Finanzen Wertvollster Konzern der Welt: Saudi Aramco gibt weitere Aktien aus

21:45  12 januar  2020
21:45  12 januar  2020 Quelle:   handelsblatt.com

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Die Strategie des saudischen Königshauses scheint aufgegangen zu sein. © AP Die Strategie des saudischen Königshauses scheint aufgegangen zu sein.

Das Unternehmen will 450 Millionen zusätzliche Anteilsscheine verkaufen. Damit kommt der Börsengang auf ein Rekord-Volumen von 29,4 Milliarden US-Dollar.

Es ist sozusagen die Kirsche auf dem Sahnehäubchen: Der Ölkonzern Saudi Aramco hat im Zuge seines Börsengangs zusätzliche 450 Millionen Aktien ausgegeben und verkauft.

Das saudi-arabische Energieunternehmen hatte die Emission am Sonntag in einer Pflichtmitteilung bekanntgegeben. Das Börsendebüt erreicht damit offiziell ein absolutes Rekord-Volumen von 29,4 Milliarden Dollar.

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Die Anteilsscheine wurden von der begleitenden Investmentbank Goldman Sachs zu 32 saudischen Rial oder umgerechnet 8,53 Dollar bei Profi-Anlegern platziert – entsprechend dem ursprünglichen Ausgabekurs. Die Aktie lag zuletzt bei etwa neun Dollar. Nachdem der Staatskonzern im Dezember an die Börse ging, wird er als wertvollstes Unternehmen der Welt gehandelt.

Bei der jetzt veröffentlichten Transaktion handelt es sich um Papiere aus der sogenannten  Mehrzuteilungs-Option, im Fachjargon der Banker auch „Greenshoe“ bezeichnet. Sie besagt, dass bei großer Nachfrage der Anleger über das ursprüngliche Volumen hinaus Aktien ausgegeben werden können.

Das bisher größte Initial Public Offering – abgekürzt IPO – wurde vor allem von Anlegern aus der Golf-Region gezeichnet, allein saudische Regierungseinrichtungen sollen fast 2,3 Milliarden Dollar investiert haben.

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Mit einem Kurssprung von zehn Prozent am ersten Handelstag sorgte die Aktie im Dezember gerade unter den überwiegend saudischen Investoren für Freude. Inzwischen liegt der Börsenwert des Staatskonzerns in der Nähe von rund zwei Billionen Dollar

Das hatte der Kronprinz und faktische Herrscher Saudi Arabiens, Mohammed bin Salman, von Beginn an angestrebt. Mit diesem Börsenwert verdrängt der Ölmulti die beiden US-Technologiekonzerne Microsoft und Apple von den ersten Plätzen als wertvollste Firmen der Welt.

Anfängliche Zurückhaltung von Investoren

Es zeigt sich, dass die Befürchtungen überzogen waren, die Neuemission könnte ein Flop werden, da internationale Investoren nur eingeschränkt Interesse an der Aktie gezeigt hatten. Experten zweifelten auch daran, dass der Konzern überhaupt so viel wert sei.

Und Fonds mit nachhaltiger Ausrichtung wie der norwegische Staatsfonds und Temasek aus Singapur wollten sich ohnehin nicht beteiligen. Investoren, die ökologische Ziele verfolgen, hielten sich zurück.

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Doch der Kronprinz lag mit seiner Politik richtig, alles auf Saudi Arabien auszurichten. Das fing an mit dem Börsenplatz, dem Tadawul, und ging bis zu den Investoren. Mit Hilfe von Gratisaktien wurden Privatanleger gelockt. Bei den reichen, saudischen Familien und Großanlegern übte bin Salman laut Branchenbeobachtern Druck aus, in die Aktie zu investieren.

Saudi Aramco will für Investoren attraktiv bleiben: Mit der wohl höchsten Dividende der Welt – mindestens 75 Milliarden Dollar jährlich – sowie zehn Prozent Bonusaktien für Anleger, die die Papiere für mindestens ein halbes Jahr halten, will der Konzern seine Aktionäre nun bei der Stange halten.

Auf dem Frankfurter Börsenparkett herrschte dagegen im Schlussquartal des vergangenen Jahres komplette Flaute: Zwischen Oktober und Dezember hat sich kein einziges Unternehmen an die Börse gewagt.

Mit nur vier Erstnotierungen und einem Emissionsvolumen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro ist 2019 das schwächste Jahr für Börsengänge in Deutschland nach Anzahl seit der Finanzkrise 2009. Zu diesen Ergebnissen kommt die Analyse „Emissionsmarkt Deutschland“ des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens PwC.

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Das gesamte Volumen entspricht in etwa der Mehrzuteilungsoption bei Saudi Aramco. Zwei der Börsengänge waren Transaktionen in Milliardenhöhe: Mit Traton debütierte die Lkw-Sparte von VW und spielte im zweiten Quartal rund 1,4 Milliarden Euro ein.

Noch größer war der Börsengang von Teamviewer Ende des dritten Quartals. Das Platzierungsvolumen von knapp zwei Milliarden Euro markierte das größte IPO eines Tech-Anbieters in Deutschland seit dem Platzen der Dotcom-Blase.

Mehr: Der Börsengang von Saudi-Aramco ist für die Menschen eine gute Nachricht, meint Handelsblatt-Redakteur Mathias Brüggmann.

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