Digital Corona-App: Warum wollen plötzlich alle Luca?

10:20  01 april  2021
10:20  01 april  2021 Quelle:   zeit.de

Rookie Luca Marini: "MotoGP-Aufstieg kommt zum richtigen Zeitpunkt"

  Rookie Luca Marini: Dem verpassten WM-Titel in der Moto2-Klasse trauert Luca Marini nicht nach - Vor dem ersten MotoGP-Test blickt er auf den Dreikampf der Ducati-Rookies Luca Marini steigt als Moto2-Vizeweltmeister in die Königsklasse MotoGP auf. Der Halbbruder von Valentino Rossi sitzt auf einer Ducati GP19 vom Esponsorama-Team. Insgesamt sechs Rennen hat Marini in der mittleren Klasse gewonnen. Kommt der Aufstieg zum richtigen Zeitpunkt?"Ich bereue nichts. Ich denke, ich hätte es 2020 etwas anders machen können, um die WM zu gewinnen", meint Marini im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Kontaktnachverfolgung Acht weitere Bundesländer wollen Luca - App nutzen. Corona -Warn- App auf iOS Warum Sie nach dem Update weniger Risikokontakte sehen. Wer seine Warn- App aktualisiert hat, dem werden auf einen Schlag oft weniger Risikokontakte angezeigt. Das sorgt für Kritik – auch wenn dahinter eigentlich eine wichtige Neuerung steckt.

Zuerst nur Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen und Baden-Württemberg, nun halb Deutschland: Insgesamt acht weitere Länder wollen Luca einsetzen.

Viele Bundesländer wollen mit der App Luca eine Rückkehr in die Normalität ermöglichen. Ein zweifelhafter Plan – selbst wenn er aufginge, gäbe es dafür bessere Lösungen.

Dank App endlich wieder ins Café – ein verlockendes Versprechen © Christof Stache/​AFP/​Getty Images Dank App endlich wieder ins Café – ein verlockendes Versprechen

An laue Frühlingsabende im Biergarten oder gar Kneipenbesuche ist im Moment in den meisten deutschen Orten nicht zu denken. Aber wenn die Zahl der Corona-Infektionen wieder sinkt, sollen Geschäfte, Restaurants und Konzerthallen wieder öffnen – auch dank digitaler Kontaktverfolgung. Dann, so die Idee, könnte man einfach mit einer App in einer Bar einchecken und würde gewarnt, würde sich später herausstellen, dass eine Person dort unwissentlich mit Corona infiziert war.

Zusammen gegen die Pandemie: So soll "Luca" gegen Corona helfen

  Zusammen gegen die Pandemie: So soll Seit Kurzem sorgt "Luca" für Aufsehen. Doch wie funktionieren die App und das damit verknüpfte System, die im Kampf gegen das Coronavirus helfen sollen?

Die neue deutsche Corona -Warn- App soll die beste der Welt sein. Sie sammelt Daten über Kontakte zwischen Menschen, um neue Ansteckungen zu verhindern. Warum wird die App so gelobt und wie funktioniert sie? Eine große Schwäche aller Corona -Warn- Apps ist, dass sie nur national und nicht international funktionieren. Allein allein hier: nur in der Europäischen Union gibt es mindestens sieben verschiedene Apps , die nicht miteinander verbunden und kompatibel sind kompatibel sein so, dass etwas mit etwas anderem zusammenpasst .

Kontaktnachverfolgung Acht weitere Bundesländer wollen Luca - App nutzen. Unter anderem Niedersachsen setzt auf die Luca - App , in der Hoffnung, so Gastronomie und Geschäfte öffnen zu können. Auch wenn noch Fragen in Sachen Sicherheit offen sind, sind offenbar viele Länder interessiert. Niedersachsen will für die geplanten Modellprojekte zur Öffnung von Handel, Kultur und Außengastronomie auch die Luca - App nutzen. Sie soll der Kontaktnachverfolgung dienen, um Infektionsketten unterbrechen zu können. Die Modellprojekte zur Öffnung sollen außerdem an

Immer mehr Bundesländer wollen diese Kontaktverfolgung mit der App Luca ermöglichen und kaufen Lizenzen der Anwendung, die ein Unternehmen aus Berlin in Zusammenarbeit mit den Rappern der Fantastischen Vier entwickelt hat. Als Erstes hatte Mecklenburg-Vorpommern Anfang März die Lösung erworben. Kurz darauf sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller, er habe jetzt die Verträge unterschrieben, "ohne dass ich (...) mich mit technischen Details auskenne". Am vergangenen Wochenende zogen mehrere Bundesländer nach: Baden-Württemberg, Niedersachsen, Bremen, Hamburg, Schleswig-Holstein, Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und das Saarland planen den Einsatz der App. Die Kosten: insgesamt mehr als zehn Millionen Euro.

Eine App für ein Stück Normalität: Die Luca-App wird Open Source

  Eine App für ein Stück Normalität: Die Luca-App wird Open Source Die Luca-App soll Restaurant- und Eventbesuche wieder möglich machen. Datenschützer zeigten sich wenig begeistert. Jetzt haben die Köpfe hinter Luca reagiert: Bereits Ende März soll das System Open Source werden. © Zigres / Shutterstock Luca-App: An einigen Punkten muss noch nachgebessert werden. Die Fantastischen Vier haben schon eine Menge cooler Sachen auf die Beine gestellt. Sie gelten als Urväter des deutschen Hiphops, ihre Alben haben mittlerweile Klassikerstatus und überhaupt mag eigentlich jede*r die Schwaben. Fun-Fact: Angefangen haben die Fantas als Programmierduo.

Die Entwickler der Luca - App haben damit begonnen, den Quellcode ihres Systems zur Corona -Kontaktverfolgung zu veröffentlichen. Seit Dienstagnachmittag ist der Code der Android-Version der App auf der Plattform GitLab einsehbar und kann nun von unabhängigen Stellen überprüft werden. Doch die Veröffentlichung zog heftige Kritik in sozialen Netzwerken und in GitLab-Diskussionen auf sich.

Die App « Luca » soll nun alles leichter machen, wir testen das neue Modell. Touristen trotz Corona . Normalerweise würden sich momentan viele Touristen auf der Insel Amrum tummeln, doch in diesem Jahr fällt für alle der Osterurlaub flach. Die Tourismusbranche bleibt allerdings optimistisch, denn vorbereitet ist alles. Um den Reisenden einen möglichst sicheren Urlaub bieten zu können, würden viele Hotels, Einzelhändler und Gastronomen gerne die Luca - App zur Kontaktnachverfolgung verwenden wollen .

Das ist aus unterschiedlichen Gründen erstaunlich. Erstens steht infrage, ob Luca das leisten kann, was viele von der App erwarten, nämlich eine Art Rückkehr zur Normalität. Zweitens kritisieren viele IT-Expertinnen und -Experten die App als unsicher und weisen darauf hin, dass es bessere Lösungen gebe. Drittens könnte die Funktion, die dieser Tage in die Corona-Warn-App eingebaut werden soll, einer solchen Lösung sehr nahe kommen. Und viertens wirft all das die Frage auf, warum die App plötzlich für viel Geld eingekauft wird und das vielerorts ohne öffentliche Ausschreibung, auf die sich auch andere Anbieter hätten bewerben können.

Das Versprechen von Luca ist verlockend: "Ich bin davon überzeugt, dass Luca uns in Kombination mit Testungen, der Corona-App und den AHA-Regeln in ein immer normaleres Leben führen wird", sagte der Rapper Smudo Anfang März. "Für uns ist das eine reelle Öffnungsstrategie."

Coronavirus-Newsblog für Bayern: Freie Wähler gegen "Machtverlagerung" nach Berlin in Corona-Politik

  Coronavirus-Newsblog für Bayern: Freie Wähler gegen Die Diskussion darüber sei in Bayern noch nicht abgeschlossen, betone Hubert Aiwanger. In München sinkt der Inzidenzwert am Sonntag unter die kritische Marke - allerdings wirft die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen Fragen auf.• Der bayerische Einzelhandel befürchtet, dass die neuen Test-Vorschriften noch mehr Menschen vom Einkaufen abhalten.

In der offiziellen Corona -Warn- App des Bundes sollen in wenigen Wochen auch Ergebnisse von Schnelltests eingetragen werden können. Der zentrale Unterschied: Luca erfordert anders als die Corona -Warn- App beim Einrichten eine persönliche Registrierung und soll direkt an die Gesundheitsämter angebunden werden. Die Ämter bekommen dann die Namen und Handynummern der Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Veranstaltung, wenn jemand positiv getestet wurde – vorausgesetzt, die betroffene Person teilt die von ihr besuchten Veranstaltungen dem Amt mit und der

Die Corona -Warn- App soll Nutzer nach einem Kontakt mit einem Infizierten alarmieren. Doch auf zahlreichen Geräten scheitert das Handy-Warnsystem an den strikten Stromspar-Einstellungen der Hersteller. Diese sollte aktiv sein, um eine automatische Aktualisierung des Risikostatus zu ermöglichen. Warum wurde das Problem nicht schon früher behoben? Dass die Smartphone-Einstellungen bestimmte App -Funktionen unterdrücken, stellt im Grunde kein Problem dar – es ist sogar gewollt .

Luca soll dabei nicht nur die  Zettelwirtschaft in Restaurants, Geschäften und anderen Orten ablösen, sondern auch die Gesundheitsämter entlasten: Sie sollen die Namen und Telefonnummern von Gästen nicht mehr auf Papier zugeschickt bekommen, sondern sie bei Bedarf direkt in ihrem digitalen System abrufen können.

Dafür scannen Besucher beim Betreten einer Bar beispielsweise mit der App einen QR-Code und werden dadurch für die Zeit ihres Besuches registriert. Wird später eine Besucherin positiv getestet, kann sie die Informationen über Ort und Zeitpunkt digital an das Gesundheitsamt übermitteln, das dann wiederum auf verschlüsseltem Wege die Daten jener Menschen anfordert, die zur gleichen Zeit in der gleichen Location waren und diese so wie bisher anrufen und beispielsweise Quarantäne verhängen.

Ob Luca unsere Probleme effektiv löst, ist fraglich

Die Kapazitäten der Ämter, Kontaktpersonen anzurufen, bleiben allerdings der Flaschenhals. Insbesondere in einem Szenario, in dem alles wieder öffnen soll, ist fraglich, ob sie damit hinterherkommen. Zuletzt kursierten Zahlen, laut denen die deutschen Gesundheitsämter bei 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern die Kontakte nicht mehr nachverfolgen können. Insider aus Gesundheitsämtern stellen infrage, inwiefern die Daten von Luca überhaupt zur Entlastung beitragen können.

Pandemiebekämpfung: Jetzt hat's die Corona-Warn-App auch gecheckt

  Pandemiebekämpfung: Jetzt hat's die Corona-Warn-App auch gecheckt Die Corona-Warn-App bekommt ein Update, mit dem man nun per QR-Code an Orten wie Bars oder Läden einchecken kann. Was bringt das? Und: Brauchen wir Luca jetzt doch nicht? © Alexander Popov/​unsplash.com Naaa? Alle brav eingecheckt? Gefordert wird es schon seit Monaten, jetzt ist es endlich da: Am Mittwoch veröffentlichte das Robert Koch-Institut das Update der Corona-Warn-App. Manche Nutzerinnen und Nutzer können es ab sofort über den Apple App Store oder den Google Play Store installieren, für alle verfügbar ist es spätestens ab Freitag.

Erste Stimmen schlagen vor, die Gesundheitsämter zumindest teilweise aus dem Prozess zu nehmen und auch das Kontaktieren der Betroffenen allein einer App zu übertragen – zum Beispiel der Corona-Warn-App.

Nach Ostern soll sie um eine Funktion erweitert werden, die der von Luca auf den ersten Blick ähnelt. Auch hier können Nutzerinnen den QR-Code eines Veranstalters scannen oder selbst einen solchen für eine private Veranstaltung erstellen. Wenn später eine positiv getestete Person ihr Ergebnis in der App freigibt, werden alle gewarnt, die zur selben Zeit am selben Ort eingecheckt waren. 

Der Unterschied: Statt alle Daten auf einem zentralen Server zu speichern, bleiben die Informationen, welche Orte jemand besucht hat, erst einmal nur auf dem Gerät gespeichert. Erst, wenn sich herausstellt, dass jemand positiv getestet wurde, wird eine anonyme Kennung hochgeladen. Jedes Gerät, auf dem die App installiert ist, kann dann die eigene Historie damit abgleichen. Passt einer der Einträge zusammen, wird die Person per App gewarnt. Fachleute sprechen von einem dezentralen System, weil die Daten nicht erst zu einem Server geschickt werden. 

Da die Information keinen Umweg über das Gesundheitsamt nehmen muss, könnte die App deutlich mehr Menschen in kürzerer Zeit erreichen als die Anrufe der überlasteten Gesundheitsämter, so die Befürworter der dezentralen Lösung.

"Let's Dance"-Star Christina Luft: "Mit dir ist jeder Moment magisch": Verliebt wie nie posiert sie mit Luca vor einer Traumkulisse

  Im vergangenen Jahr wirbelten Profitänzerin Christina Luft (31) und der Sänger Luca Hänni (26) in der RTL-Tanzshow "Let's Dance" gemeinsam über die Bühne. Sie landeten auf Platz drei und fanden noch dazu ihre große Liebe. Seit Juli 2020 sind die beiden ein Paar. Dass sie noch immer auf Wolke sieben schweben, zeigt ein romantisches Video, das Luca jetzt auf Instagram veröffentlicht hat. Schon immer sah Christina Luft zauberhaft aus. Auch lange bevor sie ihren Luca kannte. Altert sie überhaupt? Was meint ihr? Im Video unten zeigen wir euch die Tänzerin mit zarten 15 Jahren.

Allerdings hätten die Gesundheitsämter dann keine Namen oder Telefonnummern der Kontaktpersonen zur Verfügung, diese würden lediglich anonym gewarnt. Deshalb müssten die Verordnungen geändert werden, die in den Ländern den Umgang mit der Pandemie regeln und die bislang vorschreiben, dass Restaurantbetreiber im Infektionsfall persönliche Daten an die Gesundheitsämter weitergeben. Und: Wer sich an seine Quarantäne hält und wer nicht, wäre für die Gesundheitsämter nicht nachvollziehbar.

Ein Risiko eines solchen Systems wäre möglicherweise auch, dass es nur dann funktioniert, wenn Menschen ihr positives Testergebnis selbst in der App melden. Zuletzt haben 70 Prozent der Nutzerinnen und Nutzer der Corona-Warn-App, bei der das auch nötig ist, ihr Ergebnis dort eingetragen, twitterte der Bundesdatenschutzbeauftragte Ulrich Kelber kürzlich. 

Die Taskforce der Datenschutzaufsichtsbehörden des Bundes und der Länder hat in ihrem am Montag veröffentlichten Bericht den Gesetzgeber aufgefordert, bundeseinheitliche gesetzliche Regelungen zur digitalen Kontaktnachverfolgung zu schaffen und dabei zu prüfen, "inwieweit mit datensparsameren Verfahren das Ziel der Kontaktnachverfolgung im Rahmen der aktuellen Pandemiebekämpfung erreicht werden kann". Schließlich sei insbesondere die zentrale Speicherung der Daten in der Luca-App riskant. Denn in dem Fall, dass Unbefugte auf die Daten zugreifen, könnte dies eine "schwere Beeinträchtigung für die Einzelnen und das Gemeinwesen" bedeuten. Was damit gemeint sein dürfte: Die Bewegungen einer Person könnten im schlimmsten Fall komplett nachvollziehbar werden.

„Gemischte Gefühle“: Luca Hänni spricht über DSDS ohne Dieter Bohlen

  „Gemischte Gefühle“: Luca Hänni spricht über DSDS ohne Dieter Bohlen Mit seinem Sieg bei DSDS 2012 startete Luca Hännis Gesangskarriere. Gegenüber „Promipool“ verrät der Sänger, ob er gerne mal zu der Show zurückkehren würde und was er über das Jury-Aus von Dieter Bohlen denkt. © IMAGO / Gartner luca hänni dsds karriere Für Luca Hänni (26) war DSDS das Karrieresprungbrett schlechthin. Nach seinem Sieg in der Castingshow startete der Musiker durch, nahm sogar am ESC für die Schweiz teil und ist regelmäßig im Fernsehen zu sehen. Zuletzt veröffentlichte er die Single „Durch die Nacht“, an der seine Freundin Christina mitarbeiten durfte.

Experten sagen: Die App ist unsicher

Es mag wie eine Fachdebatte wirken, wo die Daten nun nach einem Barbesuch oder einer privaten Feier liegen – ob auf einem zentralen Server oder dezentral auf dem Smartphone. Welche Risiken vom zentralistischen Ansatz der Luca-App aber ausgehen können, hat die Schweizer Arbeitsgruppe, die auch an der Entwicklung des Corona-Warn-App-Protokolls beteiligt war, vergangene Woche auf Basis des Sicherheitskonzepts analysiert (Arxiv: Stadler et al., 2021). Ihr Urteil fällt vernichtend aus. So attestieren sie dem System unter anderem ein "hohes Missbrauchsrisiko": "Wenn diese zentrale Instanz böswillig handelt, kompromittiert oder genötigt wird, könnte der Server vollen Zugriff auf die Kontaktdaten und den Standortverlauf jedes einzelnen Benutzers erhalten", schreiben die Forscherinnen. 

Das System sei so konstruiert, dass der Server in Echtzeit beobachten könne, wie viele Besucher wie lange auf einer Veranstaltung gewesen seien und wie viele dort später positiv getestet wurden. Die Information, dass eine Person positiv getestet wurde, könnte mit sogenannten Metadaten, zum Beispiel der IP-Adresse, zusammengeführt werden. Dadurch würden pseudonymisierte Nutzerprofile entstehen. Wenn viele Informationen zusammenkommen – Orte, an denen sich jemand aufgehalten hat beispielsweise –, könne auf die realen Personen zurückgeschlossen werden. Das bedeutet im schlimmsten Fall: Der Anbieter könnte in Erfahrung bringen, wer wann zu welchem Zeitpunkt wo war. Die Nutzerinnen wären quasi transparent. 

Solche Informationen sind für Kriminelle, aber letztlich auch für Geheimdienste und Unternehmen hochinteressant. Damit könnten Einzelne oder Gruppen überwacht oder stigmatisiert werden, insbesondere, da sich Menschen möglicherweise auch bei politischen oder religiösen Veranstaltungen einchecken würden. Auch die zweifache Verschlüsselung dieser Daten sei durchaus angreifbar, so die Forscherinnen. Diese sorgt dafür, dass weder Gesundheitsämter noch Restaurantbetreiber allein auf Daten zugreifen können. Die Analyse beschreibt gleich mehrere sogenannte Angriffsvektoren, also potenzielle Schwachpunkte, wie die von Luca genutzte Verschlüsselung umgangen werden könnte. 

Drei Bundesländer öffnen Campingplätze im Mai - Corona-Virus in Europa

  Drei Bundesländer öffnen Campingplätze im Mai - Corona-Virus in Europa Welche Corona-Maßnahmen betreffen WohnmobilistInnen und Reisen? Alles über Corona-Regeln, Reisewarnungen, Risikogebiete und Quarantäne. © The Image Bank RF ++ Update 06.05. Weitere Bundesländer stellen Lockerungen für Tourismus in Aussicht. Neben den bundesweiten Lockerungen für Geimpfte und Genesene stellen einige Bundesländer Pläne für den Tourismus auf – in anderen mahnen die Regierenden noch zur Vorsicht. Einen Überblick gibt die folgende Tabelle:Weitere Infos und Pläne der Bundesländer stehen im Update vom 04.05.++ Update 06.05. Weitere Camper-Korso-Demos geplant. Am 08.05.

Selbst der von den Luca-Machern beauftragte Sicherheitsdienstleister ERNW kritisiert das zentrale Konzept in seinem veröffentlichten Penetrationstest deutlich. So sei die Verschlüsselung grundsätzlich gefährdet, "wenn ein Anbieter die Clients und große Teile der Infrastruktur kontrolliert, wie es in der Luca-Umgebung der Fall ist". Den Nutzern bliebe nichts anderes übrig, als den Luca-Machern zu vertrauen, dass diese keine Software nutzten, die "die entschlüsselten Daten ausliest und dass sie eine transparente und nachvollziehbare Schlüsselverwaltung implementieren".

Auf Anfrage sendeten die Luca-Macher ein mehrseitiges Statement an ZEIT ONLINE. Man sei sich einiger der Probleme bewusst, heißt es darin, etwa, dass der zentrale Luca-Server eine wichtige Rolle in dem System spiele. Allerdings seien die Daten darauf nicht von einer Partei allein zu entschlüsseln. Auch dass die Schlüssel, mit denen die Gesundheitsämter die Daten entschlüsseln, derzeit nicht von einer unabhängigen Stelle zertifiziert werden, sei richtig. Das liege aber nur daran, dass die App sich noch im Modellbetrieb befinde, und könne sich bald möglicherweise ändern, indem eine Tochterfirma der Bundesdruckerei die Schlüssel zertifizieren würde. 

Dass anhand von IP-Adressen Nutzerinnen und Nutzer identifizierbar sein könnten kommentieren die Luca-Macher so: "Hier möchten wir darauf hinweisen, dass dies bei quasi jeder Browser- oder App-Nutzung theoretisch möglich ist. (...) Das Luca-System nutzt solche Metadaten nicht zur Deanonymisierung der Nutzer."

Im Moment ist kaum abschließend zu klären, welches Detail der Verschlüsselung wie sicher und wie groß das Risiko eines Datenlecks wirklich ist. Möglicherweise schafft die Veröffentlichung des Quellcodes mehr Klarheit. Damit hat Luca am 31. März begonnen. Erste Kritik wird bereits laut. Sicher ist schon jetzt: Eine App wie Luca würde, vor allem wenn sie flächendeckend eingeführt würde, die Bewegungsdaten von Millionen Deutschen verarbeiten. Das ist keine Kleinigkeit. "Für die Entscheidung über eine App, die die ganze Bevölkerung betrifft, ist eine öffentliche Debatte essenziell", sagt Carmela Troncoso, Mitautorin der Analyse der Luca-App und Wissenschaftlerin an der EPFL in Lausanne.

Die Corona-Warn-App kann, was Luca kann – und zwar privatsphärefreundlich

Eine solche Debatte gab es schon einmal – um die Corona-Warn-App. Ähnliche Argumente brachten damals nicht nur die Schweizer Forscher hervor, sondern auch der Chaos Computer Club. Unter anderem bevorzugten auch die Smartphone-Betriebssystem-Hersteller Google und Apple den dezentralen Ansatz und das führte schließlich dazu, dass die Corona-Warn-App die dezentrale Architektur bekam, die sie heute hat: Die Daten werden nur auf den Smartphones der Nutzerinnen und Nutzer gespeichert, nicht auf einem Server. Erst im Infektionsfall ändert sich das. 

Die Corona-Warn-App galt deshalb bei ihrer Einführung als vorbildliches IT-Projekt. Sowohl bezogen auf die Datensicherheit als auch durch die Art, wie im Vorfeld öffentlich über sie diskutiert wurde. "Es ist für uns auch nicht eine alltägliche Erfahrung, dass wir vor Risiken warnen und auch vonseiten der Bundesregierung auf uns gehört wird", sagte Linus Neumann, Sprecher des Chaos Computer Clubs, nach der Einführung der App. 

Die Erfahrung scheint eine Ausnahme zu bleiben. Schon wenig später kritisierte unter anderem Neumann: "Die Corona-Warn-App verliert den Anschluss." Und wies schon damals auf das Problem hin, dass die App nachgerüstet werden müsse mit einem System, das Infektionscluster, also Gruppenansammlungen, bei denen sich viele Menschen mit Corona anstecken, erkennen könne. 

Das war im Oktober 2020. Dass die Corona-Warn-App erst jetzt die neue Funktion bekommt, dürfte dazu beigetragen haben, dass Luca auf viele offene Ohren stieß. Die Bundespolitik jedenfalls hat sich gegen die rein dezentrale Lösung mittels der Corona-Warn-App entschieden. Stattdessen sollen die Corona-Warn-App und Luca gemeinsam verwendet werden. Das bestätigte das Bundesministerium für Gesundheit auf Anfrage von ZEIT ONLINE. Man wolle "eine einheitliche digitale Kontaktnachverfolgung etablieren" und stehe "im engen Kontakt mit den Anbietern von Luca".

Undurchsichtige Vergabe

Die Bundesländer sind da teils schon weiter: Viele von ihnen haben die Luca-App längst erworben. Für manche kam das überraschend – insbesondere für die Gründerinnen und Gründer von rund 50 Start-ups, die ähnliche Check-in-Apps entwickelt haben und sich bisher in einem gleichberechtigten Wettbewerb wähnten. Dazu kommt die fehlende öffentliche Diskussion um den zentralen Ansatz, den viele kritisieren. Wieso wurde vielerorts auf öffentliche Ausschreibungen verzichtet, obwohl diese im Normalfall gesetzlich vorgeschrieben sind? 

Für zehn Bundesländer hat der IT-Dienstleister Dataport verhandelt. In der Tat habe es keine Ausschreibung gegeben, bestätigte eine Sprecherin von Dataport gegenüber ZEIT ONLINE, dennoch sei die Vergabe an die Gesellschaft hinter der Luca-App, neXenio, regelkonform geschehen: Dataport beruft sich auf ein Rundschreiben des Wirtschaftsministeriums, das Ausnahmen einräumt vom klassischen Vergabeverfahren mit mehreren Anbietern angesichts der Pandemie. Auch dort wird allerdings darauf verwiesen, dass nur dann nur ein Anbieter für ein Angebot angefragt werden dürfe, wenn kein anderer Anbieter den Auftrag erfüllen könne. Die Basis der Direktvergabe sei zudem "die Markterkundung eines unserer Trägerländer" gewesen, so die Dataport-Sprecherin weiter. Zur Frage, welches Trägerland dies gewesen sei, äußerte sich Dataport auf Nachfrage nicht. 

Mecklenburg-Vorpommern – eines der Trägerländer von Dataport – hat als eines der wenigen Bundesländer bislang eine eigene Marktanalyse gemacht. ZEIT ONLINE liegt das entsprechende Dokument des dortigen Ministeriums für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung vor, in dem ein Vergleich zwischen Luca und acht anderen Betreibern angestellt wird – mittels Textblöcken, die offenbar von deren Websites kopiert wurden. "Die Grundlage der Vergabe besteht aus einer falschen und kurzen Internetrecherche", sagt Dominik Wörner, Gründer der Luca-Konkurrenz-App Darfichrein. Er hat zahlreiche Stellen markiert, an denen die Angaben über Darfichrein falsch oder unvollständig sind. "Es wäre sicher hilfreich gewesen, das Gespräch mit einem Anbieter zu suchen", sagt er. Auf Nachfrage von ZEIT ONLINE teilt das Ministerium mit: "Eine Ausschreibung, die in der Regel mehrere Monate dauert, kam für uns in diesem Fall ausnahmsweise nicht infrage." Die Recherche über vergleichbare Alternativen habe in der Tat auf online verfügbaren Quellen basiert und ergeben, "dass das Luca-System zu diesem Zeitpunkt die beste verfügbare technische Lösung war".

Es ist allerdings umstritten, ob Lucas Technologie so einzigartig ist. Zumindest die Konkurrenz glaubt, dass sie mithalten kann. "Unser System erfüllt mindestens alle Anforderungen, die an das Luca-System gestellt werden", sagt etwa Robel Haile, der Geschäftsführer der Vidavelopment GmbH. Deren App Vida ist bereits seit April 2020 auf dem Markt. Aktuell sind Kunden vor allem Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen. "Es ist eine Lüge zu behaupten, die Luca-App sei die einzige ihrer Art", sagt er. Auch die direkte Kommunikation mit den Gesundheitsämtern sei mit Vida möglich. In den vergangenen Monaten habe er alle Ministerpräsidenten, viele Ministerien, Ämter und das Robert Koch-Institut angeschrieben und angerufen, um auf seine Lösung hinzuweisen. Nicht einmal einen Rückruf habe er erhalten. "Aktuell prüft unser Anwalt die Einhaltung der Vergaberichtlinien in Mecklenburg-Vorpommern", sagt er. 

Wie ein Sprecher des Schweriner Wirtschaftsministeriums gegenüber ZEIT ONLINE bestätigte, prüft die dortige Vergabekammer nach den Vorwürfen der Vida-App-Gründer derzeit die Entscheidung für Luca. Die Kammer kann die Nichtigkeit des Vertrags feststellen, sollte sie zur Erkenntnis gelangen, dass es bei der Vergabe zu Fehlern kam. Das heißt, dass der Vertrag mit Luca nicht gelten würde.

Thüringen hingegen ist offenbar in letzter Sekunde noch umgeschwenkt und hat am Wochenende verkündet, eine offene Schnittstelle zur Software der Gesundheitsämter bereitzustellen, an die sich verschiedene Apps andocken können. "Finanzministerin Heike Taubert konnte die Landesregierung davon überzeugen, von den bisherigen Plänen zur Beschaffung einer einzigen App-Lösung zur Gäste-Registrierung Abstand zu nehmen", so das Ministerium in einer Pressemitteilung. 

Dokumente, die ZEIT ONLINE vorliegen, legen allerdings nahe, dass auch dort zunächst versucht wurde, Vergabeprozesse zu umgehen. Bereits im November 2020 hatte der Chef der Staatskanzlei, Benjamin Hoff, in einer E-Mail an Luca-CEO Patrick Hennig geschrieben, dass man die Vergabe an Luca unter dem Gesichtspunkt prüfe, "dass die von Ihnen entwickelten Innovationen derzeit (...) am Markt voraussichtlich nicht verfügbar sind".

Einer seiner Mitarbeiter sah darin ein Problem. Es gebe keine Möglichkeit, "ohne Verstoß gegen gesetzliche Bestimmungen des Kartell- und Vergaberechts" einfach so einen Vertrag mit Luca zu schließen, schreibt er in einer internen E-Mail im November 2020. Auch die Sonderregelungen angesichts der Pandemie, die in manchen Fällen eine Ausnahme gewähren, "ändern nichts daran, dass bei einem Markt mit mehreren Anbietern auch mehrere Anbieter zur Angebotsabgabe aufgefordert werden müssen". 

Der Geschäftsführer der Digitalagentur Thüringen, einer Einrichtung des Wirtschaftsministeriums, schrieb daraufhin an Luca-Gründer Hennig, es sei wichtig, "die Voraussetzungen für eine Nichtnotwendigkeit einer öffentlichen Ausschreibung sattelfest zu bekommen". Hennig sendete ihm daraufhin ein Schreiben, in dem er bestätigt, dass es keine Lösung auf dem Markt gibt, die mit Luca vergleichbar wäre.

Schließlich hätten allerdings sowohl die Digitalagentur als auch das Wirtschaftsministerium erhebliche vergaberechtliche Bedenken gehabt, "insbesondere im Hinblick auf andere, bereits am Markt befindliche Lösungen", schreibt die Pressestelle auf Anfrage. Auch deshalb sei es nun zu der Entscheidung für eine offene Schnittstelle gekommen.

Prominente Kontakte

Wieso man in Thüringen vorher so erpicht darauf gewesen ist, Luca einzuführen, lässt sich schwer klären. Smudo macht im Gespräch mit ZEIT ONLINE kein Geheimnis daraus, dass er seine guten Kontakte nutze, um Politiker zu überzeugen. Auch den Vorsitzenden der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag, Mario Voigt, hätten er und Hennig eines Tages kennengelernt und überzeugt. Er war es, der laut der internen Dokumente die App dort ins Gespräch gebracht hat. 

Erst durch die Prominenz der Mitentwickler der Luca-App hat auch eine breitere Öffentlichkeit von der Anwendung erfahren. Nicht zuletzt sei er auch dank seiner Kontakte zu Maischberger eingeladen worden, sagt Smudo. Die Talkshows, zuletzt seine Auftritte bei Anne Will und Maybrit Illner, haben angesichts der Hoffnungen auf eine Rückkehr in die Normalität, die Smudo nährt, sicher auch den öffentlichen Druck auf die Politik verschärft. 

"Es ist nicht nur ein Marketingerfolg", sagt Smudo im Gespräch mit ZEIT ONLINE. Er sei nicht nur für Öffentlichkeitsarbeit bei Luca, sondern inhaltlich an der Entwicklung des Projekts beteiligt. "Vor allem kann man die Gesundheitsämter und die Regierung nicht nur mit Marketing gewinnen." 

Man kann Smudo sicherlich keinen Vorwurf daraus machen, dass er für ein Produkt wirbt, in das er investiert hat. Inwiefern sich aber die Politik vom Marketing der Luca-Gründer und den guten Kontakten des Popstars beeinflussen ließ – diese Frage können nur die Akteure selbst beantworten.

Die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert jedenfalls konnte sich einen Seitenhieb auf das Marketing der Luca-Macher offenbar nicht verkneifen: Man wolle den zahlreichen Start-ups eine Chance geben, begründete sie die Entscheidung für eine offene Schnittstelle. Diese hätten "intensiv an solchen Lösungen gearbeitet und sie erfolgreich am Markt etabliert, ohne dass sie über eine große PR-Maschinerie im Hintergrund verfügen".

Drei Bundesländer öffnen Campingplätze im Mai - Corona-Virus in Europa .
Welche Corona-Maßnahmen betreffen WohnmobilistInnen und Reisen? Alles über Corona-Regeln, Reisewarnungen, Risikogebiete und Quarantäne. © The Image Bank RF ++ Update 06.05. Weitere Bundesländer stellen Lockerungen für Tourismus in Aussicht. Neben den bundesweiten Lockerungen für Geimpfte und Genesene stellen einige Bundesländer Pläne für den Tourismus auf – in anderen mahnen die Regierenden noch zur Vorsicht. Einen Überblick gibt die folgende Tabelle:Weitere Infos und Pläne der Bundesländer stehen im Update vom 04.05.++ Update 06.05. Weitere Camper-Korso-Demos geplant. Am 08.05.

usr: 0
Das ist interessant!