Digital Zusammen gegen die Pandemie: So soll "Luca" gegen Corona helfen

14:31  03 märz  2021
14:31  03 märz  2021 Quelle:   public.spot-on-news.de

Nur einer war bei seinem Debüt jünger: Luca Netz von Hertha BSC hat glänzende Perspektiven

  Nur einer war bei seinem Debüt jünger: Luca Netz von Hertha BSC hat glänzende Perspektiven Luca Netz ist der vierte Spieler aus dem Nachwuchs von Hertha BSC, der unter Bruno Labbadia in der Bundesliga debütiert. Seine Perspektiven gelten als glänzend. © Foto: contrastphoto/Imago Robust und dynamisch. Luca Netz, gerade mal 17, bringt vieles mit, was man für eine erfolgreiche Karriere im Profifußball braucht. Am Wochenende wird es für Hertha BSC ein Wiedersehen mit einem seiner Top-Talente geben. Hertha trifft dann auf Arminia Bielefeld, und bei Arminia steht seit dem Herbst Arne Maier unter Vertrag. Wie intensiv das Wiedersehen ausfallen wird, ist schwer abzuschätzen.

Wer oder was ist eigentlich dieser "Luca", von dem gerade so viele Menschen sprechen? Hinter diesem Namen verbirgt sich eine App und ein damit verknüpftes System, das dabei helfen könnte, die Corona-Pandemie besser zu bewältigen und Menschen wieder mehr Freiheiten zu gewähren - gerade, wenn es etwa um den Kulturbereich, Treffen mit Freunden oder Restaurantbesuche geht.

  Zusammen gegen die Pandemie: So soll © Andrej Hicil/Shutterstock.com

Durch die Software, die für iOS, Android und als Web-App erhältlich ist, soll eine lückenlose und vor allem schnelle Kontaktnachverfolgung während der Pandemie ermöglicht werden. Dabei werden die Gesundheitsämter direkt eingebunden und Nutzer können schneller darüber informiert werden, wenn sie einem Infektionsrisiko ausgesetzt waren.

Jacob Tremblay spricht ein neugieriges Seemonster mit einem großen Geheimnis im Trailer zu Pixars bevorstehendem Luca

 Jacob Tremblay spricht ein neugieriges Seemonster mit einem großen Geheimnis im Trailer zu Pixars bevorstehendem Luca Die beiden Hauptfiguren im Zentrum von Pixars neuem Film Luca halten ein sehr großes Geheimnis für sich. Ihr Browser unterstützt dieses Video nicht "Es gibt nur eine Sache, die niemand herausfinden kann", sagt Luca (von Jacob Tremblay geäußert) im ersten Teaser für das Familienabenteuer, der am Donnerstag von Disney veröffentlicht wurde.

Ein Sprecher, der die Kommunikation rund um "Luca" betreut, erklärt es auf Anfrage der Nachrichtenagentur spot on news so: "Luca ist ein ganzes System, nicht nur eine App. Wichtig sind uns die Verknüpfung mit den Gesundheitsämtern und der Rückkanal für die Nutzer. Das Gesundheitsamt kann über eine Kontakthistorie alle Leute informieren, die in den gleichen Locations waren und die Nutzer bekommen sofort eine Meldung auf das Handy."

Warum sprechen gerade alle über "Luca"?

Rapper Smudo (52), der mit seinen Kollegen von den Fantastischen Vier ("Populär") ebenfalls mitmischt, setzt sich gerade dafür ein, die Anwendung bei der breiten Maße bekannt zu machen. Kürzlich trat er bei "Anne Will" auf und sprach in der Talk-Runde über das System. Beteiligt an der Initiative des Berliner Start-ups neXenio sind neben der Band unter anderem auch die Bundesdruckerei und das Hasso-Plattner-Institut.

Luca ist eine wichtige Ergänzung zur Corona-Warn-App

  Luca ist eine wichtige Ergänzung zur Corona-Warn-App Aus dem Bereich der Kulturschaffenden kommt mit der Luca-App eine Ergänzung zur Corona-Warn-App, deren Ziel es ist, die Kontaktnachverfolgung für die Gesundheitsämter zu erleichtern. © Luca/t3n Luca, die digitale Kontaktverfolgungs-App. Die Musiker der Band „Die Fantastischen Vier“ haben mit Unterstützung der Berliner Startups Nexenio und Culture4life eine Corona-App entwickelt, die das Problem der Krisenbewältigung aus einer Öffnungsperspektive heraus betrachtet.

Anschaulich meinte Smudo bei "Anne Will": "Wenn es brennt, fragt man doch nicht, wer erfindet den Feuerlöscher? Wir haben den Feuerlöscher da. Er ist fertig und er ist jetzt zu benutzen." Der überzeugende Auftritt des Musikers sorgte für einen Run auf die App. "Alleine während 'Anne Will' haben wir 350.000 Zertifizierungs-SMS versendet. Das zeigt, die Leute haben Lust", erklärt der "Luca"-Sprecher. Man freue sich "mega über das ganze Interesse".

Dieses Interesse zeigen nicht nur die Nutzer. Auch die Ämter und die Bundesländer springen immer mehr auf. Mit an Bord sind bereits 15 Regionen - unter anderem Rostock, Kiel, Sylt und das Herzogtum Lauenburg. Und es "werden jetzt schnell einige dazukommen, wie es gerade aussieht". Mit etwa 200 von den rund 400 Gesundheitsämtern in Deutschland stehe man derzeit in Kontakt. Thüringen befinde sich demnach etwa in einer fortgeschrittenen Planungsphase, mit den Landesregierungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt führe man derzeit "tiefe Gespräche" und auch Baden-Württemberg und Armin Laschet (60), der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen, haben ihr Interesse bekundet.

Eine App für ein Stück Normalität: Die Luca-App wird Open Source

  Eine App für ein Stück Normalität: Die Luca-App wird Open Source Die Luca-App soll Restaurant- und Eventbesuche wieder möglich machen. Datenschützer zeigten sich wenig begeistert. Jetzt haben die Köpfe hinter Luca reagiert: Bereits Ende März soll das System Open Source werden. © Zigres / Shutterstock Luca-App: An einigen Punkten muss noch nachgebessert werden. Die Fantastischen Vier haben schon eine Menge cooler Sachen auf die Beine gestellt. Sie gelten als Urväter des deutschen Hiphops, ihre Alben haben mittlerweile Klassikerstatus und überhaupt mag eigentlich jede*r die Schwaben. Fun-Fact: Angefangen haben die Fantas als Programmierduo.

Aber wie funktioniert das Ganze?

"Luca" setzt auf drei Schnittstellen - den User beziehungsweise Gast, einen Gastgeber und die Gesundheitsämter. Für den Nutzer ist die App eigentlich ganz simpel. User können ihre Daten einmalig eintragen und erhalten einen QR-Code, der sich minütlich ändert und dem Smartphone zugeordnet ist. Damit können Gäste dann vor Ort einchecken, zum Beispiel bei Konzerten, in Restaurants oder auch in privaten Runden mit Freunden, die als Gastgeber ebenfalls nur ihr Smartphone benötigen. Nach dem Aufenthalt wird der User automatisch ausgecheckt.

Nach und nach entsteht also fast automatisch ein Kontakttagebuch, das Begegnungen umfasst. Tritt eine Infektion auf, können Nutzer freiwillig die Daten zur Nachverfolgung an die Gesundheitsämter senden, die wiederum möglichst schnell alle gefährdeten Kontakte informieren können. Das ermöglicht auf dem Papier eine deutlich höhere Geschwindigkeit, als wenn etwa Zettel mit Kontaktinformationen erst händisch ausgewertet werden müssen - und es entlastet die Gesundheitsämter. Auf der Webpage von "Luca" können Nutzer überprüfen, ob die eigene Region bereits angebunden ist.

Auch über den Datenschutz hat man sich bei "Luca" Gedanken gemacht. Nach Angaben der Entwickler werden die anonym erhobenen Daten dezentral verschlüsselt und es sind alle drei Schnittstellen notwendig, um sie im Infektionsfall wieder zu entschlüsseln. Die unterschiedlichen Teile zur Entschlüsselung werden auf Servern in Deutschland gespeichert. Die Daten sind zudem demnach nur für das Gesundheitsamt auslesbar. Veranstalter oder weitere Personen, auch das Team hinter "Luca", haben keinen Zugriff.

Nach Kritik: Quellcode der Luca-App steht online – Betreiber reagieren auf CCC-Vorwurf .
Die Entwickler der Luca-App haben den Quellcode ihres Systems zur Corona-Kontaktverfolgung vollständig unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlicht. © Wirestock Creators / shutterstock Die Luca-App steht in der Kritik. Seit Mittwochabend ist der Code der beiden App-Versionen (Android und iOS) sowie des Backend-Systems auf GitLab einsehbar. Er kann damit nun von unabhängigen Stellen überprüft werden. Man wolle eine transparente Analyse und Weiterentwicklung der Software ermöglichen, erklärte die Culture4life GmbH, das Unternehmen hinter dem Luca-System.

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