Finanzen Deutsche Inflationsrate klettert auf 10 Prozent

18:41  29 september  2022
18:41  29 september  2022 Quelle:   rp-online.de

Bis zu 43 Prozent: So entgehst du Preissteigerungen bei Lebensmitteln

  Bis zu 43 Prozent: So entgehst du Preissteigerungen bei Lebensmitteln Gerade Lebensmittel haben in den letzten Monaten dazu beigetragen, dass den Verbraucher:innen immer weniger Geld zum Leben bleibt. Doch wer konsequent Sonderangebote ausnutzt, kann einen Teil der Teuerungsrate auffangen. In welchem Umfang hat jetzt Marktguru ausgerechnet. © Shutterstock Bis zu 43 Prozent: So entgehst du Preissteigerungen bei Lebensmitteln Nahezu alle Lebensmittelhandelsketten bieten ihre wöchentlich wechselnden Sonderangebote, die über Flyer und Apps bekannt gemacht werden.

Wiesbaden/Berlin. Die Inflation in Deutschland zieht nach dem Ende von 9-Euro-Ticket und Tankrabatt deutlich an. Erstmals seit Jahrzehnten erreicht die Teuerungsrate die Marke von 10 Prozent.

 Die Inflation steigt drastisch. Im Vorjahr lag der Wert noch zehn Prozent darunter. © Fabian Sommer Die Inflation steigt drastisch. Im Vorjahr lag der Wert noch zehn Prozent darunter.

Die Inflation in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit etwa 70 Jahren gesprungen. Angetrieben von steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen legten die Verbraucherpreise im September gegenüber dem Vorjahresmonat um 10,0 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag in einer ersten Schätzung mitteilte. Im August war noch ein Anstieg um 7,9 Prozent verzeichnet worden. Volkswirte rechnen auch in den nächsten Monaten mit zweistelligen Teuerungsraten.

Inflation in Eurozone klettert auf Rekordwert

  Inflation in Eurozone klettert auf Rekordwert Luxemburg. Die Inflation in der Eurozone ist im August auf 9,1 Prozent angestiegen. Damit ist sie die höchste seit Einführung des Euro als Buchgeld im Jahr 1999. © Friso Gentsch Die Inflation steigt immer weiter an. Die Inflation in der Eurozone hat sich im August auf hohem Niveau weiter beschleunigt und einen Rekordwert erreicht. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 9,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in Luxemburg laut einer zweiten Schätzung mitteilte. Vorläufige Ergebnisse wurden damit bestätigt, womit Volkswirte gerechnet hatten.

Inflationsraten auf dem derzeitigen Niveau gab es im wiedervereinigten Deutschland noch nie. In den alten Bundesländern wurden Raten von 10 Prozent und mehr Anfang der 1950er Jahre gemessen, allerdings hat sich die Berechnungsmethode im Laufe der Zeit geändert.

Höhere Teuerungsraten schmälern die Kaufkraft von Verbraucherinnen und Verbrauchern, diese können sich für einen Euro weniger leisten. Der finanzielle Spielraum der Menschen schrumpft. Nach einer Umfrage des Handelsverbandes Deutschland (HDE) schränken sich bereits 60 Prozent der Verbraucher beim Einkaufen ein. Für die kommenden Monate richten sich demnach sogar 76 Prozent der Befragten darauf ein, sparsamer einzukaufen.

5 Tipps: Geld anlegen für den Nachwuchs

  5 Tipps: Geld anlegen für den Nachwuchs Viele Eltern fragen sich schon früh, wie sie ihrem Nachwuchs auf sicherem Wege ein Vermögen aufbauen können, das den Sprössling später bei Ausbildung oder Auszug finanziell unterstützt. Fünf Tipps, wie Geld für den Nachwuchs mit geringem Risiko angelegt werden kann. © Bereitgestellt von Finanzen.net Hannelore Foerster/Getty Images ETFsBörsencrashs in der Vergangenheit führten zu Verunsicherungen bei vielen Anlegern und damit auch bei Eltern, welche für ihren Nachwuchs Geld anlegen möchten.

„Viele Haushalte sind momentan gezwungen, deutlich mehr Geld für Energie auszugeben beziehungsweise für deutlich höhere Heizkostenabrechnungen zurückzulegen. Entsprechend müssen sie bei anderen Ausgaben, wie zum Beispiel neuen Anschaffungen, sparen“, erläuterte Rolf Bürkl, Experte des Nürnberger Konsumforschers GfK jüngst. Das hat Folgen für Europas größte Volkswirtschaft, denn der Privatkonsum ist eine wichtige Konjunkturstütze.

Seit Monaten sind Energie und Lebensmittel die größten Preistreiber. Der russische Angriff auf die Ukraine sowie Lieferengpässe haben die bereits angespannte Lage verschärft. Im September kostete Energie 43,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Nahrungsmittel verteuerten sich um 18,7 Prozent.

Zum Vormonat August stiegen die Verbraucherpreise im September insgesamt um 1,9 Prozent.

Für etwas Entlastung sorgten in den vergangenen Monaten der von der Bundesregierung auf den Weg gebrachte Tankrabatt sowie das 9-Euro-Ticket für den öffentlichen Personennahverkehr. Beide Maßnahmen liefen Ende August aus. Die Bundesregierung plant weitere Entlastungen. Beispielsweise sollen Rentnerinnen und Rentner sowie Studierende und Auszubildende eine einmalige Energiepreispauschale erhalten. Das Kindergeld soll zum Jahresanfang erhöht werden. Die steigenden Gaspreise will die Bundesregierung mit einer Gaspreisbremse dämpfen.

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Auch auf Ebene der Europäischen Union wird über Maßnahmen diskutiert. Am Freitag kommen die für Energie zuständigen EU-Minister zu einem Sondertreffen in Brüssel zusammen.

Die Europäische Zentralbank (EZB), die sich nach langem Zögern mit höheren Zinsen gegen die rekordhohe Inflation stemmt, strebt für den Euroraum mittelfristig Preisstabilität bei zwei Prozent Inflation an. Die Inflation im gemeinsamen Währungsraum erreichte im August nach jüngsten Daten einen Rekordwert. Gegenüber dem Vorjahresmonat erhöhten sich die Verbraucherpreise um 9,1 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat jüngst mitteilte. Es ist die höchste Rate seit Einführung des Euro als Buchgeld 1999.

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