Finanzen AUTO1-Aktie mit Rekordtief: Eigene Verkaufsvorgabe nur knapp erfüllt

15:15  18 januar  2022
15:15  18 januar  2022 Quelle:   finanzen.net

Die Tesla-Konkurrenten kommen: Drei wenig bekannte EV-Aktien, die Anleger auf dem Schirm haben sollten

  Die Tesla-Konkurrenten kommen: Drei wenig bekannte EV-Aktien, die Anleger auf dem Schirm haben sollten Tesla ist Marktführer im Elektroautosegment und hat auch in Sachen Börsenbewertung für Automobilunternehmen neue Maßstäbe gesetzt. Doch die Konkurrenz schläft nicht und nicht nur in China wachsen namhafte Konkurrenten heran. Auch auf Teslas Heimatmarkt und in Deutschland bieten sich für Anleger Chancen bei noch wenig bekannten Tesla-Herausforderern. • EVs sind 2021 im Mainstream angekommen • Anleger haben zahlreiche Investitionsmöglichkeiten• Wenig bekannte Tesla-Jäger mit AmbitionenDie Elektroautobranche hat im Jahr 2021 kräftig an Fahrt aufgenommen, spätestens im vergangenen Jahr sind Fahrzeuge mit alternativen Antriebsformen im Mainstream

Der Online-Gebrauchtwagenhändler AUTO1 (Autohero, wirkaufendeinauto.de) hat im vergangenen Jahr das eigene Absatzziel gerade so erreicht.

Hannelore Foerster/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net Hannelore Foerster/Getty Images

Die Zahl der verkauften Fahrzeuge sei 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 30 Prozent auf fast 597 000 Stück gestiegen, teilte das im MDAX notierte Unternehmen am Dienstag in Berlin mit. Der Wert liegt damit noch im Rahmen der im Hebst präzisierten Prognose von rund 600 000 verkauften Fahrzeugen. Angaben zum Umsatz oder Gewinn machte das Unternehmen nicht. Diese Kennziffern sollen am 23. März bekanntgegeben werden. Die seit einiger Zeit massiv unter Druck stehende Aktie sackte weiter ab.

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Der Konzern will künftig immer kurz nach dem Quartalsende seine Absatz- und Ankaufszahlen veröffentlichen. Die Zahl der angekauften Fahrzeuge legte 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 39 Prozent auf etwas mehr als 617 000 zu. Im vierten Quartal kaufte AUTO1 knapp 181 000 Fahrzeuge an - das waren 42 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Damit sei das Unternehmen "sehr gut" für weiteres Wachstum im ersten Quartal gerüstet, hieß es weiter. Zuletzt hatten sich Investoren besorgt gezeigt, dass das derzeit knappe Angebot an Gebrauchtwagen auf das Wachstum drücken könnte.

Dem Kurs der Aktie halfen die veröffentlichten Zahlen aber nur kurz auf die Beine. Nach einem freundlichen Start rutschte das Papier schnell in die Verlustzone und fiel mit bis zu rund sieben Prozent auf ein Rekordtief bei etwas mehr als 15 Euro. Damit sackte der Kurs in diesem Jahr bereits um ein Fünftel ab. Der Verlust im Vergleich zum Ausgabepreis von 38 Euro summiert sich auf 60 Prozent. Aktuell verliert die AUTO1-Aktie via XETRA noch 5,88 Prozent auf 15,44 Euro.

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Die Marktkapitalisierung liegt nur noch bei rund 3,2 Milliarden Euro, nachdem der Börsenwert in der Euphorie des ersten Handelstags zwischenzeitlich bis auf rund zwölf Milliarden Euro gestiegen war. Größter Anteilseigner ist Daten der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge mit rund 16 Prozent der japanische Technologieinvestor Softbank. Die beiden Gründer Christian Bertermann und Hakan Koc halten jeweils noch knapp 13 Prozent. Bertermann leitet das Unternehmen, während sich Koc in den Aufsichtsrat zurückgezogen hat.

Selbst ein im Herbst abermals erhöhtes Umsatzziel konnte den Absturz der Aktie nicht aufhalten. Das Management peilte zuletzt einen Anstieg beim Erlös auf 4,5 bis 4,6 Milliarden Euro an nach einem Umsatz von 2,8 Milliarden 2020. Zudem hatte AUTO1 seine Prognose für die operative Marge im Herbst präzisiert. Der Vorstand erwartet 2021 einen operativen Verlust von 2,5 Prozent des Umsatzes, gemessen an dem um Sondereffekte bereinigten Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda).

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Gemessen an diesen Zielen könnte der operative Verlust im vergangenen Jahr rechnerisch bis auf 115 Millionen Euro gestiegen sein - das wären rund 100 Millionen mehr als 2020. Von Bloomberg befragte Experten rechnen mit einem Umsatz von 4,5 Milliarden Euro. Dabei gehen sie von einem operativen Verlust von rund 130 Millionen Euro aus. Für 2022 erwarten die Experten im Schnitt einen Erlös von 6,2 Milliarden sowie einen operativen Verlust von 126 Millionen.

Das Unternehmen will bei der Bilanz-Pressekonferenz die Prognose für 2022 veröffentlichen. AUTO1-Finanzchef Markus Boser hatte im November der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX gesagt, dass er sich mit den Schätzungen der Analysten für 2022 und 2023 wohlfühlt. Diese rechnen damit, dass der Umsatz im kommenden Jahr auf knapp 7,9 Milliarden Euro anzieht und sich das Unternehmen dabei operativ an die Gewinnschwelle heranrobbt.

AUTO1 selbst geht davon aus, im kommenden Jahr - wie zum Börsengang angekündigt - auf Basis des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) schwarze Zahlen zu schreiben. AUTO1 hatte zuletzt die Investitionen hochgefahren, um weiter vom anhaltenden Trend eines stärkeren Gebrauchtwagenhandels über das Internet zu profitieren. "Um das Wachstum zu stemmen, wollen wir bis Ende 2023 rund 200 Millionen Euro investieren. Das ist etwas mehr, als wir beim Börsengang angekündigt haben", verkündete Boser im November.

Der Konzern versucht seine Bekanntheit unter anderem durch Fußball-Sponsoring zu steigern. So ist AUTO1 seit dieser Saison auf dem Trikot des Fußballvereins Hertha BSC Berlin zu sehen und auch Partner von Paris Saint-Germain. AUTO1 ist sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft tätig, war bislang aber vor allem auf den Großhandel spezialisiert. Unter der Marke wirkaufendeinauto.de können Privatleute ihre Fahrzeuge verkaufen.

Gekauft werden kann auf der Plattform Autohero, die der Konzern derzeit mit viel Werbung zu starkem Wachstum bringen will. Über diese Marke wurden 2021 etwas mehr als 41 000 Fahrzeuge veräußert, das ist ein Plus von etwas mehr als 300 Prozent. Der Absatz im Großhandelssegment zog um rund ein Viertel auf rund 555 000 Stück an. Damit lag der Absatz im Privatkundensegment im Bereich der zuletzt präzisierten Prognose und im Großhandelsbereich etwas darunter./zb/tav/jha/BERLIN (dpa-AFX)

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