Digital Microsofts Zenimax-Deal nur ein Beispiel: Wieso sich der Unternehmenskauf in Krisenzeiten lohnen kann

21:36  24 september  2020
21:36  24 september  2020 Quelle:   wiwo.de

Microsoft kauft Bethesda: Das bedeutet der Megadeal für Gamer

  Microsoft kauft Bethesda: Das bedeutet der Megadeal für Gamer Microsoft hat für 7,5 Milliarden US-Dollar Zenimax und damit das Hit-Studio Bethesda gekauft. Welche Strategie steckt dahinter? Und müssen Fans der bekannten Spiele bald eine Xbox kaufen? Vergleiche machen es deutlich: Microsoft hat da gerade ein großes Geschäft gemacht. Für 7,5 Milliarden Dollar haben sie den Konzern Zenimax gekauft, dessen größtes und bekanntestes Studio ohne Frage Bethesda Softworks ist. 7,5 Milliarden Dollar – Nintendo hat im letzten Fiskaljahr 3,3 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Microsoft hat also tief in die Tasche gegriffen.

Microsoft hat zur Stärkung seiner Xbox Zenimax Media übernommen. Unternehmenszukäufe bleiben in Krisenzeiten jedoch eher die Ausnahme © imago images Microsoft hat zur Stärkung seiner Xbox Zenimax Media übernommen. Unternehmenszukäufe bleiben in Krisenzeiten jedoch eher die Ausnahme

Microsoft stärkt seine Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox mit einem milliardenschweren Zukauf. Sowas ist in der Krisenzeit eher zur Ausnahme geworden – obwohl Übernahmen gerade jetzt erfolgreich sein können.

Microsoft stärkt seine Gaming-Sparte um die Spielkonsole Xbox mit einem milliardenschweren Zukauf. Der US-Softwareriese übernimmt Zenimax Media. Solche Fälle sind in der Krisenzeit eher zur Ausnahme geworden. Fusionen und Übernahmen rücken in den Hintergrund der Unternehmen. Die Ursache: Viele kämpfen mit milliardenschweren Umsatzeinbußen, können ihre Mitarbeiter nicht bezahlen und leben in Ungewissheit, wie sich die nächsten Monate entwickeln.

Warum Microsoft 7,5 Milliarden US-Dollar für den Produzenten von Doom and Fallout bezahlt hat

  Warum Microsoft 7,5 Milliarden US-Dollar für den Produzenten von Doom and Fallout bezahlt hat Microsoft tätigt seine bisher größte Spiele-Übernahme, um Sony herauszufordern. The post Warum Microsoft 7,5 Milliarden US-Dollar für den Produzenten von Doom and Fallout bezahlt hat appeared first on The Motley Fool Deutschland. Teresa Kersten, eine Mitarbeiterin von LinkedIn, einer Microsoft-Tochtergesellschaft, ist Mitglied des Vorstands von The Motley Fool. Dieser Artikel wurde von Leo Sun auf Englisch verfasst und am 22.09.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.

„Der M &A-Markt muss starke Einbußen hinnehmen“, sagt Christian Futterlieb, Geschäftsführer des Beteiligungsunternehmens VR Equitypartner. Potenzielle Käufer und Verkäufer würden sich nur noch schwer auf einen Preis einigen, da die Schere der Zukunftsprognosen zu weit auseinander gehe. Erst wenn die Konjunkturentwicklung wieder einheitlich gesehen wird, können nach Futterliebs Einschätzung Transaktionen zunehmen. Allein bei VR Equitypartner seien Investitionen auf rund die Hälfte zurückgegangen. Doch Futterlieb ist zuversichtlich: Seit September nimmt die Anzahl der Beteiligungsanfragen deutlich zu – und damit auch die Wahrscheinlichkeit für Deals.

Insolvenzverwalter haben alle Hände voll zu tun

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Trotzdem bleibt in dem nächsten halben Jahr die Unsicherheit bestehen, bestätigt Georg Bitter, Professor vom Zentrum für Insolvenz und Sanierung an der Universität Mannheim. In welchem Ausmaß, hängt von der Branche ab: „Es gibt Geschäftsmodelle, die nur wegen der Krise nicht tragfähig sind“, sagt er. Besonders die Flugbranche ringt um ihre Existenz. Deshalb hat zum Beispiel die Fluggesellschaft Lufthansa vom Bund milliardenschwere Zuschüsse in stiller Einlage bekommen. Kurzfristig mag das helfen. Doch bis spätestens 1. Januar, wenn die Insolvenzantragspflicht bei Verschuldung wieder zurückkehrt, können nach aktuellem Stand Lufthansa – und die meisten anderen Fluggesellschaften – ohne weitere Maßnahmen kaum gerettet werden, sagt Bitter. Da müsse sich noch einiges tun, um den Unternehmen zum Jahresanfang 2021 eine positive Fortführungsprognose bestätigen zu können.

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  Apple verweigert Microsofts Spieledienst xCloud die App-Store-Aufnahme Apple bleibt stur, Microsoft reagiert verschnupft. Der für den September 2020 geplante große Launch der Gaming-Plattform xCloud wird zwar stattfinden, aber nicht auf Geräten mit iOS oder iPadOS. Apple versperrt den Weg in den App-Store. Es ist nicht überraschend, dass Apple auch den großen Anbietern Google und Microsoft die Aufnahme ihrer Gaming-Plattformen Stadia und xCloud in den App-Store verweigert. Die gleiche Erfahrung hatten zuvor schon Telegram und Facebook machen müssen. Die Begründung ist stets die gleiche. Apple pocht auf App-Store-Richtlinien Dabei hat Apple seine selbst gegebenen App-Store-Richtlinien im Rücken.

Doch nicht nur in dieser Branche haben Insolvenzverwalter und Berater alle Hände voll zu tun: Die Automobilbranche kämpfte bereits vor der Krise mit einem Abwärtssog – der sich nun noch weiter zugespitzt hat. Und auch die Gastronomie, Tourismus sowie Veranstalter zählen zu den größten Opfern der Pandemie. Viele der Zombieunternehmen werden spätestens am 1. Oktober in das Insolvenzverfahren gehen müssen, wenn dann die alten Insolvenzregeln wieder gelten.

Für finanzstarke und wachstumsorientierte Unternehmen liegt darin aber eine Chance. Denn Bitter empfiehlt einen Unternehmenskauf erst nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens: Niemand kaufe ein Unternehmen mit hoher Schuldenlast. Deshalb könne die Übernahme besser über den Insolvenzverwalter erfolgen, da dieser nur die Aktivbestandteile verkauft und damit die Verbindlichkeiten nicht mitübernommen werden müssten. Nur wenn ein Unternehmen grundsätzlich gut aufgestellt sei, sich aber wegen der aktuellen Situation in einem Krisenstadium befindet, sei ein Kauf vor der Insolvenz zu empfehlen. Branchen, die sich mit Bau, IT, Infrastruktur, Pharmazie, Logistik oder Lebensmittel beschäftigen, finden in der Regel einen Käufer, wie der Rechtsanwalt Michael Wiehl bestätigt , der die internationale M &A Praxisgruppe von Rödl & Partner leitet. In einer Krise gebe es immer Gewinner und Verlierer. „Wenn Unternehmen pleite gehen, wird der Markt bereinigt“, sagt Wiehl.

Der Profifußball in Krisenzeiten: Business as usual!

  Der Profifußball in Krisenzeiten: Business as usual! Das Business Profifußball dreht sich unaufhaltsam weiter. Neue Topgehälter werden auch in Krisenzeiten gefordert, wie die Beispiele Manuel Neuer und David Alaba zeigen. Ein Ende ist nicht in Sicht! 20 Millionen hier, 20 Millionen da - beim FC Bayern hört man in den letzten Wochen und Monaten viel über diese schier magische Gehaltsgrenze. Den Anfang machte Manuel Neuer (in Person von dessen Berater Thomas Kroth) mit seiner Forderung eines solch exorbitanten Jahressalär für den FCB-Kapitän. David Alaba - oder besser gesagt dessen Agent Pinhas "Pini" Zahavi - soll nun eine ähnliche Summe fordern.

Krisen bieten Chancen auf dem M &A-Markt

Der M &A-Markt für insolvente Unternehmen ist nach Angaben von Bitter mit einem Flohmarkt zu vergleichen: Am liebsten möchten Insolvenzverwalter das Unternehmen so schnell wie möglich verkaufen. Der Unternehmenskauf wird regulär binnen drei Monaten abgeschlossen. So schnell, dass Unsicherheiten bleiben. Doch wo Risiken sind, sind auch Chancen: „Einige Unternehmen können unter ihrem Wert gekauft werden“, sagt der Universitätsprofessor. Doch bei der Übernahme sollten die potenziellen Käufer nicht zu lange zögern: Ansonsten könnten dem Experten zufolge die besten Arbeitnehmer weglaufen – und zur Konkurrenz wechseln. Solche Fälle hat der Geschäftsführer von der M &A-Beratung Everto Consulting, Thomas Salzmann, bereits mehrfach miterlebt.

Günstig zukaufen allein genügt nicht

Trotzdem darf der Käufer eine Transaktion nicht überstürzen, wie Salzmann bestätigt. Denn diese könne nur gelingen, wenn eine Beziehung zu dem Verkäufer aufgebaut werde. Ein Transaktionsmodell hat drei Phasen: Die Analyse, Transaktion und Integration. Das Grundproblem: Viele würden den ersten Schritt überspringen und damit gar nicht wissen, ob die Kultur des gekauften Unternehmens zu der eigenen passt. Zum Beispiel legt ein Unternehmen großen Wert auf Projektarbeiten und in dem anderen entscheidet der Chef, wie die Mitarbeiter vorgehen sollen. Wenn die beiden Unternehmenskulturen zusammentreffen, schaffen die Mitarbeiter einfachste Projekte nicht, da sie Teamarbeit nicht gewohnt sind. Fast die Hälfte der potenziellen Käufer scheitern laut dem Geschäftsführer von Everto-Consulting bereits in der ersten Phase – und weitere 30 Prozent in den anderen beiden.

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  Microsofts Milliarden-Dollar Geschäfte Die Grafik zeigt den Wert von Microsofts größten Unternehmens-Akquisitionen © Bereitgestellt von Statista Wert von Microsofts groess

Die Pandemie bringt auch Vorteile für Unternehmenskäufe mit sich. So können sinkende Preise und weniger Wettbewerber eine Chance darstellen. Aber nicht jeder nimmt sie wahr: „In Krisensituation profitieren oft bestimmte und teilweise spezialisierte Investorengruppen“, sagt Andreas Stöcklin, Deutschland-Chef von Duff & Phelps, einem der weltweit größten Beratungshäuser. Das sind laut Stöcklin zum einem Finanzinvestoren, die sich besonders auf die Übernahme von Unternehmen in Krisen konzentrieren, die Turnaround-Investoren. Zum anderen gehören dazu Konzerne, die über hohe liquide Mittel verfügen und sich in bestimmten Märkten vergrößern wollen. Aber es gebe auch Strategen, die kriselnde wichtige Wertschöpfungsketten wie auf der Zulieferseite retten wollten, um ihr eigenes Geschäft nicht zu gefährden.

Corona-Hilfen zum Unternehmenskauf nutzen

Im Gegensatz zu vielen anderen europäischen Ländern ist der M &A Markt in Deutschland durch die Krise weniger stark betroffen. Oft erfolgt die Finanzierung der Unternehmenskäufe mit Hilfe von Fremdkapital – besonders bei Private-Equity-Investoren. Allerdings sind Banken, so Wiehl, bei der Fremdfinanzierung durch die Krise vorsichtiger geworden. Deshalb seien strategische Investoren, die viel Eigenkapital besitzen, zurzeit klar im Vorteil. Es gibt aber auch Alternativen, etwa einen KfW-Kredit. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau ermöglicht die Kreditvergabe zu günstigen Konditionen. „Geübte nutzen die Situation jetzt aus“, sagt der M &A-Berater Salzmann. Es gebe die Sondersituation, dass gutgehende Unternehmen Coronahilfen aufnehmen und damit die Unternehmenskäufe tätigen. Everto Consulting habe selbst auch solche Kunden.

Microsoft übernimmt ZeniMax Media - Bethesda und seine Franchises verstärken Team Xbox

  Microsoft übernimmt ZeniMax Media - Bethesda und seine Franchises verstärken Team Xbox Während die mögliche Rückkehr von Bungie in den Schoß der Xbox Game Studios nicht mehr als ein haltloses Gerücht war, das schnell von den Verantwortlichen bei Bungie dementiert wurde, startet Microsoft die neue Woche diesmal mit einem echten Paukenschlag. Wie das Unternehmen aus Redmond in einem neuen Blogpost verkündet, übernimmt man die Mehrheit an dem […]Mit der Übernahme wird die Reihe der eigenen Xbox Game Studios rund um die Mojang Studios, Rare, Obsidian Entertainment und Ninja Theory nicht nur um weitere bekannte Entwickler wie id Software und die Arkane Studios erweitert, auch viele große Franchises wie The Elder Scrolls, Fallout, DOOM, Prey, Dishonored, Starfield, Wolfenstein, Quake und The Evil With

Das Patentrezept zum Erfolg

Damit der Unternehmenskauf zum Erfolg wird, müssen verschiedene Faktoren erfüllt sein. „Das Management der Beteiligungen ist das A und O“, sagt Futterlieb. VR Equitypartner würde bei keinem Unternehmen einsteigen, bei dem zwar das Produkt überzeugt, aber nicht die Person an der Spitze. Denn: Erfolgreiche Transaktionen funktionieren laut dem Geschäftsführer nur mit Managern, die mit den Gesellschaftern an einem Strang ziehen. Außerdem müsse das Geschäftsmodell des Zielunternehmens verstanden werden, ergänzt Wiehl. Der Manager sollte verstehen, wo es Punkte gibt, die gelöst werden müssen, damit das Unternehmen wieder erfolgreicher werde.

Aber auch genügend Geld sei ein wichtiger Faktor, um erfolgreich zu sein. Fast die Hälfte der Unternehmenskäufe würden nicht die Ergebnisse erzielen, die Käufer ursprünglich erwartet hätten. Viele davon scheitern laut Wiehl daran, dass man sich zu wenig Gedanken über die Integration in die neue Unternehmenskultur gemacht habe. Stöcklin betont, M &A sei oft ein zentraler Baustein der erfolgreichen Wachstumsstrategie: „Der Zugang zu wichtigen, neuen Märkten oder Schlüsseltechnologien durch gezielte Unternehmenskäufe ist ein Wachstumsbeschleuniger“. So habe Duff & Phelps es innerhalb von 15 Jahren geschafft, mehr als 30 Unternehmen zu übernehmen und zu integrieren.

Die Prognose lautet daher: Nach der Krise wird es einen Boom auf dem M &A-Markt geben. „Viele Projekte haben sich aufgestaut, die nach der Pandemie zu mehr Transaktionen führen“, bestätigt Futterlieb. Auch Salzmann ist optimistisch: Besonders die Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell müssten erkennen, dass sie durch Zukäufe besser wachsen können. Ein überdurchschnittliches Unternehmenswachstum biete die aktuelle Zinslage an. Aber auch der distressed M &A Markt, also der Markt der kriselnden Unternehmen, steige nach Angaben von Bitter. Sobald die Insolvenzantragspflicht wieder gilt.

Starlink und die Cloud: Microsoft geht Partnerschaft mit SpaceX ein

  Starlink und die Cloud: Microsoft geht Partnerschaft mit SpaceX ein Microsoft sieht Potenziale für seinen Cloud-Dienst Azure auch da, wo konventioneller Internetzugang nicht zu haben ist. Deshalb kooperiert der Tech-Riese nun mit SpaceX. © Microsoft Microsofts modulares Azure-Data-Center. Mit dem mobilen „Azure Modular Datacenter“ will Microsoft besonders Organisationen in Krisengebieten und anderen schwierigen Lokationen ansprechen. Der Hersteller stellt sich nach eigenen Angaben als Zielgruppe etwa Hilfsorganisationen vor, die in Krisengebieten auf Rechenleistungen wie lokale Wettervorhersagen oder Logistik-Programme angewiesen sind.

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