Finanzen Energiekonzern: RWE wird zweitgrößter Solaranlagenbetreiber in USA – mit Katars Hilfe

13:11  03 oktober  2022
13:11  03 oktober  2022 Quelle:   wiwo.de

Deutschland erhält Flüssiggas aus den Emiraten

  Deutschland erhält Flüssiggas aus den Emiraten Schritt für Schritt will Deutschland seine Abhängigkeit vom russischen Gas beenden. Jetzt kann Kanzler Scholz die Vereinigten Arabischen Emirate als Partner gewinnen.Zum Vergleich: Vor dem Angriffskrieg auf die Ukraine floss allein am 1. Februar nach Angaben des Betreibers Gas mit einer Energiemenge von 1,7 Millionen Kilowattstunden durch die Pipeline Nord Stream 1. Die jetzt vereinbarte erste Lieferung von 137.000 Kubikmetern Flüssiggas für RWE per Schiff aus den Vereinigten Arabischen Emiraten entspricht 1,37 Millionen Kilowattstunden.

RWE-Vorstandsvorsitzender Markus Krebber auf der RWE Bilanzpressekonferenz Foto: imago imageshttp://img-s-msn-com.akamaized.net/tenant/amp/entityid/AA12wL0P.img?h=152&w=270&m=6&q=60&o=f&l=f&x=111&y=70 © Bereitgestellt von Wirtschaftswoche RWE-Vorstandsvorsitzender Markus Krebber auf der RWE Bilanzpressekonferenz Foto: imago imagesdata-portal-copyright=

RWE kauft den US-Solaranlagen-Betreiber Con Edison Clean Energy für 6,8 Milliarden Dollar. Katars Staatsfonds QIA steuert 2,4 Milliarden Euro bei – und steigt damit zu RWEs größtem Aktionär auf.

RWE verstärkt sein Geschäft mit erneuerbaren Energien in den USA mit einem fast sieben Milliarden Euro schweren Zukauf. Der Energiekonzern kauft dem Regionalversorger Con Edison aus New York den Solaranlagen-Entwickler und -Betreiber Con Edison Clean Energy Businesses ab, wie er am Samstagabend in Essen mitteilte. Mit der 6,8 Milliarden Dollar (6,9 Milliarden Euro) - einschließlich Schulden - umfassenden Übernahme verdoppelt RWE nach eigenen Angaben seinen Bestand an Wind-, Solar- und Batteriespeicher-Anlagen in den USA fast und kommt nun auf eine installierte Leistung von 7,2 Gigawatt (GW).

QIX Deutschland: RWE unterzeichnet Verträge für erste Flüssiggas-Lieferungen aus den Emiraten

  QIX Deutschland: RWE unterzeichnet Verträge für erste Flüssiggas-Lieferungen aus den Emiraten Der QIX Deutschland notiert am Montag ungeachtet des schwachen Ifo-Index und dem Wahlausgang in Italien am Nachmittag leicht im Plus bei 12.140 Punkten. © Bereitgestellt von Finanzen.net Ralph Orlowski/Getty Images Energieversorger RWE erhält künftig Flüssiggas (LNG).aus Abu Dhabi und sichert sich mit einem Memorandum ab 2023 auch mehrjährige Belieferungen. SAP plant mit seiner IT-Kompetenz künftig die digitale Transformation zahlreicher Branchen in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu unterstützen.

Für RWE ist es die größte Übernahme seit der Abspaltung von Innogy 2018. Bei der Finanzierung bekommt der Essener Konzern Unterstützung vom Staatsfonds von Katar, QIA. Dieser zeichnet eine 2,43 Milliarden Euro schwere Pflichtwandelanleihe. Damit kann QIA mit gut neun Prozent bei RWE einsteigen und zu dessen größtem Aktionär aufsteigen. Der Golfstaat ist in Deutschland bereits bei der Deutschen Bank, bei Volkswagen und Porsche engagiert.

„Die Übernahme von Con Edison Clean Energy Businesses bedeutet einen enormen Schub für die grüne Expansion von RWE in den USA, einem der attraktivsten und am schnellsten wachsenden Märkte für Erneuerbare Energien“, sagte Vorstandschef Markus Krebber. Damit werde RWE in den USA zur Nummer zwei unter den Betreibern von Solaranlagen und zur Nummer vier bei Erneuerbaren Energien insgesamt. Der Abstand zur Nummer eins, NextEra, der auf eine installierte Leistung von 58 Gigawatt kommt, ist aber groß.

Dax wieder mit Verlusten - unter 12.000 Punkte

  Dax wieder mit Verlusten - unter 12.000 Punkte Nach dem schwachen September ist der Dax am Montag mit deutlichen Verlusten in den neuen Monat gestartet. Neben der jüngsten Schwäche der US-Börsen drückte auch eine weitere Verschlechterung der Einkaufsmanager-Indizes aus der Industrie der Eurozone auf die Stimmung - in Deutschland blieben sie zudem etwas hinter den Erwartungen der Ökonomen zurück. Über eine Stunde nach Handelsbeginn sank der deutsche Leitindex um 1,31 Prozent auf 11.955,89 Punkte. Damit notierte er wieder unter der zuletzt umkämpften Marke von 12.000 Punkten - Mitte vergangener Woche war er sogar auf den tiefsten Stand seit November 2020 abgerutscht.

Rund 90 Prozent der installierten Kapazität von drei GW bei Con Edison Clean Energy besteht aus Solaranlagen. Damit schraubt RWE den Solar-Anteil in seinem Portfolio auf 40 von bisher drei Prozent. Dazu kommt laut RWE eine Entwicklungs-Pipeline von weiteren sieben GW, die die Projekt-Pipeline des Konzerns dort auf 24 GW wachsen lasse.

Deutschland will seine Energieversorgung auf Erneuerbare Energien umstellen, kämpft derzeit aber mit dem Ausfall der Gas-Lieferungen aus Russland. Gas sollte als Brückentechnologie nach dem Aus von Kohle und Atomkraft dienen. Vor diesem Hintergrund kritisierte der aktivistische RWE-Aktionär Enkraft den Schritt: „Es ist vollkommen unverständlich, dass der größte deutsche Energieversorger in der größten Energiekrise in Deutschland einen sieben Milliarden Euro großen Unternehmenskauf in USA durchführt. In Deutschland wissen Stromkunden nicht mehr, wie sie die Strompreise bezahlen wollen, und Herr Krebber geht mit den hohen Gewinnen in USA einkaufen.“ Enkraft hält 0,15 Prozent an RWE.

Lützerath muss dennoch weichen: RWE will Kohleausstieg auf 2030 vorziehen

  Lützerath muss dennoch weichen: RWE will Kohleausstieg auf 2030 vorziehen Die Kohle unter der früheren Siedlung Lützerath werde benötigt, heißt es.Die Kohle unter der früheren Siedlung Lützerath, im unmittelbaren Vorfeld des Tagebaus, werde benötigt, um die „Braunkohlenflotte“ in der Energiekrise mit hoher Auslastung zu betreiben und gleichzeitig ausreichend Material für eine hochwertige Rekultivierung zu gewinnen, teilte RWE mit. Die erforderlichen Genehmigungen und gerichtlichen Entscheidungen hierfür lägen vor, alle ursprünglichen Einwohner hätten den Ort bereits verlassen.

Mit dem Vollzug der Übernahme rechnet RWE im ersten Halbjahr 2023. Con Edison Clean Energy soll gleich im ersten Jahr ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 600 Millionen Dollar zum Gewinn von RWE beisteuern. Der Konzern hatte für Investitionen in „grüne Energien“ in den USA schon 15 Milliarden Euro eingeplant. „Ich freue mich, dass QIA die Ambitionen von RWE, schneller und stärker zu wachsen, mit zusätzlichem Eigenkapital unterstützt“, sagte Krebber. Den Teil des Kaufpreises, den QIA nicht trägt, will RWE mit Krediten finanzieren. An der für 2022 geplanten Dividende von 90 Cent je Aktie soll nicht gerüttelt werden.

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Düsseldorf . Kritik von allen Seiten: Die vom Bund geplante Energieabschlagszahlung macht es weder Versorgern noch Vermietern einfach. Der Zeitplan ist überdies ambitioniert und die Entlastung für Mieter nur begrenzt. © Christin Klose Die hohen Energiekosten beschäftigen ganz Deutschland. Bundeskanzler Scholz hat eine 21-köpfige Expertenkommission berufen, die Vorschläge für eine Deckelung des Gaspreises machen soll. Doch wer sitzt in diesem Gremium? Wir stellen die Mitglieder vor. (Stand: 6. Oktober 2022) Mehr als 900.

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