Auto Den DDR-Porsche gibt es heute noch - Miersch Porsche 356 Lindner Coupé (1954)

12:00  23 april  2021
12:00  23 april  2021 Quelle:   auto-motor-und-sport.de

Letztes Facelift vor dem Ende - Erlkönig Porsche Macan

  Letztes Facelift vor dem Ende - Erlkönig Porsche Macan Porsche bringt 2021 die nächste Generation des Macan als rein elektrisches Modell an den Start. Das bedeutet jedoch nicht das Aus des Macan mit Verbrennungsmotoren. © Stefan Baldauf Nach dem großen Facelift 2018 überarbeitet Porsche den Macan erneut, um ihn fit für ein Leben neben der Elektroversion zu machen. Zusammen dürften sie dann ab 2021 für drei Jahre den gemeinsamen Weg beschreiten. Allerdings kommt der konventionelle Macan nur noch mit Benziner-Motoren an den Start, vom Diesel hat sich Porsche bereits seit 2018 verabschiedet.

Ferry Porsche half den Reinmann-Zwillingen, ihren Traum vom Porsche zu verwirklichen. Zunächst mussten jedoch Teile über die Grenze in die DDR.

Dass dieses Coupé aussieht wie ein etwas größerer Porsche 356, hat zwei gute Gründe. © Porsche Dass dieses Coupé aussieht wie ein etwas größerer Porsche 356, hat zwei gute Gründe.

Die Zwillingsbrüder Knut und Falk Reimann, Studenten an der Technischen Hochschule in Dresden, hatten eine Idee, Mut und Fernweh. Im Alter von 21 Jahren bauten sie einen Porsche 356 nach, mit dem sie über die Alpen, nach Frankreich und bis vor das Porsche-Werk in Stuttgart-Zuffenhausen fuhren. Und nicht nur die Reimann-Zwillinge wollen einen Porsche: Schuhfabrikant Hans Miersch möchte auch so ein Traumauto: Er hat den Porsche 356 Anfang der 1950er-Jahre in einem westdeutschen Automagazin entdeckt hatte. Aber seit 1949 gibt es zwei deutsche Staaten, zwischen denen die Grenze zwischen Ost-Block und Westen verläuft – ein Import des westdeutschen Sportwagens in die neu gegründete DDR erscheint unmöglich.

Über den Bilster Berg im neuen GT3 - Porsche 911 GT3

  Über den Bilster Berg im neuen GT3 - Porsche 911 GT3 Porsche will die letzte Eskalationsstufe des Saugmotor-Elfers so nahe am Motorsport platziert wissen wie noch nie zuvor. Na dann: Die westfälische Berg- und Talbahn wartet. © Hoch Zwei Kommandatur, Mausefalle, Steilwand – an plakativen Namen für die Streckenabschnitte fehlt es der Teststrecke Bilster Berg nicht. Andere Namen wiederum fallen etwas fad aus, ohne dass es dort fad zuginge. Schönes Beispiel: Mutkurve. Explosiv Runterbremsen von zweihundertpaarungzwanzig km/h auf knapp 140, einlenken, sofort wieder ans Gas.

Die Basis für den DDR-Porsche liefert die Wehrmacht

Also konstruieren die Brüder Reimann einen eigenen Ost-Porsche: Die Basis für ihr Vorhaben spendete ein Volkswagen Typ 82. Soldaten der Wehrmacht hatten bei ihrem fluchtartigen Rückzug vor der Roten Armee Kübelwagen-Chassis zurückgelassen. Die Konstruktion von Knut und Falk Reimann setzt Karosseriebauer Arno Lindner aus Mohorn bei Dresden um. Er hilft den Brüdern, indem er ein Gerippe aus Eschenholz konstruiert, über das die Bleche der Karosserie gezogen werden können. Das Exemplar von Schuhfabrikant Hans Miersch bekommt zum Beispiel schweres Blech von einem alten Lkw aus der damaligen Tschechoslowakei. Weil der Kübelwagen auch noch breiter ist als der 356 und zudem 30 Zentimeter länger, wird das Coupé zum geräumigen Viersitzer mit Übergewicht: 1.600 Kilogramm wiegt der Nachbau. Ein Porsche 356 ist etwa halb so schwer.

106 Löcher im Taycan sind mit Tesa verklebt - Neues Fertigungsverfahren für den Elektro-Porsche

  106 Löcher im Taycan sind mit Tesa verklebt - Neues Fertigungsverfahren für den Elektro-Porsche 143 Löcher durchsieben die Karosserie des Porsche Taycan und werden später – kein Scherz – mit Tesa verklebt. Warum das so ist, erfahren Sie hier. © Porsche / Patrick Lang Es gibt Dinge des täglichen Lebens, bei denen wir ganz froh sind, dass sie Löcher haben. Ein Sieb zum Beispiel, Salzstreuer oder das Waschbecken. Die Karosserie Ihres Autos gehört in aller Regel nicht dazu. Doch das ist, wie Sie gleich erfahren werden, im Fall des Porsche Taycan eine ziemlich oberflächliche Betrachtung.Die Löcher in der Karosserie bekommen Sie nämlich gar nicht zu Gesicht, die Lackierer im Werk dagegen schon.

Und doppelt so stark wie der DDR-Nachbau: Weil nichts anderes da ist, treibt ein 30-PS-Boxer das Coupé an. Hans Miersch baut in sein Auto 1968 einen 1,6-Liter-Boxer mit 75 PS ein, sein Auto wird so zumindest dem Herzen nach ein echter Porsche.

Fast 700.000 Euro für diesen seltenen Porsche - Porsche 968 Turbo S (1993) Auktion

  Fast 700.000 Euro für diesen seltenen Porsche - Porsche 968 Turbo S (1993) Auktion Nur 14 Turbo S baute Porsche von der Vierzylinder-Baureihe 968. Bei diesem Exemplar fällt außerdem die seltene Farbe auf. Der Preis ist der Hammer! © Brian Henniker/Gooding & Company Einer von 14: Porsche baut 1993 als Basisauto für den ADAC GT-Cup den 968 Turbo S. Blutorange heißt eine von sechs Farben, in der Porsche 1993 den 968 Turbo S lackierte. Grand Prix Weiß, Indischrot und Speed Gelb sind vom CS bekannt, außerdem gab es noch Blau und Silber. Der Turbo S war die Straßenversion des 968 Turbo RS für den ADAC GT-Cup.

Ferry Porsche schickt Grüße aus Le Mans – und Teile

Ihren ersten Porsche-Nachbau behalten die Reimann-Brüder für sich – und in Sachen Motor wissen sie sich zu helfen: Sie fragen direkt bei Porsche nach Hilfe – und bekommen von Ferry Porsche eine Antwort: Über sein Sekretariat lässt er ausrichten: "Um Ihnen aus Ihrer Bedrängnis zu helfen, senden wir Ihnen dieser Tage wunschgemäß einen Satz gebrauchter Kolben und Zylinder über die Firma Eduard Winter, Berlin." Vom Rennen in Le Mans lässt der Chef ausrichten: ""guten Empfang und weiterhin frohe Fahrt mit Ihrem Porsche-Eigenbau".

Doch zunächst müssen die Teile von West-Berlin in die DDR. Mehrmals passieren die Reimanns mit einer übergroßen Aktentasche den Grenzübergang, bis alle Teile drüben sind. Als der "Porscherli", wie sie ihr Coupé nennen, fertig ist, reisen sie durch Europa – was bis zum Bau der Mauer noch ging. Mit einem Führerschein und wechselnden Freundinnen fahren die Zwillinge über den Großglockner, an den Genfer See, besuchen Paris und Rom. Nach dem Bau der Mauer 1961 werden beide wegen angeblicher Fluchthilfe festgenommen und müssen ins Gefängnis. Erst nach über einem Jahr dürfen sie dort wieder raus. Ihr Porsche ist weg.

Miersch behält seinen 356-Nachbau bis 1994

Schuhproduzent Hans Miersch muss Anfang der 1970er-Jahre seinen Betrieb abgeben, schafft es jedoch, den Porsche zu behalten. Erst 1994 – vier Jahre nach dem mit der Wiedervereinigung verbundenen Ende der DDR – verkauft Miersch sein Coupé mit dem Kennzeichen "RJ 37-60" an den Würzburger Porsche-Sammler Michael Dünninger. Der lässt die Sitze neu mit Leder beziehen und ersetzt den Horch-Tacho durch ein Originalteil von Porsche.

Der Porsche Reimann-Zwillinge taucht 2011 wieder auf: Über einen Freund erfährt der österreichische Sammler Alexander Diego Fritz von dem Auto, das völlig marode in einer österreichischen Garage steht – wie es dahin gekommen ist, ist bisher nicht bekannt. Fast lehnt er das Kaufangebot ab; zu schlecht ist der Zustand des Fahrzeugs. Doch die Geschichte der Brüder Reimann fasziniert ihn – er richtet den DDR-Porsche wieder her.

In 7:38,9 Minuten über die Nordschleife - Porsche Cayenne stellt SUV-Rekord auf .
Porsche stellt bald eine Performance-Version des Cayenne Turbo Coupés vor. Nun hat der SUV-Brecher auf dem Nürburgring gezeigt, was in ihm steckt. © Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG 7:38,9 Minuten für die Nürburgring-Nordschleife: Es ist nicht lange her, da hätten sich waschechte Sportwagen mit dieser Rundenzeit rühmen können. Heutzutage sind SUV dazu in der Lage, die 20,832 Kilometer lange Variante der Grünen Hölle in dieser Zeit zu umrunden. Oder präziser: Exakt ein SUV ist dazu in der Lage.

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