Finanzen Grenke will Viceroy-Vorwürfe aus dem Weg räumen

19:05  18 september  2020
19:05  18 september  2020 Quelle:   msn.com

GRENKE-Aktie mit Stabilisierungsversuch nach Kurshalbierung: Statement angekündigt - Staatsanwaltschaft ermittelt

  GRENKE-Aktie mit Stabilisierungsversuch nach Kurshalbierung: Statement angekündigt - Staatsanwaltschaft ermittelt Durchatmen bei den Anlegern von GRENKE: Nach dem Verlust von mehr als 50 Prozent in zwei Handelstagen nach einer Attacke von Leerverkäufern haben die Papiere am Donnerstag im zweistelligen Prozentbereich zugelegt. © Bereitgestellt von Finanzen.net Servais Mont/Getty Images Sie bauten ihren Gewinn noch etwas weiter aus, nachdem GRENKEzu den Vorwürfen Stellungnahmen angekündigt. Zuletzt gewannen sie 27,42 Prozent auf 34,02 Euro, nachdem sie im frühen Handel zunächst noch weiter nach unten gerauscht waren und mit 23,92 Euro ein Tief seit 2014 erreicht hatten.

Der Grenke-Aufsichtsrat will mit einem KPMG-Sondergutachten die von Viceroy erhobenen Vorwürfe entkräften lassen. © Uli Deck/dpa Der Grenke-Aufsichtsrat will mit einem KPMG-Sondergutachten die von Viceroy erhobenen Vorwürfe entkräften lassen.

Der Leasingkonzern Grenke will die gegen ihn von einem Finanzspekulanten erhobenen Vorwürfe mit einem Sondergutachten der Wirtschaftsprüfer von KPMG entkräften lassen. Das habe der Aufsichtsrat beschlossen, teilte Grenke in Baden-Baden mit.

«Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet», hieß es in einer umfangreichen schriftlichen Stellungnahme.

Dax dämmt Minus ein - Grenke-Aktie erholt

  Dax dämmt Minus ein - Grenke-Aktie erholt Der Dax hat am Donnerstag seine frühen Verluste zum Handelsende verringert. So schloss der deutsche Leitindex mit minus 0,36 Prozent bei 13.208,12 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gab um 0,25 Prozent auf 27.622,17 Punkte nach. Insgesamt hatten auf der Stimmung die Ergebnisse der jüngsten Sitzung der US-Notenbank Fed gelastet. Die Fed will den Leitzins angesichts der Corona-Krise offenkundig über Jahre hinweg an der Nulllinie belassen. Die Mitglieder des geldpolitischen Ausschusses erwarten überwiegend, dass sich am gegenwärtig niedrigen Zinsniveau bis ins Jahr 2023 nichts Wesentliches ändern wird.

Die Behauptungen der Investorengruppe Viceroy entbehrten jeder Grundlage, und man verwahre sich gegen jeglichen Vergleich mit Wirecard - dem wegen Bilanzmanipulation inzwischen insolventen Zahlungsdienstleister, der noch Kurzem im Dax notiert war. «Wir sind ehrbare Kaufleute», sagte die Grenke-Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky am Freitag bei einer Pressekonferenz.

Viceroy hatte am Dienstag unter anderem das Franchising-System von Grenke als Betrugskonstrukt im großen Stil kritisiert und behauptet, ein großer Teil der im Geschäftsbericht aufgeführten finanziellen Mittel existiere nicht. Grenke wies das am Freitag erneut als falsch, haltlos und frei erfunden zurück.

An der Börse kamen die Stellungnahme des Vorstands und die Aussagen aus der Pressekonferenz gut an. Das im MDax notierte Unternehmen drehte ins Plus und legte zuletzt leicht auf 36 Euro zu. Damit erholte sich das Papier weiter von dem heftigen Absturz am Dienstag und Mittwoch infolge der Viceroy-Vorwürfe. Der Kurs sackte zeitweise unter die Marke von 24 Euro.

Shortseller-Attacke: Was ist dran an den Vorwürfen gegen Grenke?

  Shortseller-Attacke: Was ist dran an den Vorwürfen gegen Grenke? Shortseller-Attacke: Was ist dran an den Vorwürfen gegen Grenke?

Trotz der seitdem eingesetzten Erholung liegt das Papier aber weiter deutlich unter dem Niveau, das es vor der Attacke des Leerverkäufers Viceroy hatte, als die Aktie noch rund 55 Euro kostete. Leminsky geht aber davon aus, dass sich der Aktienkurs wieder erholen wird. Sie bedauerte, dass Viceroy vorher keinen Kontakt aufgenommen habe und das Unternehmen daher unvorbereitet in diese Situation geschlittert sei.

Die Sache ist auch deshalb heikel, weil Viceroy mit der Geschichte - wie in anderen Fällen zuvor - selbst wohl eine Menge Geld verdient. Mit sogenannten Leerverkäufen hat die Investorengruppe auf den Absturz der Grenke-Aktie gewettet und macht daraus auch keinen Hehl. Kommende Woche will Grenke entscheiden, ob und gegebenenfalls welche rechtlichen Schritte es gegen Viceroy einleitet.


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Leasingspezialist Grenke trotzt Bilanzmanipulationsvorwürfen .
Der Leasing-Spezialist ist auch bei der Zoll-Spezialeinheit FIU in den Fokus geraten. Die Geldwäsche-Spezialisten schauen sich bisher Verdachtsmeldungen an. Immerhin: Im eigentlichen Geschäft läuft es bei dem MDax-Unternehmen besser als erwartet.Im vergangenen Quartal hat das Unternehmen etwas mehr Leasing-Neugeschäft verbucht als erwartet, wie Grenke am Freitag in Baden-Baden mitteilte. Der Wert lag aber nach wie vor deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

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