Finanzen GRENKE-Aktie knickt ein: GRENKE gibt weitere Prüfung in Auftrag - Gründer lässt AR-Mandat ruhen

14:20  21 september  2020
14:20  21 september  2020 Quelle:   finanzen.net

GRENKE-Aktie mit Stabilisierungsversuch nach Kurshalbierung: Statement angekündigt - Staatsanwaltschaft ermittelt

  GRENKE-Aktie mit Stabilisierungsversuch nach Kurshalbierung: Statement angekündigt - Staatsanwaltschaft ermittelt Durchatmen bei den Anlegern von GRENKE: Nach dem Verlust von mehr als 50 Prozent in zwei Handelstagen nach einer Attacke von Leerverkäufern haben die Papiere am Donnerstag im zweistelligen Prozentbereich zugelegt. © Bereitgestellt von Finanzen.net Servais Mont/Getty Images Sie bauten ihren Gewinn noch etwas weiter aus, nachdem GRENKEzu den Vorwürfen Stellungnahmen angekündigt. Zuletzt gewannen sie 27,42 Prozent auf 34,02 Euro, nachdem sie im frühen Handel zunächst noch weiter nach unten gerauscht waren und mit 23,92 Euro ein Tief seit 2014 erreicht hatten.

Der Leasinganbieter GRENKE zieht Konsequenzen aus den von dem Short-Seller Viceroy Research vorgebrachten Anschuldigungen.

Andrew Burton/Getty Images © Bereitgestellt von Finanzen.net Andrew Burton/Getty Images

Der MDAX-Konzern kündigte an, das in der Kritik stehende Franchise-System des Unternehmens unabhängig prüfen zu lassen. Auch eine Integration in den Konzern werde erwogen. Unternehmensgründer Wolfgang GRENKE lasse sein Aufsichtsratsmandat unterdessen ruhen, um Interessenskonflikte zu vermeiden.

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  Alternativen zur Tesla-Aktie: Diese E-Auto-Hersteller können sich gegenüber dem Branchenriesen behaupten Trotz der jüngsten Kursabstürze ist der Elektroautohersteller unter CEO Elon Musk derzeit in aller Munde. Aber auch Mitbewerber des Elektro-Giganten machen von sich reden: Neben US-Hersteller Nikola kann vor allem China mit einigen Konkurrenten punkten. © Bereitgestellt von Finanzen.net TANNEN MAURY/AFP/Getty Images • Nikola nach GM-Ankündigung im Aufwind.

GRENKE hatte am Freitag bereits mitgeteilt, die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG, die bei dem Konzern seit drei Jahren die Bilanzen prüft, mit einem Sondergutachten beauftragt zu haben. Dabei soll es darum gehen, die Substanz des Geschäfts zu belegen und die Vorwürfe von Viceroy Resarch endgültig zu wiederlegen.

Bei der weiteren Prüfung durch eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, soll es um die Marktüblichkeit der Übernahmen von Franchise-Unternehmen gehen, die bei GRENKE gängig sind, und deren Vorteilhaftigkeit für den Konzern gehen.

GRENKE will jetzt auch prüfen, ob das Franchise-System insgesamt in den Konzern integriert wird und sich der Konzern früher als bisher an den Franchise-Partnern beteiligt. Bisher beteiligen sich Finanzinvestoren zunächst an den Franchise-Unternehmen. Als ein solcher tritt auch die CTP Handels- und Beteiligungs GmbH auf, die sich seit Januar im Besitz des GRENKE-Unternehmensgründers, Großaktionärs und stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang GRENKE befindet.

Grenke will Viceroy-Vorwürfe aus dem Weg räumen

  Grenke will Viceroy-Vorwürfe aus dem Weg räumen Die an der Börse unter Druck geratene Leasingfirma wehrt sich. Die Anschuldigungen des Investors seien falsch, haltlos und frei erfunden. Bilanzprüfer sollen dies belegen. Wie reagieren Anleger?«Nach einhelliger Auffassung des Vorstandes und des Aufsichtsrates sind sämtliche Anschuldigungen in allen Themenbereichen unbegründet», hieß es in einer umfangreichen schriftlichen Stellungnahme.

Der hat nach Unternehmensangaben nun angeboten, dass der Konzern die von der Gesellschaft CTP gehaltenen Beteiligungen an den Franchise-Unternehmen übernimmt.

An dem bisherigen Grundprinzip der Erschließung neuer Märkte durch Gründung von Franchise-Unternehmen durch ehemalige Mitarbeiter und deren spätere Übernahme wolle GRENKE festhalten, sagte die Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky laut Mitteilung. GRENKE wolle "aber in Zukunft jeglichen Anschein von Interessenkonflikten vermeiden".

Bis die Vorwürfe etwaiger Interessenskonflikte ausgeräumt sind, lässt Wolfgang GRENKE sein Aufsichtsratsmandat mit sofortiger Wirkung ruhen, ebenso sein Aufsichtsratsmandat bei der GRENKE Bank und sein Verwaltungsratsmandat bei der Schweizer Grenkeleasing AG.

Wie der Konzern weiter mitteilte, bekennt sich die Familie Grenke dazu, ihr Aktienpaket von 40,84 Prozent an der GRENKE AG langfristig zu halten.

Stellungnahme nach Shortseller-Attacke: Grenke: Kein Befreiungsschlag

  Stellungnahme nach Shortseller-Attacke: Grenke: Kein Befreiungsschlag Stellungnahme nach Shortseller-Attacke: Grenke: Kein BefreiungsschlagDie Grenke-Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky geht die Dinge offenbar gründlich und genau an. Deshalb haben Anleger und Presse auch drei Tage auf eine ausführliche Stellungnahme warten müssen, die mit den massiven Vorwürfen von Viceroy Research gegen den Leasing-Spezialisten aufräumen sollte.

Der Konzern hat die Anfang vergangener Woche veröffentlichten Anschuldigungen von Viceroy Resarch, hinter der der britische Investor Fraser Parring steht, zurückgewiesen. Viceroy bemängelt unter anderem die Intransparenz des Franchise-Systems.

GRENKE schwanken nach neuer Stellungnahmen zu Vorwürfen stark

Neue Reaktionen von GRENKE auf die Betrugsvorwürfe der Investorengruppe Viceroy haben die zuletzt arg gebeutelten Aktien des Leasingspezialisten stark schwanken lassen. Die Anteilsscheine hatten am Montag im XETRA-Handel zunächst zwischenzeitliche Verluste von fast 12 Prozent wettgemacht und sind ins Plus gedreht, bevor sie wieder ins Minus abtauchten. Später bewegten sie sich zeitweise bei 33,32 Euro kaum vom Fleck. Damit schlugen sie sich aber weitaus besser als der MDAX der mittelgroßen Werte, der zeitweise um mehr als 2 Prozent einbrach.

Der Experte Philip Häßler vom Analysehaus Pareto Securities äußerte sich weiterhin eher skeptisch: "Generell sehen wir das Risiko eines Vertrauensverlusts der Anleger, der in Zukunft zu niedrigeren Bewertungsmultiplikatoren und höheren Refinanzierungskosten führen könnte." Diese Gefahr sollte mindestens so lange bestehen bleiben, bis die Ergebnisse der Sonderprüfung von KPMG veröffentlicht würden. Insgesamt dürften trotz des Dementis aller Vorwürfe Zweifel bleiben und operativ sei die Entwicklung der Risikovorsorge unverändert ein großer Unsicherheitsfaktor.

Shortseller: Die Offensive der Kurszerstörer

  Shortseller: Die Offensive der Kurszerstörer Shortseller: Die Offensive der KurszerstörerUnternehmer Wolfgang Grenke spielt leidenschaftlich gern Schach. Er liebt das: eine Strategie entwerfen, Züge antizipieren, sein Gegenüber lesen, dem Kontrahenten einen Schritt voraus sein, ihm sein Spiel aufzwingen. Auch im Berufsleben. Und bisher ist es für Grenke, Gründer des gleichnamigen Leasingunternehmens, dabei auch meist rundgelaufen. Bisher. Denn nun wird er von einem aggressiven Gegner herausgefordert: Shortseller Fraser Perring wettet auf sinkende Kurse, versucht Grenke mattzusetzen.

Vor den neuen Reaktionen von Grenke hatte der Fachmann Marius Fuhrberg vom Analysehaus Warburg Research eher optimistische Töne angeschlagen. Obwohl die Art der von Viceroy erhobenen Anschuldigungen allgemein schwer öffentlich zu widerlegen sei, habe Grenke mit seinen Stellungnahmen bis dato relativ gute Arbeit geleistet. Mit der Sonderprüfung strebe der Leasingspezialist nun mehr Transparenz an.

Es blieben Fuhrberg zufolge zwar Fragen offen zur Gesellschaft CTP, ihren früheren Eigentümern und dem gezahlten Kaufpreis. Das operative Geschäft von Grenke sei hiervon jedoch nicht betroffen. Fuhrberg wartet nun mit Spannung auf die Reaktion von Viceroy auf die Grenke-Stellungnahme.

Der Grenke-Kurs war nach der Veröffentlichung des Viceroy-Berichts am vergangenen Dienstag eingebrochen - in der Spitze war der Börsenwert des Unternehmens bis Donnerstag um mehr als 1,4 Milliarden Euro gesunken. An diesem Tag waren die Papiere zeitweise unter 24 Euro abgesackt und hatten damit das Niveau von 2014 erreicht. FRANKFURT (Dow Jones / dpa-AFX)

Leasingspezialist Grenke trotzt Bilanzmanipulationsvorwürfen .
Der Leasing-Spezialist ist auch bei der Zoll-Spezialeinheit FIU in den Fokus geraten. Die Geldwäsche-Spezialisten schauen sich bisher Verdachtsmeldungen an. Immerhin: Im eigentlichen Geschäft läuft es bei dem MDax-Unternehmen besser als erwartet.Im vergangenen Quartal hat das Unternehmen etwas mehr Leasing-Neugeschäft verbucht als erwartet, wie Grenke am Freitag in Baden-Baden mitteilte. Der Wert lag aber nach wie vor deutlich unter dem Niveau des Vorjahres.

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