Finanzen Cem Özdemir versucht Neustart für mehr Tierwohl

20:31  14 januar  2022
20:31  14 januar  2022 Quelle:   msn.com

Vorschläge zu Lebensmittelpreisen: Die Suche nach dem Wert der Ernährung

  Vorschläge zu Lebensmittelpreisen: Die Suche nach dem Wert der Ernährung Hohe Steuern auf Fleisch und Milch – weniger auf Obst und Gemüse. Es kursieren verschiedene Vorschläge, wie ein fairer Preis für Lebensmittel zu erreichen wäre. © Michael Schick/imago Fleisch oder Gemüse. Greenpeace spricht sich für eine höhere Mehrwertsteuer auf tierische Produkte aus: „Die neue Bundesregierung sollte die Mehrwertsteuer für Fleisch und Milchprodukte an den regulären Satz von 19 Prozent anpassen.“ Cem Özdemir hat sich offenbar den richtigen Zeitpunkt ausgesucht.

Bundesagrarminister Cem Özdemir hat mehr Wertschätzung für Lebensmittel eingefordert und will dafür auch einem ständigen harten Preiskampf zulasten der Bauern ein Ende machen.

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir im Bundestag. © Kay Nietfeld/dpa Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Cem Özdemir im Bundestag.

«Es ist nicht in Ordnung und es ist vor allem auch nicht alternativlos, wenn die Landwirtin und der Landwirt von dem Euro, den der Kunde im Laden für das Schweinefleisch ausgibt, gerade mal 22 Cent bekommt», sagte der Grünen-Politiker am Freitag im Bundestag. Das sei «einfach eine Sauerei» und müsse geändert werden. Die Opposition kritisierte den neuen Ressortchef als «Ankündigungsminister». Bauern mahnten zügige Klarheit über konkrete Vorhaben der Ampel-Koalition an.

Nach erneuter Eskalation mit Georgina Fleur: Kubilay Özdemir will einen Entzug machen

  Nach erneuter Eskalation mit Georgina Fleur: Kubilay Özdemir will einen Entzug machen Kaum zeigte Georgina auf Instagram, dass sie wieder Kontakt zu Kubilay hatte, war der nächste Zoff nicht weit. Nun gelobt er Besserung.Im Interview mit dem Portal Promiflash sprach der Unternehmer, der 2020 mit Georgina Fleur im „Sommerhaus der Stars“ gewesen ist und dort viel verbrannte Erde hinterließ, über den jüngsten Zoff und seine Schlüsse daraus. „Ich möchte mich ausdrücklich bei der Öffentlichkeit für die Eskalationen entschuldigen“, sagte Kubilay. Er habe viel Stress gehabt in der vergangenen Zeit. Zusammen mit seinem starken Alkoholkonsum und Georginas kurzer Zündschnur sei das einmal mehr keine gute Mischung gewesen.

«Ein ausbeuterisches System»

Özdemir präsentierte im Parlament eine kleine Regierungserklärung wie seine Kabinettskollegen in dieser Woche auch. Dabei wurde deutlich, dass es auf dem heiß umkämpften Feld der Landwirtschaft auch um einen weitreichenden Neustart gehen soll - zumal nach 16 Jahren mit Ministern und Ministerinnen der Union. Er sei nicht bereit, «ein ausbeuterisches System» weiter hinzunehmen, das auf Kosten von Menschen, Tieren, Umwelt und Klima gehe, stellte der Neue fest.

Özdemir machte aber auch gleich dazu klar, dass er die Bauern bei einem großen Umbau hin zu einer schonenderen Produktion einbeziehen und unterstützen will. Gleich zu Beginn seine Rede wies er denn auch auf die harte Arbeit und die wirtschaftlichen Sorgen vieler Betriebe hin, die oft «Anfeindungen statt Anerkennung» ernteten. «Wir müssen weiterkommen. Und dazu wäre es gut, wenn wir die Aufregungsökonomie einfach mal hinter uns lassen», mahnte der Minister alle Seiten.

Cem Bolukbasi: Ein E-Sportler für die Formel 2

  Cem Bolukbasi: Ein E-Sportler für die Formel 2 Cem Bolukbasi aus der Türkei fuhr schon jahrelang Rennen, hatte dann aber Erfolg im E-Sport. Nun mischt der 23-Jährige bald in der Formel 2 mit. © LAT Photographic / IMAGO Der türkische E-Sportler und Rennfahrer Cem Bolukbasi wird in der kommenden Saison in der Formel 2 antreten. Er ist der erste Spieler, der von »F1 Esports Series« in die zweithöchste Rennklasse – auf echten Asphalt also – wechselt. Mitte März in Bahrain soll er sein erstes Rennen bestreiten.Der 23-jährige Bolukbasi unterzeichnete einen Vertrag mit dem tschechischen Charouz Racing System.

Eine Tierhaltungskennzeichnung soll kommen

Dabei sind die Vorhaben von SPD, FDP und Grünen nicht unumstritten. Özdemir bekam das in seinen ersten Ministertagen schon an scharfen Reaktionen zu spüren, als er zum Jahreswechsel das Reizthema Billigpreise aufgriff. Es gehe darum, «dass alle hochwertige und bezahlbare Lebensmittel bekommen», betonte er nun noch einmal.

Konkret will die neue Koalition noch in diesem Jahr eine verbindliche Tierhaltungskennzeichnung an den Start bringen. Die Umsetzung könnte nicht ganz leicht werden, zwei Anläufe scheiterten schon. Zuletzt wollte Ministerin Julia Klöckner (CDU) ein freiwilliges Tierwohl-Logo mit Kriterien über dem gesetzlichen Standard in die Regale bringen - und erklärte wiederholt, verbindlich gehe das nur EU-weit. Außerdem gibt es schon eine eigene Fleischkennzeichnung der großen Supermarktketten. Das Logo mit der Aufschrift «Haltungsform» hat vier Stufen, die aber schon mit dem Mindeststandard beginnen.

Handelsketten wollen auch bei Milch mehr auf Tierwohl setzen

  Handelsketten wollen auch bei Milch mehr auf Tierwohl setzen Edeka hat es bereits angekündigt, nun zieht Aldi nach: Nicht nur bei Fleisch, sondern auch bei Milch und Molkereiprodukten soll ein höherer Standard bei der Tierhaltung eingehalten werden.Nach dem Edeka-Verbund kündigten am Donnerstag auch die Discounter Aldi Nord und Aldi Süd an, in absehbarer Zeit bei ihren Eigenmarken vollständig auf Milch verzichten zu wollen, bei deren Herstellung nur die gesetzlichen Mindestanforderungen an die Tierhaltung erfüllt werden. Die Umstellung soll bis 2024 erfolgen.

Özdemir betonte: «Wer Tiere nutzt, hat auch die Pflicht, sie bestmöglich zu schützen.» Die Höfe sollten auf Mehrkosten dafür aber nicht alleine sitzen bleiben. «Wenn es dem Tier besser geht, dann müssen es die Bauern auch im Portemonnaie spüren.» Dazu gelte es, die gesamte Kette der Lebensmittelproduktion zu betrachten - und dann «die Asymmetrien» zu Lasten der Erzeuger endlich zu beenden.

Eine Tierwohlabgabe ist im Gespräch

Wie genau das aussehen soll und was das für die Preise im Supermarkt heißt, blieb vorerst offen. Özdemir hob aber hervor, dass das Rad zum Glück nicht neu erfunden werden müsse - und verwies auf «tolle Ideen» zweier Kommissionen, die noch die alte Regierung eingesetzt hatte. Darin hatten Vertreter von Ernährungsbranche und Bauern, Natur- und Verbraucherschützern, Handel und Wissenschaft einen Agrarkonsens erreicht. Im Gespräch ist seitdem unter anderem eine Tierwohlabgabe, denkbar wären zum Beispiel 40 Cent mehr pro Kilogramm Fleisch.

Die Opposition verwies auf schon steigende Preise und Sorgen, dass die Spirale so weitergehe. Wie hoch solle denn künftig der Preis für ein Schnitzel oder eine Currywurst sein, fragte Unionsfraktionsvize Steffen Bilger (CDU). Die Koalition sorge da für Verunsicherung.

Der Lebensmittelhandel warnte davor, nur auf die Preise im Supermarkt zu schauen. Ein Großteil der Milch und des Schweinefleisches «Made in Germany» werde exportiert oder gehe in die Gastronomie. Auch davon lebten die Höfe. Bauernpräsident Joachim Rukwied forderte schnelle konkrete Schritte. In dieser Wahlperiode würden für viele Betriebe die Weichen zwischen Ausstieg und Weiterentwicklung gestellt. Die Landwirte seien bereit, den Umbau der Tierhaltung mitzutragen, wichtig sei aber eine praktikable und verlässliche Finanzierung. Die Tierschutzorganisation Vier Pfoten forderte hohe gesetzliche Mindeststandards, die Grundbedürfnisse aller Tiere erfüllten.

Özdemir bot bei allem Streit auch einen politischen Konsens im Bundestag an. Die Themen, die sich die Koalition vorgenommen habe, «die macht man nicht mit 51 Prozent gegen 49 Prozent».

Union fordert Agrar-Marketingagentur: Werbebooster für deutsche Lebensmittel .
Um den Bauern zu helfen, will die Union die Werbung für deutsche Agrarprodukte im In- und Ausland verstärken. Viele Händler setzen bereits auf deutsche Ware. © Foto: Imago/Sascha Ditscher Deutschland-Kuh: Werbung für Milch, für die deutsche Milchbauern höhere Preise bekommen. Ältere Bundesbürger werden sich noch an diese Slogans erinnern: Sprüche wie „Die Milch macht’s“ oder „Milch ist gegen Maroditis“ sollten die Nation dazu bringen, mehr Milch zu trinken. Obwohl bis heute niemand weiß, was Maroditis eigentlich sein soll, kam das seinerzeit gut an.

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