Finanzen ipartment aus Köln Wohnungen für Business-Nomaden und geschasste Ehemänner

12:10  03 dezember  2022
12:10  03 dezember  2022 Quelle:   ksta.de

„Die Preise sind spekulativ übertrieben“: Das Ende der Immobilienblase

  „Die Preise sind spekulativ übertrieben“: Das Ende der Immobilienblase „Die Preise sind spekulativ übertrieben“: Das Ende der ImmobilienblaseDie Situation auf dem Immobilienmarkt ist derzeit unübersichtlich. Während einige Marktbeobachter schon seit längerem fallende Preise feststellen, kommt eine neue Erhebung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zu dem Ergebnis, dass die Immobilienpreise erneut gestiegen sind.

Begonnen hat die Geschichte des Kölner Unternehmens ipartment eigentlich in der Sahara. Bei der Durchquerung der größten Trockenwüste der Erde zu Fuß und zu Kamel lernten sich der Rechtsanwalt Ralph Stock und der Marketingspezialist Matthias Rincón 2008 in einer kleinen Reisegruppe kennen. Rincón, Inhaber einer Kölner Kommunikationsagentur, und Stock, mit seinem Spezialgebiet Immobilien und Gesellschaftsrecht, freundeten sich an.

Ein Bekannter Rincóns bot zu der Zeit möblierte Eigentumswohnungen für Geschäftsreisende lukrativ an. „Am Anfang war es nur so eine Idee, daraus vielleicht ein Geschäftsmodell zu machen“, erzählt Stock. Die ersten zwei Wohnungen in der Kölner Innenstadt bekamen die beiden über persönliche Kontakte. „Und so haben wir hier erstmal sehr klein angefangen“, sagt Rincón.

Flughafen Köln/Bonn: Neuer Betreiber für den Duty-Free-Bereich

  Flughafen Köln/Bonn: Neuer Betreiber für den Duty-Free-Bereich Für den Betreiber „Setur Duty Free“ ist der Flughafen Köln/Bonn der erste Standort in Europa. Die Eröffnung ist bereits für Juni 2023 geplant.Die Eröffnung ist für Juni 2023 geplant, der Vertrag mit dem Duty Free-Betreiber läuft bis 2030. Für Setur, die zur türkischen Koç-Unternehmensgruppe gehört, ist der Flughafen Köln/Bonn der erste Flughafenstandort in Europa.

2010 gründeten die beiden gemeinsam ipartment. Aus den beiden Kölner Einheiten sind inzwischen 1200 Apartments an insgesamt 14 Standorten in Deutschland und einem in der Schweiz geworden – und weiteres Wachstum ist geplant. Mittlerweile gilt das Unternehmen als einer der führenden Anbieter für Service- und designorientiertes Wohnen auf Zeit. „Die Nachfrage war von Anfang an sehr hoch, das hat uns geholfen“, erzählt Matthias Rincón im Rückblick.

Apartments ab 1000 Euro

Von Hamburg über Berlin bis nach Böblingen gibt es mittlerweile ipartment. Die kleinen Wohnungen, ausgestattet mit schönen Designermöbeln und Küchen, werden für maximal sechs Monate vermietet. Die Kunden werden mit allem versorgt: frischer Bettwäsche und Handtücher sowie Reinigung der Wohnung. Das Unternehmen bietet zudem je nach Standort Leihfahrräder, Coworking Spaces oder Fitnessangebote an. „Und natürlich müssen die Lage und die Verkehrsanbindung stimmen“, sagt Stock.

Bauanträge im Oberbergischen Kreis nehmen ab

  Bauanträge im Oberbergischen Kreis nehmen ab In den ersten neun Monaten des Jahres haben die Bauämter im Kreis weniger Baugenehmigungen für Wohnungsbau erteilt als im Vorjahreszeitraum.Insgesamt gab es in Oberbergs Bauämtern 204 Mal den Stempel unter einen Antrag auf Errichtung eines Wohngebäudes. In den ersten neun Monaten 2021 waren es 281 dieser Genehmigungen gewesen – das entspricht einem Rückgang von 27,4 Prozent. Diese Zahlen gehen aus einer Mitteilung von Information und Technik NRW als Statistisches Landesamt hervor.

Eines der mehr als 1200 Apartments bundesweit ipartment GmbH © ipartment GmbH Eines der mehr als 1200 Apartments bundesweit ipartment GmbH

Ab rund 1000 Euro pro Monat liegen die Preise für eine kleine Einheit von rund 20 Quadratmetern. Je nach Lage und Stadt werden aber auch schon mal 1800 Euro aufgerufen. Auch größere Einheiten sind im Angebot – so auch 100 Quadratmeter mit Dachterrasse.

„Unsere Kunden sind überwiegend Business-Nomaden, die an immer anderen Standorten arbeiten, etwa Unternehmensberater oder Projektverantwortliche, die länger in einer Stadt bleiben müssen“, sagt Rincón. Aber auch betuchte Studenten, geschasste Ehemänner oder Menschen, die ihr Zuhause etwa wegen eines Wasserrohbruchs verlassen müssen, buchen sich bei der ipartment ein, entweder telefonisch oder auf der Homepage. Die gesamte Betreuung vom Wohnungscode, über den Standort der Mülltonnen bis zum Check-Out läuft komplett digital. Für Notfälle gibt es eine 24/7 Rufbereitschaft.

Immobilien: Mangelware Wohnraum: In diesen Städten stockt die Neubauoffensive

  Immobilien: Mangelware Wohnraum: In diesen Städten stockt die Neubauoffensive Immobilien: Mangelware Wohnraum: In diesen Städten stockt die NeubauoffensiveEindeutiger könnte das Resümee von Axel Gedaschko, Präsident des Gesamtverbands der deutschen Wohnungswirtschaft, nicht ausfallen: „Es droht ein Absturz mit Ansage, die Regierung wird ihr Wohnungsziel krachend verfehlen“, sagte er vor wenigen Tagen der „Bild“. Im Koalitionsvertrag haben sich die Regierungsparteien zum Ziel gesetzt, 400.000 neue Wohnungen pro Jahr zu bauen – und unterschritten dieses im vergangenen Jahr um mehr als ein Viertel.

Auch bei großen Buchungsportalen wie Booking.com ist das Unternehmen vertreten. „Allerdings laufen 75 Prozent aller Buchungen über unsere Kanäle, damit sind wir im Gegensatz etwa zu vielen Hotels nicht abhängig von den großen Anbietern“, sagt Rincón.

Kooperation mit Konzernen

Fast 90 Prozent der Gäste bleiben länger als einen Monat. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt bei zwei bis drei Monaten. Sehr kurze Aufenthalte sind an einigen Standorten gar nicht möglich, weil die Häuser immer ausgebucht sind. Und längere Vermietungen als sechs Monate sind nicht erlaubt, weil die Apartmenthäuser als Beherbergungsbetriebe gelten, was die zulässige Vermietungsdauer auf sechs Monate einschränkt. Anders als etwa vermeintlich private Wohnungsangebote wie bei Airbnb, seien die Gebäude der ipartment baurechtlich keine Wohnungen. „Das wäre ansonsten Zweckentfremdung von Wohnraum“, erklärt Stock. So seien es vor allem ehemalige Hotels oder Bürogebäude, die zu den kleinen Einheiten umgebaut würden.“

„Besonders auf den angespannten Immobilienmärkten der Städte ist es nach wie vor schwer, an Objekte zu kommen“, so Ralph Stock. Das erste große Haus mit 72 Einheiten und damit der Durchbruch sei ein ehemaliges Bürogebäude der Deutschen Bahn in Frankfurt gewesen. Die Finanzierung hat ein Family Office übernommen, das bis heute 26 Prozent der Anteile an ipartment GmbH hält. Das Unternehmen beschäftigt etwa 50 Mitarbeiter und verzeichnet einen Gesamtumsatz von 17 Mio. Euro. „Wir beide haben als Gesellschafter ein sehr geringes eigenes Investitionsvolumen, weil der Eigentümer den Umbau und die Ausstattung finanziert, was dann über unsere Miete als Betreiber umgelegt wird“, so Stock. Kapital brauche man vor allem für die Kautionen, die meist im sechsstelligen Bereich liegen. Für durchschnittlich zehn Jahre würden die Verträge mit den Eigentümern abgeschlossen, die ersten seien bereits verlängert worden.

Ein erstes Projekt zusammen mit einem Konzern hat das Kölner Unternehmen in Hamburg realisiert. Der Konsumgüterhersteller Beiersdorf ließ dort ein Haus umbauen, in dem der Konzern etwa neue Mitarbeiter auf Wohnungssuche oder Berater einquartiert. „Das Erst-Zugriffsrecht liegt bei ihnen. Wenn etwas frei ist, können wir vermieten“, sagt Rincón.

Demnächst will ipartment ins Ausland expandieren. Mögliche Zielmärkte sind die Schweiz, Frankreich oder Portugal. Daran werde gerade gearbeitet, so die beiden Geschäftsführer.

Und welches war das bislang erfolgreichste ipartment-Haus – Berlin, Hamburg oder Berlin? „Man würde es vielleicht nicht denken, aber aufgrund der Nähe zur schwäbischen Autoindustrie war es lange Böblingen“, bemerkt Rincón.

Strompreise und Blackouts: Rhein-Energie-Chef Feicht im Interview .
Im Gespräch erzählt Rhein-Energie-Chef Andreas Feicht, was er vom Energiepreisdeckel hält, ob die Kosten für Verbraucher dauerhaft hoch bleiben und, ob Köln einen Blackout zu befürchten hat.Andreas Feicht: Die Politik hat die Aufgabe, Privathaushalte und Unternehmen zu entlasten. Das ist aber nur das eine Ziel. Das andere Ziel ist es, den Verbrauchern weiter Sparanreize zu geben. Diese beiden Ziele widersprechen sich ein Stück weit. Wenn ich zu stark entlaste, ist das ein Signal, sorglos wieder die Heizung aufzudrehen. Wenn ich für diese beiden Ziele aber nur ein einzelnes Instrument wähle, dann kann das nicht einfach sein. Die Politik hat sich für den komplexen Weg entschieden.

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