Finanzen Deutsche Autoindustrie: Der Mythos bröckelt

15:10  01 dezember  2019
15:10  01 dezember  2019 Quelle:   dw.com

Gab es das legendäre Schwert Excalibur wirklich?

  Gab es das legendäre Schwert Excalibur wirklich? Ist es möglich, ein Schwert aus einem Material zu schmieden, das nicht von dieser Welt stammt? Diese Eigenschaft soll dem sagenhaften Schwert Excalibur seine Kräfte verliehen haben. Nun fanden Forscher heraus: Hinter dem Mythos steckt mehr Wahrheit als bislang vermutet.Die Legende um das Schwert ExcaliburWer es schafft, das magische Schwert aus dem Stein zu ziehen, wird der nächste König von England – eine Prophezeiung, die Glücksritter des ganzen Landes in ihren Bann zieht. Doch nur der junge Artus schafft es, das sagenumwobene Excalibur aus dem Stein zu befreien.

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Die Autobahn. Der Mercedes. Aber auch BMW und Volkswagen, mit Audi im Schlepptau. Kein Wirtschaftszweig ist mehr mit der deutschen Seele verbunden. Doch der Inbegriff von Deutschlands Glanz und Gloria gerät ins Wanken.

Nachdem bereits der VW-Konzern und BMW einen drastischen personellen Aderlass angekündigt hatten, zog Daimler nun in den vergangenen Tagen nach. In der Ankündigung des Stuttgarter Premiumherstellers, seinen Stellenabbau voranzutreiben, sehen Experten allerdings nur den Auftakt für eine lange Durststrecke des wachtsumsverwöhnten Industriezweiges.

Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordtief

  Arbeitslosigkeit sinkt auf Rekordtief Noch nie seit der Wiedervereinigung war die offizielle Arbeitslosenzahl in Deutschland so niedrig wie in diesem November. Vor allem der Konsum sorgt angesichts schleppender Konjunktur für den Ausgleich. Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im November auf 2,180 Millionen gesunken und hat damit den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung erreicht. Im November waren 24.000 Menschen weniger arbeitslos als im Oktober und 6000 weniger als vor einem Jahr, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) in Nürnberg mitteilte. Die Arbeitslosenquote blieb unverändert bei 4,8 Prozent.

So rechnet der Verkehrswissenschaftler Ferdinand Dudenhöffer nach den angekündigten Stellenkürzungen bei mehreren Automobilkonzernen mit weiteren massiven Jobverlusten in der Auto-Branche. Dem Radiosender ffn sagte der Duisburger Professor, allein in Niedersachsen dürften bis 2030 bis zu 40.000 Stellen gestrichen werden. Insgesamt ergibt sich aus seinen Berechnungen demnach der Verlust von bis zu 125.000 Arbeitsplätzen in der deutschen Automobilwirtschaft.

Niedersachsen im Fokus

Von dem Strukturwandel in der Branche wäre Niedersachsen mit einem Anteil von 30 bis 35 Prozent besonders stark betroffen, sagte Dudenhöffer. Die Automobilindustrie ist dort die wichtigste Industriebranche. Rund 250.000 Beschäftigte sind direkt oder indirekt von der Kraftfahrzeugherstellung abhängig. Damit ist die Automobilindustrie der größte industrielle Arbeitgeber. Neben Platzhirsch VW sind auch MAN und der Zulieferer Continental betroffen.

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Als Gründe für den Arbeitsplatzabbau nannte Dudenhöfer vor allem die aktuelle US-Zollpolitik gegenüber China sowie den weltweiten Umstieg auf Elektromobilität. Für die Herstellung von Elektroautos sind weniger Bauteile und damit auch weniger Beschäftigte notwendig als für Autos mit fossilem Verbrennungsmotor.Auch ein Getriebe wird nicht mehr benötigt.

"Verschlankung des Unternehmens"

Das Sparprogramm beim Autobauer Daimler wird in den kommenden drei Jahren weltweit mehr als 10.000 Arbeitsplätze kosten. Um wie geplant 1,4 Milliarden Euro beim Personal einzusparen, will der Stuttgarter Konzern in der Verwaltung vor allem freiwerdende Stellen nicht nachbesetzen, die Altersteilzeit ausweiten und Mitarbeitern Abfindungen anbieten.

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Entsprechende Eckpunkte zur "Verschlankung des Unternehmens", wie Daimler es selbst formulierte, haben Konzernführung und Gesamtbetriebsrat ausgehandelt. Details sind noch rar, klar ist aber zumindest: Am Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2029 wird nicht gerüttelt. Vorstandschef Ola Källenius hatte die Sparpläne Mitte November schon einmal grob skizziert, als er Investoren in London seine Strategie für die kommenden Jahre erläuterte.

Aus Sicht des Konzerns ist das Personal - gut 178.000 Menschen allein in Deutschland - schon ganz grundsätzlich zu teuer, was die Wettbewerbsfähigkeit schmälert. Zugleich muss Daimler das nötige Geld zusammenbekommen für Investitionen in Zukunftsthemen wie die Elektromobilität oder das autonome Fahren - und das zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Die weltweite Autokonjunktur lahmt, es gab Produktions- und Absatzprobleme, zudem musste der Konzern zuletzt Milliardensummen vor allem für seine Diesel-Altlasten zurücklegen. Auch die Einhaltung der strenger werdenden Vorgaben der EU für den Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) der Neufahrzeuge kostet viel Geld.

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  Russland: Zetta: Für 6300 Euro gibt es das billigste Elektroauto der Welt Ausgerechnet Putins Russland will den E-Volkswagen bauen. Für 6300 Euro bietet die Zetta 200 Kilometer Reichweite und 120 km/h Spitzengeschwindigkeit. Das Besondere an ihrem Konzept sind die Motoren: Sie liegen in den Felgen. Das Elektroauto Zetta soll schon 2020 in die Läden rollen. Der russische Handelsminister Manurov sagte, dass die Zulassung der Zetta beinahe abgeschlossen sei. "Laut dem Bericht, den ich von meinen Kollegen erhalten habe, befindet sich der Zertifizierungsprozess des Elektroautos Zetta in der Endphase. Ich hoffe, dass dies der Fall ist. Die Produktion soll im ersten Quartal 2020 aufgenommen werden.

Zulieferer unter Druck

Und wenn bei den Autobauern die Bilanz nicht stimmt, hat das auch Auswirkungen auf die Zulieferer. So streicht Bosch rund 500 Stellen. Bei Continental werden weltweit sogar rund 20.000 Jobs gestrichen. Das Unternehmen reagiert mit dem Umbau nach eigenen Angaben auf den Rückgang der Automobilproduktion und die zunehmende Digitalisierung der Arbeitswelt. Ein weiterer Grund sei der Technologiewandel im Antriebsbereich, der durch verschärfte Abgasgesetze beschleunigt werde. Mit dem Umbau will Conti seine jährlichen Kosten um 500 Millionen Euro senken, berichtet der MDR.

cgn/rb (afp, dpa, mdr, niedersachsen.de)

Autor: Carsten Grün ((mit Material von afp, dpa, mdr, niedersachsen.de))

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