Finanzen Tesla: Produktionsstart in Grünheide im Dezember?

18:30  22 november  2021
18:30  22 november  2021 Quelle:   dw.com

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Zum zweiten Mal konnten Kritiker bei einer Online-Erörterung ihre Einwände gegen die Tesla-Produktion in Grünheide vorbringen. Rückt damit der Produktionsstart von Tesla näher?

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Ende der Einspruchsfrist: An diesem Montag endet die erneute Online-Anhörung, bei der Kritiker ihre Bedenken zur Tesla-Fabrik in Grünheide (Bundesland Brandenburg) äußern konnten. Es wird allerdings noch eine Weile dauern, bis das Resultat feststeht, denn die Eingaben müssen erst ausgewertet werden. Der Produktionsstart ist somit weiterhin unklar. Die Bänder dürfen erst anlaufen, wenn die umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg vorliegt.

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Für Elon Musk wird es damit eng, wenn er an seinem Plan festhalten will, die Produktion noch im Dezember anlaufen zu lassen. Dabei stehen die Kunden quasi jetzt schon Schlange, um eines der begehrten E-Autos zu bekommen. Allein der angekündigte Großauftrag des Autovermieters Hertz entspricht rund einem Zehntel von Teslas derzeitiger jährlicher Herstellungskapazität.

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Tesla erschließt neue Produktionsorte

Nachdem das letzte Quartal glänzend lief, bekräftige Musk erneut das Ziel, es sollen jedes Jahr 50 Prozent mehr Autos produziert werden, bis es irgendwann 20 Millionen Fahrzeuge pro Jahr sein werden. Für diese großen Plänen reichen die Kapazitäten der bestehenden Fabriken in den USA und Shanghai aber nicht aus.

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In der Hoffnung auf die Zukunft hatte sich Tesla schon vor Jahren in Europa nach einem geeigneten Produktionsstandort umgeschaut und war in Grünheide fündig geworden. Tesla preschte vor, begann den Bau auch ohne endgültige Genehmigungen und schaffte so Fakten. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei knapp sechs Milliarden Euro.

Ohne Genehmigung droht Tesla der Rückbau

Ein Risiko, denn Musk hat sich verpflichtet, die Fabrik zurück zu bauen und den ursprünglichen Zustand des Geländes wiederherzustellen, wenn die Genehmigungen nicht erteilt werden. Im schlimmsten Fall wären damit nicht nur die Hunderte Millionen Dollar verloren, die er bereits in den Bau gesteckt hat; er müsste zudem den Rückbau finanzieren und für Entschädigungen aufkommen.

Inzwischen - rund zwei Jahre nach der Ankündigung - ist das Werk fast fertig. Nur Autos rollen immer noch nicht vom Band (und wenn, dann noch heimlich, wie hier von einem Twitter-User festgehalten.)

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Eigentlich hätte die Produktion in diesem Sommer beginnen sollen. Im Weg standen unter anderem die Anwohner und Kritiker des Projektes.

Auch ohne endgültige Baugenehmigung hat Tesla die neue Gigafactory in Rekordzeit in Grünheide gebaut © Uwe Koch/Eibner-Pressefoto/picture alliance Auch ohne endgültige Baugenehmigung hat Tesla die neue Gigafactory in Rekordzeit in Grünheide gebaut

Einwände gegen Tesla Fabrik in Grünheide

Denn statt sich zu freuen, dass in dem strukturschwachem Gebiet künftig 12.000 Menschen 500.000 E-Autos jährlich bauen sollen, äußerten Umweltschützer, Anwohner und andere Kritiker mehr als 800 Einwände gegen das Werk. Sie sorgen sich wegen des hohen Wasserverbrauchs, sie fürchten, Tesla könnte mit Störfällen nicht gut genug umgehen und sie wollen negative Folgen für Tiere und Pflanzen verhindern.

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Um die Öffentlichkeit zu begeistern und die Kritiker zu besänftigen, hatte Tesla im Oktober einen Tag der Offenen Tür in Grünheide veranstaltet - mit Riesenrad und Würstchenbude. Besucher konnten per Führung das neue Werk kennenlernen und durften das Model Y zur Probe fahren. Auch Elon Musk war eigens angereist und persönlich Fragen zu beantworten. Derweil nutzte eine Bürgerinitiative die Gelegenheit, vor dem Werk zu protestieren.

Auf dem Tag der offenen Tür besuchen viele Brüger die Fabrikhalle der Tesla Gigafactory © Patrick Pleul/dpa/picture alliance Auf dem Tag der offenen Tür besuchen viele Brüger die Fabrikhalle der Tesla Gigafactory

Um Kritikern die Möglichkeit zu geben, ihre Einwände vorzubringen, fand zwischen dem 24. September und Mitte Oktober eine Online-Erörterung statt. Im Anschluss kritisierten Umweltverbände aber, diese Erörterung sei zu spät bekanntgemacht worden. Damit aber im Zweifel alles vor Gericht Bestand hat, ließ das Landesumweltamt das Verfahren zur Sicherheit noch einmal bis zum 22. November wiederholen.

Trotz der Kritik gibt sich Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) optimistisch, dass der Produktionsstart in Grünheide noch in diesem Jahr erfolgt. Eine Garantie dafür geben könne er allerdings nicht, sagte er am Montag in Potsdam. Er gehe aber davon aus, dass aus den Einwendungen bei der erneuten Online-Erörterung keine "Riesenprobleme" erwachsen würden.

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Bürger demonstrierten schon Anfang 2020 gegen der Bau der Tesla Fabrik in Grünheide © picture-alliance/dpa/J. Stähle Bürger demonstrierten schon Anfang 2020 gegen der Bau der Tesla Fabrik in Grünheide

Tesla schafft Fakten und Arbeitsplätze

Tesla will in Deutschland den Kompakt-SUV Model Y bauen, der auf dem Bestseller Model 3 basiert und Millionen von Batteriezellen, in einer Produktionsstätte, die parallel zum Autowerk erreichtet wird. Bisher werden Model-Y-Fahrzeuge aus China nach Deutschland geliefert. Auch wenn die Produktion noch nicht angelaufen ist, es wird schon rekrutiert. "Erfahrung in der Automobilindustrie ist nicht erforderlich", heißt es auf Teslas Internetseite. Und es wird das Versprechen gegeben: "Du wirst in unserer hochmodernen Gigafactory arbeiten, in der Du die interessantesten Probleme der Welt mit den besten und smartesten Menschen löst, die die Leidenschaft teilen, die Welt zu verändern."

Während Tesla noch weiter auf die Erlaubnis für die Produktion warten muss, verkündet der deutsche Wettbewerber Volkswagen eigene Pläne zur Aufholjagd. Um vergleichbare Produktionszeiten wie Tesla zu erreichen, soll in der Nähe des VW-Stammsitzes in Wolfsburg ein neues Werk für das Elektromodell Trinity gebaut werden. Viel Zeit bleibt den Wolfsburger nicht dafür, denn das Auto soll 2026 auf den Markt kommen.

Autor: Insa Wrede (mit Agenturen)

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