Finanzen EZB spricht über "Inflation, Inflation, Inflation" - Nullzins bleibt

19:20  28 oktober  2021
19:20  28 oktober  2021 Quelle:   reuters.com

Inflation: Warum Italien sie braucht und Deutschland nicht

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- von Reinhard Becker und Frank Siebelt und Christian Kraemer

Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde während einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der EZB-Ratssitzung, Frankfurt am Main, Deutschland, 28. Oktober 2021. REUTERS/Kai Pfaffenbach © Reuters Die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) Christine Lagarde während einer Pressekonferenz zu den Ergebnissen der EZB-Ratssitzung, Frankfurt am Main, Deutschland, 28. Oktober 2021. REUTERS/Kai Pfaffenbach

Frankfurt/Berlin (Reuters) - Trotz rasant steigender Preise lässt sich die EZB nicht aus der Reserve locken und erteilt Zinsfantasien eine klare Absage.

Der EZB-Rat hielt am Donnerstag am Nullzins fest. Zugleich signalisierte EZB-Chefin Christine Lagarde, dass das billionenschwere Corona-Notprogramm PEPP März 2022 enden dürfte. Wie es danach weitergeht, wird im Dezember entschieden, wenn neue Prognosen zur Inflation vorliegen. Diese ist mit 3,4 Prozent weit über das EZB-Ziel von zwei Prozent hinausgeschossen. In Deutschland waren es sogar 4,5 Prozent. Lagarde räumte ein, dass sie von der Dauer des Inflationsschubs überrascht wurde. Doch 2022 werde die Teuerung "Schritt für Schritt" nachlassen. Das Thema habe die Debatte bestimmt: "Wir sprachen über Inflation, Inflation, Inflation."

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  Die EZB spricht viel über Flexibilität. Das ist gemeint: Q&A Die Europäische Zentralbank diskutiert derzeit viel über „Flexibilität“ für ihre zukünftigen Bondankaufspläne. Dabei geht es hauptsächlich darum, wie weit nach dem Ende der Pandemie die Regeln aufgeweicht werden können, die vorher gegolten haben. Most Read from BloombergGoogle’s Biggest Moonshot Is Its Search for a Carbon-Free FutureA $30 Billion Fortune Is Hiding in China’s Silicon ValleyThe Biggest Public Graveyard in the U.S.

Noch seien aber die Bedingungen für eine Zinserhöhung in der nahen Zukunft nicht gegeben, erklärte die Französin. An den Finanzmärkten war zuletzt darüber spekuliert worden, dass es schon Ende kommenden Jahres soweit sein werde. International stehen die Zeichen auch wegen der allerorten spürbaren Inflationsgefahr derzeit auf Straffung: Die Bank of England könnte als erste der großen Notenbanken bereits nächsten Monat die Zinsen erhöhen. Für das US-Pendant Fed liegt dies für das nächste Jahr zumindest im Bereich des Möglichen. Nicht so im Euro-Raum, wie Chefökonom Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe meint: "Eine Leitzinsanhebung liegt unverändert in weiter Ferne."

Die Aussicht auf ein Abflauen der EZB-Geldflut gab dem Euro Auftrieb. Er verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 1,1675 Dollar. Aus Staatsanleihen südeuropäischer Länder wie Italien oder Spanien ziehen sich Investoren dagegen zurück.

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 EZB-Charts Einsamer Kurs durch Inflationsspitzen -Druck wächst auf der europäischen Zentralbank, um auf steigende Inflation in der Eurozone zu reagieren, da ihre Kollegen in den Vereinigten Staaten und der Vereinigten Königreich-Signalbereitschaft, Maßnahmen zu ergreifen. © Ina Fassbender EZB POLICYMAKERS HABEN EIN POLICYMAKERSCHAFT EINES TATTRAPT SCALING BAIN-STIMULUS, um die Inflationsrisiken vorzunehmen, um die wirtschaftliche Erholung zu würgen Das Tempo der Anleihekäufe im Rahmen des massiven Pandemie-Ära-Stimulus-Programms.


Video: Inflation, labor still issues for stocks –economist (Reuters)

Die EZB rechnet für kommendes Jahr mit einem Abebben des Preisdrucks, der aus ihrer Sicht vor allem durch erhöhte Energiekosten und pandemiebedingte Störungen der Lieferketten und Materialengpässe verursacht wird. All diese Sondereffekte sollten laut Lagarde nächstes Jahr allmählich verschwinden. Ein dicker Brocken dürfte dabei laut Lagarde "ab 1. Januar 2022" aus dem Weg gerollt sein: Der statistische Sondereffekt der vorübergehenden Mehrwertsteuersenkung im Corona-Jahr 2020, der derzeit die Jahresrate bei der Teuerung in Deutschland mächtig in die Höhe treibt.

Rund 73 Prozent der Deutschen sehen die Inflationsentwicklung kritisch, wie aus einer Umfrage des Deutsche Sparkassen- und Giroverbands (DSGV) hervorgeht. Die anziehende Teuerung sei gefährlich, warnte DSGV-Präsident Helmut Schleweis. "Sie sollte nicht als vorübergehender Effekt nach der Corona-Krise verharmlost werden." Deshalb müsse die Europäische Zentralbank (EZB) im Dezember die Weichen für einen Ausstieg aus der ultra-expansiven Geldpolitik stellen. Auch der scheidende Bundesbankchef Jens Weidmann hatte seine Rücktrittsankündigung mit der Mahnung verbunden, die Inflationsrisiken nicht aus den Augen zu verlieren. Lagarde sieht den Rücktritt zum Jahresende jedoch nicht als Folge der lockeren Geldpolitik in Europa. "Ich bedauere, dass er geht", sagte die Französin. Aus ihrer Sicht gebe es keinen Hinweise, dass er wegen der EZB-Geldpolitik erschöpft gewesen sei.

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ENDE VON PEPP ABSEHBAR

"Die derzeit steigenden Inflationserwartungen sind ein besonders starkes Argument für ein Ende der PEPP-Käufe im März 2022. Daran ändert auch die aktuelle Abkühlung der Konjunktur nichts", meint ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann. Mitte Dezember will der EZB-Rat über die Zukunft des Programms entscheiden, wenn neue Prognosen zur Konjunktur und Inflation vorliegen. Lagarde signalisierte nun, dass das Programm Ende März wohl auslaufen werde. "Ob wir den ganzen Kaufrahmen oder nicht nutzen, wird zu sehen sein." Das hänge von den Finanzierungsbedingungen ab. Der Kaufrahmen des Programms, das eines der wichtigsten Instrumente der EZB im Kampf gegen die Folgen der Corona-Pandemie ist, beläuft sich auf insgesamt 1,85 Billionen Euro.

Viele Experten gehen davon aus, dass die EZB nach dem Aus für PEPP dann ihre Anleihenkäufe nicht komplett einstellt, sondern ihr aktuell kleineres Kaufprogramm APP in der einen oder anderen Form weiterführen wird. Die EZB-Chefin ließ sich dazu noch nicht in die Karten blicken und betonte, bei der unorthodoxen Geldpolitik jenseits des Leitzinses seien "Volumina wichtiger als die Laufzeit".

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Yorkshire wurde aus dem Hosting internationaler und großer Spiele wie der England und Wales Cricket-Board ausgesetzt, kritisierte den "ganz inakzeptablen" Umgang mit Azeem Rafiqs Rassismus-Ansprüchen des Clubs.

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