Finanzen Aufsichtsräte: Die Frauenquote hilft - zumindest etwas

20:26  14 januar  2022
20:26  14 januar  2022 Quelle:   dw.com

Paritätsgesetz abgelehnt: Die verpasste Chance - Kommentar

  Paritätsgesetz abgelehnt: Die verpasste Chance - Kommentar Warum darf die Politik der Wirtschaft Frauenquoten vorschreiben, Parteien aber nicht? Die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts macht die gleiche Beteiligung von Frauen und Männern an der Macht nicht wahrscheinlicher. © Martin Schutt/ picture alliance/dpa Der durchschnittliche Vorstandschef börsennotierter Unternehmen heißt Thomas. Er kommt aus Westdeutschland, ist Wirtschaftswissenschaftler und über 50. Wenn Thomas nach einem Nachfolger für seinen eigenen Vorstandsposten sucht, dann wählt er in der Regel einen Mann namens Thomas. Zu diesem Schluss ist die Allbright-Stiftung in einer Studie 2017 gekommen.

Frauen in den Aufsichtsräten? In vielen Unternehmen noch immer eine Rarität. EU-Kommissionschefin von der Leyen will deshalb auf eine neue EU-weite Frauenquote setzen. Doch wieviel bringt das?

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Was haben Unternehmen wie Dermapharm, Sixt oder Shop Apotheke Europe gemeinsam? Die anachronistisch anmutende Antwort lautet: Sie haben auch im Jahr 2021 keine einzige Frau im Aufsichtsrat, dem Kontrollgremium ihres Unternehmens. Die "Initiative für mehr Frauen in die Aufsichtsräte ( FidAR) e.V." beobachtet seit einigen Jahren in ihrem Women-on-Board-Index (WoB) den weiblichen Anteil in Aufsichtsräten und stellt eine Top-und-Flop-Liste auf, bei der die genannten auch aufgelistet wurden - neben 16 anderen Unternehmen, in denen ebenfalls keine einzige Frau im Aufsichtsrat mitwirkt.

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Immerhin: Seitdem Deutschland 2015 eine Frauen-Quote von 30 Prozent für börsennotierte und voll mitbestimmte Unternehmen einführte, steigt die Zahl der Aufsichtsrätinnen - und zwar sowohl bei denen, die von der Regelung betroffen sind als auch bei denen, die noch keinem Gesetz unterliegen.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will die EU-weite Frauenquote wieder beleben © Julien Warnand/AP/picture alliance EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen will die EU-weite Frauenquote wieder beleben

Das mag auch EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen angespornt haben, einen Gesetzesvorschlag wieder zu beleben, der vor zehn Jahren schon mal gescheitert war: Die EU-weite Frauenquote in Aufsichtsräten großer Unternehmen. Damals hatte Deutschland den Vorschlag blockiert. Nun hofft sie auf die Zustimmung der neuen Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz. Auch Frankreich, das seit dem 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, könnte zum Unterstützer werden. Denn es ist in Sachen Quote schon deutlich weiter als viele andere europäische Länder.

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  Traumergebnis für den neuen CDU-Vorsitzenden: Die CDU setzt alles auf Friedrich Merz Er hat drei Jahre lang um das Amt gekämpft. Als er sein Wahlergebnis sieht, verliert Friedrich Merz kurz die Fassung. Doch es ist auch eine Bürde. © Foto: Michael Kappeler/dpa Ein gerührter Friedrich Merz nach seiner Wahl Friedrich Merz schüttelt den Kopf, einmal, zweimal: Nicht zu fassen. Digitale Parteitage haben ja immer etwas Distanziertes, aber wenigstens sind dafür die Hauptdarsteller groß im Kamerabild. Der Mann, der die CDU aus dem Niedergang führen soll, erfährt sein Wahlergebnis im Nebenraum.

Vorreiter Norwegen: Wie sieht es europaweit mit der Frauenquote aus?

In Europa ist vor allem Norwegen Vorreiter bei der Einführung der Frauenquote für Aufsichtsrätinnen. Bereits 2006 wurde eine Quote von 40 Prozent beschlossen, bei Nichterfüllung gibt es zum Teil harte Sanktionen. 2007 folgte Spanien. Auch in Frankreich gilt seit 2011 ein entsprechendes Gesetz. Andere Länder haben keine feste Quote, aber dafür Empfehlungen für Gender Diversity, wie zum Beispiel Schweden und Dänemark, so das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung DIW. Einige Länder, wie etwa Malta und Zypern und einige osteuropäische Länder, haben gar keine Regelung getroffen, hieß es.

Sie gehört zu den bekannteren Aufsichtsrätinnen: Daniela Cavallo gehört seit 2021 zum Kontrollgremium von Volkswagen © Kevin Nobs/VW-Betriebsrat/dpa/picture alliance Sie gehört zu den bekannteren Aufsichtsrätinnen: Daniela Cavallo gehört seit 2021 zum Kontrollgremium von Volkswagen

In Deutschland gibt es seit 2015 für die Aufsichtsräte von börsennotierten und paritätisch mitbestimmten Unternehmen (Arbeitgeber- und Arbeitnehmerseite haben also gleich viele Sitze im Aufsichtsrat) eine verbindliche Frauenquote von 30 Prozent. Diese Regelung betrifft rund hundert Unternehmen. Immer wenn ein Posten nachbesetzt wird, muss das Gesetz entsprechend umgesetzt werden - solange bis die 30 Prozent-Marke erreicht ist.

„Es ist genug“: CDU-Politikerin Karin Prien will Hans-Georg Maaßen aus Partei ausschließen

  „Es ist genug“: CDU-Politikerin Karin Prien will Hans-Georg Maaßen aus Partei ausschließen Die Bildungsministerin Schleswig-Holsteins fordert auf Twitter den Parteiausschluss Maaßens. Der wirft ihr wiederrum vor, der CDU zu schaden. © Foto: dpa/Marcus Brandt Die Bildungsministerin Schleswig-Holsteins Karin Prien (CDU). Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Karin Prien (CDU) will den ehemaligen Präsidenten des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen aus der CDU ausschließen lassen. „Ça suffit“ (Es ist genug), schrieb sie am Sonntagabend auf Twitter und erklärte, dass sie den Parteiausschluss einfordern wolle. Maaßen reagierte am Montag ebenfalls auf Twitter.

Thomas wählt Thomas: Wie die Frauenquote wirkt

Die Frauenquote soll vor allem den sogenannten "Thomas-Kreislauf" beenden: Thomas gehört nicht nur in den deutschen Aufsichtsräten, sondern auch in den Vorständen zu den häufigsten Namen. Kritiker mögen einwenden, dass er generell in den entsprechenden Altersgruppen zu den beliebtesten Namen gehört. Dennoch zeigt es auch, dass Menschen sich gerne mit Menschen umgeben, die ihnen von Alter, Geschlecht und Herkunft ähnlich sind. Frauen haben deshalb das Nachsehen, auch wenn sie mindestens genauso gut qualifiziert sind wie ihre männliche Konkurrenz - mit möglichen Auswirkungen auch auf die oberen Managerebenen.

Dabei gibt es nicht nur aus gesellschaftlicher, sondern auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht gute Gründe, vermehrt auf Frauen zu setzen. Denn Unternehmen mit hohem Frauenanteil haben mehr Chancen, überdurchschnittlich erfolgreich zu sein, wie die Unternehmensberatung McKinsey 2020 erklärte.

Der Thomas-Kreislauf: Führungspositionen werden überwiegend mit Männern und nach gleichem Muster besetzt © Thomas Trutschel/photothek/picture alliance Der Thomas-Kreislauf: Führungspositionen werden überwiegend mit Männern und nach gleichem Muster besetzt

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Doch wie gut funktioniert da eine Quote? "Ich sehe Quoten als notwendiges Durchgangsstadium an, bis wir eine Gesellschaft erreicht haben, in der tatsächliche Gleichstellung eine Selbstverständlichkeit ist", sagt Marie-Alix Ebner von Eschenbach, Präsidentin der Initiative FidAR e.V., der DW. "Davon sind wir noch ein Stück entfernt. Die Quote ist wie ein Eisbrecher, den wir jetzt erstmal brauchen."

Tatsächlich haben sich in Deutschland die Zahlen mit Einführung der Quote 2015 verbessert - zumindest etwas. Lag der Frauenanteil in den Aufsichtsräten der Unternehmen, die von der Quote betroffen sind, 2015 laut WoB Index von FidAR noch bei 21,3 Prozent, so ist er 2021 auf 35,9 Prozent gestiegen. Auch bei den Konzernen, die keine Frauenquote einhalten müssen, stieg der Anteil der Frauen - von 13,7 Prozent im Jahr 2015 auf 24,5 Prozent im Jahr 2021.

Fortschritt oder Rumtrickserei?

Auch in anderen Ländern scheint sich ein solcher Effekt abzuzeichnen. Laut einer bislang unveröffentlichten Erhebung des Europäischen Instituts für Gleichstellungsfragen, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt, ist in den Ländern, die gesetzliche Maßnahmen eingeführt haben, der Anteil der Frauen deutlich schneller gestiegen als in den Ländern, die auf eine freiwillige Einsicht der Unternehmen gesetzt haben. So liegt er in den Ländern mit Frauenquote im Schnitt bei etwa 36,4 Prozent, in den anderen Ländern bei lediglich 16,6 Prozent.

Kritiker befürchten jedoch, dass es sich um eine "pflichtschuldige Erfüllung" eines Gesetzes handele, keinen echten Kulturwandel", so Marion Weckes, Expertin der Hans-Böckler-Stiftung für Frauen in Führungspositionen in einem Interview im Magazin Mitbestimmung. Teilweise seien die Aufsichtsräte extra vergrößert worden, um auf der einen Seite die Frauenquote zu erfüllen und auf der anderen Seite auf keinen Mann verzichten zu müssen. Auch bestimmte Posten und Ausschüsse seien männlich dominiert, eine Ausweitung sei deshalb wichtig.

Auch Ebner von Eschenbach glaubt, dass Quoten alleine nicht helfen. "Wenn wir Gleichstellung bis 2030 erreichen wollen, brauchen wir aktive Vorbilder in der Gesellschaft, ein Umdenken bei den Führungskräften und die Ausweitung der Quote. Alleine durch Quoten werden wir sie nicht erreichen." Bis dahin sei es jedoch wichtig, auch die Quoten auch auf weitere Unternehmen auszuweiten.

Autor: Stephanie Höppner

Kings, 76er, sprachen angeblich Simmons-Handel; Sacramento könnte ein drittes Team sein, nehmen Sie Harris .
Ihr Browser unterstützt nicht dieses Video Ben Simmons -Gespräche heizen weniger als einen Monat aus der NBA-Handelsfrist, zumindest in dem Sinne, zumindest in dem Sinne, es gibt noch einmal Gespräche, aber sie sind wieder Gespräche Erhitzen Sie nicht wie in der Nähe von Kochen oder sogar warm auf. In letzter Zeit hatten die 76er "Exploratory" mit den Sacramento-Königen, , Berichten von Chris Haynes of Yahoo Sports .

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