Finanzen: Geldpolitik: Wie Trump die Angst vor einem Währungskrieg schürt - PressFrom - Deutschland

FinanzenGeldpolitik: Wie Trump die Angst vor einem Währungskrieg schürt

08:55  19 juli  2019
08:55  19 juli  2019 Quelle:   handelsblatt.com

Wirtschaftskrise: Erneute Herabstufung – Türkei gerät immer tiefer in den Ramsch-Bereich

Wirtschaftskrise: Erneute Herabstufung – Türkei gerät immer tiefer in den Ramsch-Bereich Wirtschaftskrise: Erneute Herabstufung – Türkei gerät immer tiefer in den Ramsch-Bereich

Die Furcht vor einem Währungskrieg mit Trump . Doch die auffällige Häufung und ungewöhnliche Schärfe der Verbalattacken aus Washington schüren nicht nur die Sorge, dass sich die USA Angst vor Inflation wirkt abschreckend. Trump könnte ihr zwar den Rücktritt nahelegen, Yellen müsste dem

Währungskrieg Trumps gefährliches Spiel. Die US-Wirtschaft boomt Doch wie schnell aus Euphorie Panik werden kann, war zu Beginn vergangener Woche zu sehen, als an den Börsen plötzlich die Angst vor Zuversichtlich, weil unsere Geldpolitik wirkt und der Aufschwung robuster geworden ist

Geldpolitik: Wie Trump die Angst vor einem Währungskrieg schürt © dpa Trump spricht sich schon seit Längerem für einen schwächeren Dollar aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft auf den Exportmärkten zu verbessern.

US-Präsident Trump wirft Europäern und Chinesen vor, ihre Währungen zu manipulieren. Das schürt Ängste vor einem Währungskrieg – das Risiko ist beträchtlich.

Für US-Präsident Donald Trump ist die Sache klar. Aus seiner Sicht manipulieren Europa und China ihre Währungen. Sie „spielen das große Manipulationsspiel und pumpen Geld in ihr System, um mit den USA zu konkurrieren“, schrieb er jüngst auf dem Kurznachrichtendienst Twitter. Gleichzeitig schlug er vor, die USA sollten dasselbe tun, sonst seien sie „die Dummen, die sich zurücklehnen und höflich zugucken, wie andere Staaten ihre Spielchen spielen“.

Trump nach Attacke auf Demokratinnen schwer in der Kritik

Trump nach Attacke auf Demokratinnen schwer in der Kritik Das von den Demokraten kontrollierte US-Repräsentantenhaus hat die als rassistisch kritisierten Attacken von Präsident Donald Trump gegen vier demokratische Abgeordnete verurteilt. © Foto: J. Scott Applewhite/AP Die Demokratinnen Rashida Tlaib (l-r), Ilhan Omar, Alexandria Ocasio-Cortez und Ayanna Pressley in Washington. 240 Abgeordnete stimmten am Dienstag (Ortszeit) für eine entsprechende Resolution, darunter vier Republikaner sowie der unabhängige Abgeordnete Justin Amash, der die Partei vor kurzem verlassen hatte. 187 Abgeordnete votierten gegen die nicht bindende Erklärung.

Trump , sagt James, treibe die Welt in einen „Teufelskreis von Währungskrieg und Protektionismus“. Diese Gefahr sehen inzwischen auch Wirtschaftsbosse. Die Initiatoren des Gesetzes, die Kongressabgeordneten Reed Smoot und Willis Hawley, sprachen ähnlich wie Trump heute.

Hilft das? Im Unterschied zu Fed bzw. der Europäischen Zentralbank senkt Peking den Zinssatz nicht, sondern setzt auf eine freie Geldpolitik , wobei bei Bedarf der Yuan abgewertet wird. Zudem fördert China Investitionen. So wurden für den Bau von Infrastrukturprojekten 400 Mrd.

Trumps Drohungen kommen zu einem sensiblen Zeitpunkt. Jüngst haben die Europäische Zentralbank (EZB) und US-Notenbank (Fed) eine Wende in der Geldpolitik angedeutet und wollen diese nun noch weiter lockern. In der Regel beeinflusst das auch den Wechselkurs der Währungen.

Trump spricht sich schon seit Längerem für einen schwächeren Dollar aus, um die Wettbewerbsfähigkeit der US-Wirtschaft auf den Exportmärkten zu verbessern. Seine Regierung hat Strafzölle gegen Länder vorgeschlagen, die angeblich ihre Währungen manipulieren.

Die Top-Themen der MSN-Leser:

Sexismus im Internet: Wovon sich rechte Männer bedroht fühlen

Lübcke-Mord: Neue Hinweise belasten Stephan E.

Wegen AKK: AfD-Landeschef Junge löst mit Bundeswehr-Tweet Empörung aus

Angela Merkels beste Zitate: „Ich ahne, wovon ich spreche, meine Damen und Herren“

Angela Merkels beste Zitate: „Ich ahne, wovon ich spreche, meine Damen und Herren“ Die Bundeskanzlerin wird an diesem Mittwoch 65 Jahre alt.

Angebliche Vergewaltigung einer 13-Jährigen Wie russische Medien Angst vor Flüchtlingen schüren . Im Netz kursieren Gerüchte, eine 13-Jährige in Berlin sei von einer Gruppe Flüchtlinge vergewaltigt worden. Die Polizei dementiert. Doch in Russland wird die Geschichte offenbar zu einer Kampagne

Analyst Albert Edwards von der französischen Großbank Société Générale warnt vor einem globalen Währungskrieg . Edwards erwartet durch diese Spirale einen aufkommenden Währungskrieg und hat die dafür anfälligsten Anlageprodukte herausgearbeitet.

Dass es der US-Präsident ernst meint, zeigt die Tatsache, dass er seit seinem Amtsantritt bereits Zölle gegen verschiedene Länder wie China verhängt. Ein schwächerer Dollar soll verhindern, dass Zölle gleich wieder durch Wechselkursverschiebungen neutralisiert werden.

„Trump ist sehr stark auf den Wechselkurs fixiert und sieht ihn als Instrument, um das US-Handelsdefizit zu reduzieren“, sagt Esther Reichelt, Devisenexpertin der Commerzbank. „Die Gefahr eines Währungskriegs ist definitiv gestiegen.“

Rein formell sind die USA an die Erklärung der G20-Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer von 2018 gebunden, wonach die Staaten auf Abwertungen verzichten wollen. Angesichts der schwächelnden Konjunktur dürfte jedoch die Verlockung größer werden, sich durch Abwertungen einen Wettbewerbsvorteil zu verschaffen – und so die eigene Wirtschaft zu stimulieren.

„Ja, ich hatte ein Burn-out“: Sahra Wagenknecht spricht über ihren politischen Rückzug

„Ja, ich hatte ein Burn-out“: Sahra Wagenknecht spricht über ihren politischen Rückzug Bei der Neuwahl der Fraktionsspitze im Herbst tritt Wagenknecht nicht mehr an. Bis dahin bleibt sie Co-Vorsitzende neben Dietmar Bartsch. „Führe schon jetzt ein anderes Leben“ Der Zukunft blicke sie entspannt entgegen: „Ich führe schon jetzt ein anderes Leben. Die dauernden Attacken und Reibereien haben weitgehend aufgehört.“ Sie habe wieder viel mehr Energie und sei selten so glücklich gewesen wie heute.

Auch in Brasilien ist die Währung zuletzt massiv unter Druck geraten, weshalb sich der Zentralbankchef des Landes bereits vor einer Woche bemüßigt sah Der Gouverneur der indischen Notenbank, Urjit Patel, hat bereits vor einer regelrechten Geldklemme gesprochen und die Fed dazu aufgerufen, die

Donald Trump sprach unaufgefordert. "Der Wirtschaft geht es sehr, sehr gut", proklamierte er, noch bevor ihm die Reporter vor dem Weißen Haus eine Frage gestellt hatten. Je länger die Boom-Zeiten währen, desto akuter scheint die Angst vor dem nächsten Abschwung, der nächsten Krise, die man

„Es gab einen internationalen Konsens, Währungskriege zu verhindern. Dieser Konsens bröckelt jetzt“, sagt Reichelt. Dass sich Politiker zur Höhe des Wechselkurses äußern würden, sei lange Zeit ein Tabu gewesen.

Ein wichtiger Faktor dabei sind die aktuellen Handelskonflikte. Erklärtes Ziel von Präsident Trump ist es, das hohe Außenhandelsdefizit der USA zu senken. Doch Zölle allein ändern daran vermutlich nur wenig.

Agustin Carstens, der Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich, glaubt, dass die Einführung eines Zolls zu einem Gegeneffekt im betroffenen Land führt. „Die Währung wertet ab.“ Deswegen seien Handelskriege so schädlich. „Letztendlich stellt sich der erhoffte Effekt im Handel gar nicht ein.“ Insofern hat Trumps Fokus auf den Wechselkurs durchaus eine gewisse Logik.

Die Frage ist jedoch, inwieweit sich dieser von politischer Seite überhaupt beeinflussen lässt. Schließlich sind der Dollar und der Euro frei handelbar, und ihr Wechselkurs bildet sich am Markt. Die US-Regierung erhöht bereits den Druck auf andere Länder. So hat das US-Handelsministerium vorgeschlagen, Anti-Dumping-Abgaben gegen Länder zu verhängen, die ihre Währung aus amerikanischer Sicht künstlich niedrig halten.

Üppiges Gehalt: So viel verdient von der Leyen an der Spitze der EU-Verwaltung

Üppiges Gehalt: So viel verdient von der Leyen an der Spitze der EU-Verwaltung Ihr künftiges Gehalt liegt deutlich über ihrem bisherigen als Bundesministerin. Über die auch schon üppigen Ministerbezüge kann sich nun Annegret Kramp-Karrenbauer freuen. Das verdient Ursula von der Leyen als Präsidentin der EU-Kommission Ursula von der Leyen (CDU) ist neue EU-Kommissionspräsidentin (hier mehr zur Wahl lesen). Für die Politikerin ist das nicht nur ein beruflicher Aufstieg, sondern auch ein finanzieller.

Woher kommt dieses neue, scheinbar international verbreitete Nationaldenken, welches Misstrauen schürt und auf Ausgrenzung statt Zusammenarbeit setzt, bei dem jeder nur den Profit für sich selbst und seine nächsten im Blick hat? Was ist die alternative zu Populismus?

Der Trump -Regierung bleibe nur der Versuch, "den Dollar 'schwach zu reden'", wie es Finanzminister Mnuchin im Ist der " Währungskrieg " damit also abgeblasen, eine unbegründete Sorge? Nicht unbedingt. Niemand weiß es und so wächst auch in Deutschland die Angst vor einem Handelskrieg.

Das US-Finanzministerium wiederum hat die Liste von Ländern erweitert, deren Währungspraktiken es beobachtet. Bisher lag der Fokus auf den zwölf wichtigsten Handelspartnern der USA – künftig geht es um alle Länder, deren Handelsvolumina mit den USA die Schwelle von 40 Milliarden US-Dollar übersteigen. Neben Deutschland, China und Japan stehen jetzt beispielsweise auch Italien und Irland auf der Liste.

Für die Einstufung eines Landes als Währungsmanipulator sind drei Kriterien entscheidend: Erstens muss es einen signifikanten Handelsüberschuss gegenüber den USA aufweisen, zweitens einen beträchtlichen Leistungsbilanzüberschuss erzielen, also einen positiven Saldo im Handel von Gütern und Dienstleistungen mit dem Ausland, und drittens muss es Beweise geben, dass es am Devisenmarkt interveniert.

Druck auf die Notenbank

Viele Ökonomen halten diese Maßstäbe für sehr fragwürdig. „Die Kriterien für die Liste sind willkürlich“, sagt Salomon Fiedler, Währungsexperte am Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW). Aus seiner Sicht sagt zum Beispiel die bilaterale Güterhandelsbilanz wegen der Kreislaufbeziehungen im Welthandel kaum etwas darüber aus, ob der Wechselkurs einer Währung zu niedrig ist.

So kommen zum Beispiel viele Einzelteile in deutschen Autos, die in die USA exportiert werden, aus Osteuropa. Auch den Leistungsbilanzsaldo hält Fiedler für problematisch: „Er hängt unter anderem von der Altersstruktur eines Landes und den damit verbundenen Sparbedürfnissen ab“, sagt er.

„Was für ein Müll”: Kundin wettert gegen fragwürdiges Produkt, Aldi reagiert sofort

„Was für ein Müll”: Kundin wettert gegen fragwürdiges Produkt, Aldi reagiert sofort Ihre Unzufriedenheit äußerte die Frau auf Facebook.

Angst vor einem amerikanischen Angriff haben sie keine. Ob Trump nun einen mutmaßlich singulären Schlag auf eine vermutlich militärische Einrichtung ausführt oder nicht: Aus Sicht der Syrer ist das unbedeutend im Vergleich zum Leid, dass der Krieg seit sieben Jahren verursacht hat.

Donald Trump leitet den Bau einer Mauer an der Grenze zu Mexiko ein - die Wut der Mexikaner ist groß. Intellektuelle, Aktivisten und Politiker fordern ihren Staatschef auf, seinen Besuch in Washington abzusagen - um der Würde willen.

Bislang erfüllt kein Land alle drei Kriterien, die für die Einstufung als Währungsmanipulator nötig sind. Allerdings haben die USA zuletzt den Schwellenwert abgesenkt. So gilt neuerdings bereits ein Leistungsbilanzüberschuss von mehr als zwei Prozent der Wirtschaftsleistung als zu hoch, früher waren es drei Prozent. Nun fürchten viele, dass die Kriterien so weit gesenkt werden könnten, dass die USA tatsächlich einzelne Länder als Währungsmanipulatoren einstufen. Der nächste Report dazu erscheint im Oktober.

Auch im neuen Handelsvertrag mit Mexiko und Kanada haben die USA erstmals Regelungen zum Wechselkurs verankert. Die Länder verpflichten sich, auf Manipulationen zu verzichten. Außerdem sind Verfahren vorgesehen, um dies rechtlich durchzusetzen.

Neben dem Druck auf andere Länder könnte Trump den Dollar-Kurs direkter beeinflussen, indem er versucht, die US-Notenbank (Fed) für seine Zwecke einzuspannen. So fordert der Präsident bereits seit geraumer Zeit Fed-Chef Jerome Powell zu Zinssenkungen auf, was tendenziell den Dollar schwächen würde. Devisenexpertin Reichelt glaubt, dass Trump eventuell sogar noch weiter gehen könnte. „Zum Beispiel durch die Nominierungen für das Führungsgremium der Fed oder Drohungen, Powell zu entlassen.“

So hat Trump für freie Positionen im Führungsgremium der Fed zuletzt mit Christopher Waller und Judy Shelton zwei sehr umstrittene Kandidaten vorgeschlagen, die beide als starke Anhänger von Zinssenkungen gelten. Auch wenn in dem Gremium nach wie vor viele fachlich anerkannte Experten sitzen, würde sich so die Machtbalance etwas im Sinne des US-Präsidenten verschieben.

N26 ist jetzt das wertvollste deutsche Start-up

N26 ist jetzt das wertvollste deutsche Start-up Die Handy-Bank wird nun mit 3,5 Milliarden Dollar bewertet. Das ist mehr als jedes andere Start-up in Deutschland - und genauso viel wie die beiden größten Konkurrenten in Europa.

Handels- und Währungskrieg : Warum das Weltwirtschaftssystem weiter zerfallen wird. Beitrag melden. Da hat Trump gar nicht so Unrecht, er ist die nur falsche Person, die eine Korrektur der chinesischen Aussenhandels-und Investitionspolitik (letzteres gilt nur für ausländische Unternehmen

Das zeigen auch Trumps Drohungen gegen Nordkorea, die diese Woche die Angst vor einem Krieg schürten . Trump sprach von "Feuer und Zorn, wie es die Welt noch nicht gesehen hat", eine biblisch Seit Monaten fordert Trump die chinesische Führung per Twitter auf, den Konflikt zu lösen.

Außerdem soll Trump gegenüber Vertrauten gesagt haben, dass er Powell entlassen könne. Das Gesetz ist in dieser Frage nicht eindeutig. Es heißt, dass dafür ein Grund vorliegen muss. Ob ein Streit über die Zinspolitik ausreicht, ist fraglich. Allein eine Diskussion darüber könnte aber das Vertrauen in die Unabhängigkeit der Fed beschädigen und den Dollar schwächen.

Reichelt hält es sogar für möglich, dass Trump auch Interventionen am Devisenmarkt anordnen könnte. Allerdings hat das US-Finanzministerium dafür nur sehr begrenzte Mittel zur Verfügung. Der hierfür vorgesehene Exchange Stabilization Fund (ESF) beläuft sich auf gerade mal 90 Milliarden US-Dollar.

„Wirklich effektiv wären Interventionen wohl nur, wenn die Fed dabei mitzieht“, sagt Reichelt. Aktuell spricht angesichts des Streits zwischen Trump und Powell wenig dafür. „Um den Wechselkurs langfristig zu beeinflussen, wäre Trump auf die Hilfe der Fed angewiesen“, meint auch IfW-Ökonom Fiedler. Die Notenbank werde sich aber nicht einfach seinen Wünschen fügen.

Die beiden Analysten Chris Turner und Francesco Pesole von der niederländischen Großbank ING, bringen noch eine andere Option ins Spiel. In einem Blogbeitrag verweisen sie darauf, dass die USA nur über sehr geringe Devisenreserven verfügen. Sie machen lediglich 0,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Wegen des Status des Dollars als weltweite Leitwährung benötigen die USA sie eigentlich nicht. Würden sie ein ähnliches Niveau an Devisenreserven zum Bruttoinlandsprodukt wie die Euro-Zone anstreben, bräuchten sie zusätzliche Devisen im Wert von etwa 400 Milliarden Euro, schreiben Turner und Pesole.

Kritik an der EZB

Auch wenn es nicht einfach ist, den Wechselkurs zu beeinflussen, gibt es also einige Möglichkeiten dafür. Und selten war die Gefahr so groß wie jetzt, dass sie zum Einsatz kommen. Das hängt vor allem auch mit der Geldpolitik zusammen, die in den kommenden Monaten für viel Streit sorgen könnte.

Rohstoffe: Handelskonflikt schürt Sorge vor sinkender Nachfrage – Ölpreise geben nach

Rohstoffe: Handelskonflikt schürt Sorge vor sinkender Nachfrage – Ölpreise geben nach Rohstoffe: Handelskonflikt schürt Sorge vor sinkender Nachfrage – Ölpreise geben nach

Donald Trump kämpft an vielen Fronten. Der Handelsstreit mit China ist dabei wohl die größte. Mit scharfen Angriffen gegen die Demokraten und einem Aber am Dienstag hat er mit seinen Aussagen auf Twitter auch den Eindruck erweckt, als würde er sich auf einen Währungskrieg vorbereiten.

Wie genau Trump die Schritte der Europäischen Zentralbank (EZB) verfolgt, hat er vor Kurzem nach der Rede von Mario Draghi im portugiesischen Sintra gezeigt. Der EZB-Chef hatte dort eine weitere Lockerung der Geldpolitik im Euro-Raum in Aussicht gestellt und darauf verwiesen, dass sowohl Zinssenkungen als auch zusätzliche Anleihekäufe möglich seien.

Kurz darauf schrieb Trump auf Twitter: „Mario Draghi kündigte gerade an, dass weitere Impulse kommen könnten, die den Euro gegenüber dem Dollar sofort fallen ließen.“ Dies mache es für Europa unfairerweise leichter, mit den USA zu konkurrieren. „Sie sind damit seit Jahren durchgekommen, zusammen mit China und anderen.“

Tatsächlich kann die Geldpolitik den Wechselkurs stark beeinflussen. Als EZB-Chef Draghi im August 2014 in einer Rede im amerikanischen Jackson Hole massive Anleihekäufe in Aussicht stellte, wertete der Euro in den acht Monaten danach um etwa 20 Prozent gegenüber dem US-Dollar ab. Falls die EZB auf ihrer nächsten Sitzung Ende Juli die Zinsen senken oder im September neue Anleihekäufe beschließen sollte, bestehe die Gefahr, dass die US-Regierung reagiert, schreiben die ING-Analysten Turner und Pesole.

Das wiederum würde die EZB in eine schwierige Position bringen. Obwohl sie ähnlich wie die Fed kein Wechselkursziel verfolgt, hat das Austauschverhältnis der Währungen Einfluss darauf, ob sie ihr Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent für den Euro-Raum erreicht.

Wertet der Euro auf, dämpft dies das Wachstum und die Inflationsentwicklung im Euro-Raum. „Wenn die USA den Dollar drücken und der Euro aufwertet, müsste auch die EZB reagieren. Das könnte einen Kreislauf in Gang setzen“, warnt Devisenexpertin Reichelt.

Ob es tatsächlich so weit kommt, wird sich in den nächsten Monaten zeigen. Gerade in Phasen, in denen die Notenbanken die Geldpolitik gelockert haben, wurde auch in der Vergangenheit oft vor der Gefahr eines Währungskriegs gewarnt – ohne dass es tatsächlich dazu gekommen ist. Zu groß war die Angst, dass bei einem Abwertungswettbewerb am Ende alle Länder verlieren. Im Unterschied dazu ist ein solcher Konsens heute vor allem durch die schwelenden Handelskonflikte noch schwerer geworden.

Mehr: Trump ist kein großer Freund von neuen Digitalwährungen wie Facebooks „Libra“. Doch auch aus anderen Ländern gibt es massive Kritik.

Mehr auf MSN

Rohstoffe: Handelskonflikt schürt Sorge vor sinkender Nachfrage – Ölpreise geben nach.
Rohstoffe: Handelskonflikt schürt Sorge vor sinkender Nachfrage – Ölpreise geben nach

—   Teilen Sie Neuigkeiten in der SOC. Netzwerke

Aktuelle videos:

usr: 4
Das ist interessant!