschien Red Bull zu riskant.

Abstand zu Mercedes schrumpft - Red Bull mit Steigerung in Spa

  Abstand zu Mercedes schrumpft - Red Bull mit Steigerung in Spa Red Bull konnte den Rückstand auf Mercedes im Spa-Qualifying in Grenzen halten. Die Piloten erklärten anschließend, wie man das Auto über das Wochenende weiterentwickeln konnte und was im Rennen drin ist.Man muss den Rückstand ins Verhältnis zur Streckenlänge setzen. Und da die Ardennen-Achterbahn in Spa-Francorchamps mit 7,004 Kilometer der längste Kurs im Kalender ist, ließ sich einfach ausrechnen, dass Red Bull pro Kilometer dieses Jahr im Qualifying noch nie so wenig Zeit verlor wie beim GP Belgien.

Auf Mercedes fehlt halbe Sekunde

Im Q3 lief dann alles nach Plan. Verstappen gab aber zu bedenken: "Wir haben mit dem Motorproblem im Q2 den Faden verloren. Ich habe mit weniger Rückstand auf die Mercedes gerechnet. Aber wichtig ist jetzt erst einmal, dass wir auf dem dritten Platz stehen." Auch Sportdirektor Helmut Marko führte den Rückstand von 0,567 Sekunden auf die Pole Position auf die Störung im Q2 zurück. "Das hat den Rhythmus gebrochen. Ohne das Problem wären wir näher an Mercedes dran gewesen. Geschlagen aber hätten wir sie nicht."

Neue Gegner, andere Strategien - Probleme für Ferrari und Racing Point

  Neue Gegner, andere Strategien - Probleme für Ferrari und Racing Point Ferrari und Racing Point fahren in diesem Jahr in neuer Umgebung. Ferrari weiter hinten, Racing Point weiter vorne. Das hat auch Auswirkungen auf die Strategie. Und das ist der Grund, warum bei den beiden Teams nicht immer alles nach Plan verläuft.Das Herantasten an die beste Strategie vor einem Millionenpublikum hat einen Grund. Ferrari lernt gerade, dass Rennen im Verfolgerfeld anders ablaufen als an der Spitze. Das gleiche passiert Racing Point, nur andersherum. Der englische Rennstall fuhr traditionell im hinteren Teil des Mittelfeldes. Jetzt aber kommen mit den beiden Ferrari und dem zweiten Red Bull neue Gegner dazu, und es geht nicht mehr nur um die Plätze 5 bis 10.

Der Zwischenfall in der zweiten K.O.-Runde der Qualifikation erinnerte Red Bull noch einmal daran, welche Höllenmaschinen diese Antriebseinheiten sind. Früher hätte man bei Fehlzündungen die Zündkerzen oder Zündkabel getauscht. Heute muss eine Heerschar von Spezialisten in einem unglaublich komplexen Geflecht die Nadel im Heuhaufen suchen. Wenn das Honda schon schwer fällt, wie hart wird so ein Problem erst in Eigenregie zu lösen sein? Diesmal fanden die Motorentechniker den Fehler. Verstappen wurde noch rechtzeitig auf die Reise geschickt.

Nach der Störung des Ablaufs lief auch das Q3 für Red Bulls Speerspitze nicht mehr perfekt. "Im ersten Versuch hatte ich zu wenig Grip. Der zweite war besser, aber zu weit von Mercedes weg." Verstappen setzt seine Hoffnung jetzt auf das Rennen. Immerhin startet er auf den gleichen Reifen wie die Mercedes-Piloten. "Und wir haben einen guten Topspeed." Red Bull reagierte auf die Power-Strecke mit Reduzierung des Abtriebs. Trotzdem konnte man im Mittelsektor mit den Kurven Villeneuve, Tosa, Piratella und Acque Minerali das Tempo der Mercedes einigermaßen halten. Lewis Hamilton warnte: "Im Renntrimm sind die Red Bull näher dran."

Motorhomes feiern Comeback in Spa - Container-Fahrerlager zu teuer

  Motorhomes feiern Comeback in Spa - Container-Fahrerlager zu teuer In der Formel 1 kehrt wieder etwas Normalität ein. Zum Grand Prix von Belgien reisen die Teams wieder mit ihren großen Motorhomes an. Die Zeit des Container-Dorfs im Fahrerlager ist damit erst einmal vorbei.Regelmäßige Corona-Tests, streng überwachte Abstandsregeln inklusive Maskenpflicht und eine strikte Abtrennung einzelner Arbeitsgruppen in sogenannten Blasen führte dazu, dass infizierte Personen sofort erkannt und eine schnelle Ausbreitung verhindert werden konnte. Nach knapp zwei Monaten unter den neuen Regeln hat man sich im Fahrerlager mittlerweile an die neue Normalität gewohnt.

Albon will kämpfen

Alexander Albon war mit dem Ergebnis der Qualifikation "einigermaßen zufrieden". Den Thailänder trennten am Ende 0,396 Sekunden von seinem Teamkollegen. Marko lobte: "Auf Platz 4 fehlt ihm nur knapp ein halbes Zehntel." Das ist weniger als zuletzt. Aber aus Sicht von Albon noch nicht genug, um seinen Platz bei Red Bull zu sichern. "Platz sechs war kein schreckliches Resultat", tiefstapelt Red Bulls Sorgenkind. "Die Schritte gehen in die richtige Richtung, auch wenn ich gerne schneller gewesen wäre. Ich kann eine Verbesserung feststellen. Und Verbesserung muss mein Ziel sein." Er kündigt an: "Ich werde um diesen Sitz kämpfen."

Im Vergleich zu Verstappen sieht Albon in seiner schnellsten Runde noch zwei Stellen, wo er mehr hätte herausholen können. Immerhin hat er alles versucht. Sieben Mal in 150 Trainingsminuten stand Albon mit der Streckenbegrenzung in den Kurven 9 und 15 in Konflikt. Eine Überschreitung hätte ihn fast das Weiterkommen in die nächste K.O.-Runde vereitelt. Albon kritisiert vor allem die Regelung ausgangs der Piratella-Kurve, wo die weiße Linie vor dem Randstein die Grenze ist und nicht der Randstein selbst.

Ein bisschen unlogisch, findet der WM-Achte. "Es ist logisch, dass du so nah wie möglich an das Limit heranfährst. Jeden Zentimeter, den du mehr Strecke ausnutzen kannst, merkst du in der Rundenzeit. Aber jede Kurve ist anders. In Kurve 9 wäre der Kerb eine natürliche Grenze. Wenn du da drüber fährst, bist du automatisch langsamer. Ich finde es besser, wenn es so wie am Nürburgring gelöst ist. Erst kommt der Randstein, dann das Kiesbett. Da gibt es keine Diskussionen."

Hülkenberg lauert: Was wird aus Albon bei Red Bull? .
Red-Bull-Boss nimmt im AvD Motorsport Magazin auf SPORT1 Stellung zur Situation von Alex Albon. Wird Nico Hülkenberg der neue starke Mann hinter Verstappen? © Bereitgestellt von sport1.de Hülkenberg lauert: Was wird aus Albon bei Red Bull? Wirklich rund laufen will es einfach nicht zwischen Red Bull und Alex Albon. (DATENCENTER: Die Fahrerwertung der Formel 1)Beim Grand Prix der Eifel wurde dem Formel-1-Piloten nach anfänglichem Wirbel um ein zunächst nicht eindeutiges Corona-Testergebnis diesmal das vorzeitige Aus wegen eines technischen Defekts zum Verhängnis.

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