Finanzen Coronakrise: Immer mehr Unternehmen wollen weniger Miete für ihre Filialen zahlen

15:05  31 märz  2020
15:05  31 märz  2020 Quelle:   handelsblatt.com

Coronakrise: Zahlreiche Banken schließen ihre Filialen für die Öffentlichkeit

  Coronakrise: Zahlreiche Banken schließen ihre Filialen für die Öffentlichkeit Coronakrise: Zahlreiche Banken schließen ihre Filialen für die Öffentlichkeit

Miete berappen für Geschäfte, die nicht öffnen dürfen? Darauf haben aktuell selbst erfolgreiche Handelsketten keine Lust mehr . Immer mehr bekannte Handelsunternehmen stoppen wegen der im Kampf gegen das Coronavirus angeordneten Ladenschließungen die Mietzahlungen für ihre Filialen

Dass diese Unternehmen in der Coronakrise besonders anfällig sind, ist nachvollziehbar. Dies würde dazu führen, dass sowohl Kapital als auch Arbeitskräfte in Unternehmen mit unterdurchschnittlicher Produktivität und geringerer Investitionstätigkeit gebunden werden.

Die Modekette verlangt von seinen Vermietern eine Mietkürzung. © obs/Accor Hotellerie Deutschland GmbH Die Modekette verlangt von seinen Vermietern eine Mietkürzung.

Nach Adidas und Deichmann kündigen weitere Firmen an, weniger oder keine Miete zahlen zu wollen. Viele Vermieter dürften dadurch in Existenznot geraten.

Siemens-Chef Joe Kaeser ist ein Mann klarer Worte. „Wir werden unsere Lieferanten bezahlen und erwarten von unseren Kunden auch, dass sie uns bezahlen“, schrieb er am Montag im Kurznachrichtendienst Twitter. Und fügte hinzu: Man werde sich im Fall, dass eine der beteiligten Seiten Probleme habe, „zusammensetzen und sehen, was wir tun können“.

Sportartikelhersteller: Politiker kritisieren Adidas – Twitter-Nutzer rufen zum Boykott auf

  Sportartikelhersteller: Politiker kritisieren Adidas – Twitter-Nutzer rufen zum Boykott auf Sportartikelhersteller: Politiker kritisieren Adidas – Twitter-Nutzer rufen zum Boykott aufDie Ankündigung Adidas wegen der Coronakrise die Mietzahlungen für seine Läden zu stoppen, stößt bei Politik und Bevölkerung auf wenig Verständnis. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte der „Bild“: „Ich bin enttäuscht von Adidas. Ich bin sehr enttäuscht.“ Die Ankündigung des Konzerns sei eine völlig inakzeptable Botschaft, so Scheuer. Adidas habe in den vergangenen Jahren große Gewinne gemacht.

Die USA wollen den Einreisestopp über Mitte April hinaus aufrechterhalten. Auch eine Verschärfung der Beschränkungen wegen der Coronakrise ist möglich. Corona -Pandemie.

Der errechnete Höhepunkt der Krise ist Ende April. Zu diesem Zeitpunkt werden viele New Yorker bereits sechs bis sieben Wochen in ihren vier Wänden ausgeharrt haben. Die Coronakrise wirft immer mehr Fragen auf.

Kaeser reagiert damit indirekt auf die Vorstöße von Adidas, Puma, Deichmann und anderen Unternehmen, die angekündigt hatten, in der Coronakrise keine oder geringere Mieten für ihre Ladenlokale zu zahlen, die sie für unbestimmte Zeit schließen mussten. Das hatte am Wochenende zu heftigen Protesten und insbesondere zu einem Shitstorm mit Boykottaufrufen gegen Adidas geführt, dem sich auch prominente Politiker anschlossen.

Der Bundestag hatte vor Kurzem ein Gesetz verabschiedet, das Mieter drei Monate davor schützt, wegen Zahlungsrückständen infolge der Pandemie gekündigt zu werden. Aber das gelte nur für Mieter, die wegen der Coronakrise in ernsthafte Zahlungsschwierigkeiten gerieten, stellte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht klar. Ansonsten gelte: „Mieter müssen selbstverständlich ihre Miete zahlen.“

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- Auch für Corona -Prämien, die Unternehmen an besonders hart Arbeitende zahlen wollen , ist eine Lösung gefunden. Weil die Nachfrage nach Schutzkleidung wegen der Coronakrise international steige, müsse man damit rechnen, dass der Weltmarkt in wenigen Wochen zusammenbreche.

Coronakrise : Weil sie wegen Corona keine Mieten zahlen wollen : Kritik an großen Handelsketten. Große Konzerne wie Adidas oder H&M wollen wegen der Coronakrise und den damit einhergehenden Ladenschließungen keine Mieten mehr für ihre Filialen zahlen . Das stößt auf heftige Kritik, auch in

Davon wenig beeindruckt versuchen weitere Unternehmen, die Mieten für ihre geschlossenen Ladenlokale zu kürzen. Jetzt schaltet sich auch die sonst sehr verschwiegene Familie Brenninkmeijer in die Diskussion um Mietkürzungen im Einzelhandel ein.

„Für jedes Geschäft im Filialnetz von C &A erwartet C &A während der von der WHO angekündigten offiziellen Dauer der Covid-19-Pandemie von seinen Vermietern eine Reduzierung der Miete und anderer Nutzungsgebühren“, schreibt Eric Brenninkmeijer, der neue Deutschlandchef der Textilkette, in einem Brief, der dem Handelsblatt vorliegt, an den Vermieter eines Ladenlokals von C &A. Und er betont in dem Schreiben, dass er eine „Reaktion innerhalb der nächsten fünf Werktage“ erwartet.

Bei der Mietkürzung während der Coronakrise will es C &A aber nicht belassen. Für den Zeitraum nach der Pandemie erwarte der Konzern „von seinen Vermietern weitere Mietanpassungen und andere relevante Unterstützung, wenn C &A seine Geschäftstätigkeit wieder aufnimmt und zur Normalität zurückkehrt“, schreibt Brenninkmeijer an den Vermieter. Der Düsseldorfer Textilriese betreibt in Europa 1300 Filialen, die alle schließen mussten.

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Corona -Auswirkungen: H&M, Adidas und Deichmann wollen keine Miete mehr zahlen . Adidas-Chef Kasper Rorsted hatte sich schon am Wochenende in einem Interview Auch der Parfümerie-Konzern Douglas will sich von seinen Immobilien-Partnern in der aktuellen Krise Mieten stunden lassen.

Um ihre Kosten bei fehlenden Einnahmen zu drücken, setzen große Unternehmen Mietzahlungen für ihre Filialen aus. Die Justizministerin weist darauf hin, dass das auch in der Corona - Krise nicht einfach so geht. Und der Adidas-Chef stellt etwas klar.

Ein C- &-A-Sprecher bemühte sich auf Nachfrage, den forschen Ton des Schreibens abzumildern. „Wir setzen dabei auf Einsicht, Realitätssinn und den Willen, gemeinsam ein für alle Seiten akzeptables Ergebnis zu erzielen“, sagte er.

Viele Einzelhändler wollen Miete nicht zahlen

Auch Europas größter Schuhhändler Deichmann, der dafür kämpft, dass die Mieten für seine 1500 deutschen Ladenlokale gestundet werden, zeigt sich inzwischen milder. „Wir haben kein Interesse daran und werden verhindern, dass Vermieter dadurch in eine Notlage kommen“, teilte das Unternehmen mit. „Sollte sich dies in einzelnen Fällen abzeichnen, würden wir unser Möglichstes tun, um zu helfen.“

Es sind bei Weitem nicht nur Deichmann, C &A, Adidas & Co., die keine Miete mehr zahlen wollen. Auf Eckhard Brockhoffs Schreibtisch stapeln sich die Schreiben von Filialisten, die ankündigen, ihre Zahlungen einzustellen. Der Unternehmer aus Essen sieht sich als größter regionaler Gewerbemakler Deutschlands.

Bekannte Namen hätten sich an ihn gewandt, berichtet Brockhoff, Konzerne wie Bijou Brigitte, die Parfümerie Pieper, Ernsting‘s Family, Kind Hörgeräte, NKD oder Thalia. Gerry Weber wolle sogar die Miete für März erstattet bekommen. Viele Firmen wollten gleich bis Dezember nichts oder deutlich weniger bezahlen.

Warenhauskette: Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen bis Juni

  Warenhauskette: Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen bis Juni Warenhauskette: Galeria Karstadt Kaufhof stoppt Mietzahlungen bis JuniDie Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof hat die Mietzahlungen für alle Warenhäuser, Sporthäuser, Reisebüros und Logistikimmobilien gestoppt. In einem Brief an die Vermieter schrieb das Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie staatlich angeordnete Schließung der Geschäfte lasse dem Unternehmen „keine andere Wahl“. Zuvor hatte der „Spiegel“ über den Mietstopp berichtet. Ein Unternehmenssprecher wollte sich am Mittwoch nicht dazu äußern.

Aus der Krise Kapital schlagen: Diese Redensart lässt sich auch auf die Corona -Pandemie abwandeln. Aktuell gibt es mehrere Beispiele dafür, wie manche Politiker Zum einen stehen Großunternehmen wie Adidas, Deichmann und H&M in der Kritik, die für ihre Filialen keine Miete mehr zahlen .

Corona -Auswirkungen H&M, Adidas und Deichmann wollen keine Miete mehr zahlen . Immer mehr Verbraucher bestellen in der Coronakrise Lebensmittel bei Bringdiensten. Auch das Konsumklima fällt rapide: Viele Verbraucher fürchten um den Job und rechnen mit weniger Einkommen.

Mietkürzung rechtmäßig

Der Makler befürchtet, dass viele Vermieter in Existenznot geraten. Denn in Klein- und Mittelstädten seien es eben keine Immobilienfonds oder Versicherungen, sondern vor allem Privatleute, die vermieten würden. „Je kleiner die Stadt oder Gemeinde, desto größer der Anteil an Privateigentümern.“

Rechtsanwalt Jörg Wacker von der Düsseldorfer Wirtschaftskanzlei Ganteführer, spezialisiert auf Mietrecht, hält die Maßnahmen der Händler zumindest rechtlich für einwandfrei. Die Schließung der Geschäftsräume sei aufgrund behördlicher Anordnungen erfolgt. In solchen Krisensituationen erlaube das Bürgerliche Gesetzbuch, geschlossene Verträge anzupassen.

Der Jurist zieht Parallelen zwischen der Coronapandemie und kriegerischen Auseinandersetzungen. In Deutschland habe ein Gericht 1915 entschieden, dass der Mieter eines Tanzlokals, das die Polizeibehörden wegen des Kriegsausbruchs geschlossen hatten, seine Mietzahlungen an den Vermieter um mehr als die Hälfte kürzen durfte. Nichts anderes dürfte auch heute gelten.

Mehr: Verfolgen Sie die aktuellen Entwicklungen in der Coronakrise in unserem Newsblog.

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