Finanzen Coronavirus: Banken forcieren das kontaktlose Bezahlen – Limit für Pin-freies Zahlen soll steigen

06:20  30 märz  2020
06:20  30 märz  2020 Quelle:   handelsblatt.com

Finanzsystem: Ratingagentur warnt vor Corona-Risiken für Europas Banken

  Finanzsystem: Ratingagentur warnt vor Corona-Risiken für Europas Banken Finanzsystem: Ratingagentur warnt vor Corona-Risiken für Europas BankenNoch haben sich die konkreten Schäden der Coronakrise nicht in den Bilanzen der europäischen Banken niedergeschlagen. Aber die Experten der internationalen Ratingagentur Moody’s fürchten, dass sich das bald ändern wird.

Die deutschen Banken wollen das kontaktlose Bezahlen per Girocard populärer machen. Das Limit für Zahlungen ohne PIN soll auf 50 Euro steigen . Mit der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus ändert sich auch das Zahlungsverhalten der Deutschen: Sie bezahlen ihre Einkäufe

Kontaktloses Bezahlen erfreut sich steigender Beliebtheit. Die deutschen Banken arbeiten schon länger daran, das kontaktlose Bezahlen per Wie das Handelsblatt erfahren haben will, haben sich die deutschen Banken nun darauf verständigt, das Limit für Zahlungen ohne die Geheimzahl ( Pin )

Kontaktlos bezahlen: Das funktioniert bis zu einer bestimmten Summe sogar ohne PIN-Eingabe. © obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH Kontaktlos bezahlen: Das funktioniert bis zu einer bestimmten Summe sogar ohne PIN-Eingabe.

Die deutschen Banken wollen das kontaktlose Bezahlen per Girocard populärer machen. Das Limit für Zahlungen ohne PIN soll auf 50 Euro steigen.

Mit der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus ändert sich auch das Zahlungsverhalten der Deutschen: Sie bezahlen ihre Einkäufe vermehrt per EC-Karte, die heute offiziell Girocard heißt.

Die deutschen Banken sorgen jetzt für eine weitere Vereinfachung: Nach Handelsblatt-Informationen haben sie sich darauf verständigt, dass das Limit für Zahlungen ohne den Geheimcode (PIN) heraufgesetzt werden soll – von bisher 25 Euro auf nun 50 Euro. Die Deutsche Kreditwirtschaft, die Interessenvertretung der verschiedenen Bankenverbände, wollte sich dazu nicht äußern. Der Bezahlvariante könnte das einen zusätzlichen Schub geben.

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Um es dem Coronavirus schwerer zu machen von einem Menschen zum anderen zu springen, versucht vor allem der Handel zunehmend die Nutzung von Bargeld Damit das besser funktioniert, hat Mastercard jetzt die Kontaktlos - Limits mehr Kreditkarte, Mastercard, MasterPass Bildquelle

Beim kontaktlosen Bezahlen müssen Verbraucher ihre Giro- oder Kreditkarte nicht in das Kartenterminal der Ladenkasse einstecken, sondern bloß nah dranhalten. Auch eine PIN-Eingabe ist bei kleinen Beträgen häufig nicht nötig – für die Girocard liegt die Grenze bisher bei 25 Euro.

Das neue Limit von 50 Euro ergibt sich aus der zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie, PSD2. Darin ist außerdem festgelegt, dass maximal fünf kontaktlose Zahlungen ohne PIN-Eingaben nacheinander ausgeführt werden dürfen und der kumulierte Betrag dieser Zahlungen bei maximal 150 Euro liegen darf.

Das neue Limit beschleunigt nicht nur das Bezahlen, sondern hat auch aus hygienischer Sicht einen Vorteil: Kunden müssen seltener die Tastatur auf dem Kartenterminal berühren. Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, versuchen viele Verbraucher in öffentlichen Räumen möglichst wenig anzufassen.

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 COVID-19-Sperrung kann zu verstärktem Alkoholkonsum führen © Bereitgestellt von Motoring Research Coronavirus-Sperrung kann zu mehr Alkoholkonsum führen UK-Autofahrer werden vor dem Fahren gewarnt, wenn die Alkoholgrenze überschritten wird, da die Coronavirus-Sperrung dazu führt, dass das Trinken zu Hause dramatisch zunimmt. Nun wird vorgeschlagen, dass mehr Menschen auf den Straßen Alkohol trinken könnten. Home Drinking in Großbritannien hat sich fast verdoppelt, und jede Woche werden 100 Millionen Pints ​​Bier konsumiert.

Kontaktloses Bezahlen mit einer Kreditkarte gibt es bereits schon seit einiger Zeit Der Kontrahent Visa ermöglicht ebenfalls ein Limit von 50 Euro ohne Eingabe von einer PIN . Allerdings sei dies bereits seit 2017 möglich und die ausgebende Bank der Visa-Kreditkarte kann selbst das Limit festlegen.

Chinesische Banken begannen bereits Mitte Februar gebrauchte Geldscheine gezielt zu desinfizieren. Sämtliche Bankomatkarten und viele Kreditkarten sind mittlerweile zum kontaktlosen Bezahlen Als einer der Pioniere beim kontaktlosen Bezahlen gilt die aus Österreich stammende

Neues Limit greift nicht sofort

Auch Bargeld nehmen sie nur ungern in die Hand – in der Annahme, dass sie sich über Scheine und Münzen mit dem Coronavirus infizieren könnten. Die deutschen Sparkassen hatten bereits empfohlen, möglichst kontaktlos zu bezahlen. Auch etliche Händler bitten darum.

Sofort greift das neue Limit von 50 Euro allerdings nicht. Zum einen muss die Software der Kartenterminals entsprechend aktualisiert werden. Zum anderen müssen die Geldhäuser ihre IT dafür einstellen.

In Deutschland sind mehr als 100 Millionen Girocards in Umlauf, der Großteil davon ist mit der Kontaktlos-Funktion ausgestattet. Dass die Karte die Funktion unterstützt, ist an einem kleinen Wellensymbol zu erkennen. Auch die meisten Kartenterminals an der Ladenkasse ermöglichen Kontaktlos-Zahlungen.

Die Banken profitieren von mehr bargeldlosen Zahlungen, denn bei Kartentransaktionen streichen sie eine Gebühr von den Händlern ein. Bislang haben die deutschen Verbraucher den Großteil ihrer Einkäufe mit Bargeld bezahlt, der Anteil der Kartenzahlungen ist im vergangenen Jahr aber deutlich gestiegen.

Panthers verpflichten sich, Mitarbeiter durch die gesamte Coronavirus-Pandemie zu bezahlen.

 Panthers verpflichten sich, Mitarbeiter durch die gesamte Coronavirus-Pandemie zu bezahlen. Da Unternehmen aufgrund der Coronavirus-Pandemie im ganzen Land weiterhin schließen, sorgen sich viele Arbeitnehmer natürlich um ihre Arbeitsplatzsicherheit und finanzielle Zukunft. © Amy Beth Bennett / Sun Sentinel / Südflorida Sun Sentinel / TNS Florida Panthers-Besitzer Vinnie Viola hat sich verpflichtet, Teammitarbeiter während der gesamten Coronavirus-Pandemie zu bezahlen.

Banken und Apotheken sollten auch geöffnet bleiben. Coronavirus -Fälle in der Türkei steigen drastisch- 21 Todesopfer. Wegen der Coronavirus -Pandemie sollen in Großbritannien bis zu 1,5 Millionen Menschen, die wegen Vorerkrankungen als besonders anfällig gelten, mindestens drei

Gestern hatte die Finanzmarktaufsicht (FMA) den heimischen Banken und Zahlungsinstituten zur Eindämmung der Coronavirus -Ansteckungsgefahr dringend empfohlen, das Limit für kontaktloses Bezahlen zu erhöhen. Mittlerweile haben sich, so der Handelsverband, auch Kartengesellschaften

Vorbilder im Ausland

In anderen europäischen Ländern hatten die Bankenverbände schon Anfang der Woche das Limit für kontaktlose Zahlungen ohne PIN erhöht. Die Banken in Estland hoben es bereits am Montag auf 50 Euro an.

Gegenüber dem estnischen Nachrichtenportal „ERR“ hatte eine Sprecherin des dortigen Bankverbands auf die notwendige Umstellung in der IT der Banken und den Kartenterminals im Handel hingewiesen. Bis Dienstagmittag seien bereits rund 75 Prozent der Terminals umgestellt worden.

Auch in den Niederlanden wird seit Wochenbeginn das 50-Euro-Limit eingeführt. Eine Sprecherin des dortigen Verbraucherverbands sagte der „NL Times“: „Je weniger Kunden das Kassenterminal für die PIN-Eingabe berühren müssen, desto besser.“

In Großbritannien wurde zu Wochenbeginn bekanntgegeben, dass das Limit ab 1. April von 35 auf 45 Pfund erhöht wird – was ebenfalls knapp 50 Euro entspricht. Und der Bankverband in Irland hat sich zum Ziel gesetzt, dass das neue 50-Euro-Limit ab 1. April verfügbar sein soll.

Das Kreditkartenunternehmen Mastercard hatte am Mittwoch ebenfalls reagiert und mitgeteilt, dass es in Deutschland und weiteren 28 Ländern Europas eine Limiterhöhung von 25 auf 50 Euro ermöglicht. Auch bei Kreditkarten funktioniert die Umstellung aber nicht von jetzt auf gleich.

Die kartenherausgebende Bank muss das jeweils umsetzen. Europaweit werden laut dem Unternehmen aktuell schon 75 Prozent aller Mastercard-Transaktionen kontaktlos abgewickelt.

Mehr: Wie man in der Coronakrise sicher bezahlen kann.

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