Finanzen Münchener Sicherheitskonferenz: Operation Rollback: Amerikas Kampfansage an Huawei

09:30  17 februar  2020
09:30  17 februar  2020 Quelle:   handelsblatt.com

Münchner Sicherheitskonferenz: Auf der Suche nach dem verlorenen Westen

  Münchner Sicherheitskonferenz: Auf der Suche nach dem verlorenen Westen Das Treffen in München steht im Zeichen sich verhärtender Fronten. Während Europa immer noch seine Rolle in der Welt sucht, beschwören die USA ein Bollwerk gegen China. © Feng Li/​Getty Images Das China von Präsident Xi Jinping beobachtet die Zerrissenheit des Westens ganz genau: Das ist die wohl klarste Botschaft der USA bei der Münchner Sicherheitskonferenz. Die Münchner Sicherheitskonferenz wird von ihrem Erfolg inzwischen regelrecht überwältigt.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz kündigten die USA eine industriepolitische Offensive an, um die Wettbewerbskraft westlicher Netzausrüster gegen den Marktführer Huawei zu stärken. Was die Amerikaner in München skizzierten, war nichts anderes als eine Rollback -Strategie fürs Digitalzeitalter.

Münchner Sicherheitskonferenz : Propagandaschlacht um Huawei -Technik. Hinter offenen und verschlossenen Türen warben Vertreter von US-Regierung, Parlament und konservativen Think Tanks dafür, Huawei aus 5G-Netzen herauszuhalten.

Die USA wollen zusammen mit Europa die Wettbewerbskraft westlicher Netzausrüster gegen Marktführer Huawei stärken. © Reuters Die USA wollen zusammen mit Europa die Wettbewerbskraft westlicher Netzausrüster gegen Marktführer Huawei stärken.

Die USA kündigen auf der Sicherheitskonferenz eine industriepolitische Offensive an, um chinesische Netzwerktechnologie aus westlichen Märkten zu verdrängen.

In der 5G-Debatte haben sich die USA lange darauf beschränkt, nein zu sagen: nein zu Huawei und anderen „Hochrisiko-Anbietern“, nein zur Zusammenarbeit mit China beim Aufbau der Infrastruktur der digitalen Zukunft. Aber Nein-Sagen reicht nicht, wenn demokratische Staaten bei der Digitalisierung mithalten wollen, das hat die Regierung in Washington inzwischen erkannt.

Huawei macht das US-Verbot zu Ende, indem es sich seinen eigenen Chips zuwendet

 Huawei macht das US-Verbot zu Ende, indem es sich seinen eigenen Chips zuwendet © Bloomberg Ein Huawei Technologies Co.-Chip wird am Donnerstag, 29. August 2019, auf der Weltkonferenz für künstliche Intelligenz (WAIC) in Shanghai, China, ausgestellt Die Konferenz läuft bis zum 31. August. Huawei Technologies Co., der chinesische Technologieriese, der keine Geschäfte mit US-Zulieferern tätigen darf, findet mit einen Weg , um die strengen Grenzen der Trump-Administration zu umgehen.

Die Münchener Sicherheitskonferenz ist normalerweise der beste Ort außerhalb Washingtons, um sich ein Bild vom gerade vorherrschenden außenpolitischen Denken der USA zu machen, weil in München eine ganze Reihe ranghoher amerikanischer Entscheidungsträger zusammenkommt.

Münchner Sicherheitskonferenz Klare Ansagen, tiefe Gräben. Kanzlerin Merkel rechnet mit US-Präsident Trump ab, dessen Vize Pence erteilt strikte Anweisungen. Die Münchner Sicherheitskonferenz war von Kämpfen und Konflikten geprägt - auch unter Partnern.

Auf der Münchner Sicherheitskonferenz kündigten die USA eine industriepolitische Offensive an, um die Wettbewerbskraft westlicher Netzausrüster gegen den Marktführer Huawei zu stärken. Die Amerikaner haben die Entwicklung von 5G verschlafen, wie sie hinter vorgehaltener Hand selbst einräumen. Diesen Rückstand wollen sie jetzt aufholen – in enger Zusammenarbeit mit Europa.

Noch nie stand die Technologiepolitik in München so stark im Fokus wie in diesem Jahr. Die 5G-Debatte ist zum Kristallisationspunkt der geopolitischen Auseinandersetzung der USA mit dem aufstrebenden Rivalen China geworden. Was die Amerikaner in München skizzierten, war nichts anderes als eine Rollback-Strategie fürs Digitalzeitalter.

Huawei schlägt Verizon mit Klage wegen Patentverletzung

 Huawei schlägt Verizon mit Klage wegen Patentverletzung © Foto: Getty Images Foto: Getty Images Patente sind ein heikles Thema zwischen Technologiegiganten, insbesondere im Hinblick darauf, wer wer Lizenzgebühren für den Einsatz revolutionärer Technologien zahlt. Das jüngste brouhaha betrifft Huawei und Verizon, wobei das erstere das US-Telekommunikationsunternehmen verklagt, weil es angeblich 12 Patente ohne Genehmigung verwendet hat. Gestern wurden bei den US-Bezirksgerichten zwei Klagen für die Bezirke Eastern und Western in Texas eingereicht.

Als im Bereich 5G führendes Technologie-Unternehmen erhielt Huawei im Rahmen des ZRK-Workshops die Gelegenheit, auf aktuelle Wenn Ihr Unternehmen einen eDeal-Vertrag mit Huawei hat, kaufen Sie das erforderliche Produkt/die erforderliche Lösung bitte über den nachfolgenden Link.

Sicherheitskonferenz in München: Kritik an Trump und Appelle für mehr Europa. Zum Auftakt der Sicherheitskonferenz hagelt es Kritik an der US-Außen- und Sicherheitspolitik unter Präsident Donald Trump.

Die 5G-Initiative der USA wird nicht nur von Donald Trump und seinen republikanischen Parteifreunden vorangetrieben, sondern auch von den Demokraten im Kongress. Lindsey Graham, einer der führenden Republikaner im Senat, formulierte es so: Die demokratische Oppositionsführerin Nancy Pelosi und US-Präsident Donald Trump hätten „politisch nichts gemein“. Aber in der Huawei-Frage seien sich beide völlig einig.

Tatsächlich waren Pelosis Worte zu 5G-Debatte von einer Schärfe, die in Europa gemeinhin nur der Trump-Regierung zugeschrieben wird. Die Entscheidung für oder gegen Huawei-Technologie bedeute eine Wahl zwischen „Autoritarismus und Demokratie“, mahnte sie. Amerika und Europa müssten mit einer gemeinsamen industriepolitischen Anstrengung eine „Internationalisierung der digitalen Infrastruktur vorantreiben, die die Autokratie nicht stärkt“.

Pelosi, Pompeo heizten Chinas Huawei auf der Sicherheitskonferenz

 Pelosi, Pompeo heizten Chinas Huawei auf der Sicherheitskonferenz Rhetoric an, die am Wochenende über den Einsatz chinesischer Netzwerkgeräte in den USA aufgeheizt wurde. Die US-Sprecherin Nancy Pelosi warnte am Sonntag, es sei vergleichbar mit " wählt Autokratie gegenüber" Demokratie . " © Bereitgestellt von CNET US-Sprecherin des Hauses Nancy Pelosi äußert ihre Besorgnis über das chinesische Huawei auf einer Pressekonferenz am Sonntag auf der Münchner Sicherheitskonferenz.

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Huawei übernimmt keine Verantwortung für die Genauigkeit der Übersetzung. Es wird empfohlen, dass Sie sich auf das englische Dokument beziehen (dafür wird ein Link vorgelegt). Rollback . Rolling Back the CME.

Bei der Verlegung des neuen Fundaments der Digitalwirtschaft dürfe es keine Kompromisse geben: Das war die zentrale Botschaft der US-Delegation. Sowohl Außenminister Mike Pompeo als auch Pentagon-Chef Mark Esper stellten klar, was das bedeutet: keine chinesischen Komponenten im 5G Netz.

„Wenn es uns nicht gelingt, bei 5G Einigkeit zu erreichen, wird das unsere zukünftige Zusammenarbeit beeinträchtigen, auch die militärische“, sagte der frühere amerikanische Spitzendiplomat Nicholas Burns, der heute in Harvard lehrt und ein überzeugter Transatlantiker ist, dem Handelsblatt. Für Verteidigungsminister Esper steht sogar die Zukunft der Nato auf dem Spiel. „Wenn wir die Bedrohung nicht verstehen und deshalb nichts dagegen tun“, sagte er, „könnte sie letztlich das erfolgreichste Militärbündnis der Geschichte, die Nato, gefährden.“

Aus der Luft gegriffen sind die amerikanischen Sorgen nicht: Chinas Präsident Xi Jinping hat das Ziel ausgegeben, den Cyberraum zu dominieren. Die Förderung chinesischer Technologiekonzerne spielt dabei eine wichtige Rolle. Huawei weist den Vorwurf, als Instrument der Machtambitionen des chinesischen Regimes zu dienen, allerdings als abwegig zurück.

USA werden die Richtlinien zum Austausch von Informationen mit Großbritannien trotz der Entscheidung von Huawei nicht ändern

 USA werden die Richtlinien zum Austausch von Informationen mit Großbritannien trotz der Entscheidung von Huawei nicht ändern Die Trump-Regierung wird ihre Richtlinien zum Austausch von Informationen mit Großbritannien trotz der umstrittenen Meinungsverschiedenheiten von über die jüngste Entscheidung Großbritanniens, sich beim Aufbau der nächsten Generation auf Chinas Huawei zu verlassen, nicht ändern von superschnellen drahtlosen Netzwerken, sagten hochrangige Verwaltungsbeamte am Freitag.

Der Konzern bestreitet, dass er im Ausland den chinesischen Sicherheitsgesetzen unterliegt, die ihn zur Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten der Volksrepublik zwingen. Huawei ist zum Marktführer im Bereich der Netzwerktechnologie aufgestiegen - auch in Deutschland. Die Mobilfunknetze der drei großen deutschen Telekommunikationsanbieter, Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica, beruhen maßgeblich auf Huawei-Komponenten. Auch beim Aufbau des neuen 5G-Netzes arbeiten die drei Unternehmen mit den Chinesen zusammen.

Offensive in zwei Schritten

Die Technologie-Offensive, mit der die USA Huawei nun zurückdrängen wollen, besteht aus zwei Phasen. Im ersten Schritt hilft Washington anderen Ländern dabei, eine Telekommunikationsinfrastruktur aufzubauen, die sich allein auf „vertrauenswürdige Anbieter“ stützt. Dazu zählen aus Sicht der USA die skandinavischen Unternehmen Ericsson und Nokia sowie der südkoreanischer Samsung-Konzern.

So wollen die Amerikaner auch das bekämpfen, was sie als „Huawei-Mythos“ beschreiben: Die international verbreitete und in Deutschland gerade von Telekom, Vodafone und Telefónica propagierte Überzeugung, dass sich der Aufbau des 5G-Netzes ohne Huawei-Technologie um mehrere Jahre verzögern würde.

USA sollten die Kontrolle über Nokia und Ericsson kaufen, um gegen Huawei zu kämpfen: Generalstaatsanwalt

 USA sollten die Kontrolle über Nokia und Ericsson kaufen, um gegen Huawei zu kämpfen: Generalstaatsanwalt Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten sollten Kontrollbeteiligungen an Nokia, Ericsson oder beiden übernehmen, um die Dominanz des chinesischen Telekommunikationsgiganten Huawei auf dem 5G-Markt zu bekämpfen, sagte US-Generalstaatsanwalt Bill Barr Donnerstag.

Als Förderinstrumente für die Anschaffung westlicher 5G-Technologie will Washington die Development Finance Corporation (DFC) und die Export-Import Bank nutzen. Finanzhilfen der DFC richten sich an Entwicklungsländer. Für Kredite der Export-Import Bank kommen auch Schwellenländer und Staaten mit mittlerem Einkommensniveau infrage, es müssen allerdings auch US-Technologiefirmen gefördert werden – Cisco etwa, das in Teilsegmenten des 5G-Marktes operiert. Zugleich haben Senatoren beider Parteien einen Gesetzentwurf zur Gründung eines Investitionsfonds eingebracht, der Staaten unter die Arme greifen soll, die ein Huawei-freies 5G-Netz ausbauen wollen.

Den Chinesen werfen die Amerikaner vor, ihre Netzwerktechnologie mit marktverzerrenden Billigkrediten mit Null-Prozent Zinsen und Laufzeiten von 20 Jahren zu fördern. Den dadurch entstehenden Wettbewerbsnachteil für westliche Firmen wollen die USA nun ausgleichen. Ein direkter Einstieg der Amerikaner bei Ericsson und Nokia, wie er kürzlich von US-Justizminister William Barr lanciert wurde, steht nicht mehr auf der Agenda. „Die US-Regierung wird sich nicht direkt an Nokia und Ericsson beteiligen“, sagte Trumps Sonderbeauftragter für Telekommunikationspolitik, Robert Blair, dem Handelsblatt.

In der zweiten Phase der amerikanischen 5G-Offensive will die US-Regierung zusammen mit Software-Konzernen und Hardware-Anbietern die Technologieführerschaft im Mobilfunk zurückerobern. Auch hier betonen die USA, eng mit europäischen Anbietern zusammenarbeiten zu wollen. Dahinter steckt die Einsicht, dass 5G sein volles Potenzial erst in einigen Jahren erreichen wird, erst dann können technologische Visionen wie selbstfahrende Autos und vollautomatisierte Fabriken Wirklichkeit werden. Ein vielfältiges, westliches, wertebasiertes Ökosystem von Software und Hardware aufbauen – das ist das Ziel der Amerikaner für „die nächste Generation von 5G“ und ihr Angebot an die Europäer.

Huawei verklagt Verizon, nachdem Patentgespräche

 Huawei verklagt Verizon, nachdem Patentgespräche Huawei zum Erliegen gebracht haben und Verizons nicht sehr öffentliche Fehde in den Krieg im Gerichtssaal eskaliert ist, als das Telekommunikationsunternehmen Klagen in ganz Texas einreicht. Huawei behauptet, dass Verizon seine Netzwerkpatente verletzt, ohne die entsprechenden Gebühren zu zahlen, und will "eine Entschädigung für die Verwendung patentierter Technologie durch Verizon". Der chinesische Riese sagte, er habe am 7.

Europäer wollen technologische Eigenständigkeit

Doch die europäische Reaktion auf die amerikanischen Avancen fiel in München verhalten aus. Vorbehalte gegen Huawei gibt es zwar auch in Europa. Doch die Anti-China-Kampagne der USA geht selbst den Huawei-Kritikern in Berlin, Brüssel und Paris zu weit. Die Reaktion auf Chinas Machtambitionen dürfe nicht zu einem neuen kalten Krieg führen, hieß es.

Die Europäer setzen daher auf die Stärkung ihrer technologischen Eigenständigkeit. Das Auswärtige Amt bereitet für die zweite Jahreshälfte eine neue Initiative vor: „Wir wollen das Thema digitale Souveränität ganz vorne auf die Agenda der deutschen EU-Ratspräsidentschaft setzen“, hieß es in München aus der deutschen Delegation. Die digitale Welt habe bisher zwei Pole – „ein profitmaximierendes Modell im Silicon Valley und ein repressives Modell in Peking“.

Das Auswärtige Amt fordert: „Europa muss ein eigenes, drittes Modell anbieten. Dafür müssen wir den europäischen Tech-Sektor stärken.“ Unterstützung kommt von den Grünen: „Wir brauchen eine europäische Strategie für kritische Infrastruktur und einen selbstbewussten europäischen Weg in die Digitalära“, sagte die Grünen-Chefin Annalena Baerbock dem Handelsblatt. „Es gibt wichtige Schnittmengen mit den Amerikanern, aber wir sollten eigene Standards setzen.“

Auch bei einem Frühstück von deutschen Politikern mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wurde das Thema 5G besprochen. Macron signalisierte seine Unterstützung für die Gründung eines europäischen 5G-Konsortiums. Auch Kanzlerin Angela Merkel, die die wirtschaftliche Kooperation mit China eigentlich vertiefen will, öffnet sich langsam für solche Bestrebungen. Vergangene Woche traf sie sich mit den Chefs von Ericsson und Nokia im Kanzleramt.

Google-Apps werden wahrscheinlich nicht in Kürze auf Huawei-Handys zurückkehren.

 Google-Apps werden wahrscheinlich nicht in Kürze auf Huawei-Handys zurückkehren. Vor einigen Tagen sagte ein Huawei-Beamter, dass der chinesische Smartphone-Anbieter mit Google für gutes fertig ist. © Bereitgestellt von BGR huawei-p40-p40-pro-leak-2 Das Unternehmen fügte hinzu, dass „ein offenes Android-Ökosystem“ die erste Wahl ist, dass es jedoch ein eigenes entwickeln kann, falls es Google nicht verwenden kann . Huawei wurde die Möglichkeit genommen, Geschäfte mit US-amerikanischen Technologieunternehmen zu tätigen, zu denen auch Softwarelösungen wie Google gehören.

Sogar die Deutsche Telekom unterstreicht inzwischen ihre Bereitschaft, sich aus der Abhängigkeit von China zu lösen. „Wir würden sehr gerne mehr Technologie von Nokia und Ericsson nutzen“, sagte Telekom-Vorstand Thomas Kremer dem Handelsblatt. „Aber wir müssen dann auch schauen, woher die beiden Unternehmen ihre Komponenten beziehen: nämlich aus China. Deshalb müssen wir dafür sorgen, dass auch die Zulieferteile in Europa gebaut werden.“

Die Bestrebungen, Europas Eigenständigkeit zu stärken und so nicht nur China, sondern auch die USA auf Distanz zu halten, haben damit zu tun, dass die US-Regierung auf anderen Feldern der Wirtschaftspolitik Europa als Gegner behandelt. So erhöhten die Amerikaner die Zölle auf europäische Flugzeuge am Freitag von zehn auf 15 Prozent – und verstärkten damit die europäischen Zweifel, ob ihnen an echter Kooperation überhaupt gelegen ist. „Es ist viel Vertrauen verloren gegangen“, klagen Transatlantiker wie Burns. „Deshalb fällt es uns so schwer, gemeinsam auf Chinas Machtstreben zu reagieren.“

Technologischer Niedergang in den USA

Dass die USA bisher keine eigene technologische Alternative zu Huawei haben und daher auf europäisches Knowhow setzen, hat auch mit dem Niedergang der eigenen Telekomausrüster zu tun. Ende der 1990er Jahre waren Unternehmen wie Lucent, Motorola und das kanadische Nortel die Innovations- und Marktführer. Alle drei sind inzwischen vom Markt verschwunden. Lucent wurde zunächst mit der französischen Alcatel verschmolzen und später dann an Nokia verkauft. Auch das Motorola-Geschäft für mobile Telekominfrastruktur landete bei dem finnischen Konzern, der zudem die passende Siemens-Sparte übernahm. Und Nortel musste 2009 sogar Konkurs anmelden und verkaufte die Mobilfunk-Sparte an Ericsson.

Mitverantwortlich für den Niedergang der amerikanischen Telekomausrüster war die Liberalisierung des US-Marktes Mitte der 1990er Jahre. Das brachte die Gewinne der Markführer unter Druck, so dass Konzerne wie Lucent ihr Heil in China suchten. Dort mussten sie allerdings ihr technologisches Know-how beim Markteintritt offenlegen. Profitiert hat davon nicht zuletzt ein Unternehmen: Huawei.

Sicherheitsexperten hoben in München die Risiken von Netztechnologie made in China hervor. „Wir haben chinesische Malware in Messengern von Telekoms entdeckt: Chinesische Hacker konnten also Text-Messages mitlesen“, sagte Sandra Joyce, Spitzenmanagerin bei Fire-Eye, einem Anbieter von Schutzsystemen gegen Cyber-Angriffe, dem Handelsblatt.

Joyce verantwortet bei Fire-Eye die Analyse von Bedrohungsszenarien. Aufgefallen seien in jüngster Zeit vermehrt Versuche von chinesischen Hackern, Unternehmen in Europa auszuspähen, wenn diese für Infrastrukturaufträge in jenen Ländern bieten, durch die China seine neue Seidenstraße führen will. Es sei wohl darum gegangen, dass sich chinesische Firmen in Bieterprozessen Vorteile verschaffen wollten. Da aber die Seidenstraße zu den geopolitischen Mitteln der chinesischen Regierung zähle, würde sie für die Zukunft nicht ausschließen, dass auch die chinesische Regierung Interesse an derartigen Informationen haben könnte. „Es gibt viele Indizien für chinesische Cyberspionage“, sagte Joyce.

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