Finanzen Clevershuttle-Schließungen: Die Startup-Blamage der Deutschen Bahn

17:51  29 juni  2020
17:51  29 juni  2020 Quelle:   msn.com

Lebensmittel aus dem Automaten: Diese Gründer wollen den Supermarkt ersetzen

  Lebensmittel aus dem Automaten: Diese Gründer wollen den Supermarkt ersetzen Lieferdienste boomen seit Jahren, Delivery Hero ist eine der deutschen Vorzeigegründungen. Mit Smark wollen zwei Stuttgarter Gründer jetzt die Lebensmittelversorgung auf ihre eigene Weise revolutionieren. Wer kennt es nicht: Man will abends noch schnell was für den nächsten Tag einkaufen oder hat plötzlich große Lust auf Schokolade – der nächste Supermarkt hat aber schon zu. Für dieses Problem haben Philipp Hoening und Max Ittermann, die Gründer von Smark, eine Lösung geschaffen.

Fährt nicht mehr in Berlin, Dresden und München – Clevershuttle. © Clevershuttle Fährt nicht mehr in Berlin, Dresden und München – Clevershuttle.

Die Deutsche Bahn muss in der Coronakrise sparen. Das Staatsunternehmen spart als Erstes in einem Innovationsbereich – und versaut sich damit nachhaltig das Image als Startup-Investor. Ein Kommentar von t3n.de-Chefredakteur Stephan Dörner.

So etwas wie auf dem Fernbus-Markt sollte der Deutschen Bahn nicht noch einmal passieren. Um gegen die Ubers dieser Welt gewappnet zu sein, suchte die Deutsche Bahn ein schickes, innovatives Startup – und wurde beim Berliner Fahrdienst Clevershuttle fündig: Kleine grüne Elektroautos und eine elegante, gut funktionierende App mit einem Ridesharing-Algorithmus – Clevershuttle schien alle Zutaten für die urbane Elektro-Mobilität auf der Kurzstrecke zu haben. Ein echter Startup-Leckerbissen. Also kaufte die Bahn 16 Investoren für eine zweistellige Millionensumme ihre Anteile ab – darunter dem Autokonzern Daimler – und übernahm im September 2018 eine Mehrheit an dem Berliner Startup.

Streit in Angermund: Anwohner mit kuriosem „Hupkonzert“-Vorwurf gegen die Bahn

  Streit in Angermund: Anwohner mit kuriosem „Hupkonzert“-Vorwurf gegen die Bahn Bahnsprecherin hält mutwilliges Hupen der Lokomotivführer für ausgeschlossen.Streitpunkt ist seit eh und je der neue RRX, der durch das Dorf im Düsseldorfer Norden brausen soll. Jetzt allerdings treibt der Streit mit der Bahn auch (etwas seltsame) politische Blüten: In einer offiziellen Anfrage an die Bezirksvertretung 5 behauptet CDU-Vertreter Martin Schilling, die Züge der Bahn würden in Angermund ein „Hupkonzert“ veranstalten.

Weniger als zwei Jahre später ist wieder einmal Sparkurs angesagt – angesichts der Coronakrise wächst der Druck der Bundesregierung auf das staatseigene Unternehmen, die Verluste zu begrenzen. Und weil die Bahn bei den eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern kaum sparen kann – das verhindert das mit den Gewerkschaften ausgehandelte „Bündnis für unsere Bahn“ –, muss der Zukunfts- und Innovationsbereich Clevershuttle als Erstes dran glauben.

Die Coronakrise geht vorüber, der Image-Schaden bleibt

Die Standorte Berlin, Dresden und München wurden geschlossen – übrig bleiben Düsseldorf, Kiel und Leipzig. Das sind genau die Standorte, in denen es einen Betriebsrat gibt. Dabei soll Dresden vor der Coronakrise sogar kurz vor der Profitabilität gestanden haben, heißt es aus Clevershuttle-Kreisen. Auf Anfrage sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn, das Unternehmen stehe weiter zum „Partner Clevershuttle“ und unterstütze die Weiterentwicklung von Clevershuttle bei der stärkeren Integration in den ÖPNV.

Geschäftskonten-Startup Penta erweitert Series B auf 23 Millionen Euro

  Geschäftskonten-Startup Penta erweitert Series B auf 23 Millionen Euro Im März hatte das Business-Banking-Startup Penta eine Series B verkündet, ganz zu Beginn der Corona-Pandemie. Jetzt hat Penta die Finanzierungsrunde erweitert und konnte neue Investoren an Bord holen. Penta, ein Startup für Geschäftskonten, hat im Rahmen einer Series-B-Finanzierungsrunde weitere Millionen eingeworben. Und das trotz der Corona-Pandemie, die auch die Kunden des Business-Banking-Anbieters hart getroffen hat. Wie das Unternehmen aus dem Finleap-Ökosystem jetzt bekannt gegeben hat, konnten erneut mehr als vier Millionen Euro eingesammelt werden.

„Ohne Kooperationspartner und Integration in den ÖPNV tragen sich Ridepooling-Angebote nicht, das zeigen die Erfahrungen der vergangenen Jahre.“ In Düsseldorf kooperiert Clevershuttle beispielsweise mit den örtlichen Stadtwerken, in Leipzig mit dem Medienhaus Madsack. „Die aktuelle Entwicklung der Clevershuttle-Partnerschaft lässt keine Rückschlüsse auf die allgemeine Haltung der DB zu Beteiligungen und auf die Image-Bewertung in einzelnen Branchen oder Netzwerken zu“, so der Sprecher.

Das Signal an Deutschlands Startup-Szene ist dennoch fatal: Wenn es drauf ankommt, ist die Deutsche Bahn kein verlässlicher Investor oder Eigentümer für Startups. Wird es eng und ungemütlich, müssen Zukunfts-Investitionen als erstes dran glauben. Die laufenden Verluste von Clevershuttle sind Peanuts im Vergleich zum Verlust der Deutschen Bahn insgesamt. Aber an die Entscheidung der Bahn, im kritischen Moment und so kurz nach der Übernahme den Stecker zu ziehen, wird sich die Startup-Szene noch erinnern, wenn die Coronakrise längst überwunden ist.

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Es gibt Zweifel, ob der große Wurf gelingen wird.Nach zweijähriger Arbeit unterzeichneten am Dienstag in Berlin im Bundesverkehrsministerium Politik, Gewerkschaften, Bahn-Unternehmen und Verbände am Dienstag den „Fahrplan“ für die Zukunft der Schiene. Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sagte, die Schiene könne der Verkehrsträger Nummer eins werden. Bis 2030 sollen doppelt so viele Menschen mit der klimafreundlicheren Bahn fahren als bislang.

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