Finanzen Finanzstabilitätsbericht: Diese vier Risiken am Finanzmarkt bereiten der EZB Sorgen

18:50  17 november  2021
18:50  17 november  2021 Quelle:   handelsblatt.com

cricket-yorkshire aus dem Hosting internationaler Spiele über Rassismus Row

 cricket-yorkshire aus dem Hosting internationaler Spiele über Rassismus Row (Reuters) Wales Cricket Board (EZB) sagte am Donnerstag. " "Die EZB findet diese Angelegenheit abscheulich und gegen den Geist des Krickets und seiner Werte." Yorkshire Batsman Gary-Ballance, der am Mittwoch sagte, dass er rassistische Sprache in Richtung seines ehemaligen Teamkollegen Rafiq verwendet hatte, ist auch unendlich aus der Selektion Englands suspendiert.

Die EZB skizziert die größten Verwundbarkeiten für das Finanzsystem. Dabei blickt sie vor allem auf die hohen Bewertungen am Immobilienmarkt.

Alle sechs Monate analysiert die Notenbank in ihrem Finanzstabilitätsbericht die größten Risiken für das Finanzsystem. © dpa Alle sechs Monate analysiert die Notenbank in ihrem Finanzstabilitätsbericht die größten Risiken für das Finanzsystem.

Die Europäische Zentralbank (EZB) sieht durch die Pandemie weiter Verwundbarkeiten im Finanzsystem. „Das Risiko hoher Kreditausfälle von Unternehmen und hoher Verluste für die Banken ist jetzt deutlich geringer als vor sechs Monaten. Aber die Risiken der Pandemie sind nicht ganz verschwunden“, sagte ihr Vizepräsident Luis de Guindos bei der Vorstellung des halbjährlichen Finanzstabilitätsberichts der Notenbank am Mittwoch.

Negativzinsen: Schlechte Aussichten für Sparer: Schon mehr als 500 Banken verlangen Negativzinsen

  Negativzinsen: Schlechte Aussichten für Sparer: Schon mehr als 500 Banken verlangen Negativzinsen Negativzinsen: Schlechte Aussichten für Sparer: Schon mehr als 500 Banken verlangen Negativzinsen

Darin warnt die EZB vor Preiskorrekturen an den Finanzmärkten. Anfälligkeiten sieht die Notenbank vor allem auf den Immobilienmärkten in Ländern, wo es bereits vor der Pandemie hohe Bewertungen gab.

In ihrem Bericht hat sie die vier größten Risiken für das Finanzsystem identifiziert.

1. Überzogene Bewertungen – vor allem am Immobilienmarkt

Sorgen bereitet der EZB vor allem die Entwicklung auf dem Immobilienmarkt. Dort sind die Preise im zweiten Quartal 2021 im Euro-Raum so schnell gestiegen wie seit dem Jahr 2005 nicht mehr. Der starke Anstieg der Häuserpreise von rund sieben Prozent bleibe „ein Grund zur Sorge“, heißt es. Dabei sei der Anstieg breiter angelegt gewesen und betreffe sowohl städtische als auch nicht-städtische Gebiete.

Geldpolitik: Lagarde und deutsche Finanzelite streiten über Inflationsgefahren

  Geldpolitik: Lagarde und deutsche Finanzelite streiten über Inflationsgefahren Die EZB-Präsidentin hält den aktuellen Preisschub für vorrübergehend und sieht keinen Bedarf für eine baldige Zinserhöhung. Deutsche Bankenvertreter widersprechen. © dpa Die EZB-Präsidentin erteilt einer Zinswende im kommenden Jahr trotz der derzeit erhöhten Inflation erneut eine deutliche Absage. Schlagabtausch zwischen der EZB und der deutschen Finanzelite: Während prominente Banker aus der Bundesrepublik auf dem European Banking Congress (EBC) eine Abkehr von der jahrelangen Niedrigzinsenpolitik forderten, sieht EZB-Präsidentin Christine Lagarde dafür aktuell keinen Bedarf.

In einigen Ländern wie Luxemburg, der Slowakei, Litauen, aber auch in Deutschland und Österreich hat auch die Nachfrage nach Immobilienkrediten deutlich zugenommen. Die EZB erkennt parallel dazu „Anzeichen für eine Lockerung der Standards für Hypothekendarlehen“.

Angesichts der Entwicklung sieht sie stärkere Argumente für den Einsatz makroprudenzieller Regulierung. Dabei geht es zum Beispiel um Vorschriften, um die Kreditvergabe der Banken zu erschweren.

Auch bei Gewerbeimmobilien besteht laut der Notenbank die Gefahr von Preiskorrekturen, auch wenn sich die Aussichten dort zuletzt durch die wirtschaftliche Erholung verbessert hätten.

Für besonders schlecht hält sie die Perspektiven für Objekte mit geringer Qualität. Durch Trends wie Telearbeit, Abstandsregeln und höhere Umweltanforderungen verlagere sich die Nachfrage tendenziell noch stärker ins Spitzensegment. Anfällig für Korrekturen seien zudem besonders von der Pandemie betroffene Segmente wie Einzelhandels- und Büroimmobilien.

Stagflation: Wie weit sind wir von der Ölkrise in den 1970er entfernt?

  Stagflation: Wie weit sind wir von der Ölkrise in den 1970er entfernt? Von „Inflationsrisiken“ sprach die EZB-Direktorin Isabel Schnabel in einem Interview. Dabei hatte die Zentralbank Bedenken wegen der hohen Inflationsraten immer beiseitegeschoben. Erleben wir bald eine Stagflation? © t3n.de Nadine Graf Pro Briefing Finance Das oberste Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB) ist die Wahrung der Stabilität des Geldes. Richtwert dafür ist die Inflationsrate, die bei zwei Prozent liegen sollte. Das bekräftigte die EZB im Sommer. Aktuell liegt die Inflation aber deutlich darüber – bei über vier Prozent, Tendenz steigend. Das hielt die EZB bislang nicht für sehr bedenklich.

Auch in anderen Marktsegmenten außerhalb der Immobilienbranche gehen Investoren höhere Risiken ein. Im vergangenen Jahr notierten die inflationsbereinigten Realrenditen auf einem historischen Tiefstand. Gleichzeitig sind die Bewertungen vergleichsweise hoch.

Diese Kombination birgt laut EZB die Gefahr, dass bestimmte Anleihen mit schlechterem Rating und die Aktienmärkte sehr sensibel auf Zinserhöhungen oder geringere Wachstumsaussichten reagieren. Als mögliche Auslöser einer Korrektur an den Märkten nennt sie unter anderem eine schwächere Konjunkturerholung, Krisen in den Schwellenländern, Probleme außerhalb des Bankensektors und abrupt veränderte Markterwartungen über die Geldpolitik.

Zudem verweist die EZB darauf, dass „außerhalb der Kernmärkte auch einige exotischere Marktsegmente wie Krypto-Assets spekulativen Schwankungen ausgesetzt bleiben“. Eine Gefahr sieht sie außerdem durch die zunehmende Verflechtung von Krypto-Assets und konventionellen Finanzmärkten. Diese Entwicklung könnte durch die wachsende Popularität sogenannter Stablecoins verstärkt werden. Dabei geht es um Krypto-Assets, deren Wert an andere Vermögenswerte oder Währungen gekoppelt ist.

Bundesbank warnt vor Risiken auf deutschem Immobilienmarkt

  Bundesbank warnt vor Risiken auf deutschem Immobilienmarkt Das deutsche Finanzsystem hat die Pandemie bisher ohne größere Rückschläge verdaut - auch dank staatlicher Hilfsmilliarden für Unternehmen. Doch es gibt Risiken, vor allem auf dem Immobilienmarkt.«Unseren Berechnungen zufolge liegen die Preise von Wohnimmobilien um 10 bis 30 Prozent über dem Wert, der durch Fundamentaldaten gerechtfertigt ist. Das sehen wir zunehmend auch außerhalb der Ballungsräume», sagte Bundesbank-Vizepräsidentin Claudia Buch bei der Vorstellung des Finanzstabilitätsberichts der Deutschen Bundesbank am Donnerstag in Frankfurt.

2. Schwächen der Banken

Ein weiterer Sorgenfaktor sind die Strukturprobleme der Banken. Insgesamt profitierten die Geldhäuser im Euro-Raum zuletzt zwar von einem besseren Umfeld. So erzielten sie im ersten Halbjahr unter dem Strich bessere Ergebnisse als erwartet. Die weiteren Gewinnaussichten hängen aber stark von der wirtschaftlichen Erholung nach der Pandemie ab.

Als eine wichtige Schwachstelle sieht die EZB notleidende Kredite der Banken. Aus ihrer Sicht besteht die Gefahr, dass die Probleme damit zunehmen könnten, wenn die staatlichen Stützungsmaßnahmen schrittweise auslaufen.

Der oberste Bankenkontrolleur der EZB, Andrea Enria, warnte jüngst erneut, dass die Banken die Entwicklung der faulen Kredite möglicherweise zu rosig einschätzen. Alle Institute erwarteten im Kern einen Rückgang der Problemkredite bis Ende 2022. „Wir sind natürlich besorgt, dass die Erwartung ein bisschen zu optimistisch ist.“

Ein weiteres Problem ist aus Sicht der Notenbank die immer noch geringe Profitabilität der Banken, die hinter Konkurrenten aus anderen Ländern zurückhängt. Ursachen seien niedrige Kosteneffizienz, Überkapazitäten und geringe Margen durch das Niedrigzinsumfeld.

Die Notenbank räumt ein, dass sich die negativen Effekte der Niedrigzinspolitik für die Geldhäuser „mit der Zeit verschlimmern“ könnten. Umgekehrt würden sie aber auch profitieren, wenn die EZB wie bereits andere Notenbanken auch irgendwann die Zinsen anhebt.

EZB: Keine Hinweise auf unkontrollierte Inflation

  EZB: Keine Hinweise auf unkontrollierte Inflation Die stark steigenden Preise machen vielen Verbraucher Sorge. Unterschätzen Europas Währungshüter die Inflation? Die Notenbank versucht, den Menschen etwas Hoffnung zu machen.«Wir gehen davon aus, dass im November der Höhepunkt der Inflationsentwicklung erreicht ist und dass die Inflation im kommenden Jahr wieder allmählich zurückgehen wird, und zwar in Richtung unseres Inflationsziels von zwei Prozent», sagte EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». «Und tatsächlich gehen die meisten Prognosen sogar davon aus, dass die Inflation unter diese zwei Prozent fallen wird.

Eine Lösung angesichts der Kostenprobleme der Banken wären laut EZB Fusionen und Übernahmen. Diese könnten „ein möglicher Weg sein, damit der Sektor zu einem nachhaltigeren Profitabilitätsniveau zurückkehrt“.

3. Probleme außerhalb des Bankensektors

Nicht nur im Bankensektor sieht die EZB konkret Probleme, auch andere Finanzakteure wie zum Beispiel Investmentfonds, Versicherer und Pensionsfonds könnten Schwierigkeiten bekommen. Diese hätten bei der Suche nach Rendite verstärkt in riskantere Anlageformen investiert.

Rund 70 Prozent der von Investmentfonds gekauften Unternehmenspapiere haben demnach ein mittleres oder schlechtes Rating. Zudem hätten sie die Laufzeiten der von ihnen gehaltenen Anleihen erhöht. Daher drohen ihnen im Falle von steigenden Zinsen höhere Kursverluste. Als Problem könnten sich dann auch geringe Liquiditätspolster erweisen. Wenn die Anleiherenditen steigen, könnten Kursverluste die Fonds dazu zwingen, Vermögenswerte zu verkaufen.

Auch Versicherer und Pensionsfonds investierten stärker in Schuldpapiere von Unternehmen mit schlechtem Rating. „Während verringerte Anfälligkeiten des Unternehmenssektors die damit verbundenen Kreditrisiken kurzfristig mindern, bleiben Nichtbanken dem Risiko erheblicher Kreditverluste ausgesetzt, sollten sich die Bedingungen im Unternehmenssektor verschlechtern“, heißt es dazu.

4. Zunehmende Insolvenzen

Anders als zunächst befürchtet hat es trotz der Pandemie bisher keine große Pleitewelle gegeben. Die Rate der Insolvenzen ist geringer ausgefallen als die optimistischsten Erwartungen. Firmen im Euro-Raum hätten mit der Wirtschaftserholung im ersten Halbjahr vielfach wieder Gewinne eingefahren. Auch deswegen blieb das Niveau der Insolvenzen unter dem Niveau von vor der Krise.

EZB-Vize: Anleihenkäufe bleiben nötig

  EZB-Vize: Anleihenkäufe bleiben nötig Die Europäische Zentralbank hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest, obwohl die Inflation im Euroraum auf einen Rekordwerte steigt. Luis de Guindos erwartet auch 2022 Anleihenkäufe im großen Stil.«Ich bin zuversichtlich, dass diese Nettokäufe während des nächsten Jahres weitergehen. Was danach kommt, weiß ich nicht», sagte de Guindos der französischen Zeitung «Les Echos». Unterdessen ist die Inflationsrate im Euroraum auf ein Rekordniveau gestiegen.

Dennoch sei die Zahl der „Pleiten in den am meisten von der Pandemie betroffenen Sektoren stark gestiegen“, heißt es im Bericht. Dieses Segment ist nach wie vor sehr anfällig, warnt die Notenbank. Sie fürchtet, dass nach dem Auslaufen der Stützungsmaßnahmen die Zahl der Insolvenzen doch noch stärker steigen könnte. Auch die Lieferkettenprobleme und der jüngste Anstieg der Energiepreise könnten eine Herausforderung für die Wirtschaftserholung und den Inflationsausblick bedeuten.

Mehr: Die große Inflations-Wette der EZB.

Auch in Deutschland hat die Nachfrage nach Immobilienkrediten stark angezogen. © dpa Auch in Deutschland hat die Nachfrage nach Immobilienkrediten stark angezogen.

Leserfavoriten: Dax aktuell : Dax-Rekordserie geht weiter – Warum sich Anleger auf mehr als 17.000 Punkte einstellen sollten

Digitalwährungen : Korrektur am Kryptomarkt – Bitcoin fällt unter 60.000 Dollar

+++ Corona-News +++ : Merkel fordert klare Marke für weitere Maßnahmen – 3G statt 2G am Arbeitsplatz in NRW: Wüst-Versprecher sorgt für Verwirrung

Boomregion : Reichtum am Limit – Hype um den Tegernsee

Protokoll des Versagens : Das Handelsblatt veröffentlicht den Geheimbericht zur Arbeit der EY-Wirtschaftsprüfer

EZB-Vize: Anleihenkäufe bleiben nötig .
Die Europäische Zentralbank hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest, obwohl die Inflation im Euroraum auf einen Rekordwerte steigt. Luis de Guindos erwartet auch 2022 Anleihenkäufe im großen Stil.«Ich bin zuversichtlich, dass diese Nettokäufe während des nächsten Jahres weitergehen. Was danach kommt, weiß ich nicht», sagte de Guindos der französischen Zeitung «Les Echos». Unterdessen ist die Inflationsrate im Euroraum auf ein Rekordniveau gestiegen.

usr: 1
Das ist interessant!