Finanzen Was Sie über die Krise bei Evergrande wissen sollten

03:25  17 oktober  2021
03:25  17 oktober  2021 Quelle:   finanzen.net

Aktien in der Immobilie Riese Evergrande SUPPENDEN

 Aktien in der Immobilie Riese Evergrande SUPPENDEN TRADING IN ENGRGRANDE-Aktien wurde ausgesetzt, nachdem die Anleihinhaber auf dem weltweit am stärksten verschuldeten Immobilienentwickler, angeboten, angeblich gesagt, die Firma, die Zinszahlungen verpasst hatte. © Getty Images -Aktien in der Immobiliendienstleistungseinheit wurden ebenfalls suspendiert. Die Hongkong-Börse sagte nicht, warum der Handel angehalten worden war oder die Suspensionen initiierte.

Internationaler Finanzmarkt blickt nervös auf Krise bei Immobilienentwickler Evergrande . Der chinesische Groß-Immobilienentwickler Evergrande steckt aktuell tief in der Krise . Das Unternehmen hat Schulden in Milliardenhöhe und kämpft gegen die Pleite - mit spürbaren Auswirkungen auf den Ökonomen erwarten, dass die Regierung in Peking eingreift, sollten sich Evergrande und dessen Geldgeber nicht auf einen Umgang mit den Schulden einigen. Es wird aber erwartet, dass jede offizielle Lösung des Falls mit Verlusten für Banken und Inhaber von Obligationen einhergeht.

Die Krise von Evergrande schwappe nun über auf andere Anleiheemittenten und andere Branchen, sagten die Analysten von JPMorgan. Investoren werden nervös. Investoren sorgen sich davor, dass die Krise am chinesischen Immobilienmarkt die Banken des Landes in Schwierigkeiten bringt. Die Anleihen von Fantasia sollen nun nur noch nach Verhandlungen den Besitzer wechseln. Zuvor hatte die Ratingagentur China Chengxin International Credit Rating (CCXI) die Titel herabgestuft. Bisher wurden diese an der Börse in Shanghai gehandelt. Zwei Fantasia-Bonds waren am Freitag vom

Der drohende Kollaps des chinesischen Immobiliengiganten Evergrande beschäftigt die Märkte nun schon seit Wochen - und ein Ende ist nicht in Sicht. Das Unternehmen ächzt bereits seit Monaten unter einer hohen Schuldenlast und ein Zahlungsausfall wird immer wahrscheinlicher. Wir fassen zusammen, was man über die Krise bei Evergrande und im chinesischen Immobiliensektor wissen sollten.

KAZUHIRO NOGI/AFP/GettyImages © Bereitgestellt von Finanzen.net KAZUHIRO NOGI/AFP/GettyImages

• Geschäftsmodell von Evergrande zusammengebrochen

• Schulden des Konzerns so hoch wie die mancher EU-Länder

• Experten uneins über mögliche Folgen von Evergrande-Kollaps

Handel mit Evergrande-Aktien ausgesetzt

  Handel mit Evergrande-Aktien ausgesetzt Hongkong. Der chinesische Immobilienriese Evergrande ist schwer angeschlagen, nun ist der Handel mit Aktien des Konzerns an der Börse in Hongkong ausgesetzt worden. Es gibt Gerüchte einer Mehrheitsübernahme eines zentralen Teils von Evergrande. © Ng Han Guan Der Firmensitz von Evergrande im chinesischen Shenzhen (Archiv). Einen Grund für den ausgesetzten Handel nannte die Hongkonger Börse in ihrer Mitteilung am Montag nicht.

Die Krise von Evergrande und des chinesischen Immobilienmarkts zieht sich nun schon seit mehreren Wochen hin. Einerseits glauben viele Beobachter, dass selbst ein Kollaps des chinesischen Megakonzerns sehr auf China begrenzt sein würde und nicht zwangsläufig auf andere Volkswirtschaften überspringen müsse. Andererseits scheint noch vieles im Dunkeln zu liegen, und die Verbindungen von außerchinesischen Unternehmen und vor allem Finanzinstituten sind mehr als unklar.

Die Evergrande - Krise hat inzwischen auch die Bilanzaufsicht in Hongkong auf den Plan gerufen. Das Financial Reporting Council (FRC) nimmt den Jahresabschluss 2020 und den Halbjahresausweis 2021 des Immobilienriesen unter die Lupe, wie es am Freitag mitteilte. Es sei unwahrscheinlich, dass sich die Krise von Evergrande auf andere Bereiche ausdehne. Die Zentralbank rief allerdings die Banken des Landes dazu auf, für eine stabile Kreditversorgung der Immobilienunternehmen des Landes zu sorgen.

Die Baubranche ist einer der wichtigsten Wirtschaftssektoren in China und macht laut "Capital" bis zu 29 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Volksrepublik aus. Lange galt der Immobiliensektor als wirtschaftliches Rückgrat von China, doch seit einer Zeit zeigen sich Risse, die sich immer mehr zu einer handfesten Krise ausweiten. So werden laut "Capital" immer weniger Wohnungen von den Immobilienkonzernen auch wirklich fertig gebaut - und viele der fertigen Einheiten bleiben leer. Schuld an dieser Entwicklung ist auch die Corona-Pandemie, die laut dem Wirtschaftsmagazin nicht nur dazu führte, dass weniger Chinesen in die Städte zogen, sondern auch dazu, dass viele Menschen wieder von der Stadt auf das Land umsiedelten, da es in den Städten - bedingt durch die Lockdowns - weniger Arbeit gab. Die sinkende Nachfrage zeigt sich auch anhand der Durchschnittspreise der verkauften Immobilien, die laut "Capital" bis Ende Juni 2021 um 11,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr nachgaben. Der nachlassende Immobilien-Boom und staatliche Regulierungen bringen jedoch einige Unternehmen in Bedrängnis - und könnten den Immobilien-Riesen Evergrande sogar komplett zu Fall bringen.

Evergrande-Rivalen in Liquidätsnöten - Sorge bei Anlegern steigt

  Evergrande-Rivalen in Liquidätsnöten - Sorge bei Anlegern steigt Evergrande-Rivalen in Liquidätsnöten - Sorge bei Anlegern steigtNachdem der schuldenbeladene Konzern Evergrande Zahlungsfristen für Anleihezinsen gerissen hat, ließ nun auch der kleinere Rivale Fantasia Holdings eine Frist für Zinszahlungen verstreichen. Zudem stuften Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit des Immobilienentwicklers Sinic zurück und warnten vor Zahlungsausfällen. An den asiatischen Börsen war deshalb die Stimmung am Dienstag gedämpft, besonders Immobilien-Aktien gingen in die Knie. Evergrande-Titel blieben in Erwartung eines möglichen Anteilsverkaufs vom Handel ausgesetzt.

Evergrande -Aktie: Was Anleger jetzt tun sollten . Nachdem die Evergrande - Krise bereits die Börsen in Hongkong verunsicherte, gab nun auch die japanische Börse nach. Auch hierzulande sind private Anleger verunsichert. Viele dürfen allerdings aufatmen: Wer nicht direkt in Evergrande investiert ist Die Hoffnung auf einen Kursanstieg – zum Beispiel, weil Chinas Regierung womöglich helfend eingreifen könnte – ist zum aktuellen Zeitpunkt eine nicht gedeckte Spekulation und mit den Prinzipien nachhaltiger Geldanlage nicht vereinbar. Nur Anleger, die umfassende Kenntnisse über den

6. Chevron setzt sich Ziel zur Senkung von Kohlenstoffemissionen Chevron hat sich nun doch ein Ziel gesetzt zur 10. Euro vor ZEW-Konjunkturerwartungen stabil Der Euro hat sich am Dienstag vor neuen Stimmungsdaten aus 15.000er-Marke in Gefahr: Evergrande - Krise zieht DAX nach unten.

Was muss man über Evergrande als Unternehmen wissen?

Die China Evergrande Group ist gemessen an ihrem Umsatz der zweitgrößte Immobilienentwickler Chinas und einer von nur fünf chinesischen Bau-Riesen. Evergrande beschäftigt rund 200.000 Mitarbeiter. Seit der Gründung im Jahr 1996 hat Unternehmenschef Hui Ka Yan, auch bekannt unter dem Namen Xu Jiayin, Evergrande zu einem sehr verschachtelten Konglomerat aufgebaut mit weiteren Geschäftsaktivitäten außerhalb des Immobiliensektors. Unter anderem ist das Unternehmen in den Bereichen Elektrofahrzeuge, Themenparks und Nahrungsmittel aktiv. Mit der E-Autotochter China Evergrande New Energy Vehicle plante man gar, bis 2025 der größte E-Auto-Hersteller Chinas zu werden und 24 Modelle auf den Markt zu bringen. Bislang wurde jedoch kein einziges E-Auto verkauft. Auch der chinesische Fußball-Rekordmeister FC Guangzhou gehört mehrheitlich zum Evergrande-Konzern - und trug bis Ende 2020 noch den Namen Guangzhou Evergrande. Laut "Capital" gibt es inzwischen 248 Firmen, die Tochterunternehmen des Konzerns oder mit ihm verflochten sind. Laut Mattie Bekink von EIU sind diese weitläufigen Geschäftstätigkeiten auch ein Teil des aktuellen Problems. Evergrande sei "weit vom Kerngeschäft abgewichen, was ein Teil der Ursache ist, wie sie in diesen Schlamassel geraten konnten", sagte sie gegenüber "CNN".

Verkauf der Hongkong-Zentrale von Evergrande wohl gescheitert - China erleichtert offenbar Kreditvergabe

  Verkauf der Hongkong-Zentrale von Evergrande wohl gescheitert - China erleichtert offenbar Kreditvergabe Der geplante milliardenschwere Verkauf der Hongkong-Zentrale des klammen chinesischen Immobilienriesen Evergrande ist vorerst geplatzt. © Bereitgestellt von Finanzen.net TORU YAMANAKA/AFP/Getty Images Der dem Staat gehörende Immobilienentwickler Yuexiu Property hat sich aus den Gesprächen angesichts der schwierigen Finanzlage des Unternehmens zurückgezogen, wie zwei mit der Anlegenheit vertraute Personen berichteten. Verhandelt worden sei ein Kauf des Gebäudekomplexes für umgerechnet 1,7 Milliarden Dollar. Evergrande und Yuexiu ließen Anfragen nach einer Stellungnahme unbeantwortet.

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Welches Geschäftsmodell verfolgt Evergrande?

Evergrande kauft Grundstücke in den großen urbanen Zentren Chinas, baut dort Immobilien und verkauft diese dann wieder. In der Regel wird durch den Verkauf der fertigen Immobilien der Erwerb neuer Grundstücke finanziert. Doch bei Evergrande haben sich Umsatz und Projektentwicklung laut "Capital" in den vergangenen zehn Jahren verzwölffacht, die Anzahl der laufenden Projekte nahm stetig zu. Das aus den Verkäufen generierte Kapital reichte dabei nicht aus, um dieses enorme Wachstum zu finanzieren, weshalb der Konzern auf eine Vorfinanzierung durch Kredite, Anleihen und - in China übliche - hohe Kundenanzahlungen zurückgriff. "Das Geschäftsmodell von Evergrande beruht auf einer sehr wackeligen Annahme: Die Käufer von Immobilien erwarten weiter steigende Preise aufgrund einer anhaltenden Zunahme der Nachfrage. Nur unter dieser Prämisse sind Immobilienkäufer bereit, erhebliche Vorauszahlungen für ihre Immobilien zu leisten", fasste der Ökonom Peter Seppelfricke das Geschäftsmodell von Evergrande gegenüber "Capital" zusammen. Sobald der Immobilienboom jedoch - wie in China geschehen - nachlässt, lässt sich das Geschäftsmodell nicht mehr aufrechterhalten.

Teilverkauf von Evergrande-Dienstleistungssparte geplatzt

  Teilverkauf von Evergrande-Dienstleistungssparte geplatzt Für den tief in der Krise steckenden chinesischen Immobilienriesen Evergrande hätte ein Mehrheitsverkauf des Hausverwaltungsgeschäfts Milliarden in die Kasse spülen können. Doch daraus wird nichts.Ein Mehrheitsverkauf des Hausverwaltungsgeschäfts hätte kurzfristig Milliarden in die Kasse des angeschlagenen Immobilienriesen spülen können. Der Prozess zum Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an der Immobilienverwaltung Evergrande Property Services an die Hooplife Technology Group, einer Tochtergesellschaft der Investment-Holding Hopson Development, sei gestoppt worden, teilte China Evergrande nun am Mittwoch mit.

Warum ist Evergrande in Schwierigkeiten?

Laut Mark Williams von Capital Economics liegt "der Ursprung von Evergrandes Schwierigkeiten - und denen von anderen stark gehebelten Immobilienentwicklern - darin, dass die Nachfrage nach Wohneigentum in China in eine Phase nachhaltigen Rückgangs eintritt". Das sagte der Ökonom laut "CNN". Denn Evergrande hat sein astronomisches Wachstum zunehmend durch Schulden finanziert und dabei eine Art Schneeballsystem aufgebaut. Laut "Capital" war den Banken dieses Problem bekannt, weshalb sie zunehmend höhere Kreditzinsen von dem Konzern verlangten und so das Problem der hohen Verschuldung noch verschärften.

Daneben versetzte auch die chinesische Regierung Evergrande und anderen Immobilienkonzernen einen harten Schlag, indem sie deren Schuldenaufnahme deutlich beschränkte. Mit den "drei roten Linien" wurden Regeln eingeführt, die das Verhältnis von Verbindlichkeiten zu Vermögenswerten, den Nettoverschuldungsgrad und das Verhältnis von liquiden Mitteln zu kurzfristigen Verbindlichkeiten der Unternehmen regeln. Mit diesen strengen Regulierungen brach das Geschäftsmodell von Evergrande quasi von einem Tag auf den anderen zusammen, da der Konzern keine neuen Schulden mehr aufnehmen konnte, um seine Geschäftstätigkeiten zu finanzieren oder bestehende Schulden zu begleichen.

-Aktien in Chinas Evergrande-Taucher als Deal brechen

-Aktien in Chinas Evergrande-Taucher als Deal brechen -Aktien der China Evergrande-Gruppe zusammen, der zweitgrößten Volksverschuldungs-Entwickler der Welt, ist bis zu 14 Prozent eingespielt, als sie den Handel an der Hongkong-Börse nach einem zweiwöchigen Motor fortsetzten Suspension. © von Al Jazeera Shenzhen-basierte China-Evergrande-Gruppe kämpft mit Schulden von mehr als 300 Mrd. USD [Datei: Aly Songs / Reuters] Donnerstags Eröffnungsglocke Sell-off kam, nachdem Evergrande angekündigt hatte, einen Anteil von 2,6 Mrd.

Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit eines Zahlungsausfalls bei Evergrande?

Evergrande ist mit rund 300 Milliarden US-Dollar verschuldet, was in etwa den Staatsschulden von Finnland entspricht. Im kommenden Jahr müsste der Konzern laut "Deutsche Welle" allein 7,4 Milliarden US-Dollar für fällige Anleihen aufbringen. Ob dies gelingt, ist mehr als fraglich, denn schon jetzt hat der Konzern die Frist für Zinszahlungen für in US-Dollar gehandelte Anleihen verstreichen lassen. Laut dpa legt Evergrande-Chef Xu Jiayin zurzeit den Fokus auf die Bedienung von Anleihen im chinesischen Heimatmarkt, da ansonsten Unruhen befürchtet werden. So bediente der Konzern im September noch eine Kuponzahlung in Höhe von 35,88 Millionen US-Dollar für eine in Shenzhen gehandelte Onshore-Anleihe. Doch Evergrande hat auch in China längst nicht alle fälligen Schulden beglichen. Mitte Oktober wurde beispielsweise bekannt, dass der Konzern der Stadt Changchun noch 28 Millionen US-Dollar für einen im Juni getätigten Landerwerb schuldig ist.

Die Ratingagenturen Moody's, Fitch und China Chengxin International (CCXI) haben die Kreditwürdigkeit von Evergrande längst deutlich herabgestuft. "Wir sehen einen Zahlungsausfall irgendeiner Art als wahrscheinlich an", hieß es bereits im September laut "CNN" in einem Statement der Ratingagentur Fitch. Die "Deutsche Welle" rechnet damit, dass es für Anleihe-Investoren zu einem Schuldenschnitt in Höhe von 75 Prozent kommen wird.

Was tut Evergrande, um der Pleite doch noch zu entgehen?

Eine Pleite des Immobilienkonzerns scheint sich kaum noch abwenden zu lassen. Dennoch versucht der Konzern, mit allen denkbaren Mitteln noch etwas Geld aufzutreiben. Das habe teilweise zu skurrilen Maßnahmen geführt, sagte Peter Seppelfricke gegenüber "Capital". "Mitarbeiter sollten Kredite geben oder wurden mit Parkplätzen oder anderen Immobilien entlohnt", beschreibt der Professor für Finanzwirtschaft die verzweifelte Suche nach Finanzierungsquellen.

Evergrande Collapse könnte chinesisches Wirtschaftsdrama auskennen, Turn Australia

 Evergrande Collapse könnte chinesisches Wirtschaftsdrama auskennen, Turn Australia © zur Verfügung gestellt von Daily Mail Mailonline-Logo China Der zweitgrößte Eigenentwickler von ist der zweitgrößte größte Immobilienentwickler Evergrande am Rande des Zusammenbruchs nach kritischem Deal, um einen Standard zu stoppen - und es könnte haben große Auswirkungen auf Australien. Der 25-jährige Mega-Apartment-Entwickler verfügt über Schulden von mehr als 400 USD und hat im vergangenen Monat drei jährliche Zinszahlungsfristen an Anleihinhaber verfehlt.

Doch während solche Aktionen nur geringe Summen in die Kassen gespült hätten, denkt Evergrande auch größer. So verkaufte das Unternehmen Ende September seinen Anteil an der Shengjing Bank für rund 1,5 Milliarden Dollar an die staatliche Vermögensgesellschaft Shenyang Shengjing. Außerdem suchte Evergrande im August nach einem Käufer für seine E-Autotochter, wurde jedoch nicht fündig - womöglich auch, weil bislang noch kein E-Auto verkauft wurde und die Unternehmenstochter laut "Capital" rund 99 Prozent ihres Umsatzes im Gesundheitsmanagement erzielt. Inzwischen kämpft China Evergrande New Energy Vehicle selbst mit Liquiditätsproblemen.

Auch andere Maßnahmen zur Geldbeschaffung waren bis jetzt nicht von Erfolg gekrönt, so etwa der geplante Verkauf des Geschäftsturms China Evergrande Centre in Hongkong. Laut einem Bericht der staatlichen Zeitung "Global Times" will Evergrande außerdem 51 Prozent seiner Tochter Property Services Group für fünf Milliarden Dollar an den Rivalen Hopson verkaufen. Doch auch dieser Deal wurde bislang nicht bestätigt.

Warum fielen die Probleme bei Evergrande nicht schon früher auf?

Wie die Experten von Goldman Sachs laut "CNN" konstatierten, mache es die komplizierte Struktur der Unternehmensgruppe schwer, ein genaues Bild von Evergrandes Zustand zu erhalten. Konkret nannte die Investmentbank "die Komplexität der Evergrande Gruppe und das Fehlen von ausreichenden Informationen bezüglich der Assets und Verbindlichkeiten des Unternehmens". Laut "Capital" habe Evergrande zudem in den vergangenen Jahren starke Gewinne ausgewiesen und eine Bilanz mit ausreichend liquiden Mitteln und Eigenkapital vorgelegt. Lediglich das sinkende Absatzwachstum sowie der deutliche Anstieg des Geldumschlags hätten auf Probleme hingedeutet. Somit ist es bei Evergrande im Prinzip wie bei jedem Schneeballsystem: Es läuft alles rund, bis durch geänderte Rahmenbedingungen oder fehlende Neukunden kein neues Geld mehr fließt.

Evergrande wendet Zahlungsausfall in letzter Minute ab

  Evergrande wendet Zahlungsausfall in letzter Minute ab Der tief in der Krise steckende chinesische Immobilienkonzern kann durch eine Millionenzahlung eine Pleite vorerst abwenden. Entwarnung bedeutet dies aber nicht. Der Schuldenberg schmilzt nur langsam.Wie die Finanzagentur Bloomberg und die chinesische Staatszeitung «Securities Times» übereinstimmend berichteten, wird Evergrande die 83,5 Millionen US-Dollar (rund 71,7 Millionen Euro) vor dem Verstreichen einer Frist am Samstag zahlen. Eigentlich war das Geld am 23. September fällig, jedoch galt eine Nachfrist von 30 Tagen.

Betrifft die Krise auch andere Konzerne?

Die strengen Regulierungen der chinesischen Regierung bezüglich der Kreditaufnahme machen auch anderen Immobilienkonzernen zu schaffen. So kündigte die Sinic Holding an, einen am 18. Oktober fälligen Anleihekupon voraussichtlich nicht zahlen zu können. Auch der Immobilienentwickler Modern Land will um die Verschiebung eines Rückzahlungsdatums für ausstehende Anleiheschulden bitten, die eigentlich am 25. Oktober fällig wären. Das Immobilienunternehmen Fantasia schränkte indes den Handel mit seinen Anleihen ein. Statt an der Börse sollen die Schuldverschreibungen nun nur noch nach Verhandlungen den Besitzer wechseln können. Zuvor hatte das Unternehmen die Frist für eine Anleiherückzahlung über 206 Millionen US-Dollar gerissen.

Für viele Investoren kommt dies indes nicht überraschend. Denn sie befürchten laut dpa schon eine Weile einen Kollaps chinesischer Immobilienunternehmen, die viele Jahre auf Pump gewachsen sind. Nun steigt aber bei Anlegern die Sorge um eine Blase am chinesischen Immobilienmarkt, die kurz vor dem Platzen steht - und das macht es für die Immobilienkonzerne nicht gerade leichter. "Es ist ein Teufelskreis für die Immobilienentwickler, die nicht stark genug sind, denn es gibt nicht genügend Liquidität auf dem Markt für alle", sagte Thomas Kwok, Leiter des Aktiengeschäfts beim Brokerhaus Chief Securities laut der Nachrichtenagentur "Reuters".

Was tut die chinesische Regierung?

Da die chinesische Regierung mit ihren "drei roten Linien" für Ordnung auf dem hoch spekulativen Immobilienmarkt sorgen wollte, gilt es nun als eher unwahrscheinlich, dass sie zur Rettung von Evergrande herbeieilen wird. Mitte Oktober wurde jedoch bekannt, dass die Finanzaufsicht einigen Großbanken im September befohlen hatte, die Kreditvergabe für Immobilienkredite für das dritte Quartal zu beschleunigen. Außerdem soll sie den Verkauf bestimmter Anleihen erlaubt haben, die auf Immobilienkrediten basieren und seit dem Frühjahr eigentlich verboten waren, um das Ansteckungsrisiko im Immobiliensektor zu senken. Die People's Bank of China versprach im September laut "CNN" außerdem "die rechtmäßigen Rechte und Interessen der privaten Hauskäufer zu schützen".

"Der Staat reguliert den Markt neu und das eine oder andere Unternehmen wird die neuen Standards nicht schaffen", sagte China-Experte Frank Sieren gegenüber "Focus online". Dass einige Firmen pleite gehen könnten, dürfte die chinesische Regierung also durchaus mit einkalkuliert haben - womöglich, um an ihnen ein Exempel zu statuieren. Ein ähnliches Vorgehen zeigte sich schließlich bereits in der Vergangenheit am Beispiel von Tech-Konzernen wie der Ant Group.

Was sagen Experten zur Evergrande-Krise und ihren möglichen Folgen?

Viele Analysten glauben bei einem Evergrande-Zusammenbruch nicht an globale Folgen vom Ausmaß der Lehman-Pleite. Laut Barclays seien die Marktbedingungen und Voraussetzungen für eine Krise damals anders gewesen als heute. Auch die Analysten der Citigroup und der Société Générale sehen zwar Risiken für das chinesische Finanzsystem, aber kaum Anzeichen für eine breitete Ausbreitung der Krise wie beim Zusammenbruch von Lehman Brothers.

Allerdings gibt es auch immer mehr Stimmen, die davor warnen, dass die Auswirkungen nicht auf den chinesischen Immobilienmarkt beschränkt bleiben, sondern es zu einem größeren Flächenbrand in der chinesischen Wirtschaft kommen könnte. Wie Mark Williams von Capital Economics laut "CNN" sagte, wäre ein Kollaps von Evergrande "der größte Test seit Jahren, dem das chinesische Finanzsystem gegenübersteht". Auch die Analysten von JPMorgan befürchten laut "Deutsche Welle" inzwischen, dass die Krise auf andere Branchen überschwappen könnte.

Der Internationale Währungsfonds warnt sogar vor einem Risiko für die weltweite Finanzstabilität. Zwar seien die Auswirkungen aktuell auf China begrenzt, das könnte sich jedoch ändern. "Die Behörden haben zwar die Mittel, um im Falle einer Eskalation einzugreifen, aber trotzdem besteht das Risiko, dass es zu breiteren finanziellen Anspannungen kommt, mit Auswirkungen sowohl für die chinesische Wirtschaft und den Finanzsektor als auch für die globalen Kapitalmärkte", heißt es in einem IWF-Bericht.Redaktion finanzen.net

Evergrande wendet Zahlungsausfall in letzter Minute ab .
Der tief in der Krise steckende chinesische Immobilienkonzern kann durch eine Millionenzahlung eine Pleite vorerst abwenden. Entwarnung bedeutet dies aber nicht. Der Schuldenberg schmilzt nur langsam.Wie die Finanzagentur Bloomberg und die chinesische Staatszeitung «Securities Times» übereinstimmend berichteten, wird Evergrande die 83,5 Millionen US-Dollar (rund 71,7 Millionen Euro) vor dem Verstreichen einer Frist am Samstag zahlen. Eigentlich war das Geld am 23. September fällig, jedoch galt eine Nachfrist von 30 Tagen.

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