Finanzen Serie: Die Wohlstandsformel – Kryptowährungen: Wann Krypto im Depot Sinn macht: Eine Checkliste für Anleger

16:55  13 september  2021
16:55  13 september  2021 Quelle:   handelsblatt.com

Euronews-Umfrage: Europäer wollen keine EU-Krypto-Währung

  Euronews-Umfrage: Europäer wollen keine EU-Krypto-Währung Eine exklusive Euronews-Umfrage ergab, dass die EU-Bürger ihre eigenen Regierungen gegenüber Brüssel bevorzugen, wenn es um die Regulierung von Kryptowährungen und der Wirtschaft ihres Landes geht. View on euronewsWie findet Otto Normalverbraucher in Europa das? In Zusammenarbeit mit dem britischen Meinungsforschungsunternehmen Redfield und Wilton Strategies hat Euronews Meinungen auf dem ganzen Kontinent gesammelt.

Echte Anlageklasse – oder Zockerei? In Zeiten niedriger Zinsen sind die möglichen Gewinne bei Krypto-Investments verlockend. Was Anleger beachten sollten.

Digitalwährungen werden in Zeiten von Niedrigzinsen bei Anlegern immer beliebter. © dpa Digitalwährungen werden in Zeiten von Niedrigzinsen bei Anlegern immer beliebter.

Seit Wochen protestierten Demonstranten im lateinamerikanischen El Salvador gegen die Pläne von Präsident Nyib Bukele, den Bitcoin zum offiziellen Zahlungsmittel zu machen. Als es am vergangenen Dienstag dann trotzdem so weit war, kam es zu technischen Problemen bei der Umsetzung. Die Folgen waren weltweit zu spüren: An einem einzigen Tag brachen die Kurse der größten Kryptowährungen zweistellig ein.

Lukaschenko: Besser Kryptowährungen schürfen als Erdbeeren in Polen pflücken

  Lukaschenko: Besser Kryptowährungen schürfen als Erdbeeren in Polen pflücken Alexander Lukaschenko, umstrittener Präsident Weißrusslands, rät seinen Landsleuten, eher Kryptowährungen zu minen als sich als Erntehelfer im Ausland zu verdingen. Auch der Staat solle in Bitcoin und Co einsteigen. © Shutterstock Auch in Belarus sollen künftig Kryptowährungen geschürft werden. Alexander Lukaschenko gehört zu jenen Staatenlenkern, die sehr offen gegenüber Kryptowährungen eingestellt sind. Das mag viel damit zu tun haben, dass er selbst und das von ihm regierte Land von internationalen Sanktionen betroffen ist.

„Wer in Kryptowährungen investieren will, darf sich von stärkeren Schwankungen nicht nervös machen lassen. Der Markt ist einfach sehr volatil“, erklärt Elisa Spiess in solchen Situationen. Spiess ist Krypto-Expertin und Gründerin von Femme Capital, einem Unternehmen, über das sie vor allem Frauen Wissen zu Kryptowährungen und den dahinterstehenden Technologien vermittelt.

Die Zielgruppe für Angebote wie ihres wächst stetig. Innerhalb der zwölf Monate – zwischen Juli 2020 und Juli 2021 – sind die Google-Suchanfragen für „Kryptowährung kaufen“ allein in Deutschland laut einer Erhebung der Trading-Plattform IG um 403 Prozent gestiegen, die Suchen nach „Kryptowährung investieren“ haben sich mehr als verdoppelt.

Die Vor- und Nachteile von Kryptowährungen

Die Vor- und Nachteile von Kryptowährungen Was sind die aktuellen Vor- und Nachteile von Kryptowährungen?

Zugleich werden die Angebote für Anleger immer vielseitiger – und das Investieren in Kryptowährungen damit massentauglicher. Erst diese Woche wurde zudem bekannt, dass Union Investment, die Investmentgesellschaft der DZ Bank, plant, Bitcoin in Fonds für private Anleger zu integrieren.

Laut einer Umfrage des Onlinetraders EToro investieren bislang nur 19 Prozent der deutschen Privatanleger in Krypto-Assets. Doch gerade in Zeiten von niedrigen Zinsen dürften Kryptowährungen und darauf basierende Finanzprodukte vielen Anlegern gelegen kommen. So stieg allein der Bitcoin, die älteste unter den mittlerweile fast 12.000 Kryptowährungen, innerhalb der vergangenen drei Monate um 32 Prozent, auf zwölf Monate gerechnet sogar um 350 Prozent.

Hohe Krypto-Renditen sind möglich – aber es bestehen auch große Risiken

Einer Erhebung des New Yorker Vermögensverwalters Wisdomtree zufolge interessieren sich besonders junge Menschen für das Segment. Denn mit 36 Prozent bewahre zwar mehr als ein Drittel der jungen Erwachsenen in Deutschland ihr Geld meist auf Giro-, Tages- oder Festgeldkonten auf. Kryptowährungen identifizierten die jungen Menschen aber als einen von verschiedenen Hoffnungsträger.

Krypto-Deal: Mastercard kauft Blockchain-Startup Ciphertrace

  Krypto-Deal: Mastercard kauft Blockchain-Startup Ciphertrace US-Kreditkartenanbieter Mastercard baut sein Engagement im Krypto-Sektor aus und kauft das Blockchain-Startup Ciphertrace. Die Firma spürt verdächtige digitale Geldtransfers auf. © Shutterstock Mastercard streckt Fühler in den Kryptosektor aus. Erst im Juli hatte Mastercard ein Pilotprojekt zur Integration von Stablecoins angekündigt und damit seine Fühler in den Bereich Kryptowährungen ausgestreckt. Jetzt baut der US-Kreditkartenanbieter mit der Übernahme des kalifornischen Blockchain-Startups Ciphertrace sein Krypto-Engagement weiter aus.

Die Wisdomtree-Experten erklären den Reiz von Investitionen in Bitcoin und Co.: Während sich der in Deutschland „beste verfügbare Zinssatz für ein Tagesgeldkonto“ derzeit auf nur 0,01 Prozent belaufe, läge die annualisierte Rendite von Bitcoin seit Ende 2013 bei 69,35 Prozent.

Doch zugleich warnen Experten auch immer wieder vor dem Totalverlust. 41 Prozent der jungen Erwachsenen in Deutschland gaben an, nicht zu verstehen, wie Kryptowährungen funktionierten. Dazu passt der oberste Leitsatz von Expertin Spiess: „Investiere nur in Coins, die du auch verstehst.“

Jason Guthrie, Leiter des Bereichs Digital Assets für Europa bei Wisdomtree, mahnt ebenfalls: „Kryptowährungen sind eine junge, volatile und derzeit nicht regulierte Anlageklasse – deshalb sollte man vor einer Anlageentscheidung unbedingt Informationen aus verlässlichen Quellen zusammentragen“, erklärt er. Gerade jungen Menschen rät er, dass Informationsgewinnung über soziale Medien wie Youtube oft nicht ausreiche.

Wenn sich Anleger dann tatsächlich für ein Kryptoinvestment entscheiden, sollten sie sich laut Spiess bewusst sein, dass große Unterschiede zwischen verschiedenen Coins bestehen. „Bitcoin und Ether gelten vor allem aufgrund ihrer Marktkapitalisierung als Klassiker im Kryptobereich und haben sich im Laufe der Jahre bewährt“, erklärt die Expertin. Wer mit diesen beiden Coins starte, könne sich dann bei Interesse weiter vorwagen und die Investitionen ausbauen – auch in andere Kryptowährungen.

Vaneck: ETN für Solana, Polkadot und Tron starten an Deutscher Börse

  Vaneck: ETN für Solana, Polkadot und Tron starten an Deutscher Börse Die Deutsche Börse erhält Krypto-Zuwachs. Künftig können Anleger:innen dort drei neue Finanzprodukte mit Krypto-Bezug handeln. © Piotr Swat / Shutterstock Vaneck: ETN für Solana, Polkadot und Tron starten an Deutscher Börse Der Krypto-Vermögensverwalter Vaneck hat sein Portfolio an börsengehandelten Krypto-Produkten erweitert. Denn drei weitere Exchange-Traded-Notes (ETN) sind seit dem gestrigen 21. September über Xetra, das elektronische Handelssystem der Deutschen Börse, verfügbar.

Das Berliner Krypto-Unternehmen Nuri, das für Kunden in Deutschland die Möglichkeit bietet, mit Geld von ihrem traditionellen Bankkonto direkt in Kryptowerte zu investieren, beschränkt das eigene Angebot deshalb direkt auf Bitcoin und Ether, wie CEO Kristina Walcker-Mayer erklärt.

Allerdings sind starke Nerven selbst bei den Klassikern nötig: Lag der Preis für einen Bitcoin Anfang des Jahres noch bei etwa 29.000 Dollar, stieg er bis Mitte April auf über 60.000 Dollar an – um dann im Juni und Juli teilweise erneut unter 30.000 Dollar zu notieren. Aktuell liegt der Wert wieder bei knapp 46.000 Dollar.

Um einiges heftiger noch fallen die Schwankungen bei anderen Altcoins, also Alternativen zum Bitcoin, aus. Grund dafür ist oft die geringe Marktkapitalisierung und die niedrige Anzahl der Investoren. Unter solchen Bedingungen können zum Beispiel die Entscheidung einer Einzelperson, ihr Vermögen abzuziehen, oder Nachrichten, die in sozialen Netzwerken kursieren, zu heftigen Turbulenzen führen.

Anleger sollten sich an einer Checkliste orientieren

Um falsche Entscheidungen auf dem Kryptomarkt möglichst zu vermeiden, schlägt Spiess deshalb vor, dass sich Anleger an einer Art Checkliste orientieren. „Als Erstes sollte ich schauen: Was macht der Coin, in den ich investieren möchte?“ Um das zu verstehen, sei meist eine zweite Frage notwendig: „Welche Rolle erfüllt ein Krypto-Asset im Krypto-Ökosystem?“ So gibt es beispielsweise Coins oder Token, die den Datentransfer im System optimieren möchten, um die Kryptowelt langfristig effizienter zu gestalten.

Schluss mit Krypto: China verbietet Bitcoin und Co

  Schluss mit Krypto: China verbietet Bitcoin und Co China hat am Freitag Krypto-Transaktionen jeder Art generell verboten und seine Bemühungen, das Krypto-Mining zu stoppen, nochmals verschärft. Der Kryptomarkt sucht noch nach einer Reaktion. © Lukasz Stefanski / shutterstock Schluss mit Krypto: China verbietet Bitcoin und Co Wer bislang geglaubt hatte, China werde einen drastisch regulierten, aber im Übrigen verhältnismäßig liberalen Umgang mit Kryptowährungen finden, sieht sich getäuscht. Am Freitag veröffentlichte die People’s Bank of China, die Zentralbank des Landes, ein Statement auf ihrer Website, das an Klarheit nichts zu wünschen übrig lässt.

Basierend darauf könne man dann fragen: „Halte ich ihn für nützlich? Und welches Problem wird dadurch gelöst?“ Die Argumentation: Je größer der Nutzen für das Krypto-Ökosystem, desto nachhaltiger und längerfristiger spielen die entsprechenden Coins für Nutzer eine Rolle – und werden weiterhin gehandelt. Wissen über die Blockchain-Technologie, die alledem zugrunde liegt, sei daher unabkömmlich, so Spiess. Das bedeute aber nicht, dass Krypto-Investitionen nur etwas für Nerds seien.

Doch zugleich wächst die Zahl der Angebote, die sich an jene Anleger richten, denen das kontinuierliche Auswählen und Bewerten einzelner Coins zu aufwendig ist. So können mittlerweile sogar Kunden der Sparkassen-Onlinebroker in Krypto-Pakete investieren.

Im Juli schlossen sich zudem der Onlinebroker Comdirect, der zur Commerzbank gehört, und 21 Shares, Emittent digitaler ETPs (Exchange Traded Products), zusammen, um Anlegern künftig Investitionen in Bitcoin und Co. auch in Form eines monatlichen Sparplans zu ermöglichen.

Marco Infuso, der für die Geschäftsentwicklung von 21Shares in Deutschland, Österreich und der Schweiz zuständig ist, ist überzeugt von dem Projekt. Aus seiner Sicht ermöglicht die Kooperation des Onlinebrokers mit einer der ältesten Privatbanken Deutschlands es „sämtlichen Retailkunden, Kryptos in Sparpläne für individuelle Ziele beziehungsweise die Altersvorsorge aufzunehmen.“ Das bezeichnet er als einen „Meilenstein in der Krypto-Adaptation – und Deutschland ist hier ganz klar weltweit vorn dabei.“

Hamster handelt mit Kryptowährungen – und ist damit überraschend erfolgreich

  Hamster handelt mit Kryptowährungen – und ist damit überraschend erfolgreich Der Hamster Mr. Goxx ist der mit Abstand putzigste Krypto-Trader. Außerdem ist das Nagetier zumindest zeitweise tatsächlich erfolgreicher als viele seiner menschlichen Kollegen. © Shutterstock.com Kann ein Hamster den Kryptomarkt schlagen? Fast 4.500 Follower hat Mr. Goxx auf der Videostreaming-Plattform Twitch. Die können dem Hamster dabei zuschauen, wie er seine Investmententscheidungen trifft. Das Ganze funktioniert so: Mr. Goxx hat über zwei Röhren Zugang zu einem Hamsterrad. Betritt er das Rad über die linke Röhre, wird es als Kaufabsicht gewertet. Läuft er über die rechte Röhre, steht ein Verkauf an.

Er gibt aber zu bedenken: „Kryptos werden immer eine Beimischung im Portfolio bleiben.“ Je nach Risikoneigung sollten Anleger zwischen zwei und zehn Prozent beimischen.

Genau wie Infuso sieht auch Bradley Duke, CEO des Unternehmens ETC Group, das bereits verschiedene Krypto-Produkte an der Deutschen Börse gelistet hat, einige Vorteile bei Krypto-Brokern: „Einsteiger in das Thema Privatanleger benötigen möglicherweise eine Orientierungshilfe, welche Broker anbieten können.“ Zusätzlich würden sich Broker um alle rechtlichen Belange kümmern.

Expertin Spiess sieht bei Brokern aber ein mögliches Problem: „Wer über Broker investiert, gibt ein Stück weit auch die Sicherheit über die eigenen Finanzen aus der Hand.“ Die zwischengeschaltete Instanz hätte dann im Zweifelsfall den direkten Zugang zu den Kryptowährungen – nicht der Anleger.

Sollten technische Probleme auf einer Plattform auftreten, im schlimmsten Fall während Kursschwankungen, können die Nutzer nicht selbst entscheiden, ob sie ihre Kryptowährungen verkaufen. Spiess fügt aber hinzu: „Wenn man insgesamt nicht besonders IT- oder technikaffin ist, können Broker aber einen Zugang zur Kryptowelt vermitteln.“

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Eine vierteljährliche Umfrage von Voyager Digital unter besonders aktiven Anlegern zeigt, dass die Stimmung gegenüber Krypto-Assets trotz mancher Rückschläge immer positiver wird. © Shutterstock Anleger lassen sich nicht beirren. Es scheint auf den ersten Blick erstaunlich. Die alle drei Monate aktualisierte Umfrage „Retail Investor Sentiment Survey“ des kanadischen Krypto-Brokers Voyager Digital spiegelt eine deutlich bessere Stimmung auf dem Krypto-Markt wider, als erwartet werden könnte.

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