Finanzen Volkswagen-Quartalszahlen: Gewinn von VW schrumpft stärker als erwartet – Diess fordert bessere Produktivität

16:46  28 oktober  2021
16:46  28 oktober  2021 Quelle:   handelsblatt.com

E-Mobilität: Der Volkswagen-CEO erkennt den Ernst der Lage – aber reicht das für die VW-Aktie?

  E-Mobilität: Der Volkswagen-CEO erkennt den Ernst der Lage – aber reicht das für die VW-Aktie? CEO Herbert Diess steht eine Mammutaufgabe bevor, will er Volkswagen auf E-Mobilität umpolen. Das dürfte die VW-Aktie zu spüren bekommen. Der Artikel E-Mobilität: Der Volkswagen-CEO erkennt den Ernst der Lage – aber reicht das für die VW-Aktie? ist zuerst erschienen auf The Motley Fool Deutschland. Unsere Top-Aktie für das Jahr 2021 Es gibt ein Unternehmen, dessen Name zurzeit bei den Analysten von The Motley Fool sehr, sehr häufig fällt. Es ist für uns DIE Top-Investition für das Jahr 2021. Du könntest ebenfalls davon profitieren. Dafür muss man zunächst alles über dieses einzigartige Unternehmen wissen.

Der Konzern muss wegen des Mangels an elektronischen Bauteilen und an Halbleitern Abstriche machen. Die bisherige Gewinnprognose bekräftigt VW aber.

„Wir sind fest entschlossen, unsere starke Stellung gegenüber etablierten und neuen Wettbewerbern zu behaupten.“ © dpa „Wir sind fest entschlossen, unsere starke Stellung gegenüber etablierten und neuen Wettbewerbern zu behaupten.“

Der anhaltende Chipmangel hat den VW-Konzern im dritten Quartal schwer getroffen. Weil es nicht genug Halbleiter gab und deshalb deutlich weniger Autos als geplant produziert werden konnten, hat die Volumengruppe mit den Marken Volkswagen Pkw, Skoda und Seat von Juli bis September operativ rote Zahlen geschrieben. Weil die Premiummarken Porsche und Audi jedoch weiterhin vergleichsweise gut abschneiden, hält der Konzern an seinen Jahreszielen fest und muss keine Gewinnwarnung aussprechen.

Interne Papiere: Herbert Diess lässt bei VW die Baureihen für mehr E-Mobilität umstellen

  Interne Papiere: Herbert Diess lässt bei VW die Baureihen für mehr E-Mobilität umstellen Statt drei nur noch zwei Verbrenner-Gruppen, dafür eine zusätzliche Elektro-Linie: Kernmarke VW Pkw steht ein kolossaler Kraftakt bevor.Die tiefen Umstrukturierungen beim Kernlabel betreffen perspektivisch auch die spanische VW-Tochter Seat, den tschechischen Anbieter Škoda Auto sowie VW Nutzfahrzeuge (VWN). Diese drei Hersteller und Volkswagen Pkw haben die Wolfsburger in ihrem Marken-Cluster Volumen gebündelt, als dessen Sprecher VWs Hauptmarkenchef Ralf Brandstätter fungiert.

Wegen der Chipkrise haben Umsatz und Fahrzeugabsatz im dritten Quartal deutlich nachgegeben. Die Erlöse fielen von Juli bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,1 Prozent auf 56,3 Milliarden Euro, teilte der Wolfsburger Autohersteller am Donnerstag mit. Beim Absatz ging es mit fast 30 Prozent noch deutlich stärker abwärts.

Wie die meisten anderen Autohersteller verwendet der VW-Konzern die knappen Halbleiter dort, wo sie am meisten Rendite versprechen. Bei Volkswagen bekommen die Premiummarken Porsche und Audi die Chipkrise entsprechend weniger stark zu spüren. Bei den Volumenmarken passiert das Gegenteil, sie leiden stärker unter dem Versorgungsmangel.

In der Summe führt das dazu, dass der operative Gewinn im dritten Quartal nicht so stark gefallen ist wie der gesamte Fahrzeugabsatz, nämlich um zwölf Prozent auf 2,8 Milliarden Euro. Beim Nachsteuerergebnis kommt der VW-Konzern sogar bei einem leichten Plus von 5,6 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro heraus. Volkswagen profitiert dabei von Veränderungen im Finanz- und Beteiligungsergebnis sowie den Steuerzahlungen.

Interne Papiere: Herbert Diess lässt bei VW die Baureihen für mehr E-Mobilität umstellen

  Interne Papiere: Herbert Diess lässt bei VW die Baureihen für mehr E-Mobilität umstellen Statt drei nur noch zwei Verbrenner-Gruppen, dafür eine zusätzliche Elektro-Linie: Kernmarke VW Pkw steht ein kolossaler Kraftakt bevor.Die tiefen Umstrukturierungen beim Kernlabel betreffen perspektivisch auch die spanische VW-Tochter Seat, den tschechischen Anbieter Škoda Auto sowie VW Nutzfahrzeuge (VWN). Diese drei Hersteller und Volkswagen Pkw haben die Wolfsburger in ihrem Marken-Cluster Volumen gebündelt, als dessen Sprecher VWs Hauptmarkenchef Ralf Brandstätter fungiert.

Konzernchef Herbert Diess wertete die roten Zahlen von Volkswagen Pkw, Skoda und Seat als Warnsignal. „Die Ergebnisse des dritten Quartals zeigen einmal mehr, dass wir die Verbesserung der Produktivität im Volumenbereich jetzt konsequent vorantreiben müssen“, sagte er am Morgen.

Seit Wochen wird in Wolfsburg eine intensive Auseinandersetzung darüber geführt, wie es mit Volkswagen vor allem in Deutschland weitergehen soll. In einer Aufsichtsratssitzung Ende September hatte Konzernchef Diess davor gewarnt, dass VW bis zu 30.000 Arbeitsplätze verlieren könnte, wenn nicht rechtzeitig gegengesteuert werde.

Das führte an den vergangenen Tagen zu einem scharfen Konflikt mit dem Betriebsrat. Die starke Arbeitnehmervertretung zwang den Konzernchef am Mittwoch dazu, dass er in der kommenden Woche auf einer Betriebsversammlung Rede und Antwort stehen muss.

Interne Papiere: Herbert Diess lässt bei VW die Baureihen für mehr E-Mobilität umstellen

  Interne Papiere: Herbert Diess lässt bei VW die Baureihen für mehr E-Mobilität umstellen Statt drei nur noch zwei Verbrenner-Gruppen, dafür eine zusätzliche Elektro-Linie: Kernmarke VW Pkw steht ein kolossaler Kraftakt bevor.Die tiefen Umstrukturierungen beim Kernlabel betreffen perspektivisch auch die spanische VW-Tochter Seat, den tschechischen Anbieter Škoda Auto sowie VW Nutzfahrzeuge (VWN). Diese drei Hersteller und Volkswagen Pkw haben die Wolfsburger in ihrem Marken-Cluster Volumen gebündelt, als dessen Sprecher VWs Hauptmarkenchef Ralf Brandstätter fungiert.

Finanzvorstand warnt vor anhaltenden Problemen in deutschen Werken

Trotz der jüngsten Auseinandersetzungen lobte Diess Betriebsratschefin Daniela Cavallo. „Sie ist eine gute Repräsentantin des Betriebsrates“, sagte er. Er schätze Cavallo sehr. Mit ihr an der Spitze und dem damit verbundenen Rückzug ihres Vorgängers Bernd Osterloh habe es deutliche Veränderungen im Betriebsrat gegeben. Cavallo teile auch die Vision des Managements, dass es bei Volkswagen bis 2030 Veränderungen geben müsse.

Auch Finanzvorstand Arno Antlitz warnte vor anhaltenden Problemen besonders in den deutschen Werken. „Der Halbleiterengpass im dritten Quartal hat uns deutlich vor Augen geführt, dass wir noch nicht resilient genug gegen Auslastungsschwankungen sind“, sagte er. Das Management will die Produktivität in deutschen Werken steigern und damit die Gewinnschwelle senken.

Bislang verdient VW in seinen deutschen Fabriken erst dann Geld, wenn sie zu 70 bis 80 Prozent ausgelastet sind. Bedingt durch den Chipmangel lag die Auslastung in den vergangenen Wochen deutlich darunter. Am Vormittag sagte Konzernchef Diess, ein gewisser Stellenabbau im Rahmen der Transformation hin zu Elektromobilität und Digitalisierung sei unvermeidlich. Konkrete Zahlen nannte er nicht.

Wieder offener Streit zwischen Betriebsrat und Volkswagen-Chef Diess

  Wieder offener Streit zwischen Betriebsrat und Volkswagen-Chef Diess Wieder offener Streit zwischen Betriebsrat und Volkswagen-Chef DiessDie Arbeitnehmervertretung warf Diess vor, sich nicht auf einer Betriebsversammlung den Fragen der Belegschaft des Wolfsburger Autowerks zu stellen, sondern lieber mit Investoren in den USA zu sprechen. "Dieses Verhalten ist beispiellos in der Geschichte unseres Konzerns und zeigt einmal mehr, dass der Konzernvorstandsvorsitzende selbst in dieser Krise weder Empathie noch Gespür für die Situation der Belegschaft hat", erklärte Betriebsratschefin Daniela Cavallo. Diess hat für Donnerstag zu einer Veranstaltung in Wolfsburg eingeladen, um die Belegschaft über die Transformation zu informieren.

Bei den Premiummarken des VW-Konzerns ist von Krise hingegen nicht viel zu spüren, das gilt ganz besonders für die Sportwagentochter Porsche. Das Stuttgarter Unternehmen kommt nach den ersten neun Monaten dieses Jahres auf eine Umsatzrendite von 15,5 Prozent und bleibt trotz der globalen Chipkrise einer der profitabelsten Autohersteller der Welt.

Der Porsche-Umsatz ist von Januar bis September um zehn Prozent auf 23 Milliarden Euro gestiegen, das operative Ergebnis legte um 78 Prozent auf 3,6 Milliarden Euro zu. „Wir können stolz sein, müssen aber auch im vierten Quartal im absoluten Taskforce-Modus agieren“, sagte Finanzvorstand Lutz Meschke auf Anfrage. Ganz spurlos geht die Chipkrise auch an Porsche nicht vorüber. Die Stuttgarter haben einen sehr hohen Auftragsbestand und könnten eigentlich noch deutlich mehr Autos verkaufen. Porsche reagiert darauf mit einem schärferen Kostenmanagement.

Vergleichsweise gut sieht es auch bei Audi in Ingolstadt aus. Nach neun Monaten kommt die Premiumtochter auf 40,4 Milliarden Euro Umsatz und ein operatives Ergebnis von 3,9 Milliarden Euro, was einer Rendite von 9,7 Prozent entspricht. Audi profitiert von einer vergleichsweise starken Nachfrage, was beispielsweise auch renditesteigernde Preiserhöhungen erlaubt.

VW-Aktie schwach: Volkswagen von Chip-Engpässen belastet - Diess warnt vor Stellenabbau

  VW-Aktie schwach: Volkswagen von Chip-Engpässen belastet - Diess warnt vor Stellenabbau Beim Volkswagen-Konzern hinterlassen die umfangreichen Produktionsstopps wegen des Chipmangels deutliche Spuren. © Bereitgestellt von Finanzen.net DANIEL ROLAND/AFP/Getty Images So geht das Unternehmen wegen des jüngsten Einbruchs der Verkäufe nun nicht mehr davon aus, im Gesamtjahr spürbar mehr Fahrzeuge auszuliefern als in dem von Corona-Lockdowns stark belasteten schwachen Vorjahr. Dabei war der Konzern im dritten Quartal im Tagesgeschäft profitabler als von Experten zuvor geschätzt.

Weniger gut sieht es hingegen bei Volkswagen Pkw aus. 1,6 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 55,5 Milliarden Euro führen zu einer mageren Rendite von 2,9 Prozent. Auch Skoda muss Abstriche machen und kommt auf eine Rendite von 6,8 Prozent. Vor der Chipkrise hatte die tschechische Konzerntochter noch Audi-Niveau erreicht. Schwierig ist die Lage in Spanien: Seat schreibt nach neun Monaten rote Zahlen.

Die nach dem Rekordgewinn zur Jahresmitte angehobene Renditeprognose für den gesamten Konzern bekräftigte Volkswagen dennoch. Demnach erwarten die Wolfsburger sowohl vor als auch nach Sondereinflüssen eine Rendite zwischen sechs und 7,5 Prozent. Der Konzernumsatz soll deutlich über dem Vorjahr liegen. Mit seiner Quartalsbilanz schlug sich Europas größter Autobauer noch vergleichsweise gut. Die US-Rivalen Ford und General Motors hatten deutlich größere Gewinneinbrüche erlitten.

VW-Aktie unter Druck

UBS-Analyst Patrick Hummel erwartet in Sachen Chips ein „tendenziell besseres viertes Quartal“. Darauf deuteten auch Äußerungen von Konzernchef Diess hin. In einem Gespräch mit Journalisten sagte er, „dass das Schlimmste hinter uns liegt“. 2022 werde sich die Versorgung mit Halbleitern weiter verbessern.

Abstriche muss Volkswagen allerdings bei seiner Absatzplanung machen. Der anhaltende Chipmangel führt dazu, dass der Konzern weniger Autos als geplant produzieren wird. Bislang hatten die Wolfsburger angekündigt, dass sie 2021 im Vergleich zum Vorjahr „spürbar“ mehr Fahrzeuge ausliefern würden. Jetzt lautet die Prognose, dass nur noch das Vorjahresergebnis erreicht werden könne, also 9,3 Millionen Fahrzeuge.

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An der Börse wurde diese Ankündigung negativ aufgenommen. Am Donnerstag musste die Volkswagen-Vorzugsaktie deutliche Verluste von zeitweise mehr als drei Prozent hinnehmen.

Mehr: VW-Chef Diess will nun doch an Betriebsversammlung teilnehmen

Der Chipmangel hat vor allem die Volumenmarken VW, Skoda und Seat getroffen. © dpa Der Chipmangel hat vor allem die Volumenmarken VW, Skoda und Seat getroffen.

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Verbale Ohrfeigen für VW-Chef Diess .
Mancher dachte, die Zeit der Entfremdung zwischen Herbert Diess und dem Betriebsrat sei vorbei. Doch nach den jüngsten Manövern scheint das Tischtuch fast wieder zerschnitten.Zumindest, wenn man Beobachtern aus dem Umfeld des innersten Machtzirkels bei dem Wolfsburger Autobauer Glauben schenkt. Und wenn man auch die öffentlichen Äußerungen eines der einflussreichsten Aufsichtsratsmitglieder, Betriebsratschefin Daniela Cavallo, als letzte Warnung deutet. Ausgesprochen vor Zehntausenden Beschäftigten.

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