Finanzen Aldi und Lidl: Expansion dank Brexit

11:15  20 november  2019
11:15  20 november  2019 Quelle:   zeit.de

„The Aldi effect“: Wie deutsche Discounter vom Brexit profitieren

  „The Aldi effect“: Wie deutsche Discounter vom Brexit profitieren Unter den Brexit-Turbulenzen leiden auch die britischen Einzelhändler. Unternehmen wie Aldi und Lidl könnten bei den zunehmend sparsamen Briten nun punkten. Hohe Einkaufspreise, weniger Kunden, Angst vor leeren Regalen: Der Brexit macht den Händlern in Großbritannien zu schaffen. Vier von fünf Briten sorgen sich, dass die Preise für Lebensmittel und Getränke nach dem Brexit weiter steigen. „Es gibt kaum Zweifel unter Einzelhändlern, Herstellern und Landwirten, dass der Brexit zu einer erheblichen Störung der britischen Lebensmittelversorgung führen wird“, stellte das Forschungsinstitut Kantar Anfang Oktober fest.

Der Brexit lässt in Großbritannien Lebensmittelpreise steigen. Die deutschen Discounter Aldi und Lidl machen in Großbritannien gute Geschäfte. Als sie in den Neunzigerjahren den Sprung über den Ärmelkanal wagten, erregten sie zunächst kein großes Aufsehen im britischen Einzelhandel.

Wie Aldi und Lidl vom Brexit profitieren. Aldi -Geschäft in London: Bald 30 Jahre nach ihrem Markteintritt haben Aldi und Lidl die Supermarktlandschaft in Großbritannien umgekrempelt. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Der Brexit lässt in Großbritannien Lebensmittelpreise steigen. Immer mehr Menschen müssen sparen – und entdecken deutsche Discounter. Schon ist vom Aldi-Effekt die Rede.

Kunden in einer Aldi-Filiale in London © Peter Summers/​Reuters Kunden in einer Aldi-Filiale in London

Etwas trist sieht es aus an der Old Kent Road, im Südosten von London. Der Nachmittag ist verregnet, schon um drei Uhr wird es dunkel. Hastig gehen die Menschen in die Aldi-Filiale, vorbei an einem Standplakat, auf dem eine fröhliche Rübe im Frack schon mal ein tolles Weihnachtsfest wünscht.

Die 29-jährige Tetoum wohnt in der Nachbarschaft. Sie kauft im hiesigen Aldi-Markt seit rund einem Monat regelmäßig ein. Zuvor ging sie in andere Supermärkte, "aber die sind alle teurer geworden", sagt sie. "Es ist einfach deutlich billiger hier, besonders das Gemüse. Ich glaube, es ist wegen des Brexits." Ihr Mann arbeitet selbst in einem Einzelhandelsgeschäft, und auch er sage, dass dies der Grund sei.

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Seite 1 — Expansion dank Brexit . Seite 2 — Lidl und Aldi setzen auf lokale Versorgungsketten. Vor zehn Jahren konnte man sich zwar bei Aldi und Lidl mit guten Nürnberger Bratwürsten sowie preiswertem Bier eindecken, aber die lieblos hingeschmissenen Kartonschachteln, die oft zertrampelt.

Brexit : Aldi und Lidl profitieren von Großbritanniens Krise. Vorteil Aldi und Lidl : Die Discounter gelten als gut gerüstet für ein mögliches Chaos nach dem EU-Austritt. Außerdem, so betonte es Aldi -Chef Hurley, biete das Unternehmen eine kleinere Produktpalette als die Konkurrenz.

Die deutschen Discounter Aldi und Lidl machen in Großbritannien gute Geschäfte. Als sie in den Neunzigerjahren den Sprung über den Ärmelkanal wagten, erregten sie zunächst kein großes Aufsehen im britischen Einzelhandel. Etablierte britische Ketten wie Tesco, Sainsbury's oder Asda sahen in den deutschen Billigläden keine ernst zu nehmende Konkurrenz. Die Angewohnheit, stets nach dem preiswertesten Schnäppchen zu jagen, wurde als deutsche Eigenheit abgetan. Noch 2009 hatten Aldi und Lidl gerade mal je 2 Prozent Marktanteil.

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Die britischen Einzelhändler leiden - und Schuld ist vor allem die wirtschaftliche Unsicherheit wegen des Brexits . Doch es gibt auch Gewinner wie etwa die Discounter-Riesen Aldi und Lidl .

Aldi und Lidl : Expansion dank Brexit . Der Brexit lässt in Großbritannien Lebensmittelpreise steigen. Immer mehr Menschen müssen sparen – und entdecken Aldi und Lidl profitieren in Großbritannien vom Brexit .GettyImages. Das bestätigt Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch -Britischen

Aber in den folgenden Jahren waren größere Verschiebungen zu beobachten. Im Dezember 2013 fragte ein BBC-Radioprogramm: "Weshalb sind Lidl und Aldi so beliebt geworden?" Die deutschen Discounter waren auf dem Vormarsch. Mittlerweile kommen die beiden Konzerne zusammen für rund 15 Prozent des britischen Einzelhandels auf; in der Rangordnung der größten Supermarktketten liegt Aldi auf Platz 5, Lidl auf Platz 7.

Ein Grund für den Erfolg sind tatsächlich die günstigen Preise. Und dass immer mehr Menschen in Großbritannien sparen müssen. Unter den Rezessionsjahren nach der Finanzkrise von 2008, aber auch unter der nachfolgenden Sparpolitik litten vor allem die ärmeren Haushalte. Die deutschen Supermärkte bieten mit ihrem günstigeren Sortiment eine willkommene Möglichkeit, Geld zu sparen. Die "großen Vier" hingegen – Tesco, Asda, Morrisons und Sainsbury's – setzten die Preise trotz der stagnierenden Einkommen weiter hinauf, schreiben die Autoren des Buches Retail Disruptors.

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Die deutschen Discounter Aldi und Lidl profitieren von den angeschlagenen Ketten. 1946 übernahmen die beiden Brüder Karl und Theo den kleinen Krämeraden ihrer Eltern in Denn Aldi und Lidl , die ja auch gegen den Onlinehandel bestehen müssen, scheinen die Konkurrenz müheloser abzuschütteln.

Aldi und Lidl : Expansion dank Brexit - Продолжительность: 2:43 Sky Deutschland Finance Recommended for you.

Von wegen trostlos teutonisch

Zudem haben sich die Discounter Mühe gegeben, ihre Läden für die Kundschaft attraktiver zu gestalten. Vor zehn Jahren konnte man sich zwar bei Aldi und Lidl mit guten Nürnberger Bratwürsten sowie preiswertem Bier eindecken, aber die lieblos hingeschmissenen Kartonschachteln, die oft zertrampelt in den Gängen lagen, ließen die Supermärkte eher schäbig aussehen – der Guardian beschrieb den Stil als "trostlos teutonisch".

Heute hingegen sieht es in den Märkten ganz anders aus. Im Eingangsbereich des Aldi-Markts an der Old Kent Road etwa stehen Blumensträuße – Lilien, Rosen und anderes. Sauber geordnet liegen die Produkte in den Regalen, frisches Gemüse neben Hähnchen-Kasserolle und rosaroten Stofftieren. Feinschmeckerinnen und Feinschmecker finden guten Wein und spanische Salami, Fans britischer Kost erstehen Yorkshire-Pudding mit Rindfleisch für 1,99 Pfund. Noch immer sind die Läden eher funktional als opulent, aber vom verwahrlosten Look von früher hat man sich verabschiedet.

Auch die 32-jährige Hannah kauft hier gern für ihre Familie ein. Sie schätzt nicht nur die niedrigen Preise, sondern auch die Qualität. Das Essen schmecke einfach. "Vielleicht, weil es deutsche Produkte sind?", fragt sie augenzwinkernd. Viele Britinnen und Briten teilen Hannahs Erfahrung: Laut Marketingexperten hat sich der Ruf der deutschen Supermärkte in den vergangenen Jahren stark verbessert – früher waren sie vor allem für billige Massenware bekannt, heute für günstige Produkte guter Qualität.

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So sind Lidl und Aldi immer stärker zu den traditionellen britischen Supermärkten in Konkurrenz getreten, man spricht vom "Aldi-Effekt". In der vergangenen Weihnachtssaison verzeichneten die beiden Discounter in Großbritannien ein Umsatzwachstum von zehn Prozent – weit vor den anderen Supermärkten; zwei Drittel der britischen Haushalte gingen über die Feiertage bei Aldi oder Lidl einkaufen.

Noch immer expandieren die deutschen Konzerne schnell, ihre Zukunftspläne für den britischen Markt sind ambitioniert: Lidl will 500 Millionen Pfund investieren, um in der Hauptstadt vierzig neue Filialen zu eröffnen; Aldi hat derzeit 840 Läden in Großbritannien, bis 2025 will das Unternehmen den Bestand auf 1.200 erhöhen. Im Großraum London soll die Anzahl der Filialen verdoppelt werden.

Waren stammen vor allem aus Großbritannien

Experten erwarten, dass die Discounter vom Brexit – wenn er denn tatsächlich kommen wird – einen kräftigen Schub erhalten werden und mehr als andere Supermärkte profitieren könnten. Im Gegensatz zu den großen britischen Supermärkten, und entgegen Hannahs Vermutung, setzen Lidl und Aldi vor allem auf lokale Versorgungsketten: Fleisch, Milch und Eier werden vornehmlich von britischen Landwirtschaftsbetrieben bezogen. Laut Ronny Gottschlich, dem ehemaligen Lidl-Chef im Vereinigten Königreich, stammten vor zehn Jahren nur 35 Prozent der Produkte aus Großbritannien, 2016 waren es 65 Prozent. So sind die deutschen Supermärkte weniger betroffen von Zollgebühren und anderen Handelsbarrieren.

UK-Automobilproduktion sinkt im Oktober um 4%, da der Brexit-Zweifel die Maut fordert

 UK-Automobilproduktion sinkt im Oktober um 4%, da der Brexit-Zweifel die Maut fordert © Autocar UK-Autoproduktion sinkt im Oktober um 4%, da der Brexit-Zweifel die Maut verursacht UK-Automobilproduktion im Oktober gegenüber dem Vorjahr um 4% gesunken zu Zahlen, die heute von der Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) veröffentlicht wurden. Nur 134.752 Autos wurden produziert - 5622 weniger als im gleichen Monat des Vorjahres. Dies ist der 16. Monat der letzten 17 Monate, in denen die Produktion zurückgegangen ist.

Bereits heute sind die Folgen des Brexit-Votums zu spüren: Die steigende Inflation infolge der Abstimmung vom Juni 2016 hat sich insbesondere in höheren Kosten für Lebensmittel niedergeschlagen. Richtig dramatisch wären die Folgen im Fall eines ungeregelten EU-Austritts. Im August, als Großbritannien auf einen No-Deal-Brexit zuzusteuern drohte, warnte Lidl seine britischen Zulieferer vor höheren Kosten für Importe aus der EU – und dass sie selbst dafür aufkommen müssten. "Der Brexit führt zu einem reduzierten Wirtschaftswachstum, der Druck auf die Konsumenten wird größer", sagt Ulrich Hoppe, Geschäftsführer der deutsch-britischen Handelskammer. "Und ein Verbraucher, der stärker auf das Pfund achten muss, geht dann eher zu den deutschen Discountern."

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