Finanzen Elektrotechnik: Siemens gliedert Geschäft mit großen Antrieben aus – weltweit 7000 Mitarbeiter betroffen

09:35  18 oktober  2021
09:35  18 oktober  2021 Quelle:   handelsblatt.com

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Damit bereitet der Technologiekonzern eine mögliche Trennung von dem Geschäft vor. Der neue Konzernchef Roland Busch will aber auch künftig Hardware im Portfolio behalten.

Der neue Konzernchef Roland Busch räumt im Portfolio auf. © dpa Der neue Konzernchef Roland Busch räumt im Portfolio auf.

Der Siemens-Konzern gliedert das Geschäft mit großen Antrieben aus. Betroffen seien weltweit mehr als 7000 Beschäftigte, etwa 2200 davon in Deutschland, erfuhr das Handelsblatt aus Konzernkreisen. Damit bereitet Siemens auch eine mögliche Partnersuche oder einen Verkauf der Large Drive Applications (LDA) genannten Einheit vor.

Der Konzern bestätigte die Ausgliederung grundsätzlich. „Wir haben beschlossen, die LDA-Aktivitäten in eigenen Gesellschaften zu bündeln“, sagte ein Sprecher auf Anfrage. Siemens wolle dem Geschäft „zusätzliche Eigenständigkeit und unternehmerische Freiheiten geben, damit es sich noch besser auf seine Märkte und Kunden fokussieren kann“. Darüber hinausgehende Spekulationen wolle man nicht kommentieren.

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Damit räumt der neue Siemens-Chef Roland Busch im Portfolio weiter auf. In Industriekreisen wurde aber betont, dass dieser nicht plane, eine reine IT-Firma aus dem Technologiekonzern zu machen. „Die Kombination von Hard- und Software ist gerade die Stärke von Siemens.“

Busch hatte auf der Hauptversammlung im Februar die Führung des Konzerns von Joe Kaeser übernommen. In der kommenden Woche stellt er unter dem Motto „Accelerate“ seine Strategie auf der Führungskräftetagung Siemens Business Conference (SBC) vor.

Auf einer Kapitalmarkttagung im Juni hatte er bereits eine Beschleunigung des Wachstums angekündigt. Den Umsatz will Deutschlands größter Technologiekonzern nun über die Geschäftszyklen hinweg jährlich um fünf bis sieben Prozent steigern. Bislang hatte das Unternehmen vier bis fünf Prozent versprochen. Das Geschäft mit Software und digitalen Lösungen soll in den nächsten Jahren prozentual zweistellig zulegen. Doch im Gespräch mit dem Handelsblatt hatte Busch betont: „Hardwareprodukte werden für uns immer eine Rolle spielen.“

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Schon länger nicht mehr das Kerngeschäft

Die großen Antriebe, dazu gehören zum Beispiel Motoren für den Einsatz in Minen, gehören allerdings schon länger nicht mehr zum Kerngeschäft. Sie werden unter den Portfolio Companies (POC) außerhalb der operativen Geschäftseinheiten geführt. Mit der Ausgliederung wird nun eine mögliche Abspaltung vorbereitet.

„Seit dem Start der Siemens Portfolio Companies im April 2019 haben wir immer kommuniziert, dass wir kontinuierlich Optimierungen für jedes Geschäft evaluieren“, heißt es nun bei Siemens.

Die großen Antriebe seien einer der führenden Anbieter im Markt und insgesamt in einer starken Position. „Die größere unternehmerische Freiheit ist ein wesentlicher Treiber dafür.“ Siemens werde die Position von LDA weiter stärken und verbessern.

In Industriekreisen wurde betont, dass ein möglicher Verkauf nicht unmittelbar bevorstehe. Die formale Ausgliederung brauche ihre Zeit. In den letzten Monaten habe sich LDA sehr gut entwickelt.

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Dennoch gibt es Unruhe in den betroffenen Werken. Das traditionsreiche Dynamowerk in Berlin stand schon vor Jahren vor der Schließung, konnte dann aber gerettet werden. Laut Industriekreisen ist es inzwischen jedoch gut ausgelastet. Betroffen sind unter anderem auch Werke in Erlangen und Ruhstorf. Die Fertigung in Ruhstorf will der Konzern ohnehin auslaufen lassen.

Umstrittenes Adani-Projekt

In Branchenkreisen wurde spekuliert, dass auch die Erfahrungen mit dem Adani-Projekt bei den Überlegungen eine Rolle gespielt haben könnten, die Einheit zu verselbstständigen.

Siemens war noch zu Kaesers Zeiten ins Kreuzfeuer von Aktivisten geraten, obwohl es nur einen kleinen Signaltechnik-Auftrag im Rahmen des umstrittenen Kohlebergwerks hatte. Es bestehe immer die Gefahr, dass Siemens-Technologie in einer Mine eingesetzt werde, die in die Kritik gerate, so die Überlegungen. Dabei handelt es sich aber reine Spekulationen.

Im dritten Quartal 2020/21 (30. September) hatten die POCs bei Siemens trotz Fortschritten in einzelnen Bereichen insgesamt einen kleinen Verlust gemacht. Dies lag laut Quartalsbericht an defizitären Beteiligungen. Die Geschäfte, die noch voll im Siemens-Besitz waren, hätten einen positiven Ergebnisbeitrag geliefert.

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Zu der Einheit gehören zum Beispiel auch die Gepäck- und Postsortieranlagen. Laut Industriekreisen unternimmt Siemens hier gerade einen neuen Anlauf für einen Teilverkauf. Ein Verkauf der Brief- und Paketsortiermaschinen könnte laut Insidern eine halbe Milliarde Euro bringen.

Höher könnte der Erlös bei einem möglichen Verkauf der Straßenverkehrssteuerungs-Tochter Yunex ausfallen, die bereits ausgegliedert wurde. Sie hatte bisher zur Zugsparte Mobility gehört und bietet etwa Ampelsteuerungen, Verkehrsbeeinflussungs-, Überwachungs- sowie Mautsysteme, die in Ballungszentren von Berlin über Bogota bis Dubai eingesetzt werden.

Insgesamt liefen die Geschäfte für Siemens im abgelaufenen Geschäftsjahr gut. Kaeser und Busch hoben mehrmals die Prognose an. Zuletzt erwartete der Konzern auf vergleichbarer Basis ein Umsatzwachstum von elf bis zwölf Prozent und einen Nettogewinn von 6,1 bis 6,4 Milliarden Euro. Die Jahreszahlen will Siemens am 11. November vorlegen.

Mehr: Siemens-Finanzchef Thomas über die heikle Umstellung des Softwaregeschäfts.

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