Finanzen Energiekrise: Kölner Thermalbäder kämpfen gegen Schließungen

09:50  24 november  2022
09:50  24 november  2022 Quelle:   ksta.de

Wirtschaftsweise wollen Spitzenverdiener stärker belasten

  Wirtschaftsweise wollen Spitzenverdiener stärker belasten Deutschland steht vor einer Rezession, die Energiepreiskrise belastet einkommensschwache Haushalte. Der Staat nimmt Milliarden an Schulden für Entlastungen auf. Was nun ein Beratergremium fordert.Der Sachverständigenrat spricht sich in seinem Jahresgutachten für einen befristeten Energie-Solidaritätszuschlag oder eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes aus, auch um die Staatsfinanzen zu schonen. Es gehe darum, die Energiekrise solidarisch zu bewältigen, sagte die Vorsitzende des Sachverständigenrates, Monika Schnitzer, am Mittwoch in Berlin. Finanzminister Christian Lindner (FDP) schloss Steuererhöhungen aus.

Die Köln-Bäder GmbH hat angesichts der massiv gestiegenen Energiekosten bereits im Oktober die Reißleine gezogen. So wurde zum Beispiel der Saunabetrieb in vielen städtischen Bädern komplett eingestellt. Lediglich in drei von der Stadt betriebenen Hallenbädern haben Besucherinnen und Besucher noch die Möglichkeit, das Saunaangebot zu nutzen. Auch die privat betriebenen Thermalbäder, wie das Ehrenfelder Neptunbad oder die Claudius Therme in Deutz, haben mehrere Sparmaßnahmen ergreifen müssen, um Schließungen zu verhindern.

„In allen Häusern wurde die Wassertemperatur um 1-2 °C abgesenkt“, sagt Tilmann Brockhaus, Geschäftsführer der Claudius Therme. Das Thermalbad gehört, wie auch das Neptunbad, das Vabali Spa in Düsseldorf und weitere Wellnesseinrichtungen in Hamburg, Berlin und Hamm, zum Kölner Wellness- und Spa-Anlagen Betreiber „Theune Spa Management“. Aktuell sei die Nachfrage „sehr hoch“, weshalb drohende Schließungen zurzeit nicht zur Debatte stünden. Ohne eine Reihe an Sparmaßnahmen ginge es jedoch nicht.

Nach Corona: Massenandrang zum Karnevalsauftakt

  Nach Corona: Massenandrang zum Karnevalsauftakt Es gab viel nachzuholen: Vor allem in Köln hat der Karnevalsauftakt für enormen Andrang gesorgt. Ein Bahnhof wurde vorübergehend stillgelegt. Dringende Bitte der Behörden: «Nicht in Hauseingänge urinieren!»Die Stadt bat schon früh, sich nicht mehr auf den Weg in den Studentenkiez Zülpicher Viertel zu machen, sondern auf andere Orte auszuweichen. Polizeipräsident Falk Schnabel sagte am Nachmittag, nach seinem Eindruck werde bisher aber weitgehend friedlich gefeiert. Für eine Bewertung des Sicherheitskonzeptes sei es noch zu früh.

Tilmann Brockhaus, Geschäftsführer der Claudius Therme. Uwe Weiser © Uwe Weiser Tilmann Brockhaus, Geschäftsführer der Claudius Therme. Uwe Weiser

So werden die Saunen „je nach Besucheraufkommen und Wetter ganz oder teilweise geschlossen“, sagt Brockhaus. Darüber hinaus wurden auch die Betriebszeiten der Saunen angepasst. Zurzeit werden diese nämlich später ein- und früher wieder ausgeschaltet. Auch gasbetriebene Kaminfeuer werden, nach Angaben des Geschäftsführers, erst am Abend oder auf Nachfrage der Besucherinnen und Besucher eingeschaltet. Zusätzlich werde auch versucht, mit Poolabdeckungen Wärme in den Becken zu halten. Wie sich die Energiekrise in konkreten Zahlen auswirkt, sei noch nicht abzusehen. Langfristige Verträge für Strom und Gas haben aktuell noch ihre Gültigkeit. Ebenso wie bei privaten Haushalten wird der „Nachzahlungsschock“ auch bei der Claudius Therme und im Neptunbad also erst in den kommenden Monaten eintreten.

Köln: Botschafter Makeiev aus der Ukraine empfangen

  Köln: Botschafter Makeiev aus der Ukraine empfangen Der neue ukrainische Botschafter Oleksii Makeiev ist zum Antrittsbesuch nach Köln gekommen. Er bedankte sich für die Aufnahme vieler geflüchteter Menschen aus der Ukraine und die gute Partnerschaft zur Stadt Dnipro.Oleksii Makeiev ist Nachfolger von Andrij Melnyk, der kürzlich abberufen worden war. Am Montag traf sich Makeiev zum Antrittsbesuch mit Oberbürgermeisterin Henriette Reker und der ukrainischen Generalkonsulin Iryna Shum im Historischen Rathaus.

Hessische Therme musste schließen

Der Deutsche Heilbäderverband hat in der vergangenen Woche Alarm geschlagen und fordert für kommunal betriebene Heilbäder staatliche Hilfen. Vor allem in ländlichen Regionen sei das Prädikat „Kurort“ enorm wichtig für touristisches Besucheraufkommen und somit für die Wirtschaftskraft und medizinische Versorgung. In Hessen musste vor kurzem bereits eine Therme schließen. Weiteren Bädern in ganz Deutschland drohe ebenfalls die Einstellung des Betriebs.

Aus Nordrhein-Westfalen sind solche Fälle bisher noch nicht bekannt. Das Eifelbad im staatlich anerkannten Kneipp-Heilbad Bad Münstereifel hat nach wie vor geöffnet. Sparmaßnahmen im Energiebereich musste jedoch auch die Eifel-Gemeinde ergreifen. So wurde auch dort die Wassertemperatur in den Becken um 1-2 °C gesenkt. Darüber hinaus kommt es zur Teilschließung. So soll das Außenbecken des Eifelbades „spätestens Ende Dezember geschlossen werden“. (mit dpa)

Kölsch-Preise: Kölner Brauereien müssen trotz hohen Absatzes Preise erhöhen .
Brauereien sehen sich seit Monaten mit erheblichen Kostensteigerungen konfrontiert. Lange seien diese durch interne Maßnahmen abgefedert worden. Nun erhöhen bekannte Kölsch-Marken im Dezember die Preise.Anhand interner Daten und Börsennotierungen sieht sich die Brauereigruppe zum Beispiel mit Mehrkosten von 165 Prozent bei Glasflaschen, 150 Prozent bei Malz, 240 Prozent bei Paletten und 125 Prozent bei Kronenkorken konfrontiert. Im Energiebereich sind die Werte noch höher. So gibt die Brauereigruppe den Mehraufwand bei Strom mit 500 Prozent und bei Gas sogar mit 750 Prozent an. Georg Schäfer spricht deshalb von „Kostenexplosionen der Brauwirtschaft“.

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